Forum: Wirtschaft
Arbeitnehmer-Umfrage: Die meisten Deutschen halten ihre Stellen für sicher
DPA

Die große Mehrheit der deutschen Arbeitnehmer ist optimistisch, was ihre berufliche Zukunft angeht. Einer Umfrage zufolge halten zwei von drei Beschäftigten einen Jobverlust oder eine Entlassung für "überhaupt nicht wahrscheinlich".

Seite 3 von 5
Spr. 09.01.2016, 12:08
20. Geht auch nicht anders!

Wäre der Deutsche sich klar darüber, dass auch er selbst und höchstpersönlich ebenso wie alle Anderen nur 12 Monate von Hartz IV entfernt ist, würde Deutschland im Chaos versinken. Die eh schon sehr risikoscheuen Deutschen würden nur noch das Allernotwendigste ausgeben, die Versinglelung würde rasant zu nehmen, die Geburtenrate ebenso rasant sinken, die Tendenz zu asozialem Verhalten würde sich noch rasanter steigern, weil dann wirklich jeder nur noch sich selbst der Nächste ist. Sie Selbstmordraten würden rasant ansteigen, die durchschnittliche Lebenszeit aufgrund von Vernachlässigung und nicht bezahlbarer Medizin, für viele auch nicht bezahlbarer Lebenshaltungskosten, ebenfalls schnell sinken.

Das will natürlich niemand. Also pfeift jeder im Wald und redet sich ein, dass sein eigener Arbeitsplatz sicher ist. Schließlich ist man selbst ja motiviert und fleißig, gibt sich notfalls auch mit viel zu schlechter Bezahlung zufrieden und klatscht Beifall, wenn die Arbeitnehmerrechte und der Sozialstaat abgebaut werden, denn beides gilt ja nur für die Anderen, und die haben es nicht besser verdient. Wenn die auch so motiviert, fleißig und bescheiden wären wie man selbst, hätten die auch nichts zu befürchten.

Das ist das gleiche Muster, das auch dazu führt, dass jeder glaubt, gäbe es ein bedingungsloses Grundeinkommen, wäre er der einzige, der trotzdem noch arbeiten will. Allen Anderen wird unterstellt, sie leben lieber nur vom Grundeinkommen, um Morgens etwas länger schlafen zu können. Daraus wird dann der Schluss gezogen, dass es kein bedingungsloses Grundeinkommen geben kann. Denn nur die eigenen Steuern reichten kaum aus, um das alles zu finanzieren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Freifrau von Hase 09.01.2016, 12:22
21.

"Jetzt kommt die Volkswirtschaft ins Spiel:
Bezahle ich meine Leute so schlecht, dass es ihnen nicht mehr möglich ist das von mir erzeugte Produkt oder die mit meinem Produkt erzeugten Güter zu erwerben, wird meine Produktion unwirtschaftlich und wird früher oder später enden."

In einem nationalen geschlossenen Markt wäre das so. Jetzt kommen Globalisierung und Export ins Spiel. Der Arbeiter soll/muss meine Produkte gar nicht kaufen (können), da ich die überwiegend auf dem Weltmarkt anbiete und da müssen die vor allem billig sein. Der chinesische Wanderarbeiter kann sich die Dinge, die er herstellt, auch nicht leisten.
Klar, irgendwann könnte es dann zum großen Bumm kommen, aber das hilft dann auch niemandem....

Beitrag melden Antworten / Zitieren
b5200 09.01.2016, 12:43
22. Sachlich bleiben

@ Poster #2: gut gebrüllt Löwe. Firmen finden Loyalität immer toll. Einseitig natürlich.
@ Poster #14: eine berühmte Persönlichkeit sagte einmal sehr treffend: Es gibt 2 Dinge, die unendlich sind. Das Universum und menschliche Dummheit. Beim ersteren sei er sich aber nicht so sicher.
@ SPON: Eine Umfrage unter nur 1000(!) Arbeitnehmern ist wenig repräsentativ. Um einen ausbalancierten Überblick zu gewinnen, müssten auch Arbeitslose befragt werden. Bitte unbedingt das Buch von Jeremy Rifkin, 'Das Ende der Arbeit und ihre Zukunft' lesen bzw. in der Redaktion verteilen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
notbehelf 09.01.2016, 12:50
23. Eigenartig

Zitat von nic
bis die Kündigung kommt. Leute bei dem Thema nach ihrem Gefühl zu Fragen ist eigenartig.
Ich finde es eigenartig, dass wohl kaum einer den Artikel durchgelesen hat. Da steht
"Im Hinblick auf die nächsten zwölf Monate, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie Ihre Arbeitsstelle verlieren oder entlassen werden?".
Und die nächsten 12 Monate sollte man schon realistisch abschätzen können. Bis Ende des Jahres wird auch "Indusrie 4.0" nicht zu massenhaften Kündigungen geführt haben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
suelzer 09.01.2016, 13:15
24.

Wer wurde befragt? Beamte? Leitende Angestellte in großen oder halbstaatlichen Konzernen? Ich kenne eine ganze Menge Akademiker unterschiedlichster Disziplinen, zwischen 20 und 60. Bei denen ist nix sicher. Manche hangeln sich ihr ganzes Berufsleben von Zeitvertrag zu Zeitvertrag. DAS ist die Realität in der feinen BRD.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Charlie Brown II 09.01.2016, 13:32
25. ...

Zitat von Freifrau von Hase
"Jetzt kommt die Volkswirtschaft ins Spiel: Bezahle ich meine Leute so schlecht, dass es ihnen nicht mehr möglich ist das von mir erzeugte Produkt oder die mit meinem Produkt erzeugten Güter zu erwerben, wird meine Produktion unwirtschaftlich und wird früher oder später enden." In einem nationalen geschlossenen Markt wäre das so. Jetzt kommen Globalisierung und Export ins Spiel. Der Arbeiter soll/muss meine Produkte gar nicht kaufen (können), da ich die überwiegend auf dem Weltmarkt anbiete und da müssen die vor allem billig sein. Der chinesische Wanderarbeiter kann sich die Dinge, die er herstellt, auch nicht leisten. Klar, irgendwann könnte es dann zum großen Bumm kommen, aber das hilft dann auch niemandem....
Auch dies ist nicht ganz so. Wenn meine Maschinen, die ich dem chinesischen Unternehmen zur Produktion hochwertiger Elektronikgüter liefere, damit deren US-Amerikanischer Vermarkter sie unter seinem Namen verkauft, teurer werden, steigt letztlich der Preis des Endproduktes. Dass es dort im Einzelfall um bruchteile eines Cent geht ist letztlich egal.

Auf seinem Kaufkraftniveau geht es dem chinesichen Wanderarbeiter dann nicht anders wie dem deutschen Facharbeiter. Deswegen ist es so schwer die Waage zwischen volkwirtschaftlichen Erfordenissen und betriebswirtschaftlicher Konkurrenzfähigkeit zu finden. Der Weg, dem seit gut 30 Jahren gefolgt wird, führt letztlich vor die Wand. Es fragt sich nur wann, nicht ob.

Das ist auch die logische Folge wenn man Pädagogen erlaubt, Wirtschaftspolitik zu machen, Betriebswirten die Pädagogik überlässt und Volkswirte pauschal zu Sanktnimmerleinswolkekuckuksheimphantasten abstempelt und Wirtschaftswissenschaftler sind sowieso nur Uni-Phantasten ohne Ahnung... haben die Psychologen festegestellt die letztlich nichtmal kapiert haben warum Ihre Birkenstocks so schweine teuer sind. Der letzte Absatz ist, zum Teil, gewollte Ironie ;-).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Charlie Brown II 09.01.2016, 13:33
26.

Zitat von kurwisyn
Wer wurde befragt? Beamte? Leitende Angestellte in großen oder halbstaatlichen Konzernen? Ich kenne eine ganze Menge Akademiker unterschiedlichster Disziplinen, zwischen 20 und 60. Bei denen ist nix sicher. Manche hangeln sich ihr ganzes Berufsleben von Zeitvertrag zu Zeitvertrag. DAS ist die Realität in der feinen BRD.
Das ist in der gesamten westlichen Welt die Realität.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
interessierter Laie 09.01.2016, 13:36
27. Industrie 4.0 und Arbeitslosigkeit

Dieselbe Angst ging sicher schon bei der Erfindung des Rades oder des Ackerbaus um. Dann kam sie wieder bei der Industrialisierung und dann bei der Digitalisierung. Wo ist die Katastrophe geblieben? Eines haben allerdings alle diese Dinge bewirkt: Sie führten zu einer Veränderung der Arbeit: Weniger Kraft und Zeit, dafür mehr Hirn. Wer sich vorbereiten will sollte also lieber den Kopf als den Bizeps trainieren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Charlie Brown II 09.01.2016, 13:39
28. ...

Zitat von notbehelf
Ich finde es eigenartig, dass wohl kaum einer den Artikel durchgelesen hat. Da steht "Im Hinblick auf die nächsten zwölf Monate, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie Ihre Arbeitsstelle verlieren oder entlassen werden?". Und die nächsten 12 Monate sollte man schon realistisch abschätzen können. Bis Ende des Jahres wird auch "Indusrie 4.0" nicht zu massenhaften Kündigungen geführt haben.
Vergessen Sie Schwachfugbezeichnungen wie Industrie 4.0. Kann eh kaum jemand definieren und die es können unterscheiden sich von grundauf in ihrer4 Definition.

Butter bei die Fische:

Wenn sie als Bankikaufmann in einer Niederlassung der Deutschen Bank oder als Arbeiter bei Siemens derzeit 12 Monate voraus planen (finanziell) könnte dies unter Umständen unerträglichen Schmerz verursachen. In kleinen und mittelständischen Unternehmen nahezu jeder Sparte ist die Aufnahme eines Kredites zum Kauf eines Hauses durch die Bank wirtschaftlich grob Fahrlässig.

Bei großen Handelskonzernen sieht dies für den einfachen Arbeiter / Angestellten etwas besser aus... allerdings würde dieser im Normnalfall einen solchen Kredit ohne zusätzliche Sicherheit (Einkommen generierenden Ehepartner oder Bürgschaft) eh nicht bekommen.

Traurig aber wahr.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
postmaterialist2011 09.01.2016, 13:54
29. Augen auf bei der Berufswahl !

Wäre ich in der Automobilindustrie würde ich mir nach den letzten fetten 5 Jahren langsam Angst um meinen Job machen. Deutschland stellt technisch veraltete (Verbrennungsmotoren) Luxuslimousinen her, die zu einem grossen Teil nach China, aber auch nach Russland und Brasilien gingen. All diese Märkte werden 2016 extrem schwächeln und die erfolgsverwöhnte Autoindustrie wird endlich kleinere Brötchen backen müssen. Wer allerdings im Bereich Umwelttechnologie, alternative Energien, Medizintechnik und Biotechnologie arbeitet für den werden die nächsten Jahre kein Grund zur Sorge bieten. Trotz billiger Energiepreise werden Alternativen zur fossilen Energie gefragt sein, krank werden die Menschen immer und insbesondere die Megaländer wie Indien und China haben hier extrem viel aufzuholen und werden für innovative Produkte gute Märkte bieten. Würde die Bundesregierung ihrer Verantwortung nachkommen und die vernachlässigte Infrastruktur ( Strassen, Schulen, Bildung, Internetausbau. sozialer Wohnungsbau) in Angriff nehmen, dann könnte man in den nächsten Jahren zudem einen echten Jobboom im Inland auslösen, der auch weniger qualifizierte Menschen eine Zukunft bietet. Solange wir aber von schwarzen Nullen regiert werden bleibt dies leider wishful thinking.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 3 von 5