Forum: Wirtschaft
Anzeigenkampagne: Konzernbosse trommeln für den Euro

Zaudern, zögern, hadern - die Bundesregierung hat sich in der Euro-Krise nicht gerade enthusiastisch für den Zusammenhalt der Währungsunion eingesetzt. Deutsche Top-Manager nehmen das nun selbst in die Hand: In großformatigen Anzeigen wollen sie für mehr Solidarität in Europa werben.

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henkel_hh 17.06.2011, 17:16
170. wie aus einem Lehrbuch!!

Zitat von Tungay
Ein schönes Beispiel, wie der Staat auf den Kopf gestellt wird. Nicht der Souverain, das Volk entscheidet, sondern die Lobby, die Unternehmen, die Banken, das Kapital, die den Staat unterwanderden Parteien und das alles auf Kosten des Souverain ohne das der etwas machen könnte.
Es ist entlarvend, es ist wie aus einem Lehrbuch. Das Kapital besitzt keine Scham mehr, es fehlt wie zu Zeiten des "kalten Krieges" und der Bonner Republik das Korrektiv in Form eines gegensätzlichen Gesellschaftsentwurfs, ich hätte nie gedacht, dass ich den real existierenden Sozialismus je vermissen würde.

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HappyLuckyStrike 17.06.2011, 17:17
171. Ach, ich weiß nicht...

scheinbar braucht die Menschheit das,
nach der Globalisierung (Weltregierung wird es nie geben,
ich meine natürlich liberale Weltbundesregierung, nie-nie-nie) -
fallen wir also wieder in kleine Stämme
mit lauter verschiedenen Währungen und abgeschottteten
Märkten auseinander, also bitte - warum nicht ?
Ist wohl besser so...

Wenn das unsererem natürlichen Strickmuster entspricht,
warum machen wie´s dann nicht einfach ?
Philosophie und Logik bringen es ja nicht,
was wir brauchen, sind Streit, Besäufnisse und Säbelgefechte,
davon können dann jahrzehntelang die Barden klagen.

Wir brauchen jetzt den Rückschritt.
Führt das Schwarzpulver wieder ein, schließt die Grenzen,
bewaffnet die Fußballspieler - damit aus der Farce
wieder ein richtig knackiges Spiel wird !
Hin und wieder massakrieren wir einander, das braucht der Körper.

Nur das Internet - das hätt´ ich doch gern behalten.

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mimas101 17.06.2011, 17:17
172. ...

Zitat von Sir_Batman
Ist zwar "nur" Wikipedia, aber lässt sich auch bei destatis finden: Danach hat z.B. .....
Was nutzen Zahlenspiele wenn die meisten Exporte nur deshalb (ge)laufen (sind) weil die durch Hermes-Bürgschaften abgesichert sind/waren?
Fällt der Schuldner aus springt somit der dt. Michel mit seinen Steuern ein.

Mich würde also mal interessieren wie hoch die Bürgschaftsquote innerhalb des gesamten dt. Exports eigentlich ist.
In EWG-Land vermutlich recht hoch wenn es um PIIGS geht, andere Staaten außerhalb EWG-Land dürften kaum ins Gewicht fallen.

Und selbst wenn alles in cash läuft: PIIGS, besonders die, die bereits unterm Schirm im Regen stehen, fallen als Käufer auf lange Sicht aus.
So wie die zum sparen gezwungen werden kann es auch sein das sie plötzlich, um Geld in die Kassen zu bekommen, Waren und/oder Dienstleistungen anbieten die international nachgefragt werden und günstiger als dt. Produkte sind.
Dann stehen die anzeigeschaltenden Profitoptimierer plötzlich ganz schnell an der Wand.

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tzünisch 17.06.2011, 17:17
173. 123

Zitat von paperbag
... Wer gegen die Globalisierung und Vermögensverteilung in der Welt schimpft kann ganz leicht bei sich anfangen, einfach den Computer ausschalten und in das antikapitalistische und globalisierungsfeindliche Glanzlicht Kuba auswandern. Vielleicht lernt man nur dort die Vorzüge unserer ach so ungerechten westlichen Welt kennen.
Applaus für diesen demagogischen Versuch.
Was sie in unglaublich frecher Weise als Vermögensverteilung bezeichnen ist in Wahrheit eine Vermögenskonzentration bei einigen wenigen Personen.

Was hier versucht wird, ist die Wiedereinführung einer strengen Klassengesellschaft, in der es nur einige wenige Vermögende und eine Masse von hoffnungslos Abhängigen gibt.

[Wenn Ihnen diese Formulierungen unangenehm bekannt vorkommen tut es mir leid.]

Keine Angst. Das was man früher als Kommunismus oder Sozialismus bezeichnet hat ist auch keine Lösung für das Problem der menschlichen Gier. Und Gier ist das Einzige, was diese Konzernbosse und Topmanager antreibt.

Durch die Diskussionen über den Fortbestand des Euro und die verzögerte Auslieferung des Geldes an Griechenland sehen diese Menschen die Vorteile in Gefahr, die sie aus dem Euro ziehen.
Daß diese Vorteile einiger Weniger zulasten der großen Mehrheit der Bevölkerung gehen ist für diese Menschen ohne jegliches Interesse. Sie kennen nur ein Ziel: immer mehr und mehr zu besitzen. Egal mit welchen Mitteln und egal, wer dabei draufzahlt.

Also verschonen Sie uns mit irgendwelchen dummdreisten "geh' doch nach drüben"-Sprüchen.
Diese Zeiten sind vorbei. Damit können Sie heute niemanden mehr beeindrucken.

In Griechenland und Spanien ist die Bevölkerung zum Glück aufgewacht und geht endlich auf die Strasse. Nun muss es auch in Deutschland losgehen.

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Hubert Rudnick 17.06.2011, 17:17
174. Profiteure

Zitat von sysop
Zaudern, zögern, hadern - die Bundesregierung hat sich in der Euro-Krise nicht gerade enthusiastisch für den Zusammenhalt der Währungsunion eingesetzt. Deutsche Top-Manager nehmen das nun selbst in die Hand: In großformatigen Anzeigen wollen sie für mehr Solidarität in Europa werben.
Kein Wunder, denn die Profiteure des €uros wollen nach wie vor ihren Profit daraus ziehen.
Aber aufkommen für die Finanzmisswirtschaft sollte doch bitte nur der Steuerzahler.

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redwed09 17.06.2011, 17:18
175. Keine Werte- und Interessengemeinschaft

Zitat von clme
Der Vergleich hinkt doch sehr, denn es geht und es ging niemals um einen europäischen Nationalstaat. Nach den Schrecken der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ging es zunächst darum so etwas für immer zu verhindern. Aus einer Wirtschaftsunion, die gewissermaßen um des Friedens Willen, entstanden ist, ist heute eine Interessen- und Wertegemeinschaft entstanden, die Europa in der Welt eine Stimme verleiht. Der Euro ist die logische Schlussfolgerung dieser Gemeinschaft. Diese Gemeinschaft, die Europäische Union, hat uns nicht allzu schlecht getan in der jüngeren Vergangenheit. Wir sollten sie uns für die Herausforderungen unserer Zukunft bewahren, auch wenn es uns etwas kostet. Griechenland und den Euro fallen zu lassen, wäre dafür eine fatales Signal, dessen Folgen nicht abzusehen sind. Das Problem liegt heute nicht beim Euro, sondern bei verantwortungslosen Politikern, die quer durch Europa Staaten lenken, die mehr ausgeben, als sie zur Verfügung haben. Hier liegt das Hauptproblem, nicht nur Europas, sondern westlicher Demokratien.
Eine Interessen- und Wertegemeinschft ist entstanden. Eine Wertegemeinschaft der Abzocker, der Lohndrücker, der Lebensstandartsenker und der Gierigen in den Vorstansetagen. Das ist die im Moment vorhandene Interessen- und Wertegemeinschaft.
Das aber sind nicht die Werte und Interessen der Masse der Menschen deren Lebenverhältnisse immer schlechter werden, die von einem Job mit Hungerlohn in den anderen stolpern und die dann für nichtnutzige Banker und andere "Leistungsträger" immer mehr zur Kasse gebeten werden.
Nein, das Problem liegt nicht nur bei den Politikern sonder im viel größeren Maße bei den Leuten in den Vorstandsetagen die nur noch Entscheidungen treffen die von Gier bestimmt sind und denen die Menschen völlig gleichgültig sind. Leute in Vorstansetagen ohne jeglichen Anstand und ohne jegliche Moral. Das ist Ihre Werte- und Interessengemeinschaft.

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promedico 17.06.2011, 17:18
176. Wenn's so einfach wäre

Zitat von Sir_Batman
Ist zwar "nur" Wikipedia, aber lässt sich auch bei destatis finden: Danach hat z.B. die Exportquote, die sie ansprechen, von knapp unter 30% Ennde 90er auf ca. 45% zugenommen, nchdem sie in den 90ern doch etwas zurück gegangen ist. Ihre Aussage ist falsch.
Tja, wenn's so einfach wäre!
Ihr link zeigt das Verhältnis zum BIP - klar.
Gehen Sie mal tief in sich und hinterfragen, was das für
15 % sind.
Die Aussage ist leider ganz und gar nicht falsch.
Dazu müssen Sie nur gegenüberstellen, was in welchem Umfang 2000 und 2010 aus D wohin exportiert wurde.

Wenn Sie dann die jeweiligen Wachstumsraten einrechnen, hat sich de facto nicht viel geändert.

Aber selbst die ersten Semester wissen längst, dass der im Inland ausgegebene Teil des deutschen BIP viel zu gering ist....das hat mit den tatsächlichen Leistungen der Exportwirtschaft rein gar nichts zu tun.

Wie man das nennt?
Eine sozialpolitische Schande.
Und ein Klick zu WIKI löst das Problem nicht.

Wie war das?
Für jedes Problem gibt es eine einfache Lösung - und die ist falsch.

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c++ 17.06.2011, 17:18
177. .

Die Profiteure des Euro, die Vertreter der Kapitalinteressen, fordern nun mit großem Aufwand, auf Kosten der kleinen Leute und der einfachen Steuerzahler den Euro zu retten, damit die Umverteilung von unten nach oben weiter geht.

Wenn es eine Anti-Euro-Aktion gibt, dann die. Wie diese Leute glauben, mit ihrem Appell einen positiven Beitrag zur Rettung des Pleiteprojektes Euro zu leisten, ist mir schleierhaft. Die müssen an Größenwahn leiden.

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DHC2 17.06.2011, 17:21
178. Gewinne/Verluste

Zitat von mischamai
Hoffe nur nicht das wie so oft die Gewinne privatisiert und Verluste dem Bürger aufgeladen werden.
Gehen Sie mal getrost davon aus, dass es so bleibt, wie Sie schreiben.
Gewinne werden privatisiert
Verluste werden sozialisiert
Kann Ihnen leider keine bessere Nachrichten geben... :-)

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JungVonMutti 17.06.2011, 17:22
179. meine persönliche Meinung

Der Euro hat nichts/nur sehr wenig mit den Problemen in Griechenland zu tun. Er ist nur der Grund, warum wir überhaupt "mitleiden". Und einem Nachbarstaat, vor allem einem unserer liebsten Urlaubsziele, würden wir Deutsche doch unter normalen Umständen immer gerne helfen - zuwider ist uns, dass wir keine andere Wahl haben!

Vielleicht kam der Aufruf zur Presseaktion wirklich nicht von Frau Merkel - sondern hinter verschlossenen Türen von den Wirtschaftsbossen in Griechenland, die nur durch eine Rettung der Ist-Situation an ihrer Spitzenposition bleiben?
Auch nicht vergessen darf man, dass von Spekulanten gegen Griechenland (u.a. EU-Länder) gewettet wurde - sonst wäre es vermutlich gar nicht zu dieser Pleite gekommen. Interessant, dass davon nun gar nichts mehr zu lesen ist.

Was spricht dagegen, dass - ähnlich wie bei kino.to - eine ganze Clique von Menschen hinter dieser Entwicklung steht? Die Pleitegeier, die sich das Tafelsilber Griechenlands sichern werden, sollte man später vielleicht einmal genau mit den Namen derer vergleichen, die zuvor gegen Griechenland gewettet haben. Dann wette ich auch - nämlich das die Übereinstimmung mehrerer dieser Namen kein Zufall ist.

Wer sich traut, der sollte einmal nach Prof. Dr. Senf suchen, und sich das Video "tiefere Ursachen der Weltwirtschaftskrise" anschauen. Sehr beachtenswert für freie Geister - doch größter Unfug für die (bereits im Sog auf dem Weg nach oben befindlichen Funktionäre), die solche Erkenntnisse gerne vom Volk fernhalten würde. Der immer stärker werdende Sog des Kapitals nach oben zu einer immer kleiner werdenden Gruppe von Personen/Unternehmen spiegelt sich deutlich wie nie in unserer Gesellschaft wieder und greift auf immer mehr Branchen und Institutionen über. Franchise-Systeme wie Starbucks oder Konzerne wie die Mayersche Buchhandlung, die den kleinen traditionsreichen Unternehmen das Wasser abgraben (Vorteile hin oder her), sind nur die legalen und durchaus noch (v.a. weil auch boykottiertbaren) verkraftbaren Beispiele für die auf Dauer mit Sicherheit negativen Auswüchse des Kapitalismus und der freien Marktwirtschaft.

Ich bin:
- für den Euro.
- für die Rettung Griechenlands.
- für die freie Marktwirtschaft.
- für den Kapitalismus.

UND:
- für die knallharte Trennung zwischen Investmentbanken und Geld-Verwahr-Anstalten.
- für eine gnadenlose und extreme Risikobesteuerung aller Geschäfte von spekulativen Marktteilnehmern, sobald diese Geschäfte mit existenziell notwendigen Dingen we Nahrungsmitteln, Öl oder staatsgefährdenen Dingen wie Staatsanleihen machen oder Anstrengungen unternehmen, die Kurse dieser Dinge im eigenen Interesse zu beeinflussen.

Ich frage mich überhaupt, warum solche Arten von Wetten in einer Demokratie erlaubt sind, und anscheinend noch nie darüber nachgedacht wurde, diese als sittenwidrig einzustufen. Wenn ich mit etwas für den Menschen notwendigen wie Nahrungsmittel spekuliere, gleicht das meiner Meinung nach der Spekulation mit menschlichen Leben, einer Art moderner Versklavung, nicht auf körperlicher sondern auf wirtschaftlicher Basis. Freie Wirtschaft ist ein Argument, aber diese Spekulanten haben durch Multiplikatoren und Hebelwirkungen die Macht, Staatsbankrotte mutwillig herbeizuführen oder zu beschleunigen. Spätestens hier muss man sich fragen, ob wir denn überhaupt (Stand heute) noch eine freie Marktwirtschaft haben.

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