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Assessment Center: VW schickt seine Manager zu Leistungstests
DPA

Volkswagen-Chef Diess lässt Hunderte von Vorständen und Topmanagern von externen Beratern überprüfen. Nach SPIEGEL-Informationen werden dabei Qualifikationen wie Führungsstärke und Motivation untersucht.

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garno 09.03.2019, 09:47
10.

Zitat von dasfred
Durch Externe kann man wunderbar von eigenen Fehlentscheidungen ablenken. Im Zweifelsfall war das falsch durchgeführte Assessment Center schuld, weil die Prämissen nicht exakt an die Erfordernisse angepasst wurden. Wonach wurden denn bisher Manager ausgesucht. Ob sie willenlos jeden Betrug unterstützen, oder ob sie Ethik im Arbeitsalltag an erste Stelle setzen?
"... ob sie Ethik im Arbeitsalltag an erste Stelle setzen?"
Was ist denn das für ein romantisches und unsinniges Verlangen? Wenn Sie Aktien von VW besitzen, dann erwarten Sie wie selbstverständlich, dass ihr Wert steigt. Und das können sie nur wenn die Profitrate steigt und da ist die Ethik oft ein Hinderniss. Auf kurzfristiger Sicht die Profitrate zu erhöhen ist heute das alleinige Streben eines Unternehmens. Wenn von Moral und Ethik geredet wird, dann dient das in der Regel dazu die wahre Motivation zu verschleiern und vor der Öffentlichkeit eine schöne Fassade aufrechtzuerhalten.

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hubert kreutzmann 09.03.2019, 10:34
11. War er selbst schon beim Assessment?

Offensichtlich hapert es doch vor allem bei den Top-Managern im Konzern. Der Schaden durch die von oben sanktionierten Gesetzesverstöße geht inzwischen in die zig Milliarden Euro - die Hälfte davon wahrscheinlich auf Kosten der Steuerzahler, da die Strafzahlungen steuermindernd wirken.

Deshalb würde ich erwarten, dass zuallererst Herr Diess und seine Kollegen in den Vorständen des Konzerns und der Tochtergesellschaften durch eine unabhängige externe Instanz überprüft werden.

Diese externe Instanz müssten dann aber wohl eher die Gesellschafter von VW beauftragen, da ein externer Berater selten seinen Auftraggeber (und damit Geldgeber) objektiv bewerten kann.

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Hömma24 09.03.2019, 10:42
12. Die Art und Weise...

...lässt sich sicher diskutieren, dem Grunde nach aber doch nicht falsch, angesichts einer solchen Betriebsratsdominanz hin und wieder mal dem Eindruck entgegenzutreten, VW stünde für VersorgungsWerk....

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enfield 09.03.2019, 10:48
13. Naja

Zitat von christianu
Manchmal beraten sie wirklich unabhängig, häufig aber ist das Ergebnis vom Management beeinflusst. Außerdem ist bei Personalbewertungen besondere Vorsicht geboten, weil Peers, Manager der gleichen Hierarchiestufe, manchmal auch der Vorgesetzte, nach ihrer Meinung zur bewerteten Person befragt werden. Die Antworten sind leider nur selten objektiv. Die Aussage, der Test sei freiwillig, geht an der Realität vorbei. Wer nicht mitmacht, ist verdächtig.
Inhaltlich stimme ich Ihnen voll zu. Ich bewerte es allerdings sehr positiv. Ich denke Diess macht das genau richtig. Nachdem Müller, indem er mutig oder auch in Panik (oder beides) den MEB aus der untersten Schublade vorgeholt hat und damit erst die Weichen für die Neuausrichtung gestellt hat, gegangen (worden) ist muss Diess nun (sicher mit entscheidender Rückendeckung von Wolfgang Porsche) den ganzen Konzern auf neuen Kurs bringen und halten. Die Piech-Kultur, die den Konzern bis zur ultimativen Krise geführt hat, muss dafür aber völlig eliminiert werden. Die bewerteten Manager bewerten übrigens jeweils selbst tagtäglich 100erte oder 1000ende von Mitarbeitern - also muss man selbstverständlich genau da ansetzen. Im übrigen, bietet das auch Möglichkeiten, zu zeigen, dass man anders tickt und auch Lust auf diese Neuausrichtung hat aber durch den Fils nie durchkam. Jedenfalls kann Diess sicher keine renitenten Spalter, die auf hochbezahlten Posten sitzen und deren einziges Tagwerk nur aus Verhinderung und Karrierestrategie besteht gebrauchen. Kann eigentlich keiner - oder?! Nebenbei: das muss eine Führungskraft neunmal aushalten können - die Arbeitswelt ist kein Ponyhof ;-)

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seiplanlos 09.03.2019, 11:51
14. Wer so reagiert sollte direkt fliegen

"Betroffene Manager argwöhnen, Konzernchef Diess wolle auf diese Weise Führungskräfte aussortieren, denen er nicht die nötige Kompetenz zutraut, den Konzern ins Zeitalter von Elektroautos und Digitalisierung zu fuhren."

Jaaaa! Raus damit

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enfield 09.03.2019, 12:13
15. Ja, werden sie

Zitat von seiplanlos
"Betroffene Manager argwöhnen, Konzernchef Diess wolle auf diese Weise Führungskräfte aussortieren, denen er nicht die nötige Kompetenz zutraut, den Konzern ins Zeitalter von Elektroautos und Digitalisierung zu fuhren." Jaaaa! Raus damit
Diese betroffenen Manager beweisen zumindest, dass sie in der Lage sind Zusammenhänge richtig zu verstehen. Ironischerweise hilft ihnen das nicht, da ihre Arroganz sie disqualifiziert. Wenn eine (Top-)Führungskraft nicht bereit ist, seine Führungsqualitäten und Leistungen bewerten zu lassen, dann ist das halt von vornherein ein Ausschlusskriterium. Insofern auch ok, da er/sie dann gleich auschecken kann ohne diese unangenehmen Termine wahrnehmen zu müssen und stattdessen 2 Jahre hochbezahlt den heimischen Garten bestellen kann. Win-Win ;-)

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gammoncrack 09.03.2019, 12:44
16. Ich war in zwei Konzernen

Zitat von enfield
Diese betroffenen Manager beweisen zumindest, dass sie in der Lage sind Zusammenhänge richtig zu verstehen. Ironischerweise hilft ihnen das nicht, da ihre Arroganz sie disqualifiziert. Wenn eine (Top-)Führungskraft nicht bereit ist, seine Führungsqualitäten und Leistungen bewerten zu lassen, dann ist das halt von vornherein ein Ausschlusskriterium. Insofern auch ok, da er/sie dann gleich auschecken kann ohne diese unangenehmen Termine wahrnehmen zu müssen und stattdessen 2 Jahre hochbezahlt den heimischen Garten bestellen kann. Win-Win ;-)
in einer Führungsposition direkt und dem Vorstand angesiedelt.

Im ersten Unternehmen gab es, ich meine alle 3 Jahre, eine sogenannte 360 Grad - Beurteilung. Man wurde also auch von seinen eigenen Mitarbeitern, nicht nur von direkt unterstellten Abteilungsleitern sondern zusätzlich durch deren Mitarbeiter, natürlich anonymisiert, bewertet. Die Ergebnisse mussten allen diesen "Bewertern" von mir vorstellt werden. Ich habe mich immer auf diese Erhebungen gefreut, denn bei einem selbst schleichen sich in der Personalführung manchmal Sachen ein, für deren Abstellung derartiges äußerst hilfreich war.

In dem zweiten Unternehmen hatte ich auf einer Führungskräfteveranstaltung dieses Verfahren einmal vorgeschlagen. Das wurde nicht mehrheitlich, aber als letztlich Entscheidem, durch den Bereichsleiter "Personal" abgelehnt.

Und nach kurzer Zeit war mir durchaus klar, warum er das abgelehnt hat. Er war übrigens der Einzige, der die Position ohne Assessment bekommen hat. Er hätte es definitiv nicht geschafft und das war wohl dem ihn einstellenden Vorstand, der ihn aufgrund fachlicher Qualifikation unbedingt haben wollte, durchaus klar.

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enfield 09.03.2019, 13:23
17. Ja

Zitat von gammoncrack
in einer Führungsposition direkt und dem Vorstand angesiedelt. Im ersten Unternehmen gab es, ich meine alle 3 Jahre, eine sogenannte 360 Grad - Beurteilung. Man wurde also auch von seinen eigenen Mitarbeitern, nicht nur von direkt unterstellten Abteilungsleitern sondern zusätzlich durch deren Mitarbeiter, natürlich anonymisiert, bewertet. Die Ergebnisse mussten allen diesen "Bewertern" von mir vorstellt werden. Ich habe mich immer auf diese Erhebungen gefreut, denn bei einem selbst schleichen sich in der Personalführung manchmal Sachen ein, für deren Abstellung derartiges äußerst hilfreich war. In dem zweiten Unternehmen hatte ich auf einer Führungskräfteveranstaltung dieses Verfahren einmal vorgeschlagen. Das wurde nicht mehrheitlich, aber als letztlich Entscheidem, durch den Bereichsleiter "Personal" abgelehnt. Und nach kurzer Zeit war mir durchaus klar, warum er das abgelehnt hat. Er war übrigens der Einzige, der die Position ohne Assessment bekommen hat. Er hätte es definitiv nicht geschafft und das war wohl dem ihn einstellenden Vorstand, der ihn aufgrund fachlicher Qualifikation unbedingt haben wollte, durchaus klar.
Das deckt sich auch weitgehend mit meinen Erfahrungen. Zwar nur mittleres Management in einem US-Konzern aber dafür zumindest in den letzten 10 Jahren meiner Tätigkeit dort mit ziemlich ausgefeiltem Bewertungssystem und sehr hohen Standards. Ich vermisse das tatsächlich sehr. Assesment-Center gab es dafür übrigens nicht und ich muss ehrlich sagen, dass ich Assesment Centers abgrundtief hasse, zumindest seit ich 40 bin oder so. Aber wenn‘s not tut, bin ich halt dabei - sowohl auf der einen Seite als auch auf der anderen. Glücklicherweise sehr selten, seit 4 Jahren glücklicherweise nicht mehr.
Aber egal: ich denke hier ist das etwas anders gelagert. Der Laden muss tatsächlich völlig umgebaut werden. Es geht erstmal nicht um ein Mitarbeiterbewertungssystem sondern um eine Bestandsaufnahme. Diess scheint mir tatsächlich ein ziemlich umsichtiger und guter Manager zu sein und an seiner Stelle würde ich alles tun, den Piech-Muff aus der Bude zu lüften. Es geht nicht ohne Kulturwechsel - und die richtig guten Manager fangen dabei meiner Meinung nach von oben an. So, wie Diess das macht.

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neutralfanw 10.03.2019, 05:42
18. Feigheit vor der Entscheidung

Als Firmen-„Chef“ ist ein Assessment das ideale Werkzeug, sich vor einer eigenen Entscheidung zu drücken. Die Mitarbeiter, die dieses Assessment durchlaufen sollen, werden in den nächsten Tagen/Wochen nichts anderes machen, als sich darauf vorzubereiten. Anschließend werden dann Positionen neu bzw. von bereits vorab ausgewählten Personen besetzt. Diese linientreuen Mitarbeiter führen dann das Unternehmen nach Vorgabe einer dominanten Persönlichkeit im Hintergrund. Der Untergang des Unternehmens ist dadurch eingeleitet. Ich habe es selbst erleben dürfen.

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Supertramp 13.03.2019, 09:19
19. für die Gehälter ist ein Leistungstest schon angebracht

in den Zuliefer Betrieben von Volkswagen können wir von VW Gehältern nur träumen. Prämien gibt es auch so gut wie garnicht. Planungssicherheit bei Abrufen für Diesel Systemen gab es schon seit Jahren nicht mehr. erst seit VW von Lieferketten aus Asien abhängig geworden ist merken die das man Bauteile die über Monate auf Schiffen unterwegs sind nicht in jeder qualität verbauen kann... Takata ist der erste Zulieferer der deswegen Pleite ist

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