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Armut von Alleinerziehenden: "Ich habe mich so sehr geschämt"
Getty Images/ Photothek/ Inga Kjer

Mit 40 wird Jessica Brenner noch mal Mutter - ohne Job, ohne Geld. Zwei Tage nach der Geburt verliert sie ihre Wohnung, aber nicht ihren Mut. Eine Geschichte über Armut und Hoffnung.

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Jusoka 23.12.2018, 16:37
10. Du sollst Gutes tun. Nicht "du musst".

Zitat von chrissikaa
Sie reden vom Christentum und haben nix Besseres zu tun, als auf der Frau rumzuhacken? Als Christ sollten Sie unvoreingenommen Nächstenliebe walten lassen, das wäre das höchste Gebot und ein Zeichen wahrer Größe. Jesus hätte sie aus dem Tempel geprügelt, mein Lieber! Frohe Weihnachten JT
Sie scheinen keine Ahnung von der Bibel und der Geschichte der "Tempelaustreibung" zu haben. Lesen Sie diese Geschichte erst mal. Da ging es um etwas ganz anderes. Nächstenliebe ist in der Bibel bzw. im Christentum und in allen anderen Religionen kein muss, sondern ein soll. Im Übrigen wird in allen Religionen gelehrt, selber fleißig zu sein. Faulheit und Bequemlichkeit wird auch hier nicht entschuldigt. Niemand auf dieser Welt hat das RECHT alimentiert zu werden. Die Vollkaskomentalität greift leider immer mehr um sich. Anderen auf der Tasche zu liegen, wenn dies selbstverschuldet ist, wird von allen Religionen verurteilt. Nur wer für sein Schicksal nichts dafür kann, dem soll geholfen werden.

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Frida_Gold 23.12.2018, 16:38
11.

Zitat von GyrosPita
Ich gehe arbeiten und zahle Steuern und Sozialabgaben damit Gestalten wie die Protagonistin dieses Artikels im Bett bleiben können und sich nicht mal beim b*msen Gedanken machen müssen. Reicht das als Nächstenliebe, oder muß ich solchen *Selbstzensur* auch noch monatlich den zehnten Teil meines Einkommens in die Hand drücken?
Tja, und ich sehe da so: Offensichtlich haben wir als Gesellschaft ja komplett versagt, dieser Frau in jungen Jahren ein solides Gerüst mitzugeben, damit sie ihr Leben managen kann. Details kennen wir nicht. Da kann alles mögliche schiefgelaufen sein.
Jetzt ist sie so, wie sie ist, und hat ein Kind, bei dem wir es besser machen müssen.
Oder was wäre Ihr Vorschlag? Zwangsarbeit? Kindesentzug?

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Sleeper_in_Metropolis 23.12.2018, 16:39
12.

Zitat : ""Es war mir peinlich, Fremde um Hilfe bitten zu müssen", sagt Brenner."

Warum ? Auf div. Kleinanzeigenportalen wird viel verschenkt, und viele Leute haben Sachen zum abgeben übrig. Das kann man ruhigen Gewissens annehmen.

Peinlich wäre mir an Stelle der Dame eher, mit Anfang 40 und ihrer (Erwerbs)Biografie noch mal ungewollt schwanger zu werden, oder 2000 EUR Nachzahlung innerhalb kürzester Zeit auf den Kopf gehauen zu haben und dann wieder mit leeren Händen dazustehen.

Sowas verstehe ich immer nicht : Solche Leute haben doch Jahrzehnte lang mit (sehr) wenig Geld auskommen müssen. Die wissen doch was das Leben kostet und wie man sparsam über die Runden kommt. Da muss man sich doch so einen Betrag erst recht gut einteilen.
Aber da ist es wohl vom Prinzip her so ähnlich wie mit manchen Lottogewinnern : Normalerweise könnte man von der Kohle bis zum Lebensende auskömmlich leben, aber die sind nach spätestens zwei Jahren Pleite.

Vermutlich hat sie Kleidung und Spielsachen dann auch direkt nagelneu im nächsten Laden gekauft, anstatt mal auf Flohmärkte, *bay Kleinanzeigen, Kleiderkammern oder ähnliches zurückzugreifen. Die Idee ist ihr vermutlich gar nicht gekommen, oder es war zu anstrengend.

Dazu passt übrigens auch gut das Foto vom Lebensmitteleinkauf auf dem Balkon : Alles ist knapp, aber zwei Dosen Bier sind schon noch drin. Und natürlich kein NoName-Bier, nein, es muss schon das gute Markenprodukt sein. Wie verträgt sich das denn mit Aussagen wie : "Manchmal isst Brenner nur einmal am Tag, damit für ihre Tochter genug da ist". Oder ist das Bier für die Tochter ?

Auch wenn die Frau bei ihren leiblichen Eltern einen sehr bescheidenen Start in's Leben hatte und ihre Lebensumstände alles andere als schön sind, aber sie macht es einem an manchen Punkten auch nicht unbedingt leicht Mitleid zu empfinden.

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charlybird 23.12.2018, 16:42
13. Hier ist ja auch schon

die versammelte moralinsaure ''Selbst-Schuld-Fraktion'' in der Verachtungsecke, teilweise auch noch christlich verortet und sogar steuerzahlend.
Ja, menschliche Schicksale gibt es nicht, nur selbstgemachtes Elend.
Auch wenn sich der Lebensweg der Frau ziemlich katastrophal liest und sie nicht gerade den besten Halt für ihren Start ins Leben mitbekommen hat, egal, dann muss man sich halt später überlegen, ob man sich noch einmal schwängern lässt.
Und dann noch von einem...... und der ist auch noch …....
Nicht das wir als einziges Völkchen so daherkommen, aber dieses hier gelesene, teilweise verschrobene Sozialbild lässt sich von jedem verstaubten Heimatfilm immer noch auf das Heute übertragen. Irgendwie so richtig weihnachtlich das ganze. :-)

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Ezechiel 23.12.2018, 16:42
14.

Zitat von kunibertus
Das Schlüsselproblem für die gegenwärtige Lage von Frau Brenner dürfte sein, dass sie keine Ausbildung hat. Bevor hier also Mitleid bezeigt wird, sollte erst einmal die Frage beantwortet werden, warum sie nach der Schule - die scheint sie ja abgeschlossen zu haben - keine Ausbildung gemacht hat. Wenn man sich die Ursachen für den Bezug von Unterstützungsleistungen ansieht, steht an erster Stelle Arbeitslosigkeit wegen mangelnder Fachkenntnisse. Wir haben in Deutschland einen Mangel an Fachkräften. Dagegen gibt es kaum noch Beschäftigungen für nicht oder gering Qualifizierte. Diese - wenigen - Arbeitsplätze werden dann auch noch von Personen besetzt, die keine hohen Ansprüche an die Vergütung haben. Es ist übrigens auch mit 41 noch möglich, eine Berufsausbildung zu machen, noch dazu, wenn das Kind einen Kindergartenplatz hat. Den würden sich viele Frauen wünschen, um dann arbeiten zu können. Voraussetzung ist natürlich, dass man es auch will. Aktuell werden z. B. in einer Berliner Tageszeitung Umschulungsmöglichkeiten zur Verwaltungsfachangestellten angeboten. Da ist keine Altersbegrenzung angegeben.
Auszug aus dem Beitrag:
Bevor hier also Mitleid bezeigt wird, sollte erst einmal die Frage beantwortet werden, warum sie nach der Schule -
die scheint sie ja abgeschlossen zu haben - keine Ausbildung gemacht hat.
Auszug aus dem Artikel:
Kurz vor der Prüfung bricht sie ihre Friseurlehre ab. "Feiern war mir wichtiger", sagt sie. Heute bereut sie das.

Damit dürfte die Frage beantwortet sein.

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Ezechiel 23.12.2018, 16:48
15.

Zitat von lapje
Mal Ihre Aussage unabhängig von dem Artikel gesehen: Sie können also die nächsten 2-3 Jahre überblicken, wie das bei Ihnen so mit Arbeit und so wird? Schön, dann dürften Sie zu einem ganz geringen Teil der Bevölkerung gehören. Wenn es danach gehen würde, dürften nur ganz wenige Menschen Kinder bekommen. Würde unserem Staat sicherlich gut tun. Ach ja, und wenn man dann Hilfe braucht, soll man keine bekommen. Aber das diese Kinder später unseren Staat unterstützen, und damit auch Sie (mit Rente, Aurechthaltung der Infrastrukturen usw), dafür sind sie dann gut genug? Fragen Sie sich mal, wer das später alles zahlen soll, wenn Leute wirklich weniger Kinder bekommen (was ja schon der Fall ist). Hoffentlich kommen genau diese Kinder dann zu Ihnen und machen Ihnen deutlich, dass diese Sie auch nicht unterstützen wollen wenn Sie mal Hilfe benötigen.
Die Frage ist nur, inwieweit die Frau Vorbild für ihre Kind sein kein. Natürlich stehen ihr und dem Kind Hilfe zu. So wie der Artikel es rüberbringt tut sie aber so, als ob sie in ihrer Situation keiner Weise mitverantwortlich ist.

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werdercale 23.12.2018, 16:49
16.

2000 € Nachzahlung bekommen und komplett innerhalb von 14 Tagen ausgegeben. Das muss man erstmal schaffen.

Und die Ausbildung kurz vor der Prüfung geschmissen. Von allem anderen will ich nicht reden.

Da ist viel schief gegangen, aber komplett unschuldig ist die Frau an ihrer Situation nicht unbedingt.

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panzerknacker 51 23.12.2018, 16:51
17. Ja,

was soll man dazu noch sagen außer alles falsch gemacht, was nur eben falsch zu machen war. Die Krönung ist natürlich, sich dann auch noch schwängern zu lassen von einem Mann, der als Versorger wohl eher ausfällt. Frohes Fest kann man da eigentlich nur noch ironisch wünschen.

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Ezechiel 23.12.2018, 16:55
18.

Zitat von Frida_Gold
Tja, und ich sehe da so: Offensichtlich haben wir als Gesellschaft ja komplett versagt, dieser Frau in jungen Jahren ein solides Gerüst mitzugeben, damit sie ihr Leben managen kann. Details kennen wir nicht. Da kann alles mögliche schiefgelaufen sein. Jetzt ist sie so, wie sie ist, und hat ein Kind, bei dem wir es besser machen müssen. Oder was wäre Ihr Vorschlag? Zwangsarbeit? Kindesentzug?
Ein wesentliches Detail geht aus dem Artikel hervor. Hier steht:
Kurz vor der Prüfung bricht sie ihre Friseurlehre ab. "Feiern war mir wichtiger", sagt sie. Heute bereut sie das.

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Oliver Sprenger de Montes 23.12.2018, 16:57
19. Das Bier muß kalt stehen …

… daher kommt es auf den Balkon: http://cdn3.spiegel.de/images/image-1375358-galleryV9-vvbv.jpg Und da man sich ja sonst nix gönnt, muß es schon Beck's sein, nicht etwa Feldschlößchen oder Paderborner.

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