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Arbeitsmarkt in Deutschland: Zahl der freien Stellen auf Rekordhoch
ddp

Die Suche nach geeigneten Mitarbeitern bereitet Unternehmen größere Sorgen als je zuvor. Im ersten Quartal 2018 erreichten die freien Arbeitsplätze Rekordwerte.

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Ökonomikon 30.04.2018, 18:43
1. Die "freien Stellen" sind meist eine reine Farce

So findet man gerade in der Jobbörse der Arbeitsagentur massenhaft Stellenangebote. Was wirklich dahinter steckt, merken die Bewerber schnell: Bewerbungen werden oft gar nicht beantwortet. In anderen Fällen gibt es nur Standardabsagen. Selbst auf bloße Anfragen zum vermeintlichen "Stellenangebot" erhält der Bewerber eine Standardabsage, in der ihm für "interessante Bewerbungsunterlagen" gedankt wird, obwohl er noch rein gar nichts eingereicht hat. Manchmal werden Bewerbungen auch automatisiert binnen Sekunden "beantwortet", wobei dann auch noch dreist behauptet wird, dass die Bewerbung "sorgfältig geprüft und mit allen Abteilungen diskutiert" wurde. Meist sind dieselben Stellen über Monate oder sogar Jahre ausgeschrieben, wo oft nur ab und zu das Datum der Ausschreibung aktualisiert wird. Hinzu kommt, dass viele "Jobangebote" gleich mehrfach ausgeschrieben werden, weil Unternehmen und Jobvermittler diese Stellen parallel ausschreiben. So wurde schon mehrfach berichtet, dass Unternehmen "offene Stellen" über die Jobbörse der Arbeitsagentur massenhaft und kostenlos ausschreiben können. Zudem wird die Identität der Ausschreibenden von der Arbeitsagentur allenfalls stichprobenartig und die Ernsthaftigkeit der Jobangebote gar nicht geprüft. Dies lockt leider viele Datensammler, Werbung betreibende Unternehmen und auch Betrüger an, die über "Stellenangebote" Kontakt zu potentiellen Opfern suchen.

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gartenkram 30.04.2018, 19:03
2. Echt jetzt?

Die jobbörse der arbeitsagentur ist ein witz. Ich kenne etliche firmen, die leute suchen u auf keinen fall mit dieser agentur zusammenarbeiten wollen und werden. Würde ich auch nicht. Am besten gehtnes immer noch mit der frage an mitarbeiter, bekannte etc, ob die jemanden kennen. Schon vor langer zeit, bevor ichnmich selbständig gemacht habe, war das ein albtraum. Meine qualifikationen passen nicht ins standardsortiment dieser agentur, die konnten nicht einmal mit den bezeichjungen von jobs, die für mich interessant gewesen wären, etwas anfange. Ich beneide die kitarbeiter dieser agentur nicht, das ist die unterste schiene der vürokratie.

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firefox34 30.04.2018, 19:34
3. Hat sich das schon mal eine Unternhmensberatung angesehen?

Ich versteh das nicht. Es gibt ein Rekordhoch an offenen Stellen. Jeder Betrieb sucht händeringend qualifiziertes Fachpersonal... Wann lese ich denn dann mal was von Tarifabschlüssen auf Rekordhoch. Von kürzeren und flexibleren Arbeitszeiten. Problemlose Rückkehr in Vollzeit. Sozialversicherungspflichtige unbefristete Arbeitsverträge auf Rekordhoch. Überangebot von Ausbildungsplätzen. Wiedereinführung von Urlaub- und Weihnachtsgeld. Prämien für Jubilare. Übertariflicher Urlaub. Betriebsrente, Firmenkitas, volle Rentenkassen etc. etc.
Stattdessen sollen billige ausländische Arbeitskräfte ins Land kommen, Hartz IV Empfänger Vollzeit arbeiten und als Aufstocker von der Allgemeinheit alimentiert werden, weil die Löhne so niedrig sind. Ausbildungsplätze werden überwiegend im Niedriglohnsektor angeboten, weil man schon von jedem Buchhalter einen Hochschulabschluss erwartet. Berufsanfänger bekommen befristete Arbeitsverträge und die Leiharbeit boomt. Die Wochenarbeitszeit wird auf 40 Stunden heraufgesetzt (es wurde mal für eine 32 Stunden Woche auf die Strasse gegangen), ebenso die Lebensarbeitszeit. Schüler sollen früher Abitur machen und zur Bundeswehr oder Zivildienst müssen sie schon gar nicht mehr. Kitaplätze sind Mangelware und Rentner müssen Flasche sammeln.

Irgendwie scheint der "Markt" für Arbeitsplätze auch nicht so richtig zu funktionieren.

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Little_Nemo 30.04.2018, 19:49
4. Wenn ein Kostenfaktor plötzlich wertvoll wird

Nach allem was ich so höre und mitbekomme habe ich schon den Eindruck, dass da momentan tatsächlich eine Trendwende stattfindet. Anscheinend suchen immer mehr Unternehmen tatsächlich händeringend Mitarbeiter. Mein Mitgefühl hält sich allerdings ein bisschen in Grenzen (obwohl ich natürlich weiß, dass man nicht alle über einen Kamm scheren kann und die Unternehmen auch Sachzwängen unterliegen). Denn jahrelang saßen die Unternehmen auf dem hohen Ross, stellten maßlose Forderungen und Anforderungen zu immer weniger Gegenwert. Sie entzogen sich ihrer sozialen Verantwortung wo sie nur konnten, investierten so gut wie nicht in Ausbildung und ließen die Arbeitssuchenden arrogant am ausgestreckten Arm verhungern. Die Folgen fallen nun auf sie zurück.

Natürlich würden sie sich nun erhoffen, dass diejenigen, die sie all die Jahre keines Blickes gewürdigt haben, sich permanent fortgebildet hätten und Gewehr bei Fuß bereit stünden um die entstandenen Lücken im Arbeitsmarkt zu füllen. Aber das ist natürlich ziemlich weltfremd, wenn Qualifikation so lange nur ein lästiger Kostenfaktor war und deshalb nicht stattfinden konnte. Welch unglaubliches, gesellschaftszersetzendes Missmanagement Politik und Wirtschaft doch in den letzten Jahrzehnten hingelegt haben.

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pepe-b 30.04.2018, 19:50
5. @ firefox34

Tja, dann schauen Sie sich doch mal die Tarifabschlüsse der letzten paar Jahre an. Die Statistiken sind da eindeutig - weshalb auch Renten und Mindestlohn stärker angehoben werden als die Jahre davor. Von Zurückhaltung kann ich da nichts mehr erkennen. Beispiel Metall: 4,3% dieses Jahr - wo sonst ca 2% üblich waren.

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hexenbesen.65 30.04.2018, 19:57
6.

Wenn es nicht so traurig wäre, würde ich schallend lachen ! Da wird gelogen, dass sich die Balken biegen...und SPON merkt IMMER NOCHT NICHTS ??? Da wird eine Firma nach der anderen geschlossen, verlagert, outgesorct...die Arbeitnehmer massig entlassen. Und hier wird von "Facharbeiter-Mangel" gesprochen .... Wiedersprüchlicher geht es wohl nicht mehr.
Aber ich sehe DEN perfekten Facharbeiter: 20 jahre, 40 Jahre Berufserfahrung, Auslandserfahrung, tausend Doktortitel, die Damen dürfen ruhig 100-60-80 haben, lange blonde Haare, für jeden Typ --äh Tip offen...und natürlich seeeehr flexibel bei Mindestlohn von 3 Euro fuffzich... und unbezahlte Überstunden- selbstverständlich ! Männer müssen "anpacken" können--jeden über den Tisch ziehen können, rund um die Uhr malochen...dann gibt es den Wahnsinnslohn von 3 Euro sechzig.... Dem Chef die Wohnung renovieren, das Auto instandhalten, nebenbei die Firma vorm Konkurs retten....
also ne Eierlegende Wollmilchsau für lau....

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firefox34 30.04.2018, 20:20
7.

Zitat von pepe-b
Tja, dann schauen Sie sich doch mal die Tarifabschlüsse der letzten paar Jahre an. Die Statistiken sind da eindeutig - weshalb auch Renten und Mindestlohn stärker angehoben werden als die Jahre davor. Von Zurückhaltung kann ich da nichts mehr erkennen. Beispiel Metall: 4,3% dieses Jahr - wo sonst ca 2% üblich waren.
Kann ich nicht sehen. Seit 2014 sinken die durchschnittlichen Tariferhöhungen. https://www.boeckler.de/wsi-tarifarchiv_4833.htm

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Leser Stefan 30.04.2018, 20:30
8. Ich bin etwas Irritiert

Als jemand der in der Bildungsbranche Arbeitet, habe ich einen ganz anderen Eindruck in Sachen Fachkräftemangel. Ich bilde vom Kaufmann bis hin zur Lagerfachkraft in 3 jähriger Ausbildung. Die Vermittlung in Arbeit läuft zu faßt 90 Prozent nur in Zeitarbeit oder Personaldienstleister, aber nur dann wenn diese Fachkräfte als Helfer in ihrem gelernten Beruf arbeiten...und das zu Löhnen, wie es eben Helfer bekommen. Ich selber finde trotz sehr guter Ausbildung und Qualifikationen und Berufserfahrung mit 51 keine Arbeit mehr, obwohl ich sowohl als Lehrkraft die Theorie vermittelt habe, als auch in der Praxis...naja und die Wahrscheinlichkeit dass ich noch bis 70 Jahre Arbeiten muss.... Nein! Hier in NRW haben wir das Problem Fachkräfte zu finden rein definitiv nicht!

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112211 30.04.2018, 20:49
9. Konditionen

Kein Wunder, wenn die Bedingungen nicht mit der wirtschaftlichen Entwicklung Schritt halten.

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