Forum: Wirtschaft
Arbeitsagentur: 400 Millionen Euro Kindergeld gehen auf Konten im Ausland
DPA

2018 wurde 17 Prozent mehr Kindergeld ins Ausland überwiesen als im Vorjahr. Hauptgrund ist das Recht der EU-Bürger, in jedem Land des Staatenbundes zu arbeiten.

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AxelSchudak 15.01.2019, 10:32
1.

Also erhalten deutsche Kinder im Ausland Kindergeld aus Deutschland, während EU-Kinder schon ein Recht auf Kindergeld haben, wenn die Eltern in Deutschland arbeiten? Das erscheint ungleich verteilt - eigentlich sollten bei gleicher Rechtsanwendung ausländische Kinder das Kindergeld ihres Ursprungsstaates erhalten, oder deutsche Kinder im Ausland (bzw. schon bei Arbeit im Ausland) das Kindergeld des Arbeitsstaates. Oder hat der Artikel nur unsauber mit den EU-Grenzen gearbeitet?

Verbleibt anzumerken, dass Kindergeld für ausländische Kinder, das auf deutsche Konten geht, nicht erfasst ist - selbst dann nicht, wenn diese Kinder im Ausland leben, das Geld aber auf ein in Deutschland registriertes Konto geht. Die Kindergeld- (und andere Sozialleistungs-) Regelung wollte übrigens Cameron für den Fall des Verbleibs GBs in der EU geändert haben, was man ihm auch zugesagt hatte.

Zusammenfassend erscheint mir die Regelung ein finanzieller Anreiz für EU-Anwohner aus Staaten mit schlechten Sozialleistungen, um die eigenen Kinder zu verlassen - insbesondere wenn es mehrere sind - und sich in Deutschland als arbeitend zu melden. Wünschenswert ist das nicht, auch wenn es sowas wie ein "Länderfinanzausgleich" auf EU-Ebene ist. Vielleicht sollte man das tatsächlich einrichten, dann aber solche Zahlungen wie diese hier darauf anrechnen.

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tuvalu2004 15.01.2019, 10:49
2. Verstehe ich nicht ganz

Für Arbeitnehmer, die in Deutschland arbeiten gibt es Kindergeld. Egal ob die nun Deutsche sind oder andere Europäer. (Für Nicht-Europäer die in Deutschland arbeiten gilt das nicht?) Und das Gelds geht dahin wohin der Arbeitnehmer das will. Das muss dann in der Höhe auch dem deutschen Kindergeld entsprechen und darf nicht an das Land angepasst sein, in dem die Kinder leben oder das Konto ist. Das ist EU-Recht. Okay, soweit.

Und gleichzeitig zahlt Deutschland auch an Deutsche Kindergeld, die im EU-Ausland arbeiten? Müssen das nicht die Gastländer machen?
Und wie wird verhindert, das z.B. die Mutter in Polen arbeitet und polnisches Kindergeld bekommt, und der Vater in Deutschland arbeitet und deutsches Kindergeld erhält - oder umgekehrt?

Und -- ist die Überschrift nicht etwas -- reißerisch? Ist das eine Meldung wert, gibt es da Handlungsbedarf? Was soll der Artikel überhaupt bewirken, soll er informieren und wenn ja über was genau? Was interessiert es überhaupt, wenn sich die deutsche Bürokratie an Recht hält? Verstehe ich nicht so ganz. Gerade in heutigen Kontext der Populisten ist die Meldung ja nicht unschuldig. Gehört da nicht mehr -- Kommentar und Aufklärung dazu?

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Crom 15.01.2019, 11:00
3.

Wer hier Steuern zahlt, sollte auch Kindergeld bekommen. Schließlich stellt dies eine Pauschale für die Steuerfreiheit des Existenzminimums des Kindes dar.

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Rahvin 15.01.2019, 11:23
4.

In Österreich sitzt eine Populistenpartei in der Regierung und verkauft dem Volk diesen Umstand als "Ungerechtigkeit". Das Kindergeld (Kinderbeihilfe) für eine bulgarische 24-Stunden-Pflegekraft, deren Kind in Bulgarien lebt, wird dann nicht nach österreichischem Standard bemessen sondern am bulgarischen (sprich: fast nichts). Natürlich kommt sowas beim "einfachen Volk" gut an, denn so wird den Leuten verkauft, dass man das Geld zusammen hält und den ausländischen Arbeitnehmern, die unseren Leuten die Arbeitsplätze wegnehmen, auf die diebischen Finger geschaut wird. Tatsache ist aber, dass dies geltendem EU-Recht widerspricht. Ausländische Arbeitnehmer zahlen hier Steuern und sind für das Funktionieren der Pflege beispielsweise unerlässlich; das Kindergeld ist für viele ebenfalls ein Argument die schlecht bezahlten Jobs in der 24-Stunden-Pflege anzunehmen. Wenn deutsche Arbeitnehmer im Ausland arbeiten, können diese ja dann gerne bulgarisches oder polnisches Kindergeld anfordern - entlastet die deutschen Steuerzahler sicher erheblich. Wir reden hier im übrigen von nicht einmal 400 Millionen Euro - da gibt es andere Kostenfaktoren, über die weniger Trara veranstaltet wird. Aber da geht es halt nicht um Ausländer, da geht es um korrupte und inkompetente Politiker, die Steuergelder verschwenden oder faktisch veruntreuen. Um Steuergeschenke für Konzerne und Superreiche. Das wird schnell totgeschwiegen und hat meist keine Konsequenzen. Das ist geistig arm.

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photoshop.info 15.01.2019, 11:37
5. 400 Mio

sind es allemal wert, hinter die Kulissen zu schauen. Niemand kann mir erzählen, dass hier dem Betrug nicht Tür und Tor geöffnet sind. Ein Bekannter, der als Beamter für diese Zahlungen auch zuständig ist, sagte mir, dass es für sie völlig unmöglich sei, die Zahl der etwa in der Türkei lebenden Kinder eines Antragstellers zu prüfen. Es fehlt schon an Amtshilfe der dortigen Behörden.

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hador2 15.01.2019, 11:40
6.

Zitat von AxelSchudak
Also erhalten deutsche Kinder im Ausland Kindergeld aus Deutschland, während EU-Kinder schon ein Recht auf Kindergeld haben, wenn die Eltern in Deutschland arbeiten? Das erscheint ungleich verteilt - eigentlich sollten bei gleicher Rechtsanwendung ausländische Kinder das Kindergeld ihres Ursprungsstaates erhalten, oder deutsche Kinder im Ausland (bzw. schon bei Arbeit im Ausland) das Kindergeld des Arbeitsstaates. Oder hat der Artikel nur unsauber mit den EU-Grenzen gearbeitet?
Ich vermute, dass es bei den Zahlungen an deutsche Kinder im Ausland um folgende Fälle geht:

Familie wohnt im Ausland, aber einer oder beide Elternteile arbeiten in Deutschland (also in Grenznähe relevant). In diesem Fall ist es meines Wissens so, dass man vom Deutschen Staat eine Ausgleichszahlung bekommen kann, wenn das Kindergeld im Staat des Wohnortes geringer ist als in Deutschland. In Österreich ist oder war das zumindest so, da bekommt man dann von Deutschland einen Aufschlag aufs österreichische Kindergeld bzw. die Familienbeihilfe.

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Europa! 15.01.2019, 11:44
7. Europa wächst zusammen

Man sollte in diesem Punkt nicht kleinlich sein. Innerhalb der Europäischen Union sollte der Begriff "Ausland" eigentlich ganz aus den Köpfen verschwinden. Hier in Berlin ist Polen nur siebzig Kilometer entfernt, und ich bin sicher, dass die vielen fleißigen Polen, die bei uns arbeiten, in Deutschland dringend gebraucht werden. Das bisschen Kindergeld, das sie nach Hause schicken, ist gut angelegt.

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jan07 15.01.2019, 11:52
8.

Wer hier regulär arbeitet, soll auch regulär sein Kindergeld bekommen. Das ist nur fair, denn schließlich würde man ja auch keinem deutschen Rentner die Rente kürzen, weil er im Ausland lebt. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass es organisierte Kriminalität zur Erschleichung deutscher Sozialleistungen (speziell Kindergeld) gibt, gerade im Osten (Bulgarien und Rumänien). Da muss viel konsequenter gegen vorgegangen werden.

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ginamambo 15.01.2019, 11:54
9. Wer und wie überprüft

eigentlich, ob die für das Kindergeld angemeldeten Kinder tatsächlich den Antragstellern zu zurechnen sind ? oder ob hier nicht noch einige Kinder aus der Verwandtschaft mit im Spiel sind. Bei den korrupten Behörden in manchen Ostblockländern durchaus denkbar.

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