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Arbeitnehmer-Umfrage: Freizeit schlägt Geld
DPA/Gregor Fischer

Weniger Wochenstunden, frühere Rente: Vielen Beschäftigten im öffentlichen Dienst ist ihre freie Zeit wichtiger als der Verdienst. Bei den Modellen zeigen sie sich flexibel.

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werner-xyz 17.10.2019, 08:07
1. Klar

irgendwann muss man sich entscheiden Geld oder Leben.
Bin auch in die öffentliche Verwaltung gegangen, und habe als Ingenieur eine Halbierung meines Gehaltes akzeptiert. Dafür werden Überstunden erfasst und dürfen auch abgefeiert werden, ohne dass man schief angesehen wird. Auch das Wochenende ist (in der Regel) Wochenende und nicht Zeit für Überstunden. Heute kann ich mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren und muss meine Zeit nicht in Staus auf Autobahnen verbringen. Geld verloren, Lebensqualität gewonnen. Muss halt jeder selbst entscheiden, aber das Leben ist halt garantiert irgendwann zu Ende, da hilft alles Geld der Welt nichts.
Und so sieht es bei vielen Kollegen aus. Die wollten halt Ihre Kinder aufwachsen sehen, nicht nach Bulgarien, Indien oder sonstwohin verkauft werden, etc. Dass bei so einer Umfrage dann natürlich heraus kommt, dass Leute im öffentlichen Dienst lieber mehr Freizeit haben wollen als Geld ist klar. Wenn man viel Geld verdienen will, geht man nicht in den öffentlichen Dienst. Diese Vorteile sind auch das einzige womit man es schafft Fachkräfte in den ÖD zu bekommen. Und davon gibt es einige, denen ein gutes Arbeitsklima und Freizeit wichtiger ist wie Geld.

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Sibylle1969 17.10.2019, 08:08
2.

Ich würde auch sofort auf Gehalt verzichten, wenn ich stattdessen weniger arbeiten müsste. 4-Tage-Woche oder mehr Urlaubstage, so dass man einmal pro Jahr eine längere Auszeit von 6 Wochen am Stück nehmen kann, wären super. Nicht zielführend ist die Reduzierung der täglichen Arbeitszeit, weil das letztendlich bedeutet, dass man die gleiche Arbeit macht, nur für weniger Geld.

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RalfHenrichs 17.10.2019, 08:20
3. Die Grafik sagt anderes aus

Die Vollzeit-Männer würden z.B. gerne so viel arbeiten wie vertraglich vorgesehen und nicht dauernd (unbezahlte?) Überstunden leisten müssen. Die Teilzeit-Frauen würden sogar gerne länger(!) arbeiten wollen als sie nach Vertrag bzw. tatsächlich tun. Dass die Teilzeit-Männer tatsächlich weniger(!) arbeiten als sie tatsächlich laut Vertrag arbeiten müssten, ist die seltsamste Aussage der Grafik. Also: irgendetwas kann da nicht stimmen.

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isar56 17.10.2019, 08:22
4. Bei uns

in einem süddeutschen Jugendamt versuchen die meisten Kollegen seit 20 Jahren 30 oder 32, 34 Wochenstunden zu arbeiten, u.a. weil...... wir sonst nicht wissen wie wir bis zur Rente (wir sind keine Beamte) durchhalten sollen. Bei ungewisser Entwicklung der Lebensarbeitszeit, bis 68, bis 70 oder 73 Jahre.
Ja, früher arbeiteten die Menschen 48 Stunden, oftmals körperlich sehr schwer.
Die Ansprüche des „Klientels“ (sorry, offizielle Bezeichnung) sind gestiegen, alle berufen sich auf ihre Rechte), Jugendliche prügeln ihre Eltern ins Krankenhaus, Drogen, Alkohol, psychische Erkrankungen, häusliche Gewalt, vernachlässigte Kinder..... Berichte ans Familiengericht, Teilnahme an Verhandlungen im Sorgerechtsstreit von Eltern, Bereitschaftsdienste Nachts, an Wochenenden rund um die Uhr, nachts um 3 Uhr raus aus dem Bett....... Bedrohungen, Ankündigung von Gewalt, auch gegenüber eigener Familienangehörigen, Kooperation mit Kitas, Schulen, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Gerichten, Gutachtern, Eltern, Pflegeeltern, Heimen, Gesundheitsamt, Polizei, .........
Und immer kommen wir zu früh, „keiner hat was gemacht“ oder zu spät, „da hätt schon viel früher was passieren müssen“. Aus Berlin kommen...... neue Aufgaben. Die Kommune soll’s dann umsetzen. Ca im Dreimonatsrhythmus erhalten wir 40- 50 seitige Anweisungen wie die Sicherheit von Kindern zu gewährleisten ist, samt ausführlicher Dokumentation. Damit sind Politik und Abteilungsleiter-, Sachgebiets- und Teamleitungen aus dem Schneider.
Übertragen wir das auf Pflege, Polizei usw stehen uns herrliche Zeiten bevor.

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carryflag 17.10.2019, 08:32
5. Komisch

hier bei Spiegel Online liest man doch immer das ausnahmslos alle Arbeitnehmer ausgebeutet werden und massiv unterbezahlt sind?!?

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d45gts 17.10.2019, 08:34
6.

""Angesichts der Personalkürzungen der letzten Jahre und der dadurch immer höher werdenden Belastungen im öffentlichen Dienst ist der Wunsch nach Entlastung deutlich erkennbar", sagte Ver.di-Chef Frank Werneke."

Typische Schlussfolgerung eines Gewerkschaftlers.
Die Leute können es sich offensichtlich einfach leisten. Und wenn die Miete steigt, soll halt der Staat enteignen. Global betrachtet ist Deutschland auf dem schnell sinkenden Ast.

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so-long 17.10.2019, 08:36
7. Aber

Freizeit kostet ganz ganz oft auch Geld für die Aktivitäten.

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kumi-ori 17.10.2019, 08:37
8. Natürlich

Gerade die Angestellten im mittleren Gehaltssektor laufen Gefahr, schon bei geringeren Gehaltssteigerungen in das Segment der "Spitzenverdiener" aufzusteigen, in dem sie nicht nur die Progression, sondern auch der Solidaritätszuschlag mit voller Härte trifft.

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w.moritz 17.10.2019, 08:39
9. Das wundert mich nicht,

denn als Beamter und/oder Angestellter im öffentlichen Dienst sind die Einkommensverhältnisse
mit sozialer Absicherung, d.h. betriebliche Altersversorgung oder Pension, Nachlässe bei Versicherungen, Beihilfen, KV usw dem Lohnniveau weit voraus. Befürchtungen um den Verlust des Arbeitsplatzes
sind nicht vorhanden. So sind diese Leute wohl genährt dem Lohn- und Versorgungsstandard
der Arbeitnehmer in der Wirtschaft weit voraus. Die sollten die Dotierung der Arbeitsstelle
abschaffen und ein Lohnniveau einführen wie in der Wirtschaft, dann würde schnell ein
Umdenken einkehren, aber die sind sicher in ihrer Oase des öffentlichen Dienstes und/oder
als Beamte,r und da Sie reichlich verdienen, da möchten Sie lieber eine kürzere Arbeitszeit,
denn diese ist nicht die Grundlage von Lohn/Gehalt. Wie sagt man- Dicke Beamte ergeben
dünne Bürger- und wenn man z.B. als Beisitzer im Stadtrat so über 40tsd p.a. kassieren kann,
dann noch einen Ehrensold obendrauf, alles Nebenberuflich, dann bin ich der Meinung es
lebt sich nicht schlecht von Zwangsabgaben in dieser Republik. So auch bei dem Staatsrundfunk,
da gehen Gehälter, dass einem Normalo doch schon schwindelig wird, aber nein kein Neid nur
Verwunderung was die da so abschleppen für ihre Show´s.
W.Moritz, Worms

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