Forum: Wirtschaft
Arbeiter in der Modebranche: Respekt - aber für wen?
Public Eye / Timmy Memeti

"R-E-S-P-E-C-T" prangt auf dem Hoodie der Modekette Zara. Doch bringt die Firma auch den Arbeitern Respekt entgegen, die ihn herstellen? Eine Schweizer Organisation hat den Weg des Kleidungsstücks verfolgt.

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libily 20.11.2019, 12:24
1. Cool!

Skrupellos in der Produktion, mit gutem Geschäftssinn beim Vermarkten, bisschen Öko beim Label und völlige Gedankenlosigkeit beim Kauf gibt ´ne rasante Mischung.

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sverris 20.11.2019, 12:26
2.

Also wieder alles wie von solchen Konzernen zu erwarten.

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AlexP79 20.11.2019, 12:46
3. So einfach ist es nicht

Es ist richtig, dass existenzsichernde Löhne bezahlt werden müssen. Es wird aber trotzdem nicht ohne Preiserhöhungen gehen. Wir müssen uns als Verbraucher darauf einstellen und bereit sein für faire Ware höhere Preise zu zahlen. Die Gewinnmarge schrumpfen zu lassen kann sich Inditex auch nicht leisten. Mit fallender Quote bekommt das Unternehmen Probleme mit Investoren und Banken. Die Kreditwürdigkeit sinkt, Darlehen werden teurer. Das würde wieder die Notwendigkeit von Einsparungen an anderer Stelle nach sich ziehen. Derart billige Kleidung (und 22€ für einen Pullover sind billig) wird niemals fair produziert werden können. Schuld sind wir alle die wir beim einkaufen nur auf den günstigsten Preis achten..

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olfnairolf 20.11.2019, 12:48
4. Respect

Wenn die Mode RESPECT aufdruckt ist das in etwa so ernst zu nehmen wie wenn Neuköllner Rapper davon singen.

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nikaja 20.11.2019, 12:49
5. Danke fuer den Bericht

Soviel zu den Selbstverpflichtungserklaerungen der Industrie und der Unternehmen. Sie sind das Papier nicht wert auf dem sie stehen. Das gilt fuer alle Branchen. Also wenn Julia Kloeckner an die Selbstverpflichtung der Unternehmen appeliert und so hofft der Markt wuerde sich zugunsten der Verbraucher, Produzenten und im Falle des Agrarsektors selbst regulieren, sehen wir was dabei heraus kommt. Naemlich heisse Luft und Augenwischerei. Wenn der Staat hier nicht massif eingreift und kontrolliert bleiben die Zustaende unveraendert schlecht. Auf die Kaeuferschicht von Zara ist leider nicht zu setzen, fuer die muss es billig sein egal wo und wie produziert wird.

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tobih 20.11.2019, 12:53
6. altbekanntes Thema

...die Mechanismen und Vorgänge, die hier beschrieben sind, sind zwar nicht schön, aber eben auch nicht so außergewöhnlich schlimm, wie suggeriert wird: daß Zara erst auf Nachhaken etwas Transparenz zeigt und die Einkaufpreise nicht nennt, ist verständlich: welche Firma lässt sich schon gern in die Karten schauen (gibt ja neben idealistischen Aktivisten auch noch Konkurrenzunternehmen, die solche Dinge sicher auch brennend interessieren)? Daß Fabrikarbeiter in Textilbetrieben schlecht bezahlt werden, ist ein bekannter Fakt und betrifft wohl fast alle Preis- und Qualitätsstufen und ist nicht allein Zara anzulasten. Merke: die vielen verschiedenen Siegel sichern eben meist nur absolute Mindeststandards oder sogar weniger, dementsprechend ist der Firma hier nichts vorzuwerfen, genausowenig wie die Tatsache, daß Zara einen Teufel tun wird und die Bezahlung der Sublieferanten zu erhöhen und für sich gleichzeitig den Gewinn minimieren: das ist zwar alles nicht schön und definitiv kritikwürdig, aber eben Marktwirtschaft bzw wahrscheinlich sogar in der Natur des Menschen: die Wirtschafts- oder Staatsform, bei der sich nicht ein Teil er Gesellschaft auf den Kosten der anderen bereichert, muß erst noch erfunden werden, durchsetzen wird diese sich aber nicht!

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Alter Falter 20.11.2019, 13:04
7.

Nichts wird sich ändern. Niemals. Weil sich die Käufer dieser Waren niemals ändern werden. Hoodie kaufen, boah ey voll günstig Respect Alter, und den Coffe to go Becher ins Gebüsch kicken. Bildungsferner Unterschichtenalltag. Gruselig.

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Schweizer 20.11.2019, 13:14
8. Hat der Verfasser gerechnet oder nur abgeschrieben? 4,20 Gewinn - 3,62

Hat der Verfasser gerechnet oder nur abgeschrieben? 4,20 Gewinn - 3,62 mehr laut NGO = 0.58 Cent Gewinn...!

Entschuldigung selbst in der Schweiz wo ich wohne reichen die Mindestlöhne nicht im Entferntesten für eine Familie. Fordern kann man viel. Wenn die Forderungen aber unrealistisch sind wird man wenig erreichen.
Ich bin auch dafür Hersteller besser zu bezahlen. Die Frage ist einfach wie macht man das ohne die Zwischenhändler mit zu mästen. Geschäftsleute (wie ich auch) schlagen keine festen Summen auf ein Produkt sondern %te. Wenn der Pulli also 4€ in EK kostet statt 1€ dann kostet er am Schluss nicht 3e mehr, sondern eher 40€ statt 22. Ob das anders machbar ist? Ob der Rest der Welt auch bereit ist mehr zu bezahlen? Fragen über Fragen...
Die Staaten sollten Mindestlöhne und Arbeitsbedingungen festlegen und kontrollieren. Das ist deren Aufgabe. Eigentlich.

"Nach Abzug aller Kosten bleibt den Berechnungen zufolge der Zara-Mutter Inditex ein Gewinn von 4,20 Euro pro Stück."
...
"Den Schätzungen der NGO zufolge würde der Pullover sich nur um rund 3,62 Euro verteuern, wenn alle Beteiligten - von den Arbeitern auf den indischen Baumwollfeldern bis zur Textildruckerei - existenzsichernde Löhne bekommen. Der Konzern könnte seinen Arbeitern also tatsächlich Respekt erweisen, ohne den Verkaufspreis auch nur um einen Cent zu erhöhen. Nur seine eigene Gewinnmarge würde schrumpfen."

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abergdolt 20.11.2019, 13:14
9. fehlende Transparenz

Zitat von AlexP79
Derart billige Kleidung (und 22€ für einen Pullover sind billig) wird niemals fair produziert werden können. Schuld sind wir alle die wir beim einkaufen nur auf den günstigsten Preis achten..
Hm... ich bin mir nicht sicher. Wenn Zara zwei der Hoodies nebeneinander hängen würde, einen für € 22, einen für @ 26 (jeweils excl. MWSt.), mit Schautafeln, Porträts der Bauern und Fabrikarbeiter, Interviews... erklärender Text, links Mindestlohn, rechts existenzsichernder / fairer Lohn... ob wirklich die Mehrheit den linken kaufen würde?

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