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Arbeitszeitgesetz: Wirtschaftsweiser hält Acht-Stunden-Tag für "veraltet"
DPA

Ein lockereres Arbeitszeitgesetz: Dafür plädiert der Sachverständigenrat laut einem Bericht. Dass die Arbeit mit dem Feierabend ende, sei "veraltet", sagte der Chef der Wirtschaftsweisen.

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frantonis 12.11.2017, 19:01
1. Mit Industrie und Dienstleistung 4.0

werden einfache Arbeitsabläufe automatisiert und menschliche Arbeitskraft eingespart. Dies sollte der Anlass sein, über einen 7-Stunden-Tag nachzudenken.

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CMES 12.11.2017, 19:09
2. klare Grenzen sind notwendig

Ohne klare Grenzen gibt es keinen Schutz gegen übermäßige Arbeitszeiten und Regelungen zu Mehrarbeit etc. pp. Die Diskussionen über den Wirtschaftsstandort werden bereits seit 30 Jahren als Argument angebracht. Es reicht langsam, immer wieder die alte Rhetorik hervorzubringen.
Der Arbeitstag hat heute schon bei vielen nicht mehr die regelmäßigen 8 h / Tag sondern effektiv 9 h - 10 h / Tag - im Rahmen der Höchstgrenze, die dauerhaft nicht überschritten werden sollte. Die Realität ist eine Abkehr von der 35 h / Woche - wo sie bereits eingeführt wurde. Selbst im öffentlichen Dienst, der mit 39 h für Angestellte und 41,5 h / Woche für BeamtInnen rechnet, entstehen horrende Überstunden.
Wir brauchen keine flexibleren Arbeitszeiten sondern mehr Arbeitsstellen. Und die Erkenntnis, dass sich im Kapitalismus einfach nicht jeder alles leisten kann.
Es ist notwendig die Arbeitszeiten im gesetzlich bestehenden Rahmen zu belassen. Wenn die Wirtschaft andere Zeiten aufgrund internationaler Geschäfte benötigt, dann muss sie eben global in den Ländern vor Ort sein, in dem sie Geschäfte abwickeln will und sich jeweils an die geltenden Arbeitszeitgesetze halten.
Für den deutschen Arbeitsmarkt sehe ich keine Notwendigkeit Arbeitszeiten umzugestalten oder aufzulösen. Hier muss die Wirtschaft sich dem Arbeitszeitgesetz beugen, nicht das Gesetz zu ihren Gunsten umschreiben. Abgelehnt!

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Zukunft3.0 12.11.2017, 19:14
3.

Ich glaube, Herr Schmidt hat überhaupt keine Ahnung, was in manchen Betrieb gang und gäbe ist. Man nennt es moderne Sklaverei. Der Arbeitnehmer muss parat stehen, wenn der Arbeitgeber ruft. Der Alltag hat sich den Bedürfnissen der Arbeitgeber anzupassen. Wo leben wir eigentlich. Die Politik ist nur noch ausgerichtet auch die Unternehmen. Schön blöd, wer sich da noch Kinder anschafft. Für die Arbeitnehmer geht es nur noch rückwärts.

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m82arcel 12.11.2017, 19:18
4.

Ich halte den Achtstundentag ebenfalls für veraltet und denke, er sollte aufgrund stetig steigender Effizienz und Automatisierung auf maximal sechs Stunden reduziert werden - bei vollem Lohnausgleich und deutlicher Anhebung des Mindestlohns.

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max-mustermann 12.11.2017, 19:19
5.

"Dass die Arbeit mit dem Feierabend ende, sei "veraltet", sagte der Chef der Wirtschaftsweisen."
Richtig genau so wie Gerechter Lohn für ordentliche Arbeit, Anstand, Moral und all der andere altmodiche Gutmenschen Kram. Oder mit anderen Worten die Wirtschaft wünscht sich das Feudalrecht zurück.

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Licht aus ! 12.11.2017, 19:20
6. Es ist neuerdings immer das selbe...

... Großkopferte "Experten" schwadronieren über die neuen schöne Arbeitswelt. Die sollten mal die analog arbeitenden Frauen und Männer fragen - vom Stahlkocher bis zur Frisörin - wie die über die sog. Flexibilisierung der Arbeitszeit denken. Siehe " 1,8 Milliarden Überstunden, zur Hälfte nicht bezahlt", das sagt eigentlich alles.

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Bürger Icks 12.11.2017, 19:25
7. Veraltet, soso

Modern sind dann also Burnout und Depressionen, sind dann psychische Probleme wegen ständigem zur Verfügung stehen und erreichbar sein müssen. Viele Menschen haben doch schon längst nicht mehr Feierabend, wenn sie Feierabend haben sollten!

Und die Auswirkungen dieses Sklavenhalterverhaltens der arbeitenden Bevölkerung gegenüber:

"Therapeuten schlagen Alarm: Immer mehr Arbeitnehmer können aufgrund psychischer Erkrankungen ihrem Job nicht nachgehen. Der Grund ist oft Überlastung durch die Anforderungen der modernen Arbeitswelt. "
https://www.welt.de/politik/deutschland/article6895681/Arbeit-macht-immer-mehr-Menschen-krank.html

"Arbeitnehmer in Bayern sind nach Angaben des DAK-Gesundheitsreports immer öfter wegen psychischer Probleme krankgeschrieben. Erstmals waren nach Problemen des Muskel-Skelettsystems wie Rückenbeschwerden (22,5 Prozent) psychische Erkrankungen der zweithäufigste Grund (15,5 Prozent) für Ausfalltage, ergab die Auswertung von Versichertendaten der viertgrößten Kasse Bayerns. Eine Ursache sehen die Verfasser des Reports im zunehmenden Arbeitsdruck. Ein weiterer Grund KÖNNTE sein, dass psychische Erkrankungen nicht mehr so tabuisiert sind."
http://www.sueddeutsche.de/bayern/arbeitnehmer-mehr-psychische-probleme-1.2456199

Liebe neoliberale Sklavenh...Arbeitgeber, wenn man den Gaul reitet bis er tot umfällt, dann verdient man oder durch ihn auch kein Geld mehr. Aber scheinbar steht ja genügend Kanonenfutter für "unsere" marktkonforme "Demokratie", für das Wohlergehen des Geldadels bereit.

Warum bloss kommt einem da folgender Spruch in den Sinn:
"Macht kaputt was euch kaputt macht!"

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harzinger 12.11.2017, 19:25
8. Wurde auch Zeit für einen solchen Vorschlag

" Dass die Arbeit mit dem Feierabend ende, sei "veraltet", sagte der Chef der Wirtschaftsweisen."

Genau! Wo kommen wir denn hin wenn es so etwas wie "Feierabend" gibt? Die Untergebenen haben gefälligst rund um die Uhr für die Herren da zu sein. Wartet mal das gab's doch schon, nannte man früher "Sklaverei".

Ich lese da etwas von "Wirtschaftsweisen" und "Sachverständigenrat". Haben diese Damen und Herren denn außer Kaffeesatz lesen und Prophezeiungen, welche sie ständig korrigieren müssen weil es nicht zutrifft, schon jemals auch nur ansatzweise etwas produktives zu unserer Gesellschaft beigetragen? Welche Werte haben sie denn geschaffen mit körperlich harter Arbeit? Ach so nichts... ja dann....

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LorenzSTR 12.11.2017, 19:25
9. Richtig!

Der 8-Stunden-Tag ist total veraltet. Heute müsste dank Produktivität und technischem Fortschritt kein Mensch länger als drei, vier Stunden täglich arbeiten, aber leider profitieren davon einseitig nur die neoliberalen Freundinnen der sog. Wirtschaftsweisen. Veraltet sind zudem die deutschen Niedriglöhne, die lächerliche Besteuerung von Kapitaleinkommen und Erbschaften sowie der deutsche Arbeitsmarkt, der prekärste Westeuropas. Dass neoliberaler Unsinn schon seit Jahren veraltet ist, dürfte sowieso jedem klar sein.

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