Forum: Wirtschaft
Athens nachgebesserte Reformvorschläge: So viel zu rechnen, so wenig Zeit
AFP

Zwölf Seiten mit neuen Reformvorschlägen hat Griechenlands Premier Tsipras in Brüssel vorgelegt: Steuern sollen erhöht, bei den Renten soll gekürzt werden. Sind die Pläne umsetzbar? Den Euro-Partnern bleibt kaum Zeit fürs Gegenrechnen.

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Senf-Dazugeberin 23.06.2015, 09:40
80. Und was wird unternomen, damit Steuern auch gezahlt werden?

Was bringt das alles, wenn Steuern nicht eingetrieben werden? Gibt es einen Punkt, wie Tsipras sich da eine massive Veränderung vorstellt?

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mps58 23.06.2015, 09:40
81. Lächerlich

Alle Vorschläge wirken nur in einem funktionierenden Steuersystem. Da in Griechenland aber Steuerhinterziehung in allen Schichten der Bevölkerung staatlich anerkannter und geförderter Volkssport ist, wird dabei nichts herauskommen. Hasta la vista, Greece!

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huddi03 23.06.2015, 09:41
82. Schlimm

im Sinne der repräsentativen Demokratie ist dass von den Bundestagsabgeordneten dann eine Entscheidung verlangt werden wird über einen Kompromiss dessen Für und Wider gar nicht abgewogen werden kann. Was hier stattfindet ist nichts anderes als eine Pervertierung des parlamentarischen Systems. Die Abgeordneten sollten weder zustimmen noch ablehnen sondern aus Protest dieser Abstimmungsfarce fernbleiben.

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wibo2 23.06.2015, 09:44
83. Steuern werden in GR unzureichend eingetrieben

Zitat von kwik-e-mart
Man reibt sich verwundert die Augen und muss Dr. Schäuble unbedingt zustimmen - wo sind nun die ernsthaften Vorschläge Griechenlands? Da hat sich an der Ausgabeseite so gut wie gar nichts bewegt und die erhofften Einnahmen sind ohnehin nur Wunschdenken, da GR seine Steuern ja jetzt schon nicht eintreibt (weder wollen sie noch können sie).
Es ist unbegreiflich, dass die Armen aus den reichen
EU Ländern die Steuern für die Reichen aus den armen
EU Ländern zahlen sollen.

So haben wir uns die EU nicht vorgestellt und so geht das auch nicht mehr weiter. Die Armen und die Normalverdiener in der EU werden ganz bitter mit Sozialkürzungen, mehr Steuern/Abgaben und Kaufkraftverlust des Euro von einer zweitklassigen selbsternannten Elite geschädigt. Linke Akzeleristen machen bei diesem bösen Spiel emsig mit.

Den einen geht alles zu schnell, den anderen zu langsam. Die Beschleunigungsstrategen unter den Linken sind die sogenannte "Akzeleristen".

Gegen den Kapitalismus helfe keine linke Kritik oder Sabotagepolitik, sondern man müsse den Kapitalismus in seinen ureigenen Abläufen und aus seiner eigenen Logik heraus mit allen Mitteln beschleunigen. Nur so könnten sich seine Widersprüche bis zur Unerträglichkeit anschärfen, damit es so es zu einer gewaltigen Katastrophe kommen könnte.

Eine Welt ohne Geld, wo jeder das zugeteilt bekommt, was er braucht ist es, was die die Akzeleristen so sehr herbeisehnen und von der sie sich gewaltige neue Horizonte erhoffen.

Mit aller Macht arbeiten sie daran.
Die Steuer- und indirekte Zinslast in den lebensnotwendigen Dingen des gemeinen Volkes steigt immer mehr an. Das frei verfügbare Einkommen der
meisten Menschen wird immer kleiner und immer mehr
Geld wird um- und zugeteilt.

Die finanzpolitischen Machenschaften der EU und der EZB zulasten der normalen Bürger ist für Konservative immer weniger zu begreifen.

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MaxiScharfenberg 23.06.2015, 09:44
84. Was für ein dreister Trick,

bringe ich meiner Hausbank so kurzfristig die Unterlagen, geht es ab nach Hause. Aber die Griechen stehen unter Naturschutz, warum auch immer. Die sind einfach nur respektlos und frech.

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spon-1280943165745 23.06.2015, 09:44
85. Griechenland muss sich bewegen

Auf jeden Fall ist das eine Basis um weiter zu verhandeln, ob man das aber auch umsetzen kann muss bezweifelt werden. Die politischen Strömungen in Griechenland sind doch sehr gegenläufig. Drei Punkte bei den Vorschlägen sind m.E. kontraproduktiv: 1. Erhöhung der MWSt auf Lebensmittel, das trifft vor allen Dingen die Armen der Gesellschaft - oder sollte es die gar nicht geben? 2. Beteiligung des Staates (Sperrminorität) an Privatisierungen, kein Investor wird so etwas akzeptieren. 3. Umschuldung bzw. Schuldenschnitt. Natürlich wird der kommen, aber erst wenn man erkennen kann das die Reformen auch wirklich auf den Weg gebracht wurden. Um aber zu gewährleisten das der "Reformeifer" nicht erlahmt, darf man dies nicht jetzt machen sondern erst später wenn alles in etwas ruhigerem Fahrwasser verhandelt werden kann.

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graf.koks 23.06.2015, 09:44
86. Schade, daß Shakespeare keine Theaterstücke mehr schreiben kann.

Zitat: „Steuern sollen erhöht, bei den Renten soll gekürzt werden.“

Diese Zusagen sind eine Frechheit! Steuern können die Griechen ja gerne erhöhen, nur sagt das überhaupt nichts aus. Die Griechen selber dürften darüber herzlich lachen. Denn bisher war die griechische Regierung ja nicht einmal dazu fähig, Steuern überhaupt einzuziehen! Und welche Renten sollen um wieviele Prozentpunkte gekürzt werden?

Begreift denn niemand, daß da ein potemkinsches Dorf aufgebaut wird? Begreift denn niemand, daß die griechische Regierung ihre kriminelle Insolvenzverschleppung auf die gesamte EU ausbreiten und somit abwälzen will?

Die EU-Politiker lassen sich von griechischen Zockern auf der Nase herumtanzen! Ich sehe das alles genau so wie Wolfgang Schäuble – man sollte diese einer Beleidigung der menschlichen Vernunft nahekommenden „Vorsätze“ der griechischen Zocker ganz einfach nicht ernstnehmen, denn sonst würde einem der Kragen platzen.

Der beste Weg für Griechenland wäre: Raus aus dem Euro und raus aus der EU! Dann gäbe es eine reelle Chance, daß sich das Land aus der Misere herausziehen könnte. Aber um das zu erreichen, müssten die Griechen, und zwar alle, daran arbeiten – schwer arbeiten! Und genau das scheint das Hauptproblem zu sein, denn wer einmal für umsonst im weichen, geborgenen Federbett liegt, möchte nur ungern darauf verzichten.

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km111 23.06.2015, 09:45
87. So ist der Plan:

Hilfspaket II wird nach Kapitulation Tsirpas ausgezahlt, Syriza stellt sich gegen Vereinbarung und Tsirpas ruft Neuwahlen aus, EZB verschiebt im Juli fällige Forderungen und im Herbst wird mit neu gewählter griechischer Regierung III. Hilfspaket mit einem verschleierten Schuldenschnitt auf den Weg gebracht.

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enhardir 23.06.2015, 09:47
88. Nicht Griechenland allein - der € ist gescheitert

Dieses unsägliche Gezerre um "Reformvorschläge" aus Griechenland und deren rituelle Ablehnung verdeckt m.E. ein tiefer liegendes Problem: Die Währungsunion hat Europa nichts von dem gebracht, was den Bürgern von ihren Geburtshelfern dereinst versprochen worden war. Im Gegenteil. Statt wachsendem Wohlstand Stagnation und exorbitante Arbeitslosigkeit. Und Zerrüttung und Streit statt Zusammenwachsen. Und statt die Fehler der Vergangenheit zu korrigieren wollen Juncker und Konsorten uns noch weiter in dieses Elend hinein treiben. Beendet die Währungsunion!
Eine mehr als treffende Analyse im Guardian bringt es auf den Punkt: http://www.theguardian.com/commentisfree/2015/jun/22/greece-eurozone-germans-single-currency

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schmuella 23.06.2015, 09:48
89. Verspekuliert?

Es gibt dieses Bild, wo man durch das Tal der Tränen geht, von allen Seiten für seine Taten und Handlungsweise angegriffen, am Ende aber alles gut wird und man besser dasteht als jemals zuvor.

Frau Merkel spekuliert wahrscheinlich auf dieses Szenario. Es mutet jedoch an, dass sie sich diesmal verkalkuliert hat. Die Einsätze werden immer höher, das Tal immer tiefer.

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