Forum: Wirtschaft
Arzneimittelreport: Medikamente in Deutschland sind viel zu teuer
DPA

Deutschland wird seinem schlechten Ruf als Hochpreisland für Medikamente weiterhin gerecht, das zeigt der neue Arzneiverordnungsreport. Mit ähnlichen Preisen wie in den Niederlanden könnten rund 30 Prozent der deutschen Arzneimittelausgaben eingespart werden.

Seite 21 von 22
ukubi 27.09.2012, 16:34
200. Mondpreise

Die deutschen Generikapreise liegen bei ca. 10% des Listenpreises durch die Rabattverträge. Das weiß auch die AOK. Der Report ist eine bewußte Irreführung.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
styxx66 27.09.2012, 16:50
201. xxx

Zitat von Prokrastes
... kostet in Großbritannien etwa 1p pro 500mg-Tablette. Das sind 0.013 EUR. (16-Stück-Packung bei Tesco für 15p)


So könnte man die Aufzählung der Arzneimittelpreise beliebig fortsetzten. In den USA und Canada bekommen Sie 500 Aspirin für einen Dollar. In Frankreich und Luxemburg kosten die Medikamente in etwa die Hälfte wie bei uns. DE ist ein Paradies für Multis und die wurden im wahrsten Sinne des Wortes von den Politikern unter Artenschutz gestellt. Die Pharmaindustrie, die Stromversorger, die Mineralölindustrie, all diese Multis haben mehr Rechte als Otto-Normalverbraucher und können, dank des Blanko-Persilscheins aus der Politik, schalten und walten wie sie wollen. Keiner stört das muntere Treiben. Die Frage, die uns dabei ins Auge sticht, ist warum haben wir noch ein Bundeskartellamt und was macht eigentlcih eine "Verbraucherschutzministerin Aigner"? Fragen über Fragen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Bowie 27.09.2012, 16:51
202. Der Zynismus der Gesunden...

...hebt bei diesem Thema regelmäßig sein hässliches Haupt. Es lässt sich wunderbar gegen Medikamente jeglicher Art polemisieren, so lange man jung und gesund ist. Sollte man sie benötigen, wird man froh sein, dass man durch Schilddrüsenhormone, Blutdrucksenker, Lipidsenker, etc. etc. einige Jahre mit deutlich erhöhter Lebensqualität zurückgewinnt. Sollte eine OP anstehen, möchte kein Mensch, dass wieder zwei kräftige Männer mit Lederriemen und Beißholz ans Lager treten oder man postoperativ an einer banalen Infektion mangels Antibiotika verreckt. Etwas mehr Dankbarkeit angesichts breitem Zugang zu diesen Medikamenten, die sich ganz nebenbei nicht automatisch von alleine in den Schränkchen materialisieren, ist manchmal wirklich angebracht...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mischamai 27.09.2012, 16:51
203. genau so ist es

Zitat von bohrendeworte
Wie sieht es denn aus in einer durchschnittlichen Fußgängerzone? Vier Apotheken, drei Banken, eine leerstehende Schlecker-Filiale und zwei Kamps-Bäckereien. Das Bild ist in jeder Kleinstadt identisch und muss wohl als Teil der deutschen Identität.....
Bei uns im Kaff (Stromberg Hunsrück) kein Geschäft mehr aber 2 Apotheken.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dale_gribble 27.09.2012, 17:15
204.

Zitat von Bowie
Sollte eine OP anstehen, möchte kein Mensch, dass wieder zwei kräftige Männer mit Lederriemen und Beißholz ans Lager treten oder man postoperativ an einer banalen Infektion mangels Antibiotika verreckt.
Eine Flasche Lachgas kostet ein paar Euro und damit kann man mehrere hundert Narkosen geben.
Ketamin ebenso. Antibiotika sind auch spottbillig herzustellen.

Zitat von
Etwas mehr Dankbarkeit angesichts breitem Zugang zu diesen Medikamenten, die sich ganz nebenbei nicht automatisch von alleine in den Schränkchen materialisieren, ist manchmal wirklich angebracht...
Ja. Dankbarkeit mag vielleicht schon angebracht sein. Die wahnsinns-Preise mancher Medikamente sicher nicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Hosterdebakel 27.09.2012, 19:16
205. Lassen

Zitat von dermuelli
da es im Artikel etwas zu kurz kam, hier die genaue Aufschlüsselung des DEUTSCHEN Preises für dieses Medikament: Einkaufspreis 4259,80€ 3% Fixzuschlag Apotheke 127,80€ 19% Mwst. 833,64€ Packungspauschale Apotheke 8,10€ (abzüglich 2,05€ bei gesetzlichen Krankenkassen) ergibt die 5231€ des Artikels. Verdienst Apotheke also 133,85€, bei diesem sehr seltenen und außerordentlich teurem Medikament, welches in einer Durchschnittsapotheke zw. 6 und 10mal im Jahr vorkommt. Da kann man echt schonmal den Porsche mit volltanken! Bei 99% der Verordnungen bleibt nur ein Bruchteil davon übrig. Der Staat kassiert ohne Leistung mehr als das 6-fache, die Einkommenssteuer zahlt ein selbständiger Apotheker übrigens auch noch (danach!). In der Türkei kostet ein Brot 50 Cent, bei uns irgendwas in die 3€...sind jetzt unsere deutschen Bäcker Wucherer? Die wenigsten von denen fahren nen Porsche, oder haben die sich den in Griechenland gekauft??
wir den geringen Verdienst der Apotheke außen vor und wenden uns dem Einkaufspreis zu.
Dieser ist für die 40mg Dosis genannt. Diese Dosis wird innerhalb von 1-2 Wochen verbraucht. Gering gerechnet also 24x im Jahr.
Macht einen Jahreseinkaufspreis von gerundet € 102.240,-
Wie erklären Sie dann den Unterschied zu einem Land welches in den Kosten der Lebenshaltung, im Verdienst ähnlich liegt wie Deutschland, dann folgendes:
Zitat von http://www.humiracost.com/humira-price-2
Humira pricein among $13,000 to $14,000 for only one 12 months of continuous use together with the typical prescription medication dose of 40mg each alternate week in case you have no prescription medication protection.
So sieht es in Übersee aus. USA für Personen ohne KV.
Dort wird den Pharmafirmen von der zuständigen Behörde entsprechend auf die Finger gekloppt....

Beitrag melden Antworten / Zitieren
renntier123 27.09.2012, 20:13
206.

Zitat von XXYYZZ
Ich bin sicher, für Ihre "Visionen" gibt's was pharmakologisch wirksames und dennoch günstiges von ratiopharm ... ach nein, halt, das ist ja noch zu teuer ...
lol : ))
Ich kann mir vorstellen, dass Sie mit bunten Pillen einen breiten
Erfahrungsschatz haben und sicherlich auch diesbezüglich entsprechende
Referate darüber halten könnten.
Aber lieber nicht... ; )

Beitrag melden Antworten / Zitieren
brainbox 27.09.2012, 23:30
207. Die Hydra der Arzneimittelindoktriination

Zitat von Bowie
...hebt bei diesem Thema regelmäßig sein hässliches Haupt. Es lässt sich wunderbar gegen Medikamente jeglicher Art polemisieren, so lange man jung und gesund ist. Sollte man sie benötigen, wird man froh sein, dass man durch Schilddrüsenhormone, Blutdrucksenker, Lipidsenker, etc. etc. einige Jahre mit deutlich erhöhter Lebensqualität zurückgewinnt. Sollte eine OP anstehen, möchte kein Mensch, dass wieder zwei kräftige Männer mit Lederriemen und Beißholz ans Lager treten oder man postoperativ an einer banalen Infektion mangels Antibiotika verreckt. Etwas mehr Dankbarkeit angesichts breitem Zugang zu diesen Medikamenten, die sich ganz nebenbei nicht automatisch von alleine in den Schränkchen materialisieren, ist manchmal wirklich angebracht...
hebt natürlich auch hier wieder ihre hässlichen Köpfe.

Welches Arzneimittel sorgt bitte für Lebensqualität? Den Patienten wird doch eingetrichtert, dass, je "wirksamer" ein Medikament ist, desto mehr "Neben"wirkungen in Kauf genommen werden müssen. Das geht bis hin zur "Neben"wirkung Tod. Und den wollen Sie doch wirklich nicht als Lebensqualität verkaufen? Obwohl: ich habe mir sagen lassen, dass für Menschen, die sich zu Intensivverwendern haben machen lassen, das Lebensende aufgrund der geringen Lebensqualität, die die Mittel übrig lassen, als wünschenswert erscheint.

Ich muss wirklich ein grosses Lob aussprechen: genial, wie die "Neben"wirkungen der Arzneimittel zu den Symptomen der Krankheit umgedeutet werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
use-ur-brain 28.09.2012, 00:23
208.

Zitat von dueppy
Für wie doof wird Otto-Normalbürger eigentlich gehalten? Selbst SpOn wirkt mit diesem Titel fast ein wenig überrascht. Dabei weiß doch jeder der mindestens einmal das Land verlassen hat, dass man so gut wie alles an Medikamenten im Ausland für deutlich weniger bekommt. Zudem deutlich mehr ohne Rezept. Benötigen wir dafür wirklich einen "Arzneiverordnungsreport" um so etwas festzustellen? Mir wird ganz schwindelig vom vielen Kopfschütteln... PS: Mich würde mal ein Bericht interessieren über unsere lustigen Rezeptverordnungen. Wieso kann ich Ibuprofen 400 so viel kaufen wie ich möchte und Ibuprofen 800 nur auf Rezept? Jeder der in Mathematik aufgepasst hat könnte ja auf die Idee kommen einfach zwei von den 400ern zu nehmen... Und das ist nur ein Beispiel...
Sie haben leider keine Ahnung von Zulassungsrecht geschweigedenn von Pharmakologie...sorry...das soll kein presönlich Angriff sein aber:

- Ibu wirkt erst ab Dosen von 600-800mg antientzündlich, deshalb ist eben die Zulassung der Packung eine Andere - also eben mehr Rheumatologie und nicht Schmerz. Das ist dann ein juristisches Problem bei dem die Produkt/Herstellerhaftung eine Rolle spielt...deswegen gibt es eine Zulassung...siehe Contergan-Fall...auf dessen Basis erst auch auf internationaler Ebene Zulassungsstudien gefordert wurden.

- Zum Thema mehr ohne Rezept: ich kenne genug Leute die denken dass sie selber gut genug mit Medikamenten umgehen können und zu hohe Dosen von auch in der Apotheke erhältlichen Mitteln einnehmen. Da kann ich nur Achtung sagen denn gerade diese Mittel (Diclo 25, Aspirin,...) wirken sich nicht gerade toll auf die Niere auf. Jeder Pharmakologe kann ihnen das bestätigen. Ich kann nur sagen - je weniger desto besser, egal ob verordnet oder nicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
use-ur-brain 28.09.2012, 00:35
209. Kirche im Dorf?

Zitat von freigeist1964
Ein Nachricht wäre es gewesen, wenn sich endlich mal eine Partei daran machen würde, die Lobby der Apothelker und der Pharmainditrie zu zerbrechen., so dass man endlich mal Medikamente zu eiunem fairen Preis kaufen könnte
Bitte die Apotheker da raus lassen. Ein Apotheker trägt jetzt schon viel beim Sparen bei. Er beliefert die Forderungen der Kassen...das war gesetzlich so gewollt. Keiner weiss jedoch was eigentlich eingesprt wird....das nenne ich super und transparente Politik...NOT!Immerhin stellt die Apothekerschaft die Versorgung mit Arzneimitteln sicher - flächendeckender gut strukturierter Notdienst....sie können ja gern mal eine Internetapotheke fragen ob sie den Dienst übernimmt?!

Der Preis ist klar von der Pharmaindustrie diktiert. Hier muss politisch was passieren. Es geht hier immer um den HAP (Herstellerabgabepreis) - darauf kommen dann immer die gesetzlich vorgeschriebenen Aufschläge.....das ist der Preis der bei verschreibungspflichtigen Mitteln gesenkt werden muss....also immer die Kirche im Dorf lassen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 21 von 22