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Auf einen Blick - Löhne: So verdient Deutschland
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Wieso verdient nur jeder Dritte mehr als den Durchschnittslohn? Und wie hoch muss das Gehalt sein, um zum obersten Prozent zu gehören? Fakten zur Lohngerechtigkeit auf einen Blick - unsere Infografik.

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shotaro_kaneda 04.08.2017, 14:56
100. @ Pango #58

Sie schrieben:"...oder Gas geben und weiterbilden!" Ich ergänze: "damit er ihren (wahrscheinlich gut bezahlten) Job dann für die Hälfte macht." Es gibt schon jetzt nicht genug Arbeitsplätze für gutqualifizierte Arbeitskräfte in D. Wir gratulieren Ihnen alle dafür, dass Sie auf der Sonnenseite des Lebens stehen und ein Profiteur unseres Systems sind. Sie müssen es aber auch nicht jedem unter die Nase reiben. Und mal ganz nebenbei, viele können sich eine gute Aus- oder Weiterbildung finanziell oder zeitlich nicht leisten.

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Crom 04.08.2017, 14:58
101.

Zitat von shotaro_kaneda
Natürlich kann man 1995 mit 2015 vergleichen. Hier geht es um die zeitliche Entwicklung der Kaufkraft der Bruttostundenlöhne der Vollzeitarbeitnehmer. Und diese sind für die untere Hälfte eben gesunken. Zumal hier Teilzeit und Minijob außen vor sind. Sonst wäre es noch viel schlimmer.
Wenn das untere Dezentil vor 20 Jahren aber gar nicht in der Statistik war, da arbeitslos, dann ist eben eine solche Anischt verzerrt.

Beispiel:

2 Arbeitelose: 0 Euro
dann je 10 Leute, die arbeiten, der eine 1.000, der nächster 1.100 und so weiter.

Jetzt bekomemn die beiden Arbeitslosen einen Job, einmal 700 und einmal 800 Euro, der Rest bekommt 100 Euro mehr.

Laut Statistik hätte das untere Dezentil jetzt deutliche Einbußen, das Durchschnittseinkommen ist gefallen und dennoch geht's allen besser also vorher.

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Albemuth_Köln 04.08.2017, 15:02
102. Hoher Lohn ist nicht gleich Reichtum

Die Daten sprechen eine eindeutige Sprache: Frauen sind in Lohngruppen über 4000 € unterrepräsentiert. Das hat nichts mit Bildung zu tun, da der Anteil von Frauen mit akademischen Abschluss sehr hoch ist. Männer mit hohem Gehalt arbeiten i.d.R. als Manager z.B. in der IT oder Finanzbranche, sie arbeiten im Vertrieb oder der Geschäftsführung und sind sehr risikobereit. Auch wenn dies ggü. Arbeitnehmern im sozialen Bereich ungerecht ist, entspricht es dem herrschenden kapitalistischen System. Der Markt wird hieran nichts ändern.
Hoher Lohn bedeutet auch prozentual und total ein sehr hohes Steueraufkommen.
Dies führt nicht unbedingt zu Reichtum. Wenn man z.B. 10 Jahre lang brutto über 200.000 € im Jahr verdient und kaum was ausgibt, wird man vom Vermögen immer noch kein Millionär sein!
Reichtum ist oftmals durch Kapitalertrag oder Erbschaft bedingt. Wenn wir also an den Vermögensverhältnissen etwas ändern wollen, sollte die Politik bei der Kapitalerstragsteuer (schwierig da Steuerflucht üblich) und bei der Erbschaftssteuer ansetzen.
Denn Reichtum und Armut vererbt sich. Die Anzahl der Studierenden die Bafög berechtigt sind liegt unter 15%. Kinder reicher Eltern studieren und werden wieder Besserverdiener. Harz4 führt zu mehr Harz4.
Also Kapitalsteuern hoch und an die Ländern geben, um Kitaplätze und Schulen zu fördern.
Das Problem sind nicht die Besserverdiener. Die zahlen den Großteil der Steuern, die das Gemeinwesen finanzieren.

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kerstinalpers 04.08.2017, 15:06
103. Natürlich

Zitat von giostamm11
es ist natürlich klar, dass selbst im billigen Deutschland dies nicht reicht. Es ist peinlich für die deutsche Regierung, dass dieser Niedriglohnsektor missbraucht wird um die eigene Konkurrenzfähigkeit aufrecht zu erhalten. Das ist eine innere ABWERTUNG. Die Löhne sind auf Italienischem Niveau. Früher gab es diese Unterschiede im Vergleich zur Schweiz nicht in diesem Ausmass. Heute entspricht der deutsche Durchschnittslohn exakt 50% des Schweizer Durchschnittslohns und das bei doppelter Abgabenlast in Deutschland. Kein Wunder sind grosse Teile der Bevölkerung unzufrieden. Was erstaunt ist allerdings das Wahlverhalten der Deutschen. In jedem anderen Land hätten solche Bedingungen Regierungswechsel zur Folge. Oder reicht es dem deutschen Wähler dass man ihm sagt er sei Exportweltmeister und schon ist er zufrieden?
kann man von 18.000 Netto im Jahr problemlos leben, aber wie
in meinem Fall lediglich am Arsch der Welt in einer kleinen,
schimmligen Mietwohnung, in Erwartung einer sehr kleinen Rente,
die dann alles noch verschlimmert.
Dank aller CDU/CSU, FDP und Schröder Wähler !
Die meisten dieser haben sich selbst in ihre miese Situation
gebracht, die wenigsten in ihre sehr gute.
Vielen Dank dafür und meine grosse Verachtung!
Ein von der Wirtschaft dominierter Sozialstaat KANN nicht
funktionieren!

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marcustulliuscicero 04.08.2017, 15:07
104.

Zitat von muellerthomas
Der MwSt. lag 1995 bei 15%. Wenn die Unternehmen die Erhöhungen seitdem 1:1 an die Konsumenten weitergeben konnte, wäre das ein Anstieg von 115 auf 119 und damit um 3,5% gewesen - das aber auch nur auf alle Konsumgüter mit normalem MwSt.-Satz. Auf mieten fällt gar keine MwSt. an, auf Lebensmittel und diverse andere Produkte unverändert seit 1983 7%. Die Zusatzbelastung durch den Anstieg von 15% auf 19% beträgt damit c.p. ca. 1,4%.
Mag statistisch gut sein, auch dass ich mich um 1% vertan habe....
in der Realität erhalte ich aktuell 150 Euro mehr Nettigehalt wie ich 1995 verdiente, nur daß sich hier im Süden der Republik die Mieten und Immobilienpreise mehr wie verdoppelt haben.
Zahlte ich früher 980.- DM Warmmiete sind es heute 1200 € für rin klirr 3-Zimmerwohnung und das auf dem Land.
Als Alleinerziehender zahle ich ausserdem kaum weniger Steuern wie in Steuerklasse 1.
Sie sehen, im Alltag nützt mir die beste Statistik nichts um über die Runden zu kommen.

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dr.Ö 04.08.2017, 15:09
105.

Zitat von
Schaut man sich die Jobs in der Automobil-, Chemie- oder Metall-Branche an, also exportorientierte Jobs, sieht man auch hohe Lohnzahlungen. Daß Exporterlöse nicht bei den Mitarbeitern ankommen, stimmt schlicht nicht. Sie kommen nicht bei jedem Arbeitnehmer an, klar. Das hängt ja alles sehr vom Job und von der Branche ab. Natürlich soll jeder von seiner Arbeit leben können. Aber nicht jede Arbeitet erwirtschaftet die dafür nötigen Werte. Das ist ein Problem, daß sehr gerne unter den Tisch fällt. Wenn mein Job daraus besteht, Türklinken zu säubern und ich nichts anderes tue, dann kann ich nicht erwarten, daß ich dafür 20,- pro Stunde bekomme. Das gibt der Job schlicht nicht her, weil niemandem diese Tätigkeit soviel Geld wert ist. Und da ist dann auch irgendwann die Frage zu stellen, ob bestimmte Jobs überhaupt noch "angeboten" werden sollten, weil der Arbeitnehmer davon eben nicht leben kann, der Jobs das aber auch nicht hergibt, und der Kollege damit dann arbeitslos wird, wenn er keinen höherwertigen Job machen kann. Da liegt nämlich die eigentlich Krux. Der Entwicklungsgrad unserer Gesellschaft ist so hoch, daß man als Ungelernter oder Minder- bis Kaumqualifizierter unten durch das Raster fällt. Wer seinen Anteil am gesellschaftlichen Leben haben will, kann das heute mit Hilfsarbeiten nicht mehr. Dafür sind die Ansprüche an das Leben schlicht zu hoch, während der Anspruch des Jobs viel zu niedrig ist. DAS ist das Problem in Deutschland. Es müssen mehr Leute in bessere Jobs, nicht mehr Geld in schlechte Jobs....wenn wir unseren Entwicklungsstandard halten wollen. DIE Entscheidung ist zu treffen.
Aha, also ein Job, der keinen wirtschaftlichen Mehrwert bringt, sollten wir nicht mehr machen?
Gut, entlassen wir alle Pflegekräfte, die bringen nichts. Sparen wir auch gleich die Rente für die nicht mehr gepflegten Alten: Klare Win-Win-Situation!
Türklinken müssen ja heutzutage auch nicht mehr geputzt werden... ganz zu schweigen von Kindern, die betreut werden müssen, weil die Eltern ja nur in Vollzeit auch einen wirtschaftlichen Mehrwehrt erzeugen können. Und Kinder - ach gibt eh zuviele Menschen auf der Welt, verbieten wir Kinder einfach.

Wie kann man nur so Ignorant sein und alles an einem wirtschaftlichen Mehrwert bemessen? Deutschland ist ein sehr reichen Land, weil hier zum größten Teil fleißige gesunde Menschen leben.
Aber es ist auch an assoziales Land in dem diejenigen, die eben nicht gesund sind, nichts vom Kuchen abbekommen - außer den Resten!

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shab_nas 04.08.2017, 15:09
106.

Zitat von Crom
400 Euro Lebensmittel? Was isst diese Familie? Jeden Tag Kavier? Achja, wer sich ein Haus leisten möchte, muss eben an anderer Stelle (Urlaub, Restaurantbesuch) abstiche machen und die Ersparnisse (2.500 pro Jahr) gehen auch fürs Haus drauf. Bezüglich Restaurantbesuch sind 100 Euro auch happig, ich war letztens mit acht Leute zum Buffet, gutes asiatisches Restaurant, mit Getränke 120 Euro. Mit Kindern geben Sie zu viert fast das doppelte aus?
In dem 400 Euro sind alle möglichen Kosten für Kinder miteingerechnet. Taschengeld, Schulgeld, usw. und für die Erwachsene auch alle mögliche Kosten, wie Kantinenverpflegung auf der Arbeit. (schrieben sie bitte, dass das alles so wenig ist).
Anscheinend haben sie kein Problem damit, dass andere dafür bluten müssen, also sprich der Kellner, Aushilfe und ein paar andere am Ende Nahrungskette und gelernte . Wieso rechnen sie es nicht gleich auf 20 Döners plus Getränk hoch?
Ich nehme ihre Argumente ernst dann ernst, wenn sie eine Gegenrechnung aufstellen, auf Grundlage derer ich dann mit Ihnen diskutieren könnte.

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Matttthias 04.08.2017, 15:12
107. Ich versteh es nicht

seit den Steinschen Reformen 1806 darf man Beruf und Wohnort frei wählen. Wer als Gebäudereinigerin glaubt zu wenig zu verdienen kann auch Ärztin werden. Oder Elektroingenieurin für die Entwicklung von E-Autos. Seit Willy Brandt ist auch ein flächendeckender Zugang zu Gymnasium und Uni vorhanden. Vor 1969 wurden Menschen schon als Kinder auf schlechte Berufe festgelegt. Seit 1972 gibt es genug Schul und Hochschulplätze. Wer das Abitur nicht schafft ( wie z.B. der Kanzlerkandidat) hat durchaus meisten selbst Schuld. Zu faul und zu undiszipliniert. Anderen die Schuld geben für eigene Characterschwäche ? Ist das "gerecht" ? Zugegeben , manch Schüler ist unreif und realisiert später was er sich angetan hat. Eine 2te Chance wäre wichtig. Hier liegt Andrea Nahles richtig mit dem Bildungsguthabenkonto. Aber die 40igjährigen die ich kenne die sich "verstiefelt" haben sind eher lustlos was eine Zweitausbildung angeht. Von daher - wer glaubt zu kurz zu kommen - Zweitausbildung. Anstatt von Gerechtigkeit zu fabulieren. Anpacken statt Andere auspressen.

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marcustulliuscicero 04.08.2017, 15:15
108. Die Statistik geht vom Bruttolohn aus....

Zitat von Crom
Wenn das Medianeinkommen 3.000 beträgt, dann liegen schon mal 50% drüber und damit können die stärksten Säulen nicht nur darunter liegen. Nebenbei kommt man mit 2.500 - 3.000 Euro gut aus. Außer man hat natürlich übertriebene Ansprüche (immer das neueste Smartphone, Alkohol und Zigaretten etc.pp.).
Bitte beachten Sie, dass die Statistik von einem Bruttolohn ausgeht, da hat man nach Steuer keine 2.500 - 3.000 Euro im Geldbeutel, real beweget man sich eher bei 1.800 - 2000 Euro.
Abzüglich Miete, KFZ, Versicherungen, Strom etc. bleibt für einen Alleinerziehenden oder einer Familie nicht wirklich viel über.
Urlaub oder Altersvorsoge ist bei solchen Beträgen nicht drin. Man sendet eher Stoßgebete an wen auch immer, dass das Auto keine grössere Reparatur benötigt.

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Crom 04.08.2017, 15:17
109.

Zitat von shab_nas
In dem 400 Euro sind alle möglichen Kosten für Kinder miteingerechnet. Taschengeld, Schulgeld, usw. und für die Erwachsene auch alle mögliche Kosten, wie Kantinenverpflegung auf der Arbeit. (schrieben sie bitte, dass das alles so wenig ist). Anscheinend haben sie kein Problem damit, dass andere dafür bluten müssen, also sprich der Kellner, Aushilfe und ein paar andere am Ende Nahrungskette und gelernte . Wieso rechnen sie es nicht gleich auf 20 Döners plus Getränk hoch? Ich nehme ihre Argumente ernst dann ernst, wenn sie eine Gegenrechnung aufstellen, auf Grundlage derer ich dann mit Ihnen diskutieren könnte.
Schulgeld? Der Besuch öffentlicher Schulen ist in Deutschland kostenlos. Wie gesagt, die 400 Euro sind jenseits jeder Realität. Ich habe meine Finanzen gut im Blick. Selbst wenn Sie Kantinenessen bei jedem(!) ansetzen, können Sie den Wert mal locker durch 2 teilen.

Sie haben um eine Korrektur gebeten, nicht ich. Ich habe Ihnen aufgezeigt, wo es in Ihrer Rechnung hackt (waren ja nicht nur die 400 Euro). Kommen Sie also erst einmal mit einer plausiblen Rechnung an, dann reden wir weiter.

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