Forum: Wirtschaft
Anwohnerproteste gegen Bauprojekte: Sozialwohnungen? Ja - aber bitte nicht hier
Tobias Lill

Viele Geringverdiener finden kaum noch bezahlbaren Wohnraum. Endlich steuert die Politik um - doch ausgerechnet die Proteste von Anwohnern bremsen den sozialen Wohnungsbau vielerorts aus. Sie haben Angst vor Fremden.

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ericstrip 11.08.2018, 10:55
150. Das übliche Totschlagargument...

Zitat von fördeanwohner
Menschenrechte sollten nur für bestimmte Menschen gelten, oder wie? Eigentlich fassen Sie hier sehr anschaulich zusammen, was das eigentliche Problem ist.
...definieren Sie Menschenrechte. Was gehört alles dazu? Und dann erklären Sie, wie Sie es legitimieren, wenn Menschen, die sich an gesellschaftliche Regeln und Gesetze halten, unter denen leiden, die es nicht tun. Das passiert z.Zt. nämlich an vielen Orten und deshalb schotten sich die Leute ab. Und so geht eine einst funktionierende Solidargemeinschaft den Bach runter.

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APO-Calypse 11.08.2018, 10:55
151. Scheinheilige Diskussion

Entgegen des allgemeinen Tenors hier im Forum halte ich es für absolut nachvollziehbar, wenn Anwohner solche Initiativen gründen. Schließlich hat man dort gebaut oder gekauft, um genau den befürchteten Randgruppenphänomenen und allen derartigen Begleiterscheinungen aus dem Weg zu gehen. Ein bisschen heile Welt eben, für welche man sich abstrampelt, spart und sorgt. Als Dankeschön für die sonst von Seiten unsere Politiker immer wieder gerne eingeforderte Eigeninitiative und Selbstvorsorge bekommt man dann als braver Bürger gewissermaßen das Ghetto frei Haus (kleiner Scherz!) geliefert. Ja, herzlichen Dank auch hier an unsere aufrechten Politiker und deren verfehlte Politik, deren Konsequenzen der Bürger auch hier wieder ungefragt ausbaden darf und vorallen stillschweigend hinzunehmen hat. Glücklich, wer als Zeitungsherausgeber in grünen denkmalgeschützten Villengegenden wohnt, die aufgrund ihrer schieren Fläche bereits so verdichtet sind, dass dort unter Garantie keine Flüchtlingsunterkunft oder Sozialbau etc. mehr hinpasst. Und allen Befürwortern des städtebaulichen Sozialproporzes sei gesagt, es ist ein Irrtum zu glauben, dass ein schönes Wohnumfeld auch ein besseres Sozialverhalten der Neuansiedler nach sich ziehen würde. Im Gegenteil nicht das Viertel zieht die Leute rauf, sondern die Leute das Viertel runter.

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haarer.15 11.08.2018, 10:57
152. Das verstehe wer will ...

Seit Jahren - und nicht erst seit der Flüchtlingskrise - wurde die Wohnungspolitik als unter ferner liefen behandelt. Wir haben Wohnungsnotstand seit mindestens zehn Jahren. Und jetzt protestieren auch noch Anwohner gegen Sozialwohnungen und bezahlbaren Wohnraum ? In Städten wie München, wo es eh schon äußerst knapp ist, ist sowas schon unverständlich. Mit "grünen" Argumenten kann man da eigentlich nicht mehr beikommen. Da kriege ich bei gewisser Sympathie solch einen Hals. Wir alle sitzen längst auf einem Pulverfass und bei einer alternden Gesellschaft verschärft sich Wohnungsproblem immer mehr. Die Leute sollten längst anfangen, ihre Kurzsicht-Scheuklappen abzulegen.

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tarelsun 11.08.2018, 10:57
153. abartig

Die Häuser sollen erstmal gebaut werden und schon echauffiert man sich darüber was alles so einziehen könnte. Damit verhält man sich asozialer als alles "was da so einziehen könnte" widerliche Menschen mit denen ICH nicht in einer Nachbarschaft wohnen wollen würde.

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im_ernst_56 11.08.2018, 10:58
154. Berlin: Manchmal ist es auch die Politik

Zitat von schwarzeliste
Alles altbekannt. In Berlin läuft das genauso, siehe den Volksentscheid zum Tempelhofer Feld. Es wird um jeden Grashalm und um jeden Quadratmeter *Freiraum* erbittert gekämpft. Der Kampf geht gegen fast jedes Baugebiet, nicht nur gegen Sozialwohnungen. Es ist ganz schön unfair, wenn man versucht, die Anwohner in Bayern als Spießer oder Hinterwäldler hinzustellen, während man die Berliner als coole Hunde glorifiziert. Das sind in Wirklichkeit die gleichen Spießer
Vielleicht sollte man noch erwähnen, dass speziell dem Bezirksamt Friedrich-Kreuzberg (der bundesweit bekannte linke Musterbezirk) vorgeworfen wird, mögliche Bauvorhaben zu behindern. In Berlin wird viel von Wohnungsbau gesprochen, tatsächlich passiert aber relativ wenig. Rot-Rot-Grün ist, wenn man viel redet, von sich selbst ganz begeistert ist und am Ende wenig rauskommt. Es sind also nicht immer nur die unwilligen Anwohner. Manchmal ist es auch die Politik.

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joomee 11.08.2018, 10:59
155. Eigentumsrecht im Grundgesetz

Zitat von gehel
Ich finde es abartig, wenn Besitzer von Immobilien den Bau von Sozialwohnungen dadurch verhindern wollen, dass sie vorgeben, ihre Immobilie würde dadurch an Wert verlieren. So etwas ist menschenverachtend und verstößt gegen das Gebot unsres GG, dass Eigentum verpflichtet. Wenn sich durch öffentliche Maßnahmen der Wert der Immobilie steigert, ohne dass der Hauseigentümer etwas dazu getan hat, dann erklären sich die Eigentümer ja auch nicht bereit, den Mehrwert sofort angemessen zu versteuern. Diesem Ansinnen muss Einhalt geboten werden.
Sie picken sich heraus, was und wie es Ihnen passt. Den Rest unterschlagen Sie - dabei macht dieser Passus im Grundgesetz nur im Zusammenhang Sinn.
In Artikel Abs. 1 steht zuerst einmal dass das Eigentum wie im übrigen auch das Erbrecht gewährleistet werden muss. Das ist der Grundsatz.

An Einschränkungen oder gar Enteignungen (Abs. 3) sind hohe Hürden gestellt und die Entschädigungen müssen angemessen sein - aus guten Gründen.
Wenn Sie nun meinen dass dieser Artikels des GG nicht ordentlich angewandt wird, dürfen Sie gerne eine Verfassungsklage initiieren. Ich sage Ihnen aber schon vorab: Die Richter werden Sie auslachen...

Wenn das mit dem verteilen, enteignen oder fremdbestimmen des Eigentums so einfach wäre, hätten schon einige sozialistisch gesinnten Linke dies schon längst auf Verfasssungswege eingeklagt. Aber genau vor solchen Radikalen von rechts wie links (wollten die Verfasser des GG die Bürger schützen. Wir hatten nämlich beides schon auf deutschen Boden, dass manche Rechte wie Linke meinten das darf denen oder jenen nicht gehören.

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79erdude 11.08.2018, 10:59
156. Reichen werden mit Geld befriedigt & die Armen mit kosten vertrieben

Da stehen die Einen auf der Sonnenseite des Lebens und können sich Eigenheime leisten, aber veranstalten Proteste um den kleinen keinen Wohnraum zu gönnen, dafür werden diese noch mit Geld hofiert!!! Anders sieht es aus, wenn diese Sonnenseiten Leute bei den ärmeren ihre Eigentumsbunker dazwischen pressen! Da wird denen nix geschenkt von wegen, obwohl wir eine Baustelle haben, keine Außenbeleuchtung mehr aber Nachforderung für Nebenkosten in höhe von 400 € und Ankündigung von einer Mieterhöhung von 180 € z.B. Knorrstraße Frankfurt am Main. Da sieht man doch was falsch läuft nicht alle Menschen sind gleich und die Politiker unterstützen und fördern sowas noch!

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flaschengaist 11.08.2018, 11:00
157. Asozial

solange in Deutschland...es noch Beitragbemessungsgrenzen für Sozialversicherungen gibt...bzw. Kinderbetreuungskosten nicht am Einkommen gekoppelt werden (ohne, Bemessungsgrenzen...bitte aber nicht Berlin als Beispiel, Kitaplätze sind zwar Kostenfrei, es gibt nicht ausreichend Plätze und Private mit ehemals hohen Gebühren deckeln jetzt alles über Fördervereine in denen die Eltern „kräftig“ einzahlen...) bzw. nur Hochverdiener von Wohnbau- und Wohnkaufförderungen profitieren...dann wird immer auf dem besten Weg eine Zweiklassengesellschaft von der Politik gefördert! Sozialer Wohnungsbau wird dann immer den Ruf nach nicht gut in der Volkswirtschaft integrierten Menschen haben...

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Europa! 11.08.2018, 11:01
158. Nö

Zitat von minando
...in Berlin wäre das sicher kein Problem, schliesslich ist man dort bekannterweise besonders sozial eingestellt. Komisch dass die Mieten dort trotzdem so hoch sind.
Die Mieten in Berlin sind nur für die jungen Arbeitnehmer und Familien hoch. Die "Alteingesessenen" zahlen lächerlich niedrige Mieten. Dafür sitzen sie dank "Mieterschutz" in ihren Löchern fest, bis der Krankenwagen kommt. Und in vielen Fällen sogar noch länger.

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pritt 11.08.2018, 11:01
159. Sehr wohl

Zitat von götzvonberlichingen_2
Entschädigung, weil die Nachbarschaft nicht genehm ist? Auf so etwas muss man erst mal kommen. Normalerweise wird so eine Immobilie doch gekauft um darin bis ins hohe Alter oder bis zum Ableben dort zu wohnen. Da dürfte der Wert der Immobilie wohl egal sein. Leuten die so denken, sollte man jegliche steuerliche Zuwendung und Förderung streichen, bzw. diese zurückfordern.
Warum tun sich die Deutschen denn so schwer, wenn es um Veränderungen in ihrem Lebensraum geht. Weil sie letztlich die Dummen sind und alleine auf dem Schaden sitzen bleiben. Sei es ein Windpark, eine Autobahn oder sozialer Wohnungsbau...das Risiko der Folgen bleibt beim zweit schwächsten Glied in der Kette: Dem verschuldeten (da Immobilienbesitzer) Mittelstand. Wenn eine Immobilie verkäuflich ist, dann kann man 5 Jahre früher in Rente gehen. Derjenige, der sich erfolgreich gegen wertmindernde Entwicklungen stemmt, der bekommt 5 Jahre arbeitsfreie Zeit! Das ist ungerecht, wenn man das nicht entschädigt!

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