Forum: Wirtschaft
Anwohnerproteste gegen Bauprojekte: Sozialwohnungen? Ja - aber bitte nicht hier
Tobias Lill

Viele Geringverdiener finden kaum noch bezahlbaren Wohnraum. Endlich steuert die Politik um - doch ausgerechnet die Proteste von Anwohnern bremsen den sozialen Wohnungsbau vielerorts aus. Sie haben Angst vor Fremden.

Seite 6 von 28
kaiosid 11.08.2018, 09:08
50. Sozialwohnungen

Alleine der Begiff Sozialwohnung sorgt für Widerstand - völlig zu Recht, klingt heutzutage schwer nach Getto! Da wird jetzt mit der heißen Nadel der Grundstein für Stress gestrickt. Es gibt doch die Gettos mit unbezahlbaren Wohnungen schon, da man schön an private Investoren verkauft hat die nun natürlich Rendite erwirtschaften wollen; und das sicherlich nicht mit sozialem Wohnungsbau. Und der Staat baut jetzt die für Geringverdiener. Wie dumm ist das eigentlich?
Man könnte sagen: Gewinne privatisiert, Folgen sozialisiert.
Ich hätte auch keine Lust auf "Sozialwohnungen" in meinem Viertel wenn ich für 8.000 EUR/qm Eigentum erworben hätte - das widerspräche ein wenig der Grundidee des schönen wohnens. Solche Gedanken kommen dann, völlig normal.
Das ewige Beispiel Wien zeigt wie es besser geht: da wohnen Leute die etwas mehr verdienen und welche mit geringerem Einkommen zusammen. Und der ganze Spaß ist für alle bezahlbar, da man eben den Mietmarkt durch staatliche Investitionen reguliert, vulgo: das soll für ALLE bezahlbar sein. Es handelt sich um Wohnen, das ist ein Menschenrecht über das es UN-Abkommen gibt.

Beitrag melden
chimonanthus 11.08.2018, 09:08
51. @ 33 dirk 1962

Zitat von dirk1962
das die Folgen einer Diskussion die völlig aus dem Ruder gelaufen ist. Unser Innenminister hat doch nichts besseres zu tun, als mit seinem alltäglichen Unsinn die Gesellschaft weiter zu spalten - die Merkel leistet schon lange keinen Beitrag mehr und überlässt das Feld dem dümmlichen Geplärre der Lautsprecher.
Womit wir endlich wieder bei Merkel sind. s hat lange gedauertn aber einer finder immer eine Gelegenheit;-))

Beitrag melden
nocheinleser2403 11.08.2018, 09:08
52. So entsteht Wurbürgertum

Der durchschnittliche Deutsche ist grundsätzlich immer erstmal gegen alles, bestehende Verhältnisse müssen, teilweise ohne Kenntnis von Details, auf Teufel komm raus verteidigt werden. Dabei wird keine Rücksicht auf die Interessen anderer genommen, es ist einfach nur noch widerlich. Bei uns sollte das Schulgebäude, das Nachkriegsgebäude ist nicht sanierungswürdig, auf dem Schulgelände an historischer Stelle neu errichtet werden. Damit rückt es wieder näher an die Wohnbebauung heran. Das alte Gebäude konnte somit bis zu Fertigstellung des Neubaus genutzt werden. Das gefiel den Anwohnern aber gar nicht und es entwickelte sich ein Protest, der verlangte das Gebäude an gleicher Stelle zu errichten und die Kinder während der Bauzeit in Containern zu unterrichten. Begründet wurde dies damit, das sich bei der Planung die Spielfläche der Kinder reduzieren würde, dabei ging es nur darum das Gebäude nicht zu nah am eigenen Grundstück zu haben und um die Furcht vor Wertverlust. Einfach nur noch widerlich dieses Verhalten. Die Klagemöglichkeiten müssen eingeschränkt werden, ansonsten fürchte ich um den Erhalt der Demokratie, wenn begüterte den Staat in ihrem Interesse vor sich her treiben.

Beitrag melden
Dromedar 11.08.2018, 09:09
53. 61 Millionen Deutsche

fehlt vermutlich die Erfahrung, daß sich Dinge ändern können - sehr schnell, sehr drastisch und ohne viel Rücksicht auf eigene Befindlichkeiten - zum Wohle aller!
Auch im westdeutschen Grundgesetz steht: "Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll dem Allgemeinwohl dienen!". Letzten Endes ist es relativ simpel: wer gegen sozialen Wohnungsneubau argumentiert (weil es die Natur schädigt, oder die ländliche Kulisse am See stört, ...) dürfte durchaus verpflichtet werden in seinem Eigentum zum Wohle der Allgemeinheit sozial Bedürftige aufzunehmen.

Beitrag melden
jrcom 11.08.2018, 09:10
54.

"Sie haben Angst vor Fremden" Nein. Sie haben Angst vor Armen! An dieser Einleitung des ansonsten guten Artikels sieht man wunderschön, dass die Debatte um Überfremdung den Verantwortlichen für die soziale Spaltung und das Anwachsen von Armut nützt : so wird tendenziell nicht das Hauptproblem: massive, wachsende Armut /Angewiesenheit auf Unterstützung diskutiert, sondern andere Themen. Zum Glück rückt der Rest des Artikels das gerade.

Beitrag melden
derdudea 11.08.2018, 09:10
55. Sehr guter Artikel

Schön das sich mal jemand den eigentlichen Problemen zuwendet und recherchiert, statt den x-ten Artikel über die Mietpreisbremse zu verfassen.

Da wo gebaut werden soll und es Proteste gibt, lügt aber nur die Spitze des Eisbergs hervor. Die viel effektivere Bremse für sozialen Wohnungsbau durften bereits auf der Planung'sebene liegen, wenn Lokalpolitiker ihre letzten Grundstücke lieber für Vorzeigeobjekte nutzen wollen oder ordentlich Geld an den Grundstücken verdienen Wollen. Statt hier konsequent auf günstigen Wohnraum zu pochen, wird bereits lange bevor Bürgerprotest entsteht Neubau verhindert.

Im übrigen sollte man es nicht uberbewerten. Der Wunsch nach sozialer Abgrenzung durch die Wohnlage ist so alt wie die Menschheit und und Anwohnerproteste zum Erhalt des Status Quo haben sie bei jedem Bauprojekt, Selbst wenn ihn Grünwald zwei neue Luxusvillen genehmigt werden. Habe ich selbst in meiner Nachbarschaft erlebt: wer heute in eine neu gebaute Eigentumswohnung zieht, unterschreibt morgen schon eine Petition gegen das Baugebiet in der Nachbarschaft.

Mal abgesehen davon: ich habe mein Haus auch so gekauft, dass ich zwar Grossstadtnah wohne und bestens angebunden bin, weil ich keine Lust auf die sozialen Probleme der Stadt Köln habe. Null. Ich Grenze mich bewusst ab. Aber ich erwerbe damit nicht das Recht, dass sich um mich herum nichts ändert.

Nur ist es an der Zeit, die Planung- und Rechtswege zu straffen und Weg von neuen Prestigeprojekten zu kommen.

Beitrag melden
JessicaKrull 11.08.2018, 09:10
56. Traurig

Guter Artikel! Genau aus den geschilderten Gründen schließe ich München als Wohn- und Arbeitsort aus. Ich bin Kulturwissenschaftlerin und zurzeit auf Arbeitssuche. Selbst wenn die Bezahlung in München im Kultursektor etwas besser ist, kann ich mir dort keine Wohnung leisten. Und wenn man dann noch von den lieben Nachbarn für einen Verbrecher gehalten wird, weil man sich eine bezahlbare Wohnung sucht und es auch noch gewagt hat, arbeitslos zu sein, dann ist das ein Ort, an dem ich nicht leben möchte. Welch ein furchtbarer Egoismus hat sich da in unserer Gesellschaft entwickelt. Offenbar ist der eigene Vorgarten wichtiger als die Mitmenschen. Traurig!

Beitrag melden
chimonanthus 11.08.2018, 09:12
57. @ 35 Spiegelleserin57

Zitat von Spiegelleserin57
Besser betuchte Bürger wollen unter sich bleiben und ziehen sich nur das soziale Mäntelchen an um ihr positives Bild nach aussen zu stärken. Das ist schon seit vielen Jahren so und auch Zugezogene deren Position man nicht kennt werden ausgegrenzt, von Weltoffenheit keine Spur. Der Artikel beschreibt sehr gut diese Zwiespältigkeit dieser Bürger. Genau aus diesem Gründen ist auch der Ausländer- und Flüchtlingshass entstanden. Wer sehr viel Geld mitbringt ist zwar gerne gesehen aber auch nicht integriert. In die gewachsenen Strukturen dieser Ureinwohner kommt man nur nach vielen Jahren hinein! Es gibt nur eine Ausnahme wenn man die Leute für eigene Bedürfnisse dringend braucht und keine Alternativen hat. Dass diese Bürger den Anschluss an das Geschehen in der Welt verpassen sehen sie nicht, sie träumen weiter und werden nur durch solche Bauplanungen aufgeschreckt. Da ich schon oft umgezogen bin kenne ich dies alles aus eigener Erfahrung gut. Besser konnte der Spiegel die Realität nicht wiedergeben. Das Urbild des wohlhabenden deutschen Bürgers. Es darf regnen aber mach mich nicht nass oder anders formuliert : ja es gibt Arme aber ich will sie nicht sehen...das schlechte Gewissen??
Bei den heutigen ""besser betuchten Bürger" handelt es sich in der Mehrheit um, was früher "Neureiche" genannt wurde. Bildung, Benhemen, Gemeinschaftsgefühl bzw. -zugehörigkeit = unbekannt.

Beitrag melden
reinerotto 11.08.2018, 09:13
58. Eine Methode zur Ghettobildung

Realität gegen Lippenbekenntnisse der Politik, die genau diese Ghettobildung (angeblich) verhindern will. Anders wars bei mir, dem die Bank nahelegte, sich eine andere, billigere Wohnung zuzulegen, da nach ihrer Ansicht meine Rente nicht ausreiche, die Verbindlichkeiten für meine ETW in guter Lage weiter zu bedienen. Obwohl es da nie Unregelmäßigkeiten gegeben hat. Begründung: Neue Vorschriften zur Risikobegrenzung ...Meine Konsequenz: Abwanderung ins preiswertere EU-Ausland.

Beitrag melden
roman.goldstein 11.08.2018, 09:13
59. Schuldgefühle gegenüber die Fremden

Es ist Zeit, dass die Deutschen aufhören, sich schuldig zu fühlen, dass sie sich weiterentwickeln und vielleicht die Dinge etwas weniger ernst nehmen. Jeder Mensch hat den Anspruch, sein Land vor Ruinierung der Kultur zu schützen und es ist nicht Nazismus, das heißt - gesundes Patriotismus. Tut man es nicht, so sehen wir 50% Muslime im Land und sie werden uns sagen, welche Kleider wir tragen müssen, sie werden uns erklären, warum unsere Frauen keine Miniröcke tragen dürfen und warum wir zur Weihnachten keine Bäume schmücken dürfen.

Beitrag melden
Seite 6 von 28
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!