Forum: Wirtschaft
Aufregung an den Finanzmärkten: Roms Schulden-Harakiri
ANGELO CARCONI/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Italiens Regierung erschreckt mit ihrer Finanzakrobatik nicht nur die EU, sondern auch die Börsen. Der Kurs ist riskant, vor allem für Italien. Denn Schulden machen wird so immer teurer.

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From7000islands 09.10.2018, 13:59
10. ohne Italien...

...wird auch Deutschland massiv profitieren, denn wer lässt den Euro auf unrealistische 1,15 zum Dollar? Damit Staaten wie Italien, GR , und andere ihre Waren international verkaufen können, das diese Staaten ja nicht ihre eigene Währung besitzen, die sie ab- oder aufwerten können und damit den internationalen Finanzmärkten anpassen können zum Vorteil der eigenen Wirtschaft.
Nur verbohrte EU Fanatiker glauben noch, dass der Euro die EU Staaten zwingt, ihre eigene Mentalität gegen eine andere auszutauschen, die dann "Brüssel-konform" wäre.

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itsmi 09.10.2018, 14:00
11. Die Italiener haben keine andere Wahl

Wir Deutschen müssen endlich verstehen, dass die Ausländer Schulden machen müssen - und zwar nicht aus ideologischen Gründen, sondern aus logisch zwingenden Gründen. Deutschland hat, wie alle wissen, einen riesigen Außenhandelsüberschuss. Relativ zum BIP und absolut den größten weltweit. Der Außenhandelsüberschuss des einen ist aber zwingend das Defizit des anderen. Etwas anderes ist logisch unmöglich. Deutschland hat weniger konsumiert als es selbst hergestellt hat. Also müssen andere mehr konsumieren als sie selbst hergestellt habe; das geht nur mit Schulden. Und das sind neben Italien auch Spanien, Griechenland, Portugal und Frankreich. In Deutschland sagt man dann gerne, dass die Südländer ihre Wirtschaft wettbewerbsfähiger machen sollen, allen voran Herr Hans Werner Sinn. Das geht nicht! Es können nicht ALLE Länder wettbewerbsfähiger, sondern nur einige im Vergleich zu anderen. Wettbewerb ist relaliv. Wenn morgen alle Länder der Welt ihre Löhne um 10% senken, dann hat keiner an Wettbewerbsfähigkeit gewonnen. Nur EIN Land (oder einige, aber eben nicht alle) kann seine Löhne senken und ist dann relativ zu den anderen wettbewerbsfähiger geworden. Und wir können auch nicht mit dem Finger auf das Auslang zeigen und sagen, dann kauft halt unsere Produkte nicht, wir zwingen ja niemanden deutsche Autos zu kaufen. Aber das ist Unsinn. Wir wollen doch gerade, dass sie unsere Produkte kaufen - darauf sind wir doch so stolz. Außerdem sind sie ja auch schlicht billiger als die heimischen. Wir MÜSSEN daher begreifen, dass es die Deutsche Wirtschaft und Politik sind, die die Südländer in die Schulden treibt, weil unsere Produkte zu billig sind, weil wir dank Schröder und Agenda 2010 unsere Löhne viel geringer haben steigen lassen als die anderen Länder. Nur deshalb können wir exportieren wie verrückt und die anderen Länder wirtschaftlich in die Knie zwingen. Wir MÜSSEN den Außenhandelsüberschuss abbauen und in ein Defizit umwandeln, damit die Südländer wieder auf die Beine kommen. Und wir MÜSSEN auch verstehen, dass es eine Wirtschaft ohne Schulden denklogisch nicht geben kann. Wenn alle sparen, dann ist kein Geld mehr Umlauf, mit dem irgendetwas bezahlt werden kann. Ganz abgesehen davon kommt Geld von vornherein nur als Schuld überhaupt in den Wirtschaftskreislauf. Es ist daher absoluter Quatsch, wenn die Politik uns erzählt, es gehe ohne Schulden. Nochmals: Jeder Euro der im Umlauf ist, ist da, weil sich jemand verschuldet hat. Banken verschenken ja das Geld nicht. Deutschland hat im Moment keine Neuverschuldung, aber nur weil das Ausland sich für uns verschuldet. Das machen die aber nicht mehr lange mit. Deutschland muss sich ändern, nicht die Südländer. Sonst steigen die bald wie angedroht aus dem Euro aus, machen ihre eigene Währung, werten die ab, und die deutschen Exporte werden über Nacht 50% teurer und wir haben von einem Tag auf den anderen 5 Millionen Arbeitslose mehr und eine Rezessin wie in den 1920ern. Und der Rest Europas wird uns hassen - und zwar zu recht, weil Deutschland den Euro kaputt macht und sonst niemand. Ich empfehle hierzu Videos von Heiner Flassbeck auf youtube.

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kr-invest 09.10.2018, 14:03
12. Zinsen bei 3 %

Nach wie vor drücken Zinsen um die 3% erhebliches Vertrauen aus. Die Austeritätspolitik hat jetzt ein paar Jahre gut getan, weil sie gezeigt hat, dass die Regierungen den Schuldenabbau hinbekommen. Wenn Italien jetzt wieder 3% bietet, dann ist das auch endlich eine Gelegenheit aus den fatalen 0% Zinsen herauszukommen hin zu normaleren Zinssätzen. Wie ist egal, Hauptsache irgendwo fängt es mal an. Weil eigentlich sind ja eher 3-5% Zinsen normal vom Gefühl her und wenn die Italiener eine glaubwürdige Investitions- und Wachstumsstory zu 3% Zinsen hinbekommen, dann ist das doch nicht verkehrt. Kann endlich Geld raus aus diesem unglaublich hochspekulierten Immobilienmarkt hin zu was Sinnvollem, denn offensichtlich will in Deutschland auch niemand, dass ernsthaft gebaut wird, sonst gäbe es ja Grundstücke.

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haarer.15 09.10.2018, 14:03
13. Italienische Finanzakrobatik

Das sollte clever klingen, ist es aber nicht. Mit ökonomischem Grundwissen müsste doch selbst der gutgläubigste Landsmann merken, wie er von Salvini und Co. hinter die Fichte geführt wird. Dabei ist schon längst Alarmstufe Rot angesagt. Jetzt noch mehr als zuvor. Die Italiener - sie wachen erst auf. Spät. Aber der Aufschlag wird bitter-schmerzhaft sein.

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olivergarch 09.10.2018, 14:07
14. Würden sie...

... von diesem beiden Gestalten ein Auto kaufen?

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minando 09.10.2018, 14:08
15. Was alle Europäer zu einen scheint..

...ist ihre offensichtliche Unfähigkeit zur Zusammenarbeit. Immer öfter hört man 'xyz zuerst!' aus den Reihen der politischen Eliten, und jedes Land kocht sein eigenes Süppchen. Ganz wie in der guten (?) alten Zeit.
So wird das nix mit dem Projekt Europa.
Scheint ja auch keiner mehr zu wollen.
Dann sollten wir uns aber auch nicht beschweren, wenn wir Europäer wirtschaftlich (und schlimmstenfalls auch militärisch) gegenüber China, Russland und USA bald kein Land mehr sehen.

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DerBlicker 09.10.2018, 14:10
16. die EU darf Italien nicht mehr unterstützen

Wenn sich Italien nicht an die Abmachungen mit der EU Hält, dann darf es keine finanzielle EU Unterstützung für Italien mehr geben. Italien ist kein armes Land, sondern lebt total über seine Verhältnisse. Wenn die italienische Regierung Wohltaten verteilen will, muss sie Steuern erhöhen, Schulden machen ist nicht mehr. Ich hoffe, niemand leiht den Italienern dafür Geld .

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mostly_harmless 09.10.2018, 14:10
17. Rechtspopulisten in Aktion

Sowas kommt dabei heraus, wenn man diese Leute in die Nähe der Macht lässt.

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*Querdenker* 09.10.2018, 14:16
18. Und am Ende zahlt die EU!

Die Italiener sind schlau!

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interessierter Laie 09.10.2018, 14:17
19. @giostamm11

Erstens ist das falsch. Die Schulden Deutschlands sinken ebenfalls. Zweitens hatte DE Schulden von 80 % des BIP, aber nicht 130 %. Durch die hohe Verschuldung drohen sofort fast unlösbare Probleme, wenn die Zinsen steigen. Der Anteil Schuldendienst am Haushalt ist jetzt bereits sehr hoch.

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