Forum: Wirtschaft
Anstehende Zinsentscheidung der EZB: Weit weg von der Normalität
REUTERS

Die Amtszeit von EZB-Chef Mario Draghi neigt sich dem Ende zu. Vor allem in Deutschland nährt das Hoffnung, es könnte bald wieder Zinsen aufs Ersparte geben. Doch dafür spricht wenig - wer immer Draghi nachfolgt.

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quark2@mailinator.com 04.03.2019, 01:11
40.

Zitat von gedankenzu
... Die Gelbwesten sind das schlagende Beispiel für eine vollkommen verfahrene Situation, die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, indem aus Arbeits -und Unternehmereinkommen angemessene Sozialleistungen wieder finanziert werden können. Sie bekämpfen jede notwendige Reformpolitik bis hin zum Stillstand aller sich noch bewegenden Räder.
Die richtige Reaktion ist dann aber nicht, die sozialen Standards zu senken, denn damit sorgt man nur dafür, daß ein Rennen nach unten einsetzt, bis 92% der Bevölkerung bei Löhnen auf dem Niveau des Existenzminimums 6 Tage a 12 Stunden rackern, nur weil es die Nachbarstaaten auch so machen. Vielmehr muß die Konsequenz sein, ENDLICH weltweite Mindeststandards für ein humanes Leben durchzusetzen (Verbot jeglicher Importe aus Ländern, die nicht mitmachen) und damit dafür zu sorgen, daß es für Gelbe Westen keinen prekären Grund mehr gibt. Oberhalb dieses Niveaus kann man dann frei konkurieren, ohne daß es den Menschen an die Substanz geht. Und was passiert dann, wenn ein Land diesen Wettbewerb verliert ? Denn irgendjemand muß ja leider immer verlieren, sonst ist es kein Wettbewerb. Billiger produzieren kann er nicht. Also werden seine Bürger arbeitslos. Aber wir wollten doch die humanen Standards aufrecht erhalten ... Tja, ungewollt des Beweis, daß Marktwirtschaft nicht global human sein kann. Man müßte verlangen, daß wirtschaftlich erfolgreiche Länder alle paar Jahre ihren Erfolg abgeben ... wäre kein Wettbewerb mehr. So geht es eben (auch) nicht ... Duh ...

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ingo.adlung 04.03.2019, 02:02
41. Vielleicht ist das Problem ja bei mir ...

... dass ich einfach begriffstutzig bin, aber wenn der aktuelle Schuldenstand der Wirtschaft als Problem gesehen wird und die EZB mittels diverser Programme die Unternehmen zu weiteren Schulden (wenn auch zinsgünstig - noch zinsgünstig) ermutigen will, wie passt das zusammen? Spätestens wenn die Zinsen wieder steigen drohen ihnen dann doch dieselben die Luft abzuschnüren?! Mit etwas Phantasie hab ich irgendwann vestanden, dass du als Staat an deinen eigenen Schulden eigentlich nicht pleite gehen kannst, wenn du in Partnerschaft mit der Notenbank handelst und diese niedrige Zinsen garantiert. Wenn sie aber auf Unternehmensebene gezwungen ist niedrige (oder gar Null)Zinsen zu garantieren hat sie sich wichtiger Instrumente am Markt entledigt ... weil Inflation hin oder her, die Notenbank die Zinsen de facto gar nicht mehr anheben "kann", egal wie dringend sie dies "möchte" oder gar "müsste".

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brasshead 04.03.2019, 02:08
42.

Zitat von curiosus_
Wobei die italienische Schuldenquote in der Kolumne gar keine Erwähnung findet. Die verträgt höhere Zinsen sicher nicht.
Ihnen ist offenbar nicht klar, dass es hier um Leitzinsen geht, nicht um die Zinsen auf Staatsanleihen. Leitzinsen können erhöht werden, völlig ohne dass die Zinsen auf Anleihen steigen. Ganz einfach deshalb, weil die Anleihezinsen durch das An- und Verkaufverhalten der ZB bestimmt werden. Unabhängig davon, ob man das gut findet.

Zitat von curiosus_
In welchen Ländern sind denn nun die Firmen wie hoch (in Prozent des BIPs) verschuldet?
Eine Auswahl (Unternehmen im nichtfinanziellen Sektor, 2016; S.299):

Deutschland: 53%
Frankreich: 132%
Italien: 74%
Griechenland: 64%
Schweden: 147%
Belgien: 166%
Luxemburg: 356%
Schweiz: 111%
Türkei: 68%
Russland: 52%
Japan: 101%
China: 166%
USA: 72%
Mexiko: 27%
Südafrika: 38%

Zitat von curiosus_
Vor allem: Was macht die EZB wenn wirklich mal Rezession angesagt ist?
Eine Zentralbank (Geldpolitik) kann gegen Rezession nicht viel ausrichten, dafür ist die Regierung (Fiskalpolitik) zuständig. Was die ZB machen könnte, wäre z.B. ihre Regierung zu finanzieren, die damit Konjunkturpakete auflegt. Im Falle einer Rezession sind Staatsdefizite ja immerhin selbst im Mainstream anerkannt und es droht weder Überhitzung, noch Inflation. Geringfügig unvorteilhaft, dass diese Option für die EZB "illegal" ist und das Handeln gegen Rezession vom Gutdünken der Märkte abhängig. So bleibt Rezession eben bis auf Weiteres Rezession und niemand kann machen, so viel er machen könnte. Man muss dann eben einfach mal schauen, wie lange die Rezession so dauert und wie schwer sie wird.

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merapi22 04.03.2019, 04:47
43. Keine Zinsen = keine Arbeitsleistung mehr...

Warum arbeiten, wenn es nicht mal Zinsen auf das Ersparte gibt?
Die Nachfragekrise macht alles bald extrem billig und vieles wird es gratis geben. Kommt bald Heli-Geld von der EZB für alle Bürger-innen = EZB finanziertes BGE?

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herbert 04.03.2019, 05:38
44. Die Briten retten sich in den Brexit

und haben dann mit dem EU Chaos nichts mehr am Hut.
Glueckwunsch !
Die Verarmung der deutschen Sparer durch die Null Zinspolitik um marode EU Staaten zu retten ist ein Verbrechen.
Die EU und der Euro sind in der jetzigen Form nicht ueberlebensfaehig.
Der Dukatenesel Deutschland, der diese marode EU noch bezahlt, damit sie am Leben gehalten wird, ist der Dummheit deutscher Politiker zu verdanken.
Dieses Deutschland heute, baufaellig wohin man schaut!
Der Flughafen BER ist das Totalversagen der Politik.
Dazu kommt die mittelmaessige Bildung in Deutschland. Man haelt den Buerger dumm, damit die Politik weiter betruegen kann.

So langsam aber bemerkt auch der Buerger, dass die vielen Merkeljahre schlicht Schrott waren fuer den kleinen Mann und die Reichen ein gigantiches Vermoegen angeschafft haben.

Italien, Frankreich, Griechenlands Buerger wohnen fast alle im eigenen Haus.
Nur der deutsche Michel bezahlt Unsummen an Miete wegen Nichteigentum !

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karl1991 04.03.2019, 05:59
45.

Zitat von merk!
Die Welt ist mit ca. 250 Billionen Dollar unheilbar verschuldet. Es klingt jetzt nach Verschwörungstheorie, aber demnächst zahlen wir alle Minuszinsen, nachdem Bargeld abgeschafft wurde. So entschulden sich die staatlichen Bankrotteure heutzutage.
Sehr lustiger Beitrag. Bei wem verschuldet? Beim Mond?
Verschuldung ist ein Kreislauf, keine Einbahnstrasse, verschulden muss sich jemand, damit ein anderer sparen kann. Frei nach dem Motto das Geld ist nicht weg, sondern nur woanders....

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muekno 04.03.2019, 07:14
46. Betrug, nichts als Betrug

Die EZB finanzier bankrotte Banken und Länder mit den Geldern der Sparer vor allem aus D aber auch aus ganz Europa. Die den Sparern (dazu gehören auch Gewinne aus Lebensversicherungen Rentenfonds etc.) entgangen Gewinne (Zinsen) in Höhe von zig Milliarden stabilisieren den unsäglichen Euro indem bankrotte Banken und Staaten finanziert werden, was ja eigentlich verboten ist, aber durch die Hintertür des Aufkaufs von faulen Krediten der EZB gemacht wird. Profitieren tun die Schuldenmacher.
Der Große Verlierer dabei Deutschland das genauso mitmacht unterstützt durch Merkel und Schäuble und seinen Export ebenfalls durch die Schulden anderer bei D finanziert. Im Großen EU Verrechnungsszenario steht ganz Europa im Minus gegenüber D. Die Blase wird irgendwann platzen und dann wehe whe das wirdd zig fach schlimmer als Lehman.

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DKH 04.03.2019, 07:17
47. Sie haben recht

Zitat von tomdabassman
Was wir nicht vergessen sollten, Billiggeld ist gut für Zombiefirmen und deren Billiglöhner, aber Gift für Innovation und Fortschritt. Wenn 1,5% Ebitda fürs Überleben reichen, kann man weiterwurschteln wie gewohnt. Ansonsten müsste man die Preise erhöhen, was mit einer Verpflichtung zu besserer Qualität oder Service einhergeht. Vielleicht warten die Volkswirtschaftsgurus auch deshalb vergebens auf Inflation? Ich konnte dieses Mantra 'Zinsen senken für mehr Inflation' nie ganz nachvollziehen. Da spielen noch jede Menge andere Faktoren eine Rolle. Die Rolle der Notenbanken wird m.M.n.überschätzt.
Vergleichet man die schweizer mit der deutschen Wirtschaft, dann sieht man, der Absturz des Euro von 1.5 auf kurzfristig 0.95 und aktuell auf 1.14 Frenken hat die Spreu vom Weizen getrennt, klar gingen Jobs verloren, aber eben solche, die es nicht braucht. Klar wanderten Firmen aus nach Deutschland, aber eben diejenigen die nur überleben in einem Billiglohnland.

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DKH 04.03.2019, 07:22
48. Wie wärs

Zitat von Ökofred
Gegen we oder was ist der Euro schwach und immer wertloser? türkische Lira? Dollar? Sehen Sie ab und an mal in die Wechselkurse? Oder meinen sie den marsianischen Taler??
Mit z.B. Dem Schweizer Franen, der Norwegegischen Krone und andern. Sie habe recht, ein Blick in die Wechselkurse tut gut. Und sagen sie jetzt nicht das seien unbedeutende Wärungen. Immerhin werden in der Schweiz weltweit die grössten privaten Vermögen verwaltet. In Franken. Warum wohl?

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so-long 04.03.2019, 07:22
49. Die breite Masse

Zitat von spaceagency
Draghi mag in Deutschland plus Satellitchen umstritten sein. Im Rest der Welt ist ers nicht. Gott bewahre Europa vor deutscher Finanzpolitik. Und mal ehrlich das prahlende Deutschland hat nachwie vor 1900 Milliarden Schulden, bröckelnde Infrastrukturen, schlechteste Voraussetzungen für Internet, Bahn und nur eine mittelmässige Bildungsstruktur. Deutschland ist auch finanzpolitisch kein Vorbild, denn die breiten Massen haben nichts von der schwarzen Null
wird durch die Abgabenlast erdrückt. Dafür kann Draghi eigentlich nichts. Mittelmäßige Bildungsstruktur??? Wurde über Jahrzehnte hinweg hpolitisch motiviert erunternivelliert, ein Ende ist nicht absehbar. Infrastruktur? Wächst ständig. Nur wird bei aller Ausgaben(aka Gestaltungs)euphorie vergessen, dass Unterhalts- und Instandhaltungskosten folgen werden. Das erforderliche Geld ist dann aber längst anderweitig verplant. Mit Blick auf den nächsten Wahltermin.

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