Forum: Wirtschaft
Arm gegen Reich: Schlimmer als in Amerika
Bloomberg via Getty Images

Von wegen Wohlstand für alle - das Gefälle zwischen Besserverdienern und Billigarbeitern erreicht im aktuellen Aufschwung einen Rekord. Und das Drama ist: Die Folgen werden bei uns immer weniger aufgefangen.

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zbv10 18.05.2018, 18:52
160. 1% besser reicht.

Wenn man zulässt, dass A ein Prozent besser ist als B (und dementsprechend jedes Jahr 1% mehr verdient) und man beginnt in 1950, wo A und B noch gleichauf lagen, dann war die Schere 1960 schon 10.5% gross, 1970 waren es 22%, 1980 waren es 35%, 1990 49%, 2000 64%, 2010 82% und 2020 wird die Schere auf 100% gehen. Waren A und B 1950 noch gleich auf, so steht A heute doppelt so gut da wie B. Obwohl er nur 1% besser ist. Wie mag das erst mit 10% besser aussehen. Einzige Lösung: Vernichtung des Vermögens des A, entweder durch Krieg oder fiskalische Enteignung.

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Guerilla_77 18.05.2018, 19:00
161. ...

Man muss halt verinnerlichen das sich Geld nicht in dem Maße vermehrt wie man(die..) es einem Weiss machen wollen.

Praktisch ist Geld auf dem Planeten eine konstante, mit minimalen Wachstum(es werden neue Minen erschlossen und alte geschlossen zb. der wert dürfte deutlich unter 2% liegen bzw. innerhalb von promille).

Die einzige möglichkeit also "Gewinne" zu erzielen ist es also es anderen weg zu nehmen...
Früher hat man es den Kolonien weg genommen, hat sich seit den 60er erledigt, danach hat man es Asien weggenommen(in Afrika ist man noch dran), hat sich auch erledigt.

Bleibt dem Geldadel nur noch die eigene Bevölkerung über.
Bis in die 90er mit dem Ostblock hat man die Illusion aufrecht erhalten man sei ja ach-so-viel-besser(war nötig für die West-Propaganda...), danach hat halt Schröder die Grundlagen geschaffen die Bevölkerung auszurauben um die Gewinne einiger weniger zu sicher bzw. damit wachstum.

Hat nicht einer der US-Einflüsterer Schröders gesagt die Unterschicht in der BRD verdiene zu viel, da muss mehr Konkurrenzdruck her, mehr Zwang?
Genau das hat er gemacht...

Man muss einfach verstehen das die Gewinne einiger der Verlust andere sind(Staatlich bezogen, etwa das der Gewinn der BRD der Verlust Griechenlands, Italiens.... der USA sind - zumindest das hat Trump verstanden...) und das die ach-so-tollen-Weltbürger-und-Yuppie-Gehälter in Deutschland( und zb. GB.... von wegen Brexit und so...) immer nur auf dem Rücken der kleinen Angestellten und Arbeiter zustande kommen...

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kirk_dougles 18.05.2018, 19:13
162.

Zitat von ueberlegdochmal
Herr Fricke, hier ein paar ökonomische Grundregeln: - Arm und Reich bedeutet im wesentlichen arm durch Unproduktivität und reich durch Produktivität. Es gibt natürlich Ausnahmen. - je mehr jemand erwirtschaftet, desto mehr Geld hat er/sie. Ist ja hoffentlich auch in Ordnung, oder? - je größer die Ungleichheit zwischen Arm und Reich, desto besser geht es der Gesamtökonomie eines Landes. Es ist aber kein Null-Summen-Spiel. Das Einkommen Aller wird angehoben. - Gleichheit zwischen Arm und Reich gibt es nur in kommunistischen Ländern, wie Kuba und Venezuela mit dem Ergebnis, dass Alle gleich arm sind, bis auf die Parteibonzen. Zusammenfassung: Es ist ein gutes Zeichen für die Gesamt ökonomie in Deutschland, dass die Schere in Deutschland auseinander geht. Was wichtig ist, damit jeder profitiert ist, dass die unteren Einkommen ebenfalls absolut steigen.
Also, so ein Blödsinn kann ja nur von einem verfechter der Reichen kommen. " arm durch Unproduktivität und reich durch Produktivitä" ist ein extrem pervertierter Satz, denn er leugnet ganz bewusst, dass Reich sein mit Produktivität nichts mehr zu tun hat. Wenn Hedgefonds oder ähnliches Unternehmen aufkaufen, meist noch mit Bankunterstützung, dann aussaugen bis es kaputt ist und den Rest abwickeln verdienen sie Millionen, haben aber nur zerstört und absolut nichts produktives getan. Raubtierkapitalismus pur eben. Genauso die ganzen Spekulationen und sonderbarsten Formen von Kauf- und Verkauf an den Börsen. Leerverkäufe, CDS, CDO, woher kam denn die Finanzkrise? Von Betrug und Missbrauch dieser Instrumente. Dabei wurden Milliarden verdient während Hundertausende Haus und Hof verloren haben. Produktiv? Das ist ein echt guter Witz und zeugt von nichts weiter als der verlogenen eingebildeten Arrogranz von Reichen. Sie sind reich weil sie so fleißig sind, na klar und der Rest ist eben zu doof nicht wahr? Ich werdet euch noch wundern wenn ihr so skurpellos weitermacht. Nichts gegen einen gutsituierten Mittelständler der darf auch mehr haben. Niemand spricht von Kommunismus (ebenfalls schnell und gerne bemüht wenn es darum geht das Reiche ihre Pfünde verteidigen wollen). Hier geht es um Panamapapiere, Steueroasen, Schlupflöcher die das Reichsein erst möglich machen Plus allerlei lasche zu ihren Gunsten gebogenen Gesetze die allerlei krumme Touren erlauben. Und zu guter Letzt mal ein Satz den alle Reiche mal kapieren sollten. "Niemand, absolut niemand ist so produktiv das er hunderte von Millionen verdient hätte, absolut niemand" Das ist nur die Ausgeburt eines Systems das völlig aus den Fugen geraten ist.

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Guerilla_77 18.05.2018, 19:15
163.

Zitat von kuestenvogel
Die wirklich Reichen sind seit langem eine Gruppe für sich, eben "die Elite" (angeblich ;). Sie benutzt die Mittel- und Unterschichten weltweit, um ihr Einkommen zu erhöhen, denken sich, sie haben dann noch mehr Macht - oder wozu? Das ist nicht neu. Die perfide Folge ist, dass die Mittel- und Unterschicht, erst recht Gruppierungen innerhalb der Schichten, weltweit politisch - in der Folge auch medial - gegeneinander ausgespielt werden. Überspitzt und vereinfacht dargestellt: Innerhalb der Unterschicht ist in der BRD seit Jahren, bereits seit 2013 (Visa-Freiheit für gewisse EU-Staaten) z. B. ein Wohnungskampf entstanden, der sich seit 2015 logischerweise verschärft hat. Das war abzusehen - sehenden Auges hinein, so wurden Rechte stark gemacht, da die Unterschicht eben kein Thema ist. Jetzt sind alle angeblich erschrocken, alle außer Menschen mit wenig Geld. Das zeigt, dass es keinen Bezug der Allgemeinheit zu Menschen der Unterschicht gibt. Innerhalb der Unterschicht wird ausgespielt, die Mittelschicht bekommt via Internet vermehrt davon etwas mit, auch da wird herumgekloppt. Jetzt ist nicht nur der Hartzer faul, der Behinderte störend, der Kranke eine Belastung, der Ausländer eben Ausländer, sondern der Handwerker pfuscht wegen zu vieler Aufträge und die Krankenschwester, die Böse, stellt aus Faulheit den xten Antrag auf (psychische/physische) Reha, um wenigstens bis zur Rente durchzuhalten, damit sie ihre 1000€ hat. Wenn es um Arme gegen Reiche geht, dann wie seit Jahrzehnten: 1% der Bevölkerung gegen 99% - dank Internet wird es nur sichtbarer, zumal der globale Verteilungskampf der endlichen Ressourcen eben auch allgemein zugänglicher wird. Abgesehen davon ist das humane Leben um zu Arbeiten vermutlich nicht anders als ein Leben von Bienen oder Ameisen.
Es ist seit Jahrhunderten wenn nicht seit Jahrtausenden das selbe Schema - und das wirklich bedauernswerte ist das die Bevölkerung noch immer darauf reinfällt.

Die Oberschicht spielt diejenigen die wenig haben gegen die aus die nichts haben...

Schröder hat das par excellence gemacht in dem er die armen Arbeiter gegen die Arbeitslosen ausgespielt hat.
Es werden auch die angebliche Oberschicht/Highperformer gegen die Unterschicht/Lowperformer ausgespielt - nach wie vor.

Dabei kann ich ihnen versichern das die ach-so-böse Linke, inklusive mir, sich nicht die Bohne für Gehälter jenseits der 3k/Netto oder 500.000/Jahr interessiert.
Das sind auch "nur" arme Schweine die sich von den wahren Herren instrumentalisieren lassen...

Die wahren Nutzließer und Reichen sitzen ganz wo anders und genau diese Leute mit ihren Millionengagen oder Milliardenvermögen gefährden den Weltfrieden - so wie schon immer...

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dwalle99 18.05.2018, 19:50
164.

Zitat von dr.w
mehr als 50% der Steuern zahlen ist allefalls dann zutreffend, wenn alle Steuerarten einbezogen werden, insbes. die indirekten Steuern und dort vor allem die Umsatzsteuer. Indirekte Steuern, und auch hier wieder die Umsatzsteuer, trifft aber die geringen Einkommen erheblich härter als die hohe. Also verteilen die Armen ihr weniges Einkommen and sich selbst und andere Arme um... Und vielleicht mag kein Rentner zur Zeit von 440,-- Rente leben - selbst wenn ich das schon stark bezweifle, aber zum einem ist auch mit einer Rente unter € 1.000,-- recht schlecht zu leben und zum anderen nehmen die geringen Renten immer mehr zu (unter anderen auch dadurch, daß bei Hartz IV keine Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt werden). Ich empfehle Ihnen, in die USA umziehen, vielleicht noch nach GB.
Die Kenntnis von Fakten würde hier helfen. Fakt ist, das das unterste Zehntel der Haushaltseinkommen keine Einkommensteuer und nur 5,5% des Aufkommens an MWSt zahlt, hat aber 43,8% Anteil am Sozialtransfers. Das oberste Zehntel zahlt dagegen 48,2 % der Einkommensteuer und 17,5% des MWSt Aufkommens, bekommt aber nur 0,9 % des Sozialtransfers. Kurz gesagt: Die oberen 30 Prozent der Einkommensverteilung bestreiten etwa 80 Prozent
der Einkommensteuereinnahmen und 42 Prozent der Mehrwertsteuereinnahmen. Dies macht etwa zwei Drittel der gezahlten Steuern aus. Dabei erwirtschaftet diese Gruppe etwa 55 Prozent der gesamten Haushaltseinkommen. Insofern würde ich mal sagen, das hier schon eine ziemlich deutliche Umverteilung stattfindet, denn Zahlen lügen nicht. Die ganzt konkrete Zahlen für 2017 sind hier zu finden: http://dl.iwkoeln.de/index.php/s/ShTebpL4PYE4Bc8 .

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irobot 18.05.2018, 19:53
165.

Zitat von Actionscript
...54.000 ist ein Problem, wenn Leute mit Millionen Einkommen denselben Satz zahlen. Der Höchststeuersatz sollte auf wesentlich höhere Einkommen gesetzt werden, und die Progression bei unteren Einkommen steiler gemacht werden. Auch sollte der Höchststeuersatz angehoben werden. Ausserdem werden Rentner zu hoch besteuert. Denn in den meisten Fällen wird ein Einkommen kleiner, wenn man Rentner wird. Solche Forderungen sollte man eigentlich von der SPD erwarten.
Vielleicht sollte man erst mal anfangen, die ganzen Ausnahmen zu entfernen. Über Jahrzehnte hinweg hat man versucht, über selbige eine soziale Komponente in das Steuerrecht einzubringen. Mit dem Ergebnis, dass sich die wirklich Wohlhabenden ihre Steuerlast systematisch klein rechnen können, während der normale Arbeiter/Angestellte sich dumm und dämlich zahlt.

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syracusa 18.05.2018, 19:54
166.

Zitat von dagmar1308
als Täter vergessen und immer nur die SPD, oder am besten wie früher nach der Diktatur nur einer, jetzt und hier der Schröder genannt. Am Sozialabbau, der die Arbeitnehmer getroffen hat mit voller Wucht auch im Rentenalter, waren die Grünen maßgeblich beteiligt.
Das ist eine faktenwidrige Verleumdung der Grünen. Die Hartz-Agenda hat die SPD ganz alleine verbrochen. Den Koalitionsvereinbarungen zufolge hatten die Grünen da kein Wörtchen mitzureden, und es waren tatsächlich auch keine Politiker der Grünen daran beteiligt. Den Grünen kann man allenfalls vorwerfen, sich der Hartz-Agenda nicht widersetzt zu haben. Ich finde auch, dass die Grünen damals die Koaltion an dieser Frage hätten scheitern lassen sollen.

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deutscher-michel 18.05.2018, 19:56
167. @16 - Adam01

3 % Brutto mehr sind nicht 1.5 % Netto sondern ebenfalls 3% Netto mehr - aufgrund der kalten Progression schlechtestensfalls 2,9% mehr. Damit ist alles über der Inflation ein realer Einkommenszuwachs.

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sven_nichtda 18.05.2018, 20:01
168. Andere Interpretation

Ich verstehe die Grafik etwas anders.
Sie besagt ja, dass das 'Market Income' in Deutschland stärker differiert
als das 'Gross Income', verglichen jeweils mit den USA.

Jetzt muss man natürlich wissen, was der Unterschied zwischen den beiden ist.
Das 'Market Income' ist im Endeffekt doch mein Einkommen, welches ich als Lohn,
Gehalt, Mieteinnahmen, Kapitalerträge usw. erziele.
Das 'Gross Income' ist im Endeffekt dasselbe, nur dass noch staatliche Transferleistungen
dazukommen.
Und mit diesem Wissen liest sich die Grafik doch ganz anders!
Die Bruttoeinkommen streuen weniger stark als in den USA, was für eine eher gerechtere Verteilung der
Löhne, Gehälter, Kapitalerträge und Transferleistungen(!) spricht.
Und außerdem ist es ja auch ein Stück weit logisch, da der 'Arbeitslose' in den USA sich mit schlecht bezahlten
Aushilfsjobs über Wasser halten muss, in Deutschland aber event. mehr Transferleistungen vom Staat kommen. Damit braucht er zum Leben weniger 'Market Income', damit steigt dort die Ungleichverteilung.
Genaus können vielleicht unsere Rentner/Pensionäre über im Schnitt höhere Transferzahlungen 'freuen'. Ich weiß es nicht. Aber im Endeffekt zeigt die Grafik doch eher ein funktionierendes oder zumindest besser funktionierendes Umverteilungssystem!

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dr.w 18.05.2018, 20:02
169. Das nenne ich Kommentar

Zitat von fat_bob_ger
kann ich noch nicht erkennen, dass das ganze Land verarmt ist und die Mittelschicht dem Untergang geweiht ist. Auch wenn ich mir anschaue, was weggeworfen wird, dann kann es uns nicht ganz schlecht gehen. Auch wird immer noch viel mit dem eigenen PKW herumgefahren, manchmal nur so zum Spaß. Da stehen schöne PKW´s vor den Sozialsiedlungen. Vielleicht ein kleiner Hinweis dazu: Jemand der in Burkina Faso in Kaufkraft gemessen einen Durchschnittlsohn bezieht, wäre bei uns noch unter einem Empfänger von Sozialunterstützung. Ich nenne das "Jammern auf hohem Niveau!"
auf niedrigstem Niveau! Burkina Faso und die Bundesrepublik sind in keinster Weise vergleichbar! Vielleicht sollten wir dann mal das Rentenniveau aus Österreich, die Kinderbetreuung und medizinische Betreuung aus den skandinavischen Ländern ansehen usw usw... und nicht zu vergessen die Erbschaftssteuern in GB und den USA, die um ein viellfaches höher sind als bei uns

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