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Anleiheprogramm der EZB: Draghi greift zum letzten Mittel
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EZB-Chef Draghi wagt eine riskante Wende in der Geldpolitik der Notenbank: Mit unbegrenzten Anleihekäufen will er eine Eskalation der Euro-Krise verhindern. Der Schritt markiert einen fundamentalen Kurswechsel im Kampf um die gemeinsame Währung.

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diddihimself 06.09.2012, 22:18
30. Vereinigte Schulden von Europa

Zitat von sysop
EZB-Chef Draghi wagt eine riskante Wende in der Geldpolitik der Notenbank: Mit unbegrenzten Anleihekäufen will er eine Eskalation der Euro-Krise verhindern. Der Schritt markiert einen fundamentalen Kurswechsel im Kampf um die gemeinsame Währung.
Ob es durch diese Maßnahme in Deutschland zu einer Inflation kommt oder ob eine bevorstehende Deflation abgewendet wird lasse ich jetzt mal dahingestellt.
Fakt ist jedoch, dass der Goldpreis seit Jahren nur eine Richtung kennt: die nach oben.
Das das ein Spiel mit dem Feuer ist, sollte auch jedem klar sein. Denn das Grundproblem, dass die volkswirtschaftlich verschiedensten Länder durch den Euro gebunden sind, wirkt sich natürlich bei jeder EZB Maßnahme aus. Was für Deutschland möglicherweise stabilisierend wirken könnte muss nicht für die anderen Länder gelten.

Darüberhinaus werden doch jetzt die Problemländer erst recht keine Reformen durchsetzen, wenn sie von der EZB finanziert werden. Private Anleger werden einfach abgeschafft. Mit Marktwirtschaft, die ja angeblich von diesen Politikern so sehr geschätzt wird, hat das nichts mehr zu tun.
Wer soll den z.b. Griechenland in puncto Neuverschuldung noch zur Räson bringen, wenn nicht die privaten Anleger?
Die Troika? Gerade die haben doch überhaupt kein Druckmittel mehr, da wir durch den Euro an sie gebunden sind.

Griechenland wird dadurch auch keinen Deut wettbewerbsfähiger und häuft nur neue Schulden an. Die Griechen werden nicht dazu gebracht ihr Preisniveau zu senken, und wir müssen unsere nicht zukunftsfähige Exportstrategie auch nicht überdenken.

An den Problemen, die uns in die Krise gebracht haben, wird also nichts geändert.

p.s.
Die USA haben übrigens vor kurzem die 16 Billionen Dollar Staatsschudenmarke gerissen. Wer berichtet denn mal darüber?

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quotenmann 06.09.2012, 22:26
31. Ganz egal...

Zitat von sysop
EZB-Chef Draghi wagt eine riskante Wende in der Geldpolitik der Notenbank: Mit unbegrenzten Anleihekäufen will er eine Eskalation der Euro-Krise verhindern. Der Schritt markiert einen fundamentalen Kurswechsel im Kampf um die gemeinsame Währung.
...ob es klappt oder nicht, erneut werden Vereinbarungen gebrochen.
So sollte die EZB nicht arbeiten. Nicht nur, dass Schulden aufgekauft werden, was nicht die Aufgabe der Staaten war, jetzt werden auch bestimmte Staaten (Italien?!?! , Spanien usw.) selektiv subventioniert. Dazu kommt noch, dass die Bedingungen für die Finanzierung weichgespült werden.

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dr.haardt 06.09.2012, 22:37
32. Reißleine ziehen

Es wird ja immer schlimmer. Wer hat dem Menschen die Legitimation für derartige Machtbefugnisse gegeben?

Zweitwährung einführen, Euro auf ECU-Maß schrumpfen bevor es zu spät ist.

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579934 06.09.2012, 22:39
33. Abwarten

Es wird immer viel geschrien, jeder ist ein Experte.
Letztlich fällen diese Leute die Entscheidungen, und wir alle müssen abwarten, was daraus wird.

Ich bin gegen diesen Kurs, aber wir müssen jetzt sehen, wie er sich in der Praxis auswirkt. Noch hat die EZB keine neuen Staatsanleihen gekauft.

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mr_shoke 06.09.2012, 22:42
34. EZB subventioniert Südländer

Zitat von Der Emigrant
Die Inflationsspirale kommt also nicht in Gang, weil das Geld einfach eingelagert oder in Sachwerte umgetauscht wird.
Das ist ja nun Schmarrn. Wenn es in Sachwerte umgetauscht wird, dann wird die Inflation real.

Inflation ist ein völlig normaler Vorgang. Geld MUSS an Wert verlieren. Weil eben auch die Sachwerte an Geld verlieren: Ein Auto nach 5 Jahren hat nicht mehr den gleichen Wert, weil es sich abnutzt. Das gleiche muss für Geld gelten, dem Produkt des Staates. Der Staat garantiert Sicherheit. Früher war Geld ja noch an den Goldpreis gekoppelt und damit an die Goldreserven. Das bot reale Sicherheit! Nunmehr steht aber der Staat mit seinem "guten Namen" für den Wert des Geldes. Der Staat versichert dir, dass die 100 Euro auf dem Geldschein auch einen Gegenwert von 100 Euro in Sachwerten hat. Die Sachwerte verlieren aber eben an Wert ("Abschreibung"), also muss auch Geld an Wert verlieren.

Das ist auch nicht das Problem. Die jährliche Inflation sollte von der Zentralbank durch die Geldmenge gesteuert. Und auch nur die! Die EZB allerdings greift jetzt in die Anleihemarkt ein. Das ist nicht Ihre Aufgabe! Es ist ganz klar verboten. Es ist eine Subventionierung!

Deswegen erwähnte Draghi auch sofort, dass das Geld "an anderer Stelle" wieder abgezogen wird. Das würde aber bedeuten, dass das Geld umverteilt wird. Die Schuldenunion bahnt sich hier gerade ihren Weg. Eurobonds durch die Hintertür. Ohne dass es eine politische Union gibt ein fataler Schritt!!

Meine Vermutung: Es dauert nicht mehr lange, bis es in FInnland rumort. Dass in D etwas passiert, ist unwahrscheinlich.

Und "Die Linke" bleibt eben auch noch, nur Mut Leute! Aber will mich nicht wiederholen.

Schönen Abend noch

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eingedanke 06.09.2012, 22:42
35. ist doch klasse für Merkel

Zitat von katerramus
Mit Ihrer Polemik kommen Sie nicht weiter - bis auf Griechenland sind die anderen Volkswirtschaften wegen ihrer Banken in die Schieflage geraten- einfach mal googlen, wie Spanien und Irland vor der Bankenkrise dastanden ! Direkte Staatenfinanzierung durch die EZB wäre ja in Ordnung, man müßte dazu nur einen Artikel in den Maastrichtverträgen ändern - die Banken wären außen vor- es wäre Zeit gewonnen für politische Maßnahmen....... Was hier passiert, ist das Schaffen von Tatsachen ohne politisches Mandat - es interessiert inzwischen auch n i e m a n d , was das Bundesverfassungsgericht entscheidet - Geld drucken geht auch ohne ESM ;) Natürlich fänden unsere ach so tollen Politiker (2/3 Mehrheit- das will mir immer noch nicht in den Kopf !!) es einfacher, wenn Demokratie , bzw. unser GG durch völkerrechtliche Verträge (unkündbar !!) quasi demokratisch abgelöst würden, damit die Hoheit der Finanzwirtschaft über die Politik nicht ganz so auffällt und auch unumkehrbar wird - nach Draghi- Manier geht es aber auch .
vorbei an Parlamenten, vorbei an Disputen, Satuten einer EZB... sage/denke niemand dass sie davon nichts wusste-pleeeease wie blöd muss man/frau sein? aber liebe Merkel-Fans, sie hat den Karlspreis plus medal of freedom der USA (wofür ihr der verliehen wurde habe ich bis heute nicht begriffen-selten schwacher Moment von Obama) nicht vergessen: "um jeden Preis..." sagte Merkel-und jetzt kommt Zahltag.

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localpatriot 06.09.2012, 22:50
36. Geldsegen oder Geldregen oder beides

Zitat von winnie12345
Die EZB kann jetzt unbegrenzt Anleihen von Deutschland aufkaufen und die Bundesregierung kann mit dem dadurch zur Verfügung stehenden Geld die Zuschussrente der von Altersarmut betroffenen Bundesbürger finanzieren. Dadurch kann die Bundeskanzerin auch ihrem Amtseid gerecht werden, die ja geschworen hat, ihre Kraft dem Wohle des deutschen Volkes zu widmen und seinen Nutzen zu mehren.
Sie haben das erkannt. Die Politik hat endlich wieder ein neues Fuellhorn. Anstatt die Maerkte anbetteln zu muessen genuegt nun eine e-mail zur EZB in Frankfurt:

Herr Draghi, noch einmal 20 Milliarden nach Berlin bitte, aber schnell, wir wollen heute abend noch unseren Haushalt aufstocken.

Und dasselbe aus Rom, Madrid und sonstwo wo die Politik dem Waehler Seife um den Bart schmieren will.

Aber so funktioniert eine Zentralbank. Hat es kein Geld mehr wird gedruckt (oder heute ge - e-mailed).

Aber denken wir alle an das Gute. In alten Zeiten traeumte der schwaebische Schwiegersohn vom Sack voll Sechsern welche unter dem Bett seiner Schwiegermutter standen.

Heute muss der Finanzminister (allerdings ein Badener) nicht mehr traeumen. Er holt sich einfach das Geld von der EZB.

Draghi gluecklich, Schwiegersohn gluecklich, Finanzminister gluecklich.

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fthoe 06.09.2012, 22:57
37. Rubicon überschritten....

Für mich hat die EZB mit diesem beschluss eine rote Linie überschritten. Das gilt aber auch für unsere Bundesregierung, die sich nicht klar und eindeutig positioniert.

1. Die EZB überzieht das ihr erteilte Mandat. Das geht schon aus den Äußerungen einiger Beteiligter hervor, die klar sagen: Geldwertstabilität ist derzeit nicht unser Problem. Und wie solll das überhaupt funktionieren? Etwaige Auflagen aus den Rettungsschirmen werden durch die regierungen bestimmt und auch kontrolliert. Wer bestimmt, wann Anleihekäufe zulässig sind? Die EZB aus eigener Einschätzung? Oder unterwirft sich die EZB jetzt den Weisungen der Politik?
2. Die Aufblähung der Geldmenege in den letzten Jahrzehnten ist eine Ursache für das jetzige Desater. Immer mehr Geld sucht Anlagemöglichkeiten zu möglichst hohen Renditen. Dabei werden Renditen, so sie sich denn nicht selbst ergeben, halt produziert werden müsssen (Abstufung im Rating führt zu höheren Risikoaufschlägen). Diese Risikoaufschläge werden aber zu rendite, wenn das risiko nicht realisiert wird. Diesen Effekt unterstützt die EZB jetzt! Die Geldwirtschaft koppelt sich immer weiter von der realwirtschaft ab.
3. Ich habe erhebliche Zweifel, ob es der EZB gelingen kann, genügend Geld rechtzeitig aus dem Geldkreislauf zu nehmen um Geldentwertung zu vermeiden.
4. Durch die Aufblähung der Geldmenge stehen immer mehr Mittel für Finanspekulationen zur Verfügung. Die Spekulation z.B. auf Rohstoffe wird durch eine höhere Geldmenge befeuert. Schon heute haben Rohstoffpreise nicht mehr viel mit dem tatsächlichen Wert für die reale Wirtschaft zu tun. Große Mengen snd durch langfristige Kontrakte abgedeckt, deren Preise an kener Rohstoffbörse erscheinen. Geld verdient Geld ohne die reale Wirtschaft zu tangieren.
5. Die Bundesregierung umgeht eine Vorgabe des Bundesverfassungsgerichtes, da über die von der EZB verauslagten Gelder keine parlamentarische Kontrolle besteht. Es entstehen Risiken in Höhe von hohen 3 stelligen Milliardenbeträge, ohne dass ein Parlamentarier hiervon auch nur weiss, geschweige denn dem zugestimmt hat.

Unsere Kinder werden uns einmal "dankbar" sein, wenn sich in einigen Jahren das ganze Desaster, das wir ihnen hinterlassen, sichtbar wird. .

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maliperica 06.09.2012, 22:58
38. FED hat angefangen, QE 1, QE 2 ...

Zitat von sysop
EZB-Chef Draghi wagt eine riskante Wende in der Geldpolitik der Notenbank: Mit unbegrenzten Anleihekäufen will er eine Eskalation der Euro-Krise verhindern. Der Schritt markiert einen fundamentalen Kurswechsel im Kampf um die gemeinsame Währung.
Nein, Japan machte als erste große Volkwirtschaft den ersten Schritt im März 2001.

Was FED in gleicher Zeit machte war eine verstärkte Niedrigzinspolitik. Wann diese Geldpolitik nicht mehr ausreichen konnte, fing man mit Geldpresse die Probleme zu begegnen.

Die Probleme wurden bekanntlich damit nicht gelöst, im Gegenteil verschärft sich die gesamte wirtschaftliche und damit die soziale Lage weiter. Scheint, abgesehen davon es gewollt wird oder nicht, als eine selbstverständliche Folge der gesamten Reformdoktrin zu sein, weil irgendwann wie im Artikel erklärt muss das Geld (wird der reale Wert gemeint) zurückfließen.
Aber von wem, wer soll die Kosten tragen?
Die einzige, schon erkennbare Antwort ist längst gegeben, die Mehrheit der Bevölkerung die einfach immer weniger zur Verfügung unter solchen Umständen verdient bzw. haben wird.

Dieser Kreislauf des gedrückten Geldes endet doch im Spielkasino der gleichen Banken und ihren Filialen, der Zentralbanken und wird einfach gewaschen und die Kosten an die Allgemeinheit übertragen.

Das ganze System ist nicht nur undemokratisch, ungerecht und asozial, es ist auch nicht lange finanzierbar und wird bedauerlicherweise, aber realistisch betrachtend zur einen Explosion und Systemsturz führen müssen. Diese allgemeine Großenordnung wird noch immer von Entscheidungsträger, aber auch unabhängigen Teilen der ganzen relevanten gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Kreisen entweder verschwiegen unter dem Tisch gedrückt.

Bleibt die Frage ob alles doch gewollt - geplant ist?

Auch dafür gibt es zahlreichen Antworten und Ankündigungen die eine solche Behauptung begründen. Die neue Phase der Krise ist damit eigentlich nur eine Etappe zur neuen gesellschaftlichen Grundordnung, eine Ordnung die für die große Mehrheit viele Nachteilen bringen muss.

EZB wird zur alten FED einfach zugerechnet und seit Jahren geschieht das gleiche was die Gründung der FED bevorstand.

Nicht zu vergessen dass dieser Liberalismus des 19 Jh. auch zwei grausamen Kriege mit sich brachte und besonders Europa unendliches Leid bescherte.

Eine falsche Deminstration der Macht. Eine falsche Politik und ein falscher Chef der EZB.

Kein Zufall, leider!

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M. C. F. 06.09.2012, 23:06
39. Kernschmelze

So nun hat die Kernschmelze endlich begonnen.

Irgendwie schade, die Idee eine gemeinsamer Währung finde ich ja als überzeugter Europäer toll nur irgendwie hätte man das Kind halt eben lebensfähig gestalten müssen.
Aber wer braucht schon eine gemeinsame Steuer und Wirtschaftspolitik.

Nunja seit heute ist der Euro wertlos und nur noch bedrucktes Papier.
Jetzt dauert es noch ein bischen bis die Großen ihr Geld umgeschichtet haben und dann geht das Ding über den Jordan.

Also an alle ab zur Bank Geld abheben und irgendwas davon kaufen. :-)
Man muss die Zeit nutzen solange man noch für das Papier etwas bekommt.

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