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Aufruf an neue Regierung: Kinderarmut bekämpfen. Und zwar so!
DPA

Die Ungleichheit in Deutschland wächst - und am stärksten betroffen sind die jüngsten Mitglieder der Gesellschaft. Eine neue Bundesregierung muss der Kinderarmut entschlossen entgegentreten.

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ondrana 03.01.2018, 14:59
30.

Ein Anfang wäre, Alleinerziehende in Steuerklasse 3 zu besteuern und Familie als mehr zu betrachten als Mann und Frau (und vielleicht noch Kind).
Dann würde sich für viele die Arbeit mit erhöhter Stundenzahl überhaupt erst einmal lohnen. Als Nebeneffekt bauen die Eltern auch eine entsprechende Rente auf.

Schulbücher und Schulmaterial sollten unabhängig von den Sozialleistungen zur Verfügung gestellt werden.

Die Schulen brauchen eine Myriade von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, die die unterrichtsfremden Aufgaben übernehmen und Lehrkräfte zeitlich in die Lage versetzen, sich wieder um ihr Kerngeschäft - Lehren, Beraten, Erziehen- zu kümmern.

Die kommunale Infrastruktur muss wieder so aufgestellt sein, dass sich jede/s Kind den Schwimmbadbesuch, etc. leisten kann.
So ist das Geld sicherlich besser aufgehoben als es immer noch gießkannenmäßig über alle Bedürftigen zu verteilen.

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monolithos 03.01.2018, 15:06
31. Zu kurz gesprungen

Maximal der Vorschlag eines Kinder-Grundeinkommens und die nur angedeutete Kostenfreiheit der Kinder-Infrastruktur sind wirklich helfende Maßnahmen. Letztlich müsste jede Bildungseinrichtung frei von direkten und indirekten Kosten für Eltern sein, also Kinderkrippe, Kindergarten, Schulbücher, Schulspeisung, Klassenfahrten, Schulbusse, Musikschulen, Sportvereine, außerschulische Förderung schwacher UND starker Kinder, Zugang zu Bibliotheken etc. - alles kostenlos, dazu billigere Bücher und ähnliches und keine Abwälzung schulischer Aufgaben auf das Elternhaus mehr (= Abschaffung von Hausaufgaben). Nur dann hätten wir eine Abkopplung des Bildungserfolgs der Kinder von der sozialen Herkunft. Alles andere ist Nebenbeigeplänkel. Ob Kinderrechte nun im Grundgesetz stehen oder nicht, ändert erstmal nicht viel. Im GG steht so viel drin, was nicht der Realität entspricht. Die Bildungskompetenz der Eltern stärken nützt wieder nur den Kindern, die Eltern haben, die überhaupt über eine Bildung verfügen, die man stärken kann. Bildung muss als nationale Aufgabe aller Bürger dieses Landes (egal ob mit oder ohne Kinder) verstanden werden. Im Moment ist es in erster Linie nur ein "Wirtschaftszweig" von vielen, bei dem sich einige auf Kosten anderer (hier: der Eltern) die Taschen vollmachen.

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rieberger_2 03.01.2018, 15:08
32. Welch grandiose Erkenntnisse

Die sechs Schritte zur Bekämpfung der Kinderarmut ist prinzipiell ein alter Zopf. Da ist nichts essentiell neues dabei. Prinzipiell sind zuerst, zuallererst, die Eltern verantwortlich für das Wohl ihrer Kinder verantwortlich. Wenn der Staat sich anmaßt, diese den Eltern abzunehmen, wird diese Gesellschaft grandios scheitern. Der Staat soll die Rahmenbedingungen für die Eltern schaffen, der Rest bleibt da, wo er hingehört - bei den Eltern.

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r.voelckel 03.01.2018, 15:09
33. Richtig

Wer will schon Kinderarmut. Also wie immer: nur zur Vollständigkeit: wie steht es mit Altersarmut, Bildung, Digitalisierung, Infrastruktur, Europa, Migration, Familienförderung, Entwicklungshilfe, Verteidigungsfähigkeit, Mittelstandsförderung Steuerprogressionsabbau, Soliabbau,Pflegenotstand..., noch was vergessen?
Jetzt im Ernst: wer Kindern und nicht dem Familienoberhaupt helfen möchte: Abschaffung des Kindergeldes und des Kinderfreibetrages, statt dessen Ganztagsschule, mit Komplettbetreuung einschließlich kostenloser Nachhilfe. Kostenlose Kita, kostenlose Kindergarten usw.

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hr.lich-daemlich 03.01.2018, 15:10
34. .

1.) Grundsicherung für alle schaffen. Beginnt im Kinderalter und wird durch Bildungsabschlüsse, soziale Einsätze und natürlich sozialversicherungspflichtiuge Jobs erhöht. Rente wird durch dieses Grundeinkommen ersetzt.
2.) Schritt 1 hat gigantische Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Der Druck auf die Arbeitgeber familienfähige Jobs zu schaffen nimmt zu.
3.) Mehr Freiheit, mehr Bildungsmöglichkeiten. Viele Leute (besonders in prekären Arbeitssituationen) bekommen heutzutage nicht viel mit, da sie sich auch mal ein paar Minuten am Tag entspannen möchten und somit ihre freie halbe Stunde nicht mit der Lektüre der heute verlegten Gesetze verbringt.
4.) Siehe Punkt 1. Es ist erwartbar, dass es vermehrt freiwillige Angebote für Kunst, Kultur und Zeitvertreib entstehen. Einige werden sich auf Spendenbasis zusätzlich finanzieren, andere werden es aus Passion heraus machen. Physikalische Infrastruktur muss allerdings trotzdem staatlich erschaffen werden bzw im gesellschaftlichen Dialog.
5.) Wo sollen die ganzen Menschen herkommen, die für ein solches System benötigt werden?
6.) Ja, okay, aber bitte nicht übertreiben. Schließlich sind sie die Schutzbedürftigen und müssen auch dementsprechend zum Schutz begrenzt werden dürfen.

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thoms1957 03.01.2018, 15:10
35. Kinderrechte stärken

Gut wäre ein Wahlrecht für Kinder, dass bis zum vollendeten 16. bzw. 18. Lebensjahr von den Erziehungsberechtigten ausgeübt werden kann.
Millionen potentieller Wählerstimmen kann keine Partei ignorieren und Kinder hätten plötzlich eine wirkliche Lobby und würden nicht nur im Wahlkampf oder in Sonntagsreden erwähnt.

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monolithos 03.01.2018, 15:11
36. Wer von der Zukunft nicht betroffen ist ...

Zitat von Wahlrechtfueralle
Ganz offenbar werden vor jeder Wahl Geschenke für Rentner versprochen. Ein Wahlrecht der Eltern für ihre Kinder würde die Priorität in Richtung der Familien mit Kindern verschieben. Wie dramatscih undemokratisch das aktuelle Nicht-Wahlrecht für Kinder ist, wird klar wenn man das Wahlrecht für Rentner oder für Frauen in Frage stellen würde.
Das Wahlrecht für Frauen kann natürlich nicht zur Disposition stehen, wohl aber das für Rentner. Mir sagte mal jemand: Wer von der Zukunft nicht betroffen ist, sollte nicht über sie entscheiden dürfen. Das ist natürlich ziemlich zynisch, zeigt aber dennoch gut, woran das System krankt, zum Beispiel daran, dass diejenigen, die den Klimawandel nicht mehr erleben werden, denjenigen, die mit dessen Folgen werden kämpfen müssen, den Planeten versauen. Mit der Bildung ist es genauso.

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Lykanthrop_ 03.01.2018, 15:17
37.

Zitat von pittiken
Habe ich das richtig verstanden? Frau will ein eigenständiges Leben (auf Kosten der anderen natürlich) führen, kann es aber nicht, weil sie gezwungen wird von den Ämtern, für wenig Kohle arbeiten zu gehen. Jetzt schafft sich Frau dann Kind/Kinder an, um nicht arbeiten zu müssen, weil sie dann ein selbstbestimmtes Leben als Mutter führen kann? Selbstverständlich auf Kosten der anderen natürlich. Dieses Verhalten ist in keiner Weise verständlich, sondern verachtungswürdig. Da hat die Mutter Zeit wie Heu, wenig Kohle vom Amt, und kann sich dennoch nicht um das Kind/die Kinder kümmern?
Aus Sicht der Mütter schon, Sie befreit sich eine Zeit lang vom behördlichen Zwang. Ist es für Sie ok, wenn Frauen und Männer sich zum Mindestlohn, behördlich gedrängt ausbeuten lassen müssen ?
Ist es nicht verständlich wenn man das als ungerecht empfindet ?
Ist für sie sozial was Arbeit schafft oder sozial was menschenwürdige Arbeit schafft ?
Ich habe ein linkes Ideal, aber durchaus ein Leistungsbewusstsein, die gebratenen Tauben fliegen nicht von selbst in den Mund. Die Macht liegt heute aber zu sehr auf Seite der Arbeitgeber, auf Seiten des Kapitals.
Wenn man die Arbeitsbedingungen im Niedriglohnsektor verbessert erntet man weniger und besser versorgte Kinder. Das ist natürlich keine Entschuldigung dafür schlechte Eltern zu sein.
Die Kitapflicht sehe ich nicht als Zeitgewinn der Mütter und Väter, sondern als Vorteils des Kindes. Das Problem sind wie schon geschrieben oft auch die Eltern. Wenn Kinder H4 sozialisiert werden, werden sie später auch zum Großteil H4 Empfänger werden.

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Negira 03.01.2018, 15:18
38.

Zitat von Wahlrechtfueralle
Alles gute Punkte, aber ein wichtiger Aspekt fehlt: Das Wahlrecht der Eltern für ihre Kinder. Nur wenn auch die Interessen der Kinder angemessen demokratisch wahrgenommen werden können, werden Politiker auch diesen bislang nicht repräsentierten Teil der Bevölkerung bei ihren Entscheidungen berücksichtigen.
Genau so ist es ! Nur wenn Kinder auch eine Stimme haben, werden Sie von Politikern als wichtig wahrgenommen.

Die von Herr Hurrelmann angesprochenen Punkte sind mir alle zu schwammig und zu wenig konkret.
Bis auf die Geschichte mit der Kita. Das kann ich nur bestätigen. Ein Krippenplatz in Ba-Wü kostet (zumindest bei uns in der Gegend) zwischen 450 und 600 € für eine Ganztagesbetreuung. Essen nicht inbegriffen. Wenn jemand nur 800-1000 Euro netto verdient überlegt er es sich schon ob sich das lohnt.

@olli0816 Also in Baden-Württemberg werden die Einkommen der Eltern bei den Kitabeiträgen nicht berücksichtigt. Nur die Anzahl der Kinder im Haushalt unter 18. Allerdings kann man es bei der Steuer wieder anrechnen lassen, aber wieviel das genau bringt weiß ich nicht. Außerdem bringt das den Geringverdienern, die eh kaum bis keine Steuern zahlen keinen Vorteil.

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Wahlrechtfueralle 03.01.2018, 15:22
39. Wahlrecht der Eltern für ihre Kinder

Zitat von monolithos
Das Wahlrecht für Frauen kann natürlich nicht zur Disposition stehen, wohl aber das für Rentner. Mir sagte mal jemand: Wer von der Zukunft nicht betroffen ist, sollte nicht über sie entscheiden dürfen. Das ist natürlich ziemlich zynisch, zeigt aber dennoch gut, woran das System krankt, zum Beispiel daran, dass diejenigen, die den Klimawandel nicht mehr erleben werden, denjenigen, die mit dessen Folgen werden kämpfen müssen, den Planeten versauen. Mit der Bildung ist es genauso.
Den Rentnern das Wahlrecht zu entziehen, ist keine praktikable Option. Jedem Elternteil 1/2 Stimme für jedes noch nicht selbst wahlberechtigte Kind zu geben schon.

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