Forum: Wirtschaft
Anleihen: Frankreich verdient am Schuldenmachen
REUTERS

Frankreichs Wirtschaft stockt, doch Anleger vertrauen dem Euro-Land. Bei einer Anleiheauktion nahm der Staat mehr als acht Milliarden Euro ein - und muss dafür teilweise nicht einmal Zinsen an die Investoren zahlen.

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rosenvater 07.05.2013, 08:26
40. Beruhigend

Zitat von Ihr5spieltjetzt4gegen2
Dem kann ich nur zustimmen. Die besondere Schwierigkeit in Frankreich ist, dass es nicht nur einen konjunkturell bedingten Abschwung in die Rezession hinein gibt. Frankreichs Wirtschaft hat ein tiefgreifendes strukturelles Problem. Damit sind nicht (nur) der starre Arbeitsmarkt oder das niedrige Renteneintrittsalter oder die traditionell hohe Staatsquote gemeint. Vor allem ist es ein innovativer und produktiver Mittelstand, der unzureichend ausgeprägt ist. Hollande und seine Regierung sind nicht in der Lage oder willens, hier die notwendigen Reformen einzuleiten, weil sie z.T. die eigenen Grundüberzeugungen über Bord werfen müssten. Außerdem: Solange es billiges Geld gibt... Deutschland hat sich von Frankreich an die Wand taktieren lassen und ist erpressbar. Das ist der Grund, warum Herr Schäuble den Franzosen eine entsprechende Defizitgrenzenüberschreitung so vertändnisvoll zubilligt. Die Banque de France ist der Strippenzieher in der EZB und Herr Weidmann als letzter Ritter auf verlorenem Posten. Der Euro war von Beginn an ein französisches Projekt. Wer in Deutschland geglaubt haben sollte, die französische Führung gleich welcher Couleur würde ihre Art der Finanzpolitik nur wegen so ein paar Maastricht-Kriterien ändern, muss entweder grenzenlos naiv oder extrem risikofreudig gewesen sein. Wenn es tatsächlich so gewesen sein sollte, dass Hollande Merkel damit gedroht hat aus dem Euro auszusteigen, falls sich die generelle Richtung in der Euro-Krise ncht ändere, frage ich mich, warum Deutschland dann nicht mit der 'Gegendrohung' der Aufteilung in einen Nord- und einen Süd-Euro gekontert hat. M.A.n wäre eine solche Aufteilung die einzige Chance, langfristig den Euro zu retten, ohne dass Deutschland die riesige Zeche zahlen muss.
Ich finde das sehr beruhigend. Da F nun ebenfalls an der Krise profitiert kann es als leuchtendes Beispiel den ersparten Zins nutzen um andere Länder zu unterstützen. Das Allheilmittel Eurobonds braucht nun auch keiner mehr, die Zinsen sind ja niedrig: also ist die Krise bald vorbei... Ich hoffe nur, Hollande wird nicht auf Plakaten als hegemonialer Sonnenkönig verunglimpft.

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rosenvater 07.05.2013, 08:28
41. Ja

Zitat von Whitejack
Vor gar nicht so langer Zeit hat auch Deutschland Staatsanleihen ausgegeben, die mit Minusrendite behaftet waren - sie wurden alle rasant verkauft. Den gewaltigen Unterschied zwischen Deutschland ("solider Staat, die Deutschen zahlen und schuften für die ganze Welt") und Frankreich ("Pleiteland, faule Säcke, die sich von den hart arbeitenden Deutschen durchfüttern lassen") sieht man halt vor allem in Deutschland so und weniger im Rest der Welt.
Entweder das oder französische Banken kaufen die Staatsanleihen mit EZB-Geld. Soll schon vorgekommen sein. Zypern, Griechenland...

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dapmr75 07.05.2013, 18:08
42. Kurz zur Klärung...

Zitat von RenegadeOtis
Um die Ursprungsantwort aus dem Wust hier zu befreien: Warum die M3 anschauen? Nun, weil M3 genau diese Geldmenge mit abbildet. Und wenn diese nicht steigt, stellt sich die Frage, inwiefern "unbegrenztes Gelddrucken" so bezeichnet werden kann, wenn es keine Geldmenge erhöht (oder eher sehr sehr begrenzt erhöht).
Unter der Geldmenge und seinen Aggregaten versteht man in der Ökonomie den gesamten Bestand an Geld in einer Volkswirtschaft, der sich bei !NICHTBANKEN! befindet. Jetzt schauen wir kurz nach, wer derzeit das Zentralbankgeld in grossen Teilen erhält und fragen uns, ob M3 dies auch abbildet...

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