Forum: Wirtschaft
Arbeitsmarkt: Ostdeutsche arbeiten länger als Westdeutsche
DPA

Auf dem deutschen Jobmarkt gibt es noch immer ein Ost-West-Gefälle. Beschäftigte in den neuen Bundesländern arbeiten mehr Stunden pro Jahr als in den alten - und verdienen deutlich weniger.

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einervondenen 21.08.2018, 08:08
1. Wieder und wieder

Jammernde Forderungen nach Gerechtigkeit haben auch etwas infantiles. Gefühlt alle drei Monate wird dieses Thema geritten. Die Durchschnittsgehälter haben etwas mit dem durchschnittlichen Umsatz ansässiger Unternehmen zu tun. Letztlich zahlen die Unternehmen, was sie am Arbeitsmarkt durchsetzen können. Wer mehr möchte, sollte in diesen Gebieten wertvolle Unternehmen gründen, wie in Sachsen geschehen. Dort gibt es vielleicht höhere Gehälter als in Aurich. Dieser Strukturwert ist sicher auch historisch beeinflusst, letztlich waren das (in den letzten Artikeln) aber nur ein paar Prozent. Was sollen denn die Süditaliener zu den Norditalienern sagen? Mindestlohn erhöhen?

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taschenorakel 21.08.2018, 08:09
2. Kehrseite der Hipster-Economie

"Ein wesentlicher Schlüssel für eine Angleichung sei eine Stärkung der Tarifbindung im Osten."
Dass auch Berlin von den schlechte Arbeitsbedingungen betroffen ist, ist halt die Kehrseite der hippen Startup-Economy in der vermeintlichen coolen Weltstadt: Vermeintliche "zukünftige Multimillionäre" brauchen kein Arbeitsrecht, keine Tarifbindung. Um so unverständlicher, dass ausgerechnet SPD-Bürgermeister Müller, tarifgebundenen Großunternehmen wie Siemens die kalte Schulter zeigt, wenn laut darüber nachdenken, ihr Engagement in der Stadt zu erhöhen.

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The Restless 21.08.2018, 08:10
3. Ostdeutschland plus Berlin

Ich habe den Verdacht, dass die Unterschiede noch krasser ausfallen würden, wenn man die Datenmittelung ohne Berlin ausführen würde, das sozialpolitisch (und historisch) nicht wirklich zu 'Ostdeutschland', wie wir es heute kennen, gehört. Eine solche Mittelung schönt die Datenlage ein wenig, sodass Ostdeutschland nicht ganz so abgehängt aussieht.

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pauli96 21.08.2018, 08:17
4. Mindestlohn von 12 Euro?

Mindestlohn gibt es häufig im Servicebereich, für einfache Tätigkeiten, für Ungelernte. Wer soll denn diesen Lohn im Osten bezahlen? Und von was ? Umgelegt auf die Kunden? Wird sicher gut funktionieren. Nebenbei steigt dadurch nicht automatisch das gesamte Lohngefüge sondern der Abstand der unteren Lohngruppen zum Mindestlohn schwindet. Es ist für den kleinen Gewerbetreibenden im Osten einfach nicht möglich allen Mitarbeitern den Stundenlohn um 2 Euro (mit Arbeitgeberanteil rund 2,50 )zu erhöhen

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dasfred 21.08.2018, 08:20
5. Na ja, was man so Arbeit nennt

Den Arbeitgeber interessiert zuerst die Produktivität. Viel Ertrag, viel Lohn. Im Osten wurde es schließlich als Standortvorteil verkauft, billiger produzieren zu können. Und wenn sich vor jedem neuen Betrieb im Osten Bewerberschlangen bilden, sieht es mit der Verhandlungsmacht auf Arbeitnehmerseite eher schlecht aus.

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Socialmen 21.08.2018, 08:23
6. Dieses Eingeständnis...

...an die Wirtschaft muss bald ein ende haben...es darf nicht sein, dass Westdeutsche bei gleicher Arbeit mehr verdienen als Ostdeutsche.
Nach faßt 30 Jahren der Wiederveinigung, besteht diese 2 Klassengesellschaft noch immer, und wird unseren Sozialstaat spätestens dann stark belasten, wenn die Ost -Arbeitnehmer in Rente gehen, und aufgefangen werden müssen, weil die Rente nicht reicht!
Auch wenn die Lebenshaltungskosten vieleicht hier und da etwas günstiger sind, stimme ich der Sozialexpertin Sabine Zimmermann denoch zu, dass der Mindestlohn Deutschlandweit auf mindestens 12 Euro angehoben werden muss, um zukünftige Generationen davor zu schützen, für Millionen Rentner die Grundsicherung zu bezahlen.
Deutschland hat ein Lohnproblem, und im Osten erst recht, weil wir es zugelassen haben, dass unsere Sanktionierbare prekäre soziale Grundsicherung rein für die Wirtschaft Instrumentalisiert ist, und zudem falsch berechnet bzw. heruntergerechnet wurde, die Tarifautonomie sehr wohl unterwandert hat, und die höhe des Mindest(dumping)lohn festgelegt hat.
Das maximum der Ostdeutschen Wirtschaft dürfte nach faßt 30 Jahren wohl erreicht sein, also es gibt keine gründe mehr, gleiche Arbeitsbedinungen und Löhne wie in Westdeutschland zu geben.
Alleine das ich hier jetzt zichmal Ost und West nennen musste, zeigt mir, dass wir immer noch alle die -oder eine Mauer in den Köpfen haben, verstärkt durch die Ungleichbehandlung der Wirtschaft, und duldung der Politik!

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icke2 21.08.2018, 08:23
7. Schweigende Mehrheit!

"Sonderarbeitsmarkt Ost"? Das dürfte das Unwort des Jahres werden. Wo ist die SPD? Ach so, Tarifautonomie!

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leidernein 21.08.2018, 08:24
8. Es fehlt die Kaufkraft.

Das reine Lohnniveau zu vergleichen ohne Hinzuziehen von Lebenshaltungskosten erzählt doch nur die Hälfte. Setzt man Mietspiegel, Versicherungen, etc in Relation dazu, ergibt sich ein deutlich differenziertes Bild.

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juuu1978.08 21.08.2018, 08:24
9. Lebenshaltungskosten

im Osten oft günstiger? Habe mich im Urlaub mit Menschen unterhalten die im Raum Stuttgart wohnen und arbeiten ind Verwandte bei uns in der Nähe (Sachsenring) haben und demnach Einblick in die Lebenshaltungskosten beider Regionen haben. Sie sagen, dass der Einkauf im Raum Stuttgart etwa 10 Euro teurer pro Woche ist (5köpfige Familie), allerdings verdient die Familie dort gut 500 Euro im Monat mehr als im Osten. Ergo bleibt auch mehr in der Tasche am Ende des Monats. Wohnkosten waren gleich.

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