Forum: Wirtschaft
ARD-Börsensendung: Fernsehen für die Parallelgesellschaft
ARD

Es heißt ja, ARD und ZDF würden zu viel für Minderheiten senden und zu wenig für normale Bürger. Genau! Wer, außer ein paar finanziell Auffälligen, braucht zur besten Sendezeit den Börsenbericht? Ab ins Nachtprogramm!

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seinedurchlaucht 06.04.2018, 14:24
160.

Zitat von Cora 62
Sie sprechen mir aus der Seele. Vielen Dank dafür.
Sie sind nicht gezwungen, um kurz vor acht ARD zu schauen.

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Alexander Del Large 06.04.2018, 14:24
161. sehr gut geschrieben

endlich jemand der es ausspricht, ähm schreibt

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yogi65 06.04.2018, 14:24
162. Nicht ganz so einfach

Zitat von Hörbört
Wer Aktien von Unternehmen X kauft und zugleich (oder irgendwann) diejenigen des Unternehmens Y abstößt, und dasselbe in umgekehrter Reihenfolge an einem anderen Tag macht, unterstützt damit weder Investitionen, noch werden dadurch Arbeitsplätze geschaffen. Auch Käufe mit langfristiger Halteabsicht tragen kein Gran zu einer dieser - lügenhaft postulierten - Ereignisse bei, sofern es sich nicht um Neuemissionen (IPOs) handelt. Das Geld, das Sie zur Bank tragen, wird hingegen (vereinfacht gesprochen) Kreditnehmern zur Verfügung gestellt, die damit (hoffentlich) sinnvolle Dinge anstellen - wie zum Beispiel gewährte Zahlungsziele abfedern, den Maschinenpark erneuern, Produktentwicklung finanzieren, Geschäftsfelder erschließen, Markteintritte realisieren, usw. usf. Diese Kredite werden tagtäglich gebraucht. Die Anja-Kohl'sche-Wasserstandsmeldung hingegen ist so gabenreich wie ein Eimer Flüssigbeton unterm Weihnachtsbaum.
Das mag vordergründig so aussehen, ist aber deshalb trotzdem nicht richtig. Wer Aktien (Eigenkapital) kauft geht eine unternehmerische Beteiligung ein. Mit allen Chancen und Risiken. Werden die Aktien eines Unternehmens nicht mehr nachgefragt geht der Kurs in den Keller, weil kein Vertrauen mehr in die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens besteht. Dann bekommt das Unternehmen natürlich auch kein Fremdkapital (Kredite) mehr und kann in der Regel zumachen. Das heißt die Bereitschaft Aktien zu kaufen ist ganz wichtig für die Funktionsfähigkeit unserer Wirtschaft. Und ganz wichtig sind natürlich strategische, langfristig orientierte Anleger. Wenn alle spekulieren würden (also kurzfristig kaufen und verkaufen um Kursgewinne zu realisieren) wäre das in der tat Kasino und die Anfälligkeit gegenüber Spekulationen wäre so groß, dass keine börsennotierte Gesellschaft langfristig existieren könnte.

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go2dive 06.04.2018, 14:26
163.

Wenn ich die Kommentare hier lese, sollte man vielleicht wirklich auf die fünf Minuten Börse verzichten und stattdessen "Rechtschreibung vor 8" senden. Abgesehen davon, betrifft z.B. die Übernahme von Firma X durch Firma Y "wegen der Synergieeffekte" auch die Arbeitnehmer der Firmen X und Y. Ich bin übrigens nicht reich und habe in den letzten Jahren viele verschiedene Aktien gekauft, überwiegend Dividendenwerte. Inzwischen komme ich auf eine Dividendenrendite von 9% (wie viel gibt´s gleich noch an Zinsen bei der Bank?) und Kursgewinne zwischen 20 und 900% (gerechnet auf 6 Jahre) - im Schnitt im Jahr 20%.

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aus-berlin 06.04.2018, 14:26
164. 4000 ist schon Reichtum

Zitat von keine-#-ahnung
"Auf ein klares Reichending lässt schließen, dass immerhin jede dritte Aktie im Land jemandem gehört, der über ein Nettomonatseinkommen von mehr als 4000 Euro verfügt. " Wenn Fricke so Reichtum definiert, treibt er nicht nur weiter seinen linkswuchtigen Spaltkeil in die Gesellschaft, er zeigt damit offenbar an, dass die Dienste eines linken Hofökonomen aktuell wohl nicht so gefragt und honoriert sind ... :-) Aber ich bin sicher ... im Falle des Falles werden die geneigten Leser ihm mittels eines wie auch immer gearteten crowdfunding ein angenehmes Weiterleben ermöglich :-). Nicht, dass er noch "hartzen" gehen muss! Ansonsten ist es mit Frau Kohl wie mit jeder anderen Sendung, die über die Glotze flimmert - wen sie stört, der zappt sie wech. Färdsch. Freuen! Aber wieder eine Kolumne mehr geschrieben, die das Internet verstopfen hilft. Wenn Schreiben zum Ziel des Schreibens wird ... :-)
Mit den 4000 hat er schon Recht. Das mit dieser statistischen Größe ist schon schwierig und es gibt auch sehr viele Zahlen dazu. Ich weiß nicht, ob er wirklich das meint, was ich meine zu verstehen. Wenn man zusammen lebt, lebt man günstiger, die Statistik berücksichtigt das mit einem halben Kopf. Konkret: beide Partner haben jeweils Netto 3.000 EUR, macht zusamen 6.000 jeden Monat. Das ist per Definition Reichtum. Man teilt jetzt diese 6.000 durch 1,5 und kommt auf die o.g. 4.000. Kinder werden mit 0,25 gezählt. Neben den Reichen gibt es auch noch Super-Reichen. Von den Reichen gibt es in unserem Land mehr als man denkt. Von den Superreichen haben wir nicht so viele. Man sollte aber beide nicht in einen Topf schmeißen.

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Darwins Affe 06.04.2018, 14:27
165. Aufklärung notwendig!

1) Ich gebe Herrn Fricke ja recht: Wer sich fürs aktuelle Wirtschaftsgeschehen interessiert, wird sich sicherlich nicht mit 5 Minuten ARD abspeisen lassen, sondern eher Bloomberg anschauen --- internationale Wirtschaftsberichterstattung 24 Stunden am Tag.
2) Ich gebe Herrn Fricke auch recht, dass die durchschnittlichen Wirtschaftskenntnisse --- wie viele Studien belegen --- in Deutschland katastrophal sind.
3) Ob aber das ÖF seinem Bildungsauftrag nachkommt, wenn er nur auf Quoten schaut, mag dahingestellt sein. Hin und wieder Berichte über ökonomische Zusammenhänge könnten vielleicht nicht schaden. Das ginge allerdings den Ideologen in TV und Parteien gegen den Strich, welche die Welt dem dummen Volk in einfachen Strichen erklären möchten.

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dr.eldontyrell 06.04.2018, 14:27
166. Nichts kapiert

Zitat von Dogbert
genau wie die linken Kabarettisten a la Priol und Pispers, von denen hat der Autor vermutlich das Argument. Also, zunächst mal hat jeder Deutsche Aktien, solbald er in eine Pensionskasse, betriebliche Altersversorgung, kapitalbildende Lebensversicherung etc. einzahlt. Das dies nur 12% sein sollen, kann mir keiner erzählen.Er hat, bei diesen Anlageformen, zwar wenig Möglichkeiten der Einflussnahme, das ist aber beim Sparzins ja noch viel weniger der Fall. Trotzdem sollte er sich über den Gang der Wirtschaft, und damit auch der Börse, informieren.Zudem ist ja gerade das Desinteresse an Aktien einer der Hauptgründe, warum die Deutschen in der Rentabilität ihrer Anlagen weltweit ganz hinten liegen. Der DAX schlägt, langfristig, mit einer jährlichen Rendite von rd. 8% jede andere Anlageart (Immobilien in Ballungsgebieten vielleicht mal ausgenommen, und, im Erfolgsfall, natürlich den Lottoschein). Man sollte also die Börseninfo eher ausbauen als sie abzuschaffen.
50% haben nichts, was sie investieren könnten. "Von der Hand in den Mund" lautet das Motto. Da sind keine paar tausend übrig, um ins Kasino zu gehen. Eine kaputte Waschmaschine ist für manche schon der finanzielle Genickbruch.
Und kommen Sie mir jetzt nicht mit "Mit 20EU sind sie dabei!" WOW, 240EU jährlich bei 8% Rendite - irre, Wahnsinn, wo ist das Prospekt der neuen S-Klasse?

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City Cobra 06.04.2018, 14:27
167. Recht hat er

Und welcher Forist hier glaubt, die Börse sei mit der "Wirtschaft" gleichzusetzen oder spiegele irgendetwas mit wirtschaftlicher Entwicklung wider, der sollte sich mal über dieses Geschäft informieren. An der Börse wird spekuliert (siehe Leerverkäufe, Knock Out Zertifikate etc.)! Und nur weil Anja Kohl und Konsorten dort Zusammenhänge zwischen Aktienkursen, "Märkten" (was diese Märkte sind, wird nie weiter erläutert) und der "Wirtschaft" konstruieren , kann man dort über Wirtschaft an sich wirklich nichts lernen.

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Pless1 06.04.2018, 14:31
168.

Zitat von schwaebischehausfrau
Irgendwie hofft man bei den Beiträgen von Hr. Fricke immer, dass es sich dabei um Satire handelt. So bar jedem ökonomischen (und sonstigem) Fachverstand sind sie. Da würde sich jeder Erstsemester Volkswirtschaft fremdschämen.
DANKE!
Mir geht es bei den Kolumnen von Herrn Fricke ganz genau so. Im Grunde ist die einzig mir logisch erscheinde Erklärung, dass der Mann einen sehr ungewöhnlichen Humor hat, der sich mir noch nicht erschlossen hat.

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pepe83 06.04.2018, 14:31
169. Sehr unterhaltsamer Artikel

Bei "Muslim vor acht" musste ich lachen. Allerdings ist ja gerade im öffentlich-rechtlichen Fernsehen die Quote rein theoretisch nicht ausschlaggebend für die Existenzberechtigung einer Sendung. Da müssten noch ganz andere Sendungen gestrichen werden.

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