Forum: Wirtschaft
Arm gegen Reich: Schlimmer als in Amerika
Bloomberg via Getty Images

Von wegen Wohlstand für alle - das Gefälle zwischen Besserverdienern und Billigarbeitern erreicht im aktuellen Aufschwung einen Rekord. Und das Drama ist: Die Folgen werden bei uns immer weniger aufgefangen.

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m.gu 18.05.2018, 13:21
1. Thomas Fricke hat diesen Beitrag sehr gut erarbeitet. Es sind genau

die Vorstellungen, die auch ich voll unterstütze. Fakt ist, dass die Politiker der GroKo ausschließlich jetzt und heute eine Politik für die Vermögenden, Besserverdienenden, Reichen in diesem Land betreiben. 45% Steuer für ca 1 200 000 Millionäre und 45 Milliardäre in Deutschland sprechen eine eindeutige Sprache. Kein westliches Land, welches an Deutschland grenzt, hat unter 55% (Österreich, Schweiz) bis 60% (Dänemark, Norwegen, Finnland) Steuern zu bieten, wir das reiche Deutschland sind ein Eldorado für die Reichen. Jeder User, der rechnen kann brauch nur die Minimum 10% zur Grundlage nehmen. Viele Milliarden Mehreinnahmen hätte unser Land um jeden Rentner, jeden Bedürftigen so viel Geld zu geben, dass jeder Deutsche menschlich leben kann. Jetzt und heute undenkbar, denn ca. 18 Millionen Deutsche haben für Mietzahlung und zum Leben weniger als 1 056 Euro im Monat zur Verfügung. Selbst kenne ich dutzende von Rentner die zwischen 400 - 600 Euro im Monat zum Leben vom Staat erhalten. Ich gebe Herrn Fricke Recht, wenn nicht baldigst die Steuern für die Reichen erhöht wird, wird die Armut weiter rasant ansteigen.

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hubert kreutzmann 18.05.2018, 13:45
2. Was macht die Sozialdemokratie?

Sie ist seit gut zwanzig Jahren nur mit einer kurzen Unterbrechung an der Regierung.

Die Folgen der (von der Oberschicht verursachten) letzten Finanzkrise durften die unteren Einkommen über Steuern und Staatsverschuldung bezahlen. Die damals investierte Kohle aus Steuergeldern sollte man schleunigst wieder einsammeln und der Allgemeinheit zugute kommen lassen. Sie fehlt nämlich offenbar jetzt für öffentlich Investitionen und Daseinsfürsorge.

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carolameyer 18.05.2018, 13:57
3. clickbait

Was man sich angucken muss ist doch der Gini vom verfügbaren Einkommen, von mir aus auch das Brutto-Einkommen (gross income). Aus dem Text ließ sich nicht wirklich verstehen, was das "market income" dazu im Unterschied ist (Unternehmensgewinne?). Das Einkommen vor Eingreifen des Fiskus ist doch das Brutto-Einkommen?
Der Gini vom Bruttoeinkommen war 2010 genau so hoch bzw. niedrig wie 2000. Jetzt sind wir ca. auf dem Stand von 2008. Was steigt da atemberaubend? Ich finde auch, dass es sozial gerechter zugehen muss als bisher. Aber wenn man auf die Bruttoeinkommen schaut, hat die Ungerechtigkeit nicht in atemberaubendem Tempo zugenommen.

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curiosus_ 18.05.2018, 14:00
4. Nein

Zitat von Thomas Fricke
Der Gini-Koeffizient liegt bei null, wenn alle Mitglieder einer Gesellschaft gleich viel verdienen; bekommt ein Mitglied hingegen das gesamte Einkommen, beträgt er 100
Der Gini-Koeffizient variiert nur zwischen 0 und 1, nicht zwischen 0 und 100. Das ergibt sich zwangsläufig aus seiner mathematischen Definition (Wikipedia):

Der Gini-Koeffizient ist die auf die Gleichverteilung normierte Fläche zwischen den Lorenz-Kurven einer Gleichverteilung und der beobachteten Verteilung

Oder, mathematisch:

GUK = (Ag - Aug) / Ag

mit GUK als dem Gini-Ungleichverteilungskoeffizienten, Ag der Fläche unter der Lorenz-Kurve einer Gleichverteilung und Aug der Fläche unter der Lorenz-Kurve für die beobachtete Verteilung.

Richtig wäre: beträgt er 100%

Und nun dazu:

Zitat von Thomas Fricke
Ein Grund dürften die Steuerreformen seit Ende der Neunzigerjahre sein, sagt Charlotte Bartels, Ungleichheitsexpertin beim DIW. Damals wurden Spitzensteuersätze gesenkt und obere Einkommen vor allem entlastet. Und danach auch die eine oder andere Sozialleistung gekürzt. Werbeslogan: Agenda 2010.
Völlig richtig. Und wer hat's gemacht? Genau - Gas-Gerd mit seiner SPD.

56% betrug der Spitzensteuersatz von 1975 bis 1989. Davor und danach (bis 1999) 53%. Der Mittelwert von 1958 bis heute liegt bei 51,5%. Die aktuell 45% sind historisch niedrig.

Interessant ist, dass die absolut niedrigsten Steuersätze (Absenkung von 53% auf 42%) in die Zeit einer SPD-Regierung (Schröder, 1998 bis 2005) fällt. Irgendwie muss sich der Genosse der Bosse (und damit die SPD) seinen Ruf ja verdient haben. Und die SPD wundert sich warum sie inzwischen unter 20% rumkrebst?


Da kommt man aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr heraus.

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noch_ein_forenposter 18.05.2018, 14:27
5. Das ist halt eben das Problem

Super, dass im Gesamten mehr verdient wird, klar. Aber dass dafür immer mehr Rentner in Müllcontainern nach Flaschen suchen müssen, ist furchtbar. Das sehe ich jeden Tag, und das in einer prosperierenden südwestdeutschen Großstadt.

Ich schäme mich für die regierenden Politiker. Daher habe ich in letzter Zeit immer die Linken gewählt.

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BahnCard50 18.05.2018, 14:30
6. Steuersystem regelt

Betrachtet man statt dem market income (Netteinkommen) das gross icome (rote Linie) erkennt man aber, dass wir offenbar über ein Steuersystem verfügen, was die Ungleichheiten ziemlich effektiv ausgleicht, denn der Gini-Koeffizient der Einkommen nach Steuern und Abgaben ist seit Mitte der achtziger lediglich um rund 10% gestiegen.
Die Frage ist nur, ob die starke Besteuerung der sehr hohen Einkommen nicht langfristig dazu führt, dass die aus unserem Land/Steuersystem abwandern, das Geld dann auch nicht mehr umverteilt werden kann und dann auch die Bezieher niedriger Einkommen weniger haben.

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vorsicht 18.05.2018, 14:35
7.

Weshalb benutzt Hr. Fricke den Konjunktiv, wenn er das Auseinandriften zwischen Arm und Reich beschreibt? Es ist doch schon seit langem eine Tatsache und nur Ignorante haben oder wollen es nicht zur Kenntnis nehmen, weil es sie "noch" nicht betrifft. Noch immer habe ich im Ohr (Agenda 2010), was die Politiker tönten "Keine Verhältnisse wie in den USA", nun haben wir sie, diese Verhältnisse.

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Leser161 18.05.2018, 14:52
8. Einfach zu sehen

Früher galt, geht es der Wirtschaft gut, geht es allen gut, die Kurven liefen parallel. Vor ca. 20 Jahren hat sich dann die Wirtschaft von den Einkommen abgekoppelt. Ich weiss nicht wie man vor diesem Hintergrund überhaupt noch damit argumentieren kann, dass Hilfen für die Wirtschaft für allgemeinen Wohlstand sorgen, ohne das man sich den Vorwurf des Trumpismus gefallen lassen muss.

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MeinungVonMir 18.05.2018, 14:53
9. Netto-Einkommen ohne Eingriff durch den Fiskus????

Boah Herr Fricke, das ist mal wieder ein Artikel. Sie berufen sich auf einen "renommierten" Experten und verweisen dann auf einen Vergleich der Nettoeinkommen ohne Eingriff des Fiskus, um die Schere von arm und reich zu erklären. Mann sollte Ihnen aber ggf. mal erklären, dass gerade der Eingriff des Fiskus ja dafür sorgt, dass die reicheren mehr abgeben und die ärmeren wenig. Daher ist der Vergleich eines Netto Einkommens, ohne der Steuerfaktor schlicht Bödsinn. Aber es belegt halt gut ihre Meinung. Daher immer dran denken "Trauer keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast..."

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