Forum: Wirtschaft
Auf Anordnung von Trump: USA starten Untersuchung zu Digitalsteuer in Frankreich
Leah Millis/ REUTERS

Die US-Regierung ist eigenen Angaben zufolge besorgt, dass die geplante französische Digitalsteuer amerikanische Unternehmen "auf unfaire Weise" treffen wird. Nun erwägt sie mögliche Gegenmaßnahmen.

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erlachma 11.07.2019, 08:39
30.

Zitat von bertram_reinhold
Die Besteuerung US-amerikanischer Digitalkonzerne muss EU-einheitlich und mit Augenmaß erfolgen. Letztendlich ist die EU (wie die gesamte Welt) in Sachen Informatik, Programmierung, Internet von den USA nahezu vollständig abhängig. Jedes Betriebssystem und jeder Prozessor und quasi jedes Programm kommt aus den USA und eben nicht aus China oder der EU. Frankreich ist hier ein absoluter Nobody und auch kein Airbus fliegt ohne US-Elektronik. Dass die "Dienstleister" hohe Gewinne erwirtschaften ist unbestritten, jedoch sollte das Herangehen subtil sein und die Steuer muss zunächst als Einstiegstarif ausgelegt sein. Nur so kann man die Steuer einführen und schrittweise erhöhen. Frankreich schießt hier ein klassisches Eigentor und wird seine Digitalsteuer nach Androhung von Gegensteuern sofort zurückziehen. Das Thema Digitalsteuer sollte in einem zukünftigen Handelsabkommen Berücksichtigung finden und nicht in nationalen Alleingängen.
Ja, vielleicht nicht der richtige Weg. Aber es muss klar sein, dass man dort Steuern zahlt, wo man die Gewinne einfährt. Die EU sollte also fordern, dass alle Einnahmen für jedes Land separat (oder die EU als Ganzes) belegt werden müssen, sobald auch nur eine einzige Werbung angezeigt wurde. Also alternativ keinerlei Umsätze mit Werbung erzielen, oder diese centgenau belegen. Darauf dann die normale Umsatzsteuer anwenden, und auf die Gewinne noch die entsprechenden Körperschaftssteuern.
Dazu verbieten, dass Gewinne per Lizenzzahlung kleingerechnet werden.
Gerne dürfen das die USA genauso machen, wenn sie "Unfairness" wittern.

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so-long 11.07.2019, 08:56
31. Interessenvertretung

Die USA vertritt -nicht erst seit Trump- ihre Interessen mit mehr oder weniger Rücksichtnahme.
Man stelle sich mal vor, D hätte sich vor die Automobilindustrie gestellt! Stattdessen wurde und wird alles darangesetzt, diese nach allen Regeln der Kunst zu demontieren. Ein Akt der Selbstzerstörung und Selbstverzwergung(AKK).

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aha! 11.07.2019, 10:02
32. Kind schon in Brunnen gefallen

Das Ding ist, dass die (digitalen) Unternehmen die Praktik der Steuerflucht schon so lange praktizieren, dass sie als gesetzt gilt. Regulierende Maßnahmen hätten wesentlich früher ergriffen werden müssen. Doch dazu ist das politische System in manchen Ländern (und vor allem der EU) zu träge.

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j.vantast 11.07.2019, 10:04
33. Wo kämen wir da denn hin

Wo kämen wir denn hin wenn Weltmarktführer auch mal Steuern zahlen würden in den Ländern in denen sie Gewinne erzielen. Und Protektionismus ist selbstverständlich nur den USA vorbehalten.
Es wird allerhöchste Zeit dass die Branchen in denen enorme Gewinne erzielt werden wie z.B. die Finanzbranche oder eben auch der digitale Bereich auch entsprechend besteuert werden.

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j.vantast 11.07.2019, 10:14
34. Nicht ganz so schlimm

Zitat von bertram_reinhold
Die Besteuerung US-amerikanischer Digitalkonzerne muss EU-einheitlich und mit Augenmaß erfolgen. Letztendlich ist die EU (wie die gesamte Welt) in Sachen Informatik, Programmierung, Internet von den USA nahezu vollständig abhängig. Jedes Betriebssystem und jeder Prozessor und quasi jedes Programm kommt aus den USA und eben nicht aus China oder der EU. Frankreich ist hier ein absoluter Nobody und auch kein Airbus fliegt ohne US-Elektronik. Dass die "Dienstleister" hohe Gewinne erwirtschaften ist unbestritten, jedoch sollte das Herangehen subtil sein und die Steuer muss zunächst als Einstiegstarif ausgelegt sein. Nur so kann man die Steuer einführen und schrittweise erhöhen. Frankreich schießt hier ein klassisches Eigentor und wird seine Digitalsteuer nach Androhung von Gegensteuern sofort zurückziehen. Das Thema Digitalsteuer sollte in einem zukünftigen Handelsabkommen Berücksichtigung finden und nicht in nationalen Alleingängen.
Es gibt auch noch Linux, was sich mit ein paar Änderungen auch sinnvoll verwenden lässt. Prozessoren sind schon lange kein Produkt mehr welches es nur aus US-Produktion gibt und ich nutze viele Programme die eben nicht aus den USA kommen und oftmals sogar günstiger und zuverlässiger sind.
Natürlich hat Europa den Faden verloren und sich zu lange auf die USA verlassen. Aber bis vor ein paar Jahren war es nahezu undenkbar dass sich die USA so verhalten wie sie es jetzt tun.
Aber ich gebe Ihnen recht, so eine Steuer muss von der EU kommen. Gerade durch derartige nationale Alleingänge wird die EU geschwächt.

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isi-dor 11.07.2019, 11:15
35. Steuernzahlen ist NICHT unfair.

Verstehe ich nicht. Trump muss die Digitalsteuer doch gar nicht bezahlen. Und sie vernichtet auch keinen einzigen Arbeitsplatz, sondern beteiligt den Staat, wie in den demokratischen Verfassungen vorgesehen, an den Konzerngewinnen in diesem Staat. Es wird ja auch niemand gezwungen, oder gehindert, Gewinne zu machen. Der Steuerbürger kann leider die Großkonzerne nicht von der Steuer freistellen, so großzügig sind wir da nicht. Trump selbst verschenkt ja auch nichts.
Unfair ist auch nichts, da in Europa alle Unternehmen besteuert werden, zumindest ist das nun anzustreben. Unfair wäre, ausgerechnet die Dititalunternehmen von der Steuerpflicht zu befreien.

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isi-dor 11.07.2019, 11:16
36.

Zitat von dasfred
Wie kann es ein Land nur wagen, Steuern von amerikanischen Unternehmen zu verlangen? Das passt nicht zu Make Amerika great. Ich frage mich, ob die USA irgendwann mal begreifen, dass es außerhalb der Vereinigten Staaten noch andere souveräne Länder gibt, die ein Recht haben, ihre Märkte nach eigenen Bedingungen zu regeln. Eine gut funktionierende EU hätte allerdings schon längst eigene Alternativen zu Google und Co. auf die Beine stellen können. Nur Geiz und Bequemlichkeit haben uns veranlasst, die Software aus den USA und die Hardware aus Asien zu beziehen. Ich hoffe, Frankreich wird jetzt nicht vor Trump einknicken, damit in Zukunft die Steuern dort gezahlt werden, wo die Gewinne erzielt werden.
Die EU betreibt keine Unternehmen. In Europa gibt es die Form der Privatwirtschaft.

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zuckerfuchs 11.07.2019, 13:01
37. Und wenn die Franzosen...

... eine Steuer auf blonde Perücken einführen sollten. Was hat das die USA zu interessieren? Die Fragen doch z. B. auch nicht danach, was andere Länder über ihre fremdenfeindlichen Maßnahmen denken. Die Fragen noch nicht mal die Mehrheit der Menschen im eigenen Land!

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geotie1 11.07.2019, 13:48
38.

Zitat von anders_denker
wer dort Geld verdient muss es auch versteuern!
Wie hoch sind in den Staaten die Steuern und wie hoch sind die in Frankreich.
Hatte Trump nicht viel Steuergeld zu den Staaten zurückgeholt, indem er auf Steuern verzichtete? Ganz viele Arbeitsplätze wollte er damit schaffen, aber davon wurden meist die eigenen Aktien gekauft. Steuern sind auch nur für andere zum Zahlen!

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ambulans 11.07.2019, 14:55
39. um

die verhältnisse einmal deutlich klarzustellen, würde ich etwa - bevor die digital-steuer greift - von jedem einschlägigen US-unternehmen sowas wie eine "markt-zugangsgebühr/-abgabe/-steuer" (quasi als sicherheitsleistung) einfordern, weil - wir sind ein in sich geschlossener, sehr großer markt mit sehr sehr hoher kaufkraft (das ist ja gerade das zentrale problem der amis mit uns und der EU). wenn sie nicht zahlen wollen - o.k., überhaupt kein problem, denn - dann bleibt ihr halt draußen. übrigens: jeder $/€, der in europa geschäftlich anfällt, wird und muss von dem zeitpunkt an, an dem er fällig/gezahlt wird, erfasst, registriert und mit steuern und abgaben (nach unseren regeln) belegt - wenn nicht freiwillig, dann eben per zwang. so gehts nämlich auch ...

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