Forum: Wirtschaft
Arbeitnehmer: Endlich Bildungsurlaub!
Ingo Wagner / DPA

Mehr Urlaub gefällig? Darauf haben Sie als Arbeitnehmer ein Recht - wenn sie sich denn dabei weiterbilden, sei es beruflich oder politisch. Wenn Sie's schlau anstellen, gibt der Chef noch extra Geld dazu.

Seite 1 von 4
carryflag 25.05.2019, 09:09
1. Willkommen im Paradies

Politische Bildung, schon klar? 99% aller AN machen doch nicht ersthaft eine Fortbildung für die eigene politische Bildung/den Arbeitsplatz unter dem Modell des "Bildungsurlaubs". Das gibt es doch meistens ohnehin beim AG. Den Zusatzurlaub spart man sich auf. Englischkurz auf Malta von 10:00 - 14:00, der Rest ist dann? Das wird dann noch steuerlich gefördert. So geht lebenslanges lernen. In den "beliebtesten" Kursen wir bestenfalls Basiswissen vermittelt. Wer sowas benötigt kann doch bestenfalls in einer Tätigkeit arbeiten, die es in 10 Jahren aufgrund der Digitalisierung ohnehin nicht mehr geben muss. Aber Hauptsache wir haben Bildungsurlaub - dann muss ja alles gut sein. Welche eine Inkompetenz und Ignoranz vor der Zukunft.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
moinhummel 25.05.2019, 10:32
2. Und wer soll das alles bezahlen?

Bezahlen? Ach ja, ist ja klar, der Kapitalist, das ist doch ganz einfach. Wir haben bei uns 30 Tage Urlaub + 0,5 an Weihnachten + 0,5 an Sylvester + durchschnittlich 8 Feiertage (an Wochentagen) + durchschnittlich 10 Tage Ausfall wegen Krankheit. Von den 260 Wochentagen im Jahr bleiben somit 210 Tage zum Arbeiten. Ok, das ist alles gut so, müssen wir uns aber mal klarmachen, fast 20%. Unseren Wohlstand müssen wir uns irgendwann auch mal erarbeiten. Bei uns haben wir das mit der Fortbildung so geregelt, dass die gesamten Kosten der Arbeitgeber trägt, die Mitarbeiter die Zeit investieren. Ein fairer Deal für beide Seiten. Yoga? Ist privat klasse, mit dem Arbeitgeber hat das aber rein gar nichts zu tun. Was für ein Quatsch!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Immanuel K. 25.05.2019, 10:39
3. So, so...

Zitat von carryflag
Politische Bildung, schon klar? 99% aller AN machen doch nicht ersthaft eine Fortbildung für die eigene politische Bildung/den Arbeitsplatz unter dem Modell des "Bildungsurlaubs". Das gibt es doch meistens ohnehin beim AG. Den Zusatzurlaub spart man sich auf. Englischkurz auf Malta von 10:00 - 14:00, der Rest ist dann? Das wird dann noch steuerlich gefördert. So geht lebenslanges lernen. In den "beliebtesten" Kursen wir bestenfalls Basiswissen vermittelt. Wer sowas benötigt kann doch bestenfalls in einer Tätigkeit arbeiten, die es in 10 Jahren aufgrund der Digitalisierung ohnehin nicht mehr geben muss. Aber Hauptsache wir haben Bildungsurlaub - dann muss ja alles gut sein. Welche eine Inkompetenz und Ignoranz vor der Zukunft.
Englischkurz auf Malta von 10:00 - 14:00...
Zumindest in Hessen würde das nicht als BU durchgehen - hier muss der Kurs mindestens sechs Stunden/Tag umfassen (also 30Std./Woche), sonst ist er nicht anerkennungsfähig. Ich nehme dieses Angebot seit einigen Jahren wahr, packe den BU immer um meinen Jahresurlaub herum (3,5 Wochen Kanaren - davon 1 Woche BU) und kann mich deshalb ganz gut auf spanisch verständigen. In Hessen gibt es übrigens auch die Möglichkeit des Übertrages von BU (HBUG § 5 Abs. 8)...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
53er 25.05.2019, 11:13
4. Grotesk!

Tenhagen schreibt von einer Arbeitswelt, die es für die allermeisten in Deutschland so nicht gibt. Er macht somit den gleichen Fehler wie auch viele Politiker und verallgemeinert seine eigenen beruflichen Möglichkeiten. Was wollt ihr denn, ist dich alles paradiesisch, ihr braucht nur den Antrag stellen oder auch: Das Volk hat kein Brot, dann sollen sie Kuchen essen! Welchen Bildungsurlaub soll z.B. ein Paketzusteller beantragen? Paketweitwurf im schönen Sauerland? Oder die Hotelfachfrau? Schöner servieren mit Gräfin XY? Oder der Schreinergeselle? Präzisionshobeln auf den Malediven? Der Bildungsurlaub bleibt eine Farce für immer die gleichen Privilegierten und so zu tun, als könnten ihn alle in Anspruch nehmen ist einfach nur lächerlich!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
pedites 25.05.2019, 11:19
5. Genau, für kleine Betriebe ein absolutes "Muss"

Auf Grund der hohen Personalkosten können wir uns nur einen Angestellten leisten. Wenn der krank wird (wie aktuell) hängt alle Arbeit an uns. 24/7 ist für uns Realität inkl. Wochenende und Feiertage.
Gebt doch noch ein paar mehr Tipps, wie man als armer, armer Arbeitnehmer noch mehr Urlaub beim bösen Arbeitgeber raus schinden kann......

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Nordstadtbewohner 25.05.2019, 11:20
6. Fernab der Realität

"Und die Gelegenheit zur Fortbildung, nicht zuletzt auch zu politischer Bildung, sollte jeder Arbeitnehmer während seines Erwerbslebens regelmäßig haben. "

Ich verstehe nicht, was "politische Bildung" am Arbeitsplatz zu suchen hat. Das ist sicherlich im öffentlichen Sektor üblich, aber in der Privatwirtschaft wird man mit dieser Art von "Bildung" seine Probleme haben. Wer bei meinem Arbeitgeber mit so etwas ankommt, muss damit rechnen, dass der Arbeitsvertrag nicht verlängert wird oder weitere Aufstiegschancen verwehrt bleiben. Allein schon deshalb, um die Kollegen vor Mehrarbeit zu schützen, die die abwesenden politischen Bildungsurlauber den Anwesenden hinterlassen. Grundsätzlich sollte Politisches von Beruflichem getrennt bleiben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Stäffelesrutscher 25.05.2019, 11:26
7.

»Ein Kollege scherzte kürzlich, das liege daran, dass dort seit jeher die Union regiere und dass die kein Interesse an politischer Bildung für Arbeitnehmer habe.
Solchen Verschwörungstheorien hänge ich nicht an, aber die Bundesländer mit Ausfall kann ich mir so besser merken.«

Das ist weder ein Scherz noch eine Verschwörungstheorie.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Stäffelesrutscher 25.05.2019, 11:28
8.

Zitat von 53er
Tenhagen schreibt von einer Arbeitswelt, die es für die allermeisten in Deutschland so nicht gibt. Er macht somit den gleichen Fehler wie auch viele Politiker und verallgemeinert seine eigenen beruflichen Möglichkeiten. Was wollt ihr denn, ist dich alles paradiesisch, ihr braucht nur den Antrag stellen oder auch: Das Volk hat kein Brot, dann sollen sie Kuchen essen! Welchen Bildungsurlaub soll z.B. ein Paketzusteller beantragen? Paketweitwurf im schönen Sauerland? Oder die Hotelfachfrau? Schöner servieren mit Gräfin XY? Oder der Schreinergeselle? Präzisionshobeln auf den Malediven? Der Bildungsurlaub bleibt eine Farce für immer die gleichen Privilegierten und so zu tun, als könnten ihn alle in Anspruch nehmen ist einfach nur lächerlich!
Auch der Paketzusteller, die Hotelfachfrau und der Schreinergeselle haben die Möglichkeit, Kurse zur politischen Bildung zu besuchen. Damit sie mehr wissen als Sie. Und ihre Rechte wahrnehmen können, die Sie nicht kennen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
titzck 25.05.2019, 11:41
9. Ein typischer Tenhagen

Immer wieder meldet sich Herr Tenhagen an die Spiegel-Leser wie zum Beispiel alle Jahre wieder nicht zur Weihnachtszeit, sondern zur Steuererklärungszeit. Das war ein, zwei Male eine beispiellose Enttäuschung. Seit längerer Zeit lese ich seine Artikel nicht mehr. Viel Lärm um Nichts.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 4