Forum: Wirtschaft
Anwohnerproteste gegen Bauprojekte: Sozialwohnungen? Ja - aber bitte nicht hier
Tobias Lill

Viele Geringverdiener finden kaum noch bezahlbaren Wohnraum. Endlich steuert die Politik um - doch ausgerechnet die Proteste von Anwohnern bremsen den sozialen Wohnungsbau vielerorts aus. Sie haben Angst vor Fremden.

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Champagnerschorle 13.08.2018, 08:03
270. wow

Zitat von markus_wienken
Einverstanden. Ändern wir Politik in: Gesellschaft. Hier kann sich jeder Bürger bei der Stadtplanung mit einbringen (so wie ich es in Mainz auch schon getan habe...und leider mit meinen Mitstreitern gescheitert, bzw. überstimmt wurde). Danke für den Hinweis.
Das wiederum nenne ich Engagement und gelebte Demokratie. Gesellschaft ist auch in meinen Augen das Stichwort. Es müssen gemeinsam Lösungen erarbeitet und, jetzt kommt der schwierige Teil, getragen (manchmal halt auch ertragen) werden.

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josquin 14.08.2018, 21:25
271. Der Artikel gibt die Faktennicht richtig wieder

Im Artikel steht, in Erlangen hätten sich die Bürger in einem Bürgerbegehren für den Bau von Sozialwohnungen ausgesprochen.
Das ist faktisch richtig. Aber:

Im Bürgerbegehren ging es um den Erhalt einer Arbeitersiedlung aus den 30er-Jahren mit Gartenstadtcharacter. Dort waren auf engstem Raum Arbeitersiedlungen aus der Jahrhundertwende, aus den 30er-Jahren und den 70er-Jahren zu besichtigen.
Der Sozialwohnungsanteil der geplanten Wohnungen beträgt lediglich 25%, die ganze Gegend hat einen beträchtlichen Anteil geförderter Wohnungen.

Es ging also mitnichten um die Verhinderung sozialen Wohnungsbaus. Die Interessen der Bürgerinitiative richteten sich u.a. gegen eine Verschandelung der Siedlung, die derartige Neubauten regelmäßig mit sich bringen.

Generell bin ich der Ansicht, daß Wohnungsbau auf Teufel kommraus nicht die richtige Antwort auf die massiven Migrationsbestrebungen in die Städte sind. Der hektische Aktionismus erinnert mich zu sehr an die 60er-Jahre, als der innerstädtische Strassenbau (möglichst 4-spurig) eine ähnliche Priosrisierung erfuhr. Es hat keinen Sinn, Milliardenvermögen in die Errichtung neuer Metropol-Wohnungen zu stecken und gleichzeitig stellen sich in der Provinz Leerstand und Verfall ein.
Solange es eine Laufzeit für geförderte Wohnungen gibt, wird sich das Problem nciht ansatzweise lösen lassen. Jedes Jahr müssen ca. 5% des Bestandes an Sozialwohnungen neu gebaut werden, um einen Ausgleich für die aus der Förderung gefallenen Wohnungen zu schaffen. Und mit diesen 5% ist gerade mal der Bestand zu wahren.
Das ist alles volksirtschaftlicher Schwachsinn.

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Miere 15.08.2018, 03:38
272. Neubau auf der grünen Wiese macht hellhörig.

Wir haben doch nicht unendlich viel Platz. Wenn dort gebaut wird, gibt es weniger Ackerfläche. Das kann auf die Dauer nicht gutgehen. Warum wird auf der grünen Wiese gebaut? Entweder hochpreisig, weil manchen Menschen nicht zuzumuten ist, dass sie in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus wohnen sollen. Oder aber, wenn niedrigpreisig wie hier, weil in den Innenstädten solche Wohnungen nicht mehr möglich sind. Warum sind sie nicht möglich? Unter anderem, weil zwei Drittel jeden Grundstücks für die gesetzlich vorgeschriebenen Parkplätze draufgehen. Denn es ist ja dem Bürger nicht zuzumuten, mit Straßenbahn zu fahren, selbst wenn er die Wohnung als Nicht-Auto-Besitzer ohne Stellplatzbedarf billiger kiegen könnte, was halt nicht erlaubt ist. Da ist viel kontraproduktiv überregelt.

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spon-facebook-10000295397 15.08.2018, 13:56
273. Bebauungspläne

sollten so geändert werden, dass mindesten 75% sozialgebundener Wohnungsbau entsteht. Es geht nicht nur um Einkommensschwache Menschen sondern auch um die Zersiedelung der Landschaft!
Am sinnvollsten wäre es auch, wenn die Kommunen die Grundstücke nicht mehr veräußeren sondern eine Kommunala Baugenossenschaft/ Baugesellschaft gründen und dann das Bauen, was sie benötigen.

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Karl-HeinzSchick 15.08.2018, 15:37
274. Fehlende Fakten

Leider muss man hier in München seit Jahren feststellen, dass bei Artikeln bezüglich bevorstehender Baumaßnahmen der GEWOFAG, eine Holding der Landeshauptstadt München, immer wieder nicht unerhebliche Fakten, nicht genannt werden. Da könnte man meinen, diese Informationen werden bewusst nicht genannt.

Nachfolgend noch einige Fakten zu diesem Artikel.
1. Münchner Lerchenau
Bei diesen Sozialwohnungen handelt es sich um eines der „Wohnen für alle“ Projekte.
Bei diesen Projekten müssen MINDESTENS 51% der Wohnungen an anerkannte Flüchtlinge vergeben werden, wobei die Belegung bei diesen Projekten meistens bei MINDESTENS 70% liegt. Da kann man den Unmut der betroffenen Personen, die seit Jahren auf eine Wohnung warten schon verstehen, wenn ihnen als Unterkunft ein Wohncontainer angeboten wird und anerkannte Flüchtlinge in neu gebauten Wohnungen untergebracht werden.
Unter anderem werden bei dem Artikel Studenten als Bewohner genannt. Ich würde gerne wissen, wie viele Studenten hier eingezogen sind, denn laut dem „Wohnen für alle“ Rahmenkonzept sind diese Projekte für Studenten nicht sinnvoll!!! (Siehe nachfolgenden Auszug aus dem „Wohnen für Alle“ Rahmenkonzept.)

„Wohnen für Alle" Rahmenkonzept
Die Festlegung einer Vergabequote für Studenten, wie von Herrn Stadtrat Dr. Mattar in der Vollversammlung am 15.11.2016 gewünscht, ist an dieser Stelle nicht sinnvoll, da die Münchner Studenten nur in Einzelfällen die förderbedingte Voraussetzung (Punkteanzahl - Dringlichkeitsstufe) erfüllen.
2. Unnützwiese München Trudering
Bei diesem Arial handelt es sich um eine ausgewiesene Grünfläche der Stadt München. Eine ausgewiesene Grünfläche kann selbst die Stadt München, ohne eine Menge an Ausnahmen, nicht bebauen.
3. München Allach
Warum wurde hier die Wohnungsanzahl von 85 auf 52 Wohneinheiten reduziert?
Weil nach Protesten festgestellt wurde, dass die Stadt München hier gegen einige Bauvorschriften verstoßen hätte!
Die Wohnungen wurden um ein Drittel verringert, dafür aber um einiges vergrößert. Daraus ergibt sich bei den 52 Wohnungen eine höhere Belegung als mit den 85 Wohnungen.
Schildbürgerstreich???
Außerdem gibt es, auch nach der Reduzierung der Wohnungen, nach wie vor noch Verstöße gegen Bauvorschriften. Infrastruktur oder Naturschutz sind für die Stadt München anscheinend Fremdwörter!

Fazit: Man sollte nicht alles glauben, was man heute so alles vorgesetzt bekommt. Auch Protestierende sollte man nicht gleich in eine bestimmte Ecke schieben.
Schließlich leben wir noch in einer Demokratie.

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