Forum: Wirtschaft
Anleihen: Frankreich verdient am Schuldenmachen
REUTERS

Frankreichs Wirtschaft stockt, doch Anleger vertrauen dem Euro-Land. Bei einer Anleiheauktion nahm der Staat mehr als acht Milliarden Euro ein - und muss dafür teilweise nicht einmal Zinsen an die Investoren zahlen.

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dapmr75 06.05.2013, 19:02
20. Geldmenge M3?

Zitat von muellerthomas
Woran erkennen Sie eigentlich dieses "unendliche Gelddrucken"? Die Geldmenge M3 ist seit Beginn der Krise um lächerliche 1% pro Jahr gestiegen.
Warum sollte ich mir denn M3 anschauen? Wirklich entscheidend sind "Kreditfazilitäten" wie OMT, LTRO, ELA, STEP etc. Über diese wurden und werden Zombie-Banken und indirekt Staaten finanziert und (mit langfristig negativen Folgen) die Kapitalmärkte und Zinssätze manipuliert. Beispiel 1: Ohne STEP wären Frankreichs Grossbanken längst pleite, so aber können sie sich als STEP Teilnehmer über Repo wiederholt neue Liquidität "organisieren" (und dann damit bestimmte Staatsanleihen in ihre Bilanzen kaufen). Beispiel 2: Ohne LTRO wären Italien und seine Banken umgefallen. Beispiel 3: Ohne ELA hätte Griechenland keine Troika-geforderte Schuldensenkung hinbekommen. Den Grossteil des letzten Haircuts haben ELA-finanzierte griechische Institute akzeptiert, die danach via EZB mit den Griechenanleihen als "Sicherheit" weiter Geld bekommen haben. Weitere Beispiele aus Schilda sind verfügbar - so oder so nehmen all die "ungewöhnlichen" Massnahmen aus der unsäglichen Mottenkiste der kommunistischen Planwirtschaft jeden Druck für notwendigen Anpassungen; die Realität zeigt dies deutlich auch wenn Oberplaner Mario Draghi immer wieder davon spricht, dass die Politik JETZT auch "liefern" muss.

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RenegadeOtis 06.05.2013, 19:24
21.

Zitat von dapmr75
Warum sollte ich mir denn M3 anschauen? Wirklich entscheidend sind "Kreditfazilitäten" wie OMT, LTRO, ELA, STEP etc. Über diese wurden und werden Zombie-Banken und indirekt Staaten finanziert und (mit langfristig negativen Folgen) die Kapitalmärkte und Zinssätze manipuliert. Beispiel 1: Ohne STEP wären Frankreichs Grossbanken längst pleite, so aber können sie sich als STEP Teilnehmer über Repo wiederholt neue Liquidität "organisieren" (und dann damit bestimmte Staatsanleihen in ihre Bilanzen kaufen). Beispiel 2: Ohne LTRO wären Italien und seine Banken umgefallen. Beispiel 3: Ohne ELA hätte Griechenland keine Troika-geforderte Schuldensenkung hinbekommen. Den Grossteil des letzten Haircuts haben ELA-finanzierte griechische Institute akzeptiert, die danach via EZB mit den Griechenanleihen als "Sicherheit" weiter Geld bekommen haben. Weitere Beispiele aus Schilda sind verfügbar - so oder so nehmen all die "ungewöhnlichen" Massnahmen aus der unsäglichen Mottenkiste der kommunistischen Planwirtschaft jeden Druck für notwendigen Anpassungen; die Realität zeigt dies deutlich auch wenn Oberplaner Mario Draghi immer wieder davon spricht, dass die Politik JETZT auch "liefern" muss.

Um die Ursprungsantwort aus dem Wust hier zu befreien: Warum die M3 anschauen? Nun, weil M3 genau diese Geldmenge mit abbildet. Und wenn diese nicht steigt, stellt sich die Frage, inwiefern "unbegrenztes Gelddrucken" so bezeichnet werden kann, wenn es keine Geldmenge erhöht (oder eher sehr sehr begrenzt erhöht).

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tellerrand 06.05.2013, 19:35
22. Nicht nur die Deutschen...

Zitat von glen13
Nur wer Geld in Massen druckt ist'ne coole Sau in Europa. Dieser biedere Sparzwang aus Deutschland ist so was von out. Haut raus die Knete, die blöden, langweiligen Deutschen zahlen.
...alle Sparer müssen dafür bluten. Denn sie bekommen kaum Zinsen auf ihr Guthaben - Dank EZB und ihren Niedrigzinsen! Die Banken haben die Taschen voller billigem Geld und wissen nicht wohin damit. Da kauft man schon mal ne Anleihe mit 0% Rendite.

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hdudeck 06.05.2013, 21:14
23. Die Deutsche Bank ist eine AG,

Zitat von CommonSense2006
Aber wäre man da bei der Deutschen Bank oder der Société Generale nicht besser bedient? die sind auch systemrelevant -> garantierte Rettung und zahlen obendrein noch ein viertel oder halbes Prozent auf dem Tagesgeldkonto...
die Société Generale eine Société anonyme (FR Form der AG), somit fallen sie unter das, was ich ueber normale Gechaefts-Banken geschrieben habe. Warum sollten diese Banken Tagesgeld in dieser Hoehe akzeptieren, deren Zu und Abfluss sie nicht kontrollieren koennen. Fuer den gleichen Zissatz bekommen die von der Zentralbank doch auch Geld, koennen Betrag und Laufzeit selbst kontrollieren.

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Brennstoff 06.05.2013, 21:22
24. Dieser Geldschwemme wird niemand mehr Herr!

Bspw. lediglich 12 Wochen laufende Anleihen brachten noch nie besonders hohe Zinsen mit sich. Neu ist, das man krisengeschüttelten Staaten nur dafür Geld schenkt, das man es dort zwischenlagern kann.
Verwunderlich ist das allerdings nicht, betrachtet man die Politik der großen Zentralbanken. Frisch gedrucktes Geld ohne jede materielle Deckung überschwemmt die Märkte und wird gewaltige Schäden anrichten. Diese Summen bekommt keine noch so entschlossene Zentralbank je wieder in ihre virtuellen Tresore zurück.
Das Ergebnis solchen Überangebots ist immer das gleiche, Blasen, Blasen und noch einmal Blasen. (Ähnlichkeiten mit sex. Handlungen sind dabei nicht beabsichtigt und wären reiner Zufall oder eine Verwechselung! Schade eigentlich, mancher könnte dem sonst etwas Positives abgewinnen).
Nur die Zeiträume in denen sich der Markt mit einem Knall, vergleichbar einem automatischen Notventil, selbstständig entspannt, werden immer kürzer, der dabei angerichtete Schaden jedes Mal verheerender.
Das wirklich katastrophale daran ist, alle, und die Hauptakteure in diesem Drama ganz besonders, wissen um diesen Umstand und handeln weiterhin so, als blieben ihre dreisten Markteingriffe folgenlos.
Unglücklicherweise lassen sich die rudimentären Gesetze des Marktes auf die Dauer nicht aushebeln. Ständig bedarf es mehr und neuer Regeln, um dieses Regenbogenkonstrukt halbwegs unter Kontrolle zu halten. Das geht, wie bei einem Schneeballsystem, so lange gut, bis irgend jemand aufwacht und laut "Haltet den Dieb"! schreit und dann kommt so etwas dabei heraus wie die Weltwirtschaftskrise 1929 oder schlimmer. Die Demokratien im Westen könnten an den Folgen unter gehen, aber stört das die Finanzmärkte? Ganz gewiss nicht, moralisierende Wähler sind der schlimmste Störfaktor im weltweiten Finanzsystem, Politiker kauft man einfach und gut ists!
Das vagabundierende, eigentlich zu nichts Konkretem benötigte Geld ist da, die Macht die es mit sich bringt auch und ich persönlich glaube nicht dass sich der Marsch in den Abgrund noch aufhalten lässt.
Der Mensch will behalten was er hat und um das sicher zu stellen, ist er bereit beinahe alles zu riskieren! Gruselige Zukunftsaussichten!

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sverris 06.05.2013, 21:35
25.

Zitat von CommonSense2006
ist irgendjemand hier Experte? Wieso leiht igendjemand dem frz. Staat Geld, und sei es nur für 12 Wochen, um darauf eine echte, nominale Minusrendite zu erwirtschaften?
Weil es real nicht so steht in FR, wie uns allerlei Medien und Sozialistenbeschimpfer weismachen wollen.

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kenterziege 06.05.2013, 21:59
26. Oh, wie wäre das schön....

Zitat von sysop
Frankreichs Wirtschaft stockt, doch Anleger vertrauen dem Euro-Land. Bei einer Anleiheauktion nahm der Staat mehr als acht Milliarden Euro ein - und muss dafür teilweise nicht einmal Zinsen an die Investoren zahlen.
....wenn unsere Freunde westlich des Rheins doch noch ihren Franc hätten und wir unsere DM ! Dann könnten wir gelassen zusehen, wie sie wirtschaften und uns eine Scheibe davon abschneiden, wenn das dann alles so gut ist!
So denke ich, profitieren die Franzosen letztendlich von der Garantei Deutschlands für den Euro und das System EZB!
Mal sehen, wie das der Wähler am 22.9. bei uns quittiert?

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Ihr5spieltjetzt4gegen2 06.05.2013, 22:03
27. Nord und Süd

Zitat von analysatorveritas
Eigentlich müsste man sich angesichts der Eurokrise wundern, dass einige Euroländer überhaupt noch Kredite am Kapitalmarkt erhalten. Dies lässt sich aber ganz leicht erklären. LTRO, ELA, STEP, OMT, SMP, Target II, EFSF, EFSM und ESM sowie Dauerniedrigstzinsen heißen die Zauberinstrumente der verdeckten monetären Staatsschuldenrefinanzierung. Es läuft in erster Linie über den eigenen Bankensektor. Im Falle Frankreichs noch mit einer ganz besonderen Note: STEP. Man druckt sich quasi selbst das Geld, was fehlt und hinterlegt dafür drittklassige Anleihen, die sich kaum bewerten und einschätzen lassen als Sicherheiten. Die ökonomische Situation in Frankreich selbst ist aber eher düster und gibt kaum Anlass zum Optimismus. Viele Bürger in Frankreich haben das Vertrauen in Hollande verloren und sehen Frankreich auf einem schlechten Weg. Die Opposition kann davon kaum pofitieren, dadurch kann die FN in Wählerumfragen stark zulegen.
Dem kann ich nur zustimmen.

Die besondere Schwierigkeit in Frankreich ist, dass es nicht nur einen konjunkturell bedingten Abschwung in die Rezession hinein gibt. Frankreichs Wirtschaft hat ein tiefgreifendes strukturelles Problem. Damit sind nicht (nur) der starre Arbeitsmarkt oder das niedrige Renteneintrittsalter oder die traditionell hohe Staatsquote gemeint. Vor allem ist es ein innovativer und produktiver Mittelstand, der unzureichend ausgeprägt ist. Hollande und seine Regierung sind nicht in der Lage oder willens, hier die notwendigen Reformen einzuleiten, weil sie z.T. die eigenen Grundüberzeugungen über Bord werfen müssten. Außerdem: Solange es billiges Geld gibt...

Deutschland hat sich von Frankreich an die Wand taktieren lassen und ist erpressbar. Das ist der Grund, warum Herr Schäuble den Franzosen eine entsprechende Defizitgrenzenüberschreitung so vertändnisvoll zubilligt. Die Banque de France ist der Strippenzieher in der EZB und Herr Weidmann als letzter Ritter auf verlorenem Posten. Der Euro war von Beginn an ein französisches Projekt. Wer in Deutschland geglaubt haben sollte, die französische Führung gleich welcher Couleur würde ihre Art der Finanzpolitik nur wegen so ein paar Maastricht-Kriterien ändern, muss entweder grenzenlos naiv oder extrem risikofreudig gewesen sein.

Wenn es tatsächlich so gewesen sein sollte, dass Hollande Merkel damit gedroht hat aus dem Euro auszusteigen, falls sich die generelle Richtung in der Euro-Krise ncht ändere, frage ich mich, warum Deutschland dann nicht mit der 'Gegendrohung' der Aufteilung in einen Nord- und einen Süd-Euro gekontert hat. M.A.n wäre eine solche Aufteilung die einzige Chance, langfristig den Euro zu retten, ohne dass Deutschland die riesige Zeche zahlen muss.

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Whitejack 06.05.2013, 22:29
28.

Zitat von CommonSense2006
ist irgendjemand hier Experte? Wieso leiht igendjemand dem frz. Staat Geld, und sei es nur für 12 Wochen, um darauf eine echte, nominale Minusrendite zu erwirtschaften?
Vor gar nicht so langer Zeit hat auch Deutschland Staatsanleihen ausgegeben, die mit Minusrendite behaftet waren - sie wurden alle rasant verkauft.

Den gewaltigen Unterschied zwischen Deutschland ("solider Staat, die Deutschen zahlen und schuften für die ganze Welt") und Frankreich ("Pleiteland, faule Säcke, die sich von den hart arbeitenden Deutschen durchfüttern lassen") sieht man halt vor allem in Deutschland so und weniger im Rest der Welt.

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olli0901 06.05.2013, 23:10
29. Ma locker bleiben

Was is mit den Deutschen los? Uns geht's fett wie seit Jahrzehnten nich, aber wenn man die Kommentare hier liest meint man wir würden aufs Übelste beschissen von unsren europäischen Partnern. Bleibt ma locker Leute, versucht den Frühling zu genießen und lasst eure nationalistischen Zwangsneurosen auf der Müllhalde der Geschichte, zusammen mit der "guten" DM ;)

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