Forum: Wirtschaft
Arbeitnehmerschutz: Nur noch jeder zweite Beschäftigte arbeitet mit Tarifvertrag

Der tarifliche Schutz von Arbeitnehmern in Deutschland nimmt weiter ab: Nur noch etwa die Hälfte aller Beschäftigten arbeitet laut einer Studie in einem Betrieb mit Tarifbindung. Besonders ausgeprägt ist die Situation in Ostdeutschland - mit schweren Folgen.

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stanis laus 06.04.2010, 15:14
1. Und was sagt der DGB:

die FDP ist schuld.

Der reinste Irrwitz. Statt für mehr Beschäftigung zu kämpfen, holte die Gewerkschaften mehr Lohndrücker ins Land. Das ehemalige gesellschaftliche Kraftpaket liegt längst im Koma. Die Funktionäre trösten sich mit Aufsichtsratspöstchen, kennen ganz genau die Qualität der Vorstandsrestaurants und der Chauffeursklasse, dafür haben sie aber seit Jahren keinen Arbeiter mehr gesehen. Wenigsten keinen, der noch Gewerkschaftsmitglied ist. Unter den Mitgliedern sind mehr Rentner und Häuptlinge als aktuell Beschäftigte. Von 12 Mio. Mitgliedern runter auf nun knapp über 5 Mio. Das Zeugnis des Versagens.

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Wolfssohn 06.04.2010, 15:17
2. Gewerkschaften

Wenn man sich ansieht, was für Witzfiguren und Handlanger in den Gewerkschaftsvorständen herumfallen, ist es für einen AN vielleicht wirklich besser, keinen Tarifvertrag zu haben.

Voraussetzung ist natürlich ein fairer Chef.

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Interessierter0815 06.04.2010, 15:34
3. *

Zitat von sysop
Der tarifliche Schutz von Arbeitnehmern in Deutschland nimmt weiter ab: Nur noch etwa die Hälfte aller Beschäftigten arbeitet laut einer Studie in einem Betrieb mit Tarifbindung. Besonders ausgeprägt ist die Situation in Ostdeutschland - mit schweren Folgen.
"In Westdeutschland war dagegen zum ersten Mal seit dem Jahr 2001 der Anteil der tarifgebundenen Beschäftigten leicht gestiegen - und zwar um einen Prozentpunkt auf 56 Prozent."
Liegt das evt. daran, dass viele viele Jobs weggefallen sind und die Kurzarbeiter noch zu den tarifgebundenen zählen?
Man man...

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nixkapital 06.04.2010, 15:48
4. Whoa?

Zitat von stanis laus
die FDP ist schuld. Der reinste Irrwitz. Statt für mehr Beschäftigung zu kämpfen, holte die Gewerkschaften mehr Lohndrücker ins Land. Das ehemalige gesellschaftliche Kraftpaket liegt längst im Koma. Die Funktionäre trösten sich mit Aufsichtsratspöstchen, kennen ganz genau die Qualität der Vorstandsrestaurants und der Chauffeursklasse, dafür haben sie aber seit Jahren keinen Arbeiter mehr gesehen. Wenigsten keinen, der noch Gewerkschaftsmitglied ist. Unter den Mitgliedern sind mehr Rentner und Häuptlinge als aktuell Beschäftigte. Von 12 Mio. Mitgliedern runter auf nun knapp über 5 Mio. Das Zeugnis des Versagens.
Ich verstehe Ihre Argumentation nicht?! Geht es jetzt hier darum, dass Gewerkschaften befristet einstellen? Oder nur ganz allgemein ums Gewerkschaft-Watschen? Oder geht es um die allegemeine Praxis von immer mehr deutschen Firmen, bestehende Tarifverträge mit Hilfe von befristeten Verträgen zu unterlaufen? Oder um die asoziale Gesetzeslage, die es zuläßt, dass man mehrfach hintereinander bei ein und derselben Firma befristet angestellt werden kann? Oder worum geht es noch?

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Celestine 06.04.2010, 15:56
5. zahnloser Tiger ...

Zitat von sysop
Der tarifliche Schutz von Arbeitnehmern in Deutschland nimmt weiter ab: Nur noch etwa die Hälfte aller Beschäftigten arbeitet laut einer Studie in einem Betrieb mit Tarifbindung. Besonders ausgeprägt ist die Situation in Ostdeutschland - mit schweren Folgen.
Deutsche Gewerkschaften - ein zahnloser Tiger, der den Arbeitgebern aus der Hand frisst.
Bald ist der Arbeitsmarkt in Deutschland zum Niveau eines Schwellenlandes degeneriert, der Wohlstand der Bevölkerung weitgehend zerstört. Ob die Menschen das langfristig ohne jeden Protest so in Kauf nehmen wollen?

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Sapere aude 06.04.2010, 16:43
6. Ostzone

Zitat von sysop
Der tarifliche Schutz von Arbeitnehmern in Deutschland nimmt weiter ab: Nur noch etwa die Hälfte aller Beschäftigten arbeitet laut einer Studie in einem Betrieb mit Tarifbindung. Besonders ausgeprägt ist die Situation in Ostdeutschland - mit schweren Folgen.
Dazu fällt mir ein Zitat der sächsischen Wirtschaftsförderung ein, welches sie, nach Protesten, leider von der Internetseite gelöscht hat:
"Erfolgsorientiert und pragmatisch sind wir auch bei der Einigung auf flexible, unternehmensbezogene Tarif- und Arbeitszeitmodelle. Kennzahlen gefällig? Unmittelbare Tarifbindung < 10 Prozent, gewerkschaftlicher Organisationsgrad 15 - 20 Prozent, Betriebsratsquote circa 30 Prozent."

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Newspeak 06.04.2010, 16:58
7. ...

Ein Hoch auf diese Gesellschaft, die sich immer mehr zum Sklavenhalterstaat entwickelt. Und die FDP ist immer noch der Meinung, der Staat dürfe keinen Mindestlohn einführen, um u.a. die Tarifautonomie nicht zu gefährden. Lächerlich bei diesen Zahlen.

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Celestine 06.04.2010, 17:19
8. xxx

Zitat von Celestine
Deutsche Gewerkschaften - ein zahnloser Tiger, der den Arbeitgebern aus der Hand frisst. Bald ist der Arbeitsmarkt in Deutschland zum Niveau eines Schwellenlandes degeneriert, der Wohlstand der Bevölkerung weitgehend zerstört. Ob die Menschen das langfristig ohne jeden Protest so in Kauf nehmen wollen?
Scheinbar nicht mehr lange. Hier in der Nähe, im ruhigen wohlhabenden Stadtteil Flottbek im Westen Hamburgs sind gerade fünf Luxusautos angezündet worden.

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Celestine 06.04.2010, 17:31
9. xxx

Zitat von Newspeak
Ein Hoch auf diese Gesellschaft, die sich immer mehr zum Sklavenhalterstaat entwickelt. Und die FDP ist immer noch der Meinung, der Staat dürfe keinen Mindestlohn einführen, um u.a. die Tarifautonomie nicht zu gefährden. Lächerlich bei diesen Zahlen.
Dann wundert man sich, dass so viele junge Menschen keine Familie mehr gründen wollen.

Es wird zu einer unglaublichen Auswanderungswelle kommen, wenn dieser unsägliche Trend nicht revidiert wird. Es ist jetzt schon kurz vor zwölf.

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