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Auf einen Blick - Löhne: So verdient Deutschland
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Wieso verdient nur jeder Dritte mehr als den Durchschnittslohn? Und wie hoch muss das Gehalt sein, um zum obersten Prozent zu gehören? Fakten zur Lohngerechtigkeit auf einen Blick - unsere Infografik.

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53er 04.08.2017, 16:36
150. Jaja,

Zitat von talkpoint
In der Praxis wird die Durchschnittsrente durch Rentenbezieher, die nur eine niedrige Altersrente erhalten, jedoch tendenziell nach unten korrigiert. Das bedeutet: Dank Minirenten steht die durchschnittliche Rente schlechter da. Beamte, Hausfrauen oder Selbstständige, die wenig in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben, erhalten auch nur eine magere gesetzliche Rente und korrigieren die Durchschnittswerte nach unten. Das die Schweiz das Doppelte haben liegt wohl auch an den deutlich höheren Lebenserhaltungskosten!
was meinten Sie denn nun mit den "LebensERhaltungskosten" die in der Schweiz deutlich höher sind als in Deutschland? Für die Lebenshaltungskosten haben die Schweizer an den Grenzen zu den Nachbarstaaten, fast jeder Schweizer lebt in der Nähe so einer Grenze,jedenfalls einen Hang zur Schnäppchenmentalität entwickelt, die wiederum die Anbieter und Dienstleister in den grenznahen Städten der Nachbarstaaten hocherfreut. Die Schweizer Anbieter freuts weniger aber offensichtlich können sie dennoch damit leben. Und auch die vergangenen Währungsturbulenzen haben die Schweizer Betriebe locker ausgeglichen, ich habe jedenfalls nichts von dramtischen Lohnsenkungen gehört. Irgendwie unheimlich diese Schweizer Verhöltnisse, bei diesen Löhnen müssten die eigentlich fast nichts mehr exportieren und sich nur gegenseitig selbst das Geld aus der Tasche ziehen. Aber der Schweizer Export boomt, vielleicht liegt es ja an etwas ganz anderem als der Lohnhöhe? Wir in Deutschland entwickeln leider so etwas wie eine Mauer für unterbezahlte Arbeitnehmer, kein Wunder dass "Urlaub in Deutschland" immer beliebter, nur dort können manche Arbeitnehmer aus finanziellen Gründen Urlaub machen, bereits im europäischen Ausland wären inzwischen die LebensERhaltungskosten zu hoch.

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bammy 04.08.2017, 17:03
151.

Zitat von alph
Wer als dreiköpfige Familie mit 2.000 Euro nicht über die Runden kommt, sollte sich mal überlegen für was er Geld ausgibt. Wir kamen nun ein Jahr lang mit 1350 Euro plus Kindergeld, also rund 1550 Euro im Monat aus. Davon waren 550 Euro Miete. Somit reichen uns fast exakt 1.000 Euro nach Abzug der Miete zum Leben, davon bezahle ich noch monatlich meinen Studienkredit mit 100 Euro zurück und am Monatsende bleibt sogar noch was übrig. Wir leben gut, uns fehlt es weder an Lebensqualität noch Essen wir billig und ungesund. Natürlich kann man sich nicht jeden Tag Pizza bestellen oder jede Woche ins Kino, aber das erwarte ich bei diesem niedrigen Einkommen auch nicht und wer das tut sollte sich nicht wundern. Ich weiß gar nicht wohin mit dem Geld wenn wir beide nächstes Jahr zusammen ein Nettoeinkommen von 3.500 bis 4.000 Euro haben werden... Vielleicht sollte man sich mal an die eigene Nase fassen wenn man mit einem (vertretbar) niedrigen Einkommen nicht auskommt.
In Berlin werden Sie heute keine Wohnung für eine vierköpfige Familie für 550€ warm bekommen. Da muss man wohl das doppelte einplanen.

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Desmond 04.08.2017, 17:05
152. Gerechtigkeit

Zitat von shab_nas
Lass uns doch mit konkreten Zahlen argumentieren! Wie definiert sich der Durchschnittslohn im Land des Exportweltmeisters? was soll damit möglich sein? Was ist die Bemessungsgrundlagen für Wohlstand? ich versuche es für eine Familie mit 2,3 Kindern :) (Bitte ergänzt die liste, bin sicher ich habe einiges vergessen:)) - Lebensmittelkosten, die 400 euro pro Person berechne pro Monat (Taschengeld, Schulgeld -Nach 20 Jahr Arbeit sollte es möglich sein ein Reihenhaus im Wert von 230000 abzahlen zu können - mind. 1 Mal für 15 Urlaube für die ganze Familie - Studiums Finanzierung von Kindern! - Einmal im Monat Restaurantbesuch für die ganze Familie (100). - 1000 Euro Sonderausgaben im Jahr (Kindergeburstage, Hochzeit, Trauerfeiern und sonstiges) - Alle Zehn Jahr sich ein neues Familien Auto leisten können. 40.000 - Pro Jahr noch 2500 Pro sparen können. - 4 stunden Nachhilfe die Woche für 2,3 Kinder leisten können. Für das alles braucht die genannte 2,3 Familie mehr 4700 Euro netto Pro Monat. Urteilt nun selbst, ob es in Deutschland gerecht zu geht. Bitte korrigieren.
Was soll das? Luxus ist doch kein Indikator für Gerechtigkeit. Wenn einige sich kein teures Haus oder Auto leisten können bedeutet das noch lange nicht das es Ungerecht zugeht. Auch Urlaub bedeutet nicht eine Flugreise in den Süden. Man kann den auch günstig daheim verbringen. Meine Meinung ist das 4700 netto locker für eine Familie reichen, wenn man damit nicht klar kommt sollte man sich helfen lassen. Viele werden keine 2000 haben und da sehe ich die Probleme das Grundbedürfnisse nicht mehr befriedigt werden können.

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interessierter Laie 04.08.2017, 17:05
153. @steffen.mueller

Deutschland ist nicht Exportweltmeister wegen niedriger Löhne. Gerade in den exportstarken Branchen - Metall- und Elektroindustrie, Chemie und Pharma und IKT sind die Löhne hoch und die Arbeitszeiten niedrig. Prekäre Beschäftigung findet sich vorwiegend im Handel und im Dienstleistungsbereich. Die exportieren nicht. Sie müssen mit den hiesigen Kunden leben, die vor allem eines verlangen: Günstige Preise!

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bammy 04.08.2017, 17:10
154.

Zitat von Aquifex
Schaut man sich die Jobs in der Automobil-, Chemie- oder Metall-Branche an, also exportorientierte Jobs, sieht man auch hohe Lohnzahlungen. Daß Exporterlöse nicht bei den Mitarbeitern ankommen, stimmt schlicht nicht. Sie kommen nicht bei jedem Arbeitnehmer an, klar. Das hängt ja alles sehr vom Job und von der Branche ab. Natürlich soll jeder von seiner Arbeit leben können. Aber nicht jede Arbeitet erwirtschaftet die dafür nötigen Werte. Das ist ein Problem, daß sehr gerne unter den Tisch fällt. Wenn mein Job daraus besteht, Türklinken zu säubern und ich nichts anderes tue, dann kann ich nicht erwarten, daß ich dafür 20,- pro Stunde bekomme. Das gibt der Job schlicht nicht her, weil niemandem diese Tätigkeit soviel Geld wert ist. Und da ist dann auch irgendwann die Frage zu stellen, ob bestimmte Jobs überhaupt noch "angeboten" werden sollten, weil der Arbeitnehmer davon eben nicht leben kann, der Jobs das aber auch nicht hergibt, und der Kollege damit dann arbeitslos wird, wenn er keinen höherwertigen Job machen kann. Da liegt nämlich die eigentlich Krux. Der Entwicklungsgrad unserer Gesellschaft ist so hoch, daß man als Ungelernter oder Minder- bis Kaumqualifizierter unten durch das Raster fällt. Wer seinen Anteil am gesellschaftlichen Leben haben will, kann das heute mit Hilfsarbeiten nicht mehr. Dafür sind die Ansprüche an das Leben schlicht zu hoch, während der Anspruch des Jobs viel zu niedrig ist. DAS ist das Problem in Deutschland. Es müssen mehr Leute in bessere Jobs, nicht mehr Geld in schlechte Jobs....wenn wir unseren Entwicklungsstandard halten wollen. DIE Entscheidung ist zu treffen.
Das sehe ich auch so. Wir müssen einfach mal kapieren, das die Zeiten vorbei sind, wo man mit schlechter Bildung und qualifikationslos gut bezahlte Jobs bekommt.
Dazu kommt allerdings, das wir den Amazon Chef zum reichsten Mann der Welt machen, während der Einzelhandel viele Jobs verloren hat und die übrig gebliebenen stetig mit dem Onlineangebot konkurrieren müssen und es von daher keine großen Gehaltssprünge geben kann.
Wer also als Angestellter oder Arbeiter viel Geld verdienen will, muss hoch qualifiziert und flexibel sein, was den Wohnort angeht.

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bergeron 04.08.2017, 17:18
155.

Zitat von fin2010
Ehepaare, die angeblich nicht das Bruttoeinkommen des Partners kennen? Wie machen die dann die Jahressteuererklärung?
Ein Ehepartner kennt beide Einkommen, der andere nur sein eigenes.

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n.wemhoener 04.08.2017, 17:25
156.

Zitat von t.w.adorno
Eine sonderbare Diskussion hier. Die Tarifparteien handeln die Gehälter aus. So ist es hier. Aber nach 10 Seiten habe ich das entscheidende Wort “Gewerkschaft“ nicht lesen können. Wer zu wenig verdient, geht in den Arbeitskampf. Mit seinem Betriebsrat, mit seiner Gewerkschaft. Kein Mitglied, kein Mitleid. Ein Selbstständiger
Schön wenn es so wäre. Aber leider arbeitet nur noch rund die Hälfte der Beschäftigten in tarifgebundenen Betrieben (vor 20 Jahren noch 70 %)
. Bei der anderen Hälfte geht Lohnfindung häufig nach dem Motto:
"Vogel friss oder stirb."

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t.w.adorno 04.08.2017, 17:45
157. lieber wemhöher

Wer sagt, dass es einfach wird? Aber die Arbeitnehmer müssen für ihre Forderungen kämpfen. Streiken. Die Arbeitnehmer sind friedlich und zahm. Vielleicht hat man gerade zu viel zu verlieren. Aber was waren die altvorderen für Helden. Die einen Kampf Arbeitnehmer gegen Arbeitgeber gesehen und angenommen haben. Die Arbeitgeber werden nichts Substanzielles abgeben. Höchstens armselige mitleidsgeschenke.und es nicht die Aufgabe der Politik den Arbeitnehmern die gehaltswünsche von den Lippen abzulesen. Das nennt sich Tarifautonomie.

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harryklein 04.08.2017, 17:45
158. Kopf einschalten

Zitat von Phil2302
Alle meine Freunde, die mit Vernunft an ihr Studium (=technisches Fach) oder ihre Ausbildung herangegangen sind, verdienen jetzt gut, und das im Alter von 30 Jahren. 2500 netto ist das Minimum, die ersten erreichen mit Steuerklasse 3 auch 4000. Diejenigen, die sehr lange studiert haben, nicht flexibel sind, Germanistik oder Pädagogik studiert haben, oder als Mechaniker keinen Meister machen wollen etc., denen geht es im Schnitt deutlich schlechter. Wie immer gilt auch hier: Jeder ist seines Glückes Schmied. Und es schadet auch nicht, den Kopf einzuschalten, wenn man Geld verdienen möchte. Das darf auch schon in der Schule passieren.
Logischerweise können nicht alle Ingenieure werden, denn so groß ist der Bedarf an Ingenieuren auch nicht.

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HolgerS 04.08.2017, 17:46
159. Proportionen beachten

Zitat von Newspeak
wieso muessen eigentlich die oberen 1% gleich soviel mehr als die anderen 99% verdienen? Ich glaube ja, dass der durchschnittliche Manager eine bessere Ausbildung hat, hoehere Faehigkeiten, mehr gefordert wird, mehr Zeit investieren muss, aber es ist schlichtweg absurd zu glauben, irgendjemand koenne Stundenloehne von mehr als 1000 Euro wert sein..
Laut Artikel gehört jemand mit mehr als 10.550 €/Monat zu den oberen 1%. Damit fängt das obere 1% also bei ca 79€/Stunde and. Sind die paar (vermutlich weniger als 10.000 Personen) mit einem "Stundenlohn" von 1000€ tatsächlich ein Problem? Oder sind sie einfach die Sitze, die entsteht wenn Löhne frei ausgehandelt werden dürfen?

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