Forum: Wirtschaft
Aufruf von Ökonomen: Schäuble empört sich über Kritik an Merkels Krisenpolitik
dapd

Die Kritik an der Krisenpolitik der Kanzlerin entfacht wütende Reaktionen. Finanzminister Schäuble zeigt sich empört über den Aufruf von rund 170 Ökonomen an die Bürger, sich gegen bestimmte Beschlüsse zu stellen. Die Kritik sei unverantwortlich, so der Minister, und verwirre die Öffentlichkeit.

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fritz3 06.07.2012, 13:49
230.

Zitat von Skifahrer
Denn niemand weiß wirklich, wohin die Reise geht.
Irgend jemand wird's schon wissen.

WIR können das Reizeziel nur an Hand der eingesetzten "Beförderungsmittel" erahnen.

"Euro-Rettung" ist sicher nicht das Enzdiel. Dazu hätte irgend jemand erst eimal definieren müssen, was "Euro-Rettung" eigentlich bedeutet.

30 Jahre Umverteilung bis die Lebensverhältnisse sowohl ganz unten, in der Mitte und ganz oben in Euro-Land niveliert sind?
Wohl kaum. Soviel Zeit geben in die Menschen in Europa nicht mehr.

Mich würde es auch interessieren, was genau deren Plan ist...

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kantundco 06.07.2012, 13:50
231. Ich meinte den filzigen Herrn Rürup....

Zitat von mmt
... ist höchst unterschiedlich. aus eigener erfahrung kann ich sagen, dass einige der 170 merkel-kritiker ihr geld verdienen, indem sie morgen um 8 oder auch noch abends nach 20h vor studenten stehen. was sie den studenten noch erzählen sollen, wissen sie wahrscheinlich nicht mehr. was soll man noch über den zusammenhang von zins und risiko lehren, wenn in der zeitung laufend etwas anderes steht? zins? risiko? wahrscheinlich alles quatsch? es gibt doch euro-bonds und "too big to fail".
... der auch zu den glorreichen Sieben zählt.
Da schau her:
Bert Rürup

Runterscrollen bis "Weitere Aktivitäten" und dann bleich werden.

Komisch nur, dass der gute Mann nicht in der Spiegel-Meldung auftaucht.

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pennywise_the_clown 06.07.2012, 13:50
232.

Zitat von Tolotos
Könnte es sein, dass Schäuble Mittel zur Zensur missliebiger Expertenmeinungen vermisst? Die gleichen Politiker, die seit Jahren Politik gegen volkswirtschaftlichen Sachverstand manchen, verbitten es sich nun, dass Fachleute sie kritisieren. Das ist einer Demokratie unwürdig und erinnert eher an DDR-Verhältnisse!
Naja...
Vielleicht hat die FDJ Sekretärin für Agitation & Porpaganda schon lange begriffen, dass es sich mit Entscheidungsfindung wie zu DDR Zeiten (der Bundestag stimmt ja schon regelmäßig genauso folgsam ab wie die Volkskammer) einfach bequemer regieren lässt?
Und was unseren Herrn Schäuble betrifft:
Seine Gedächtnislücken was Parteispendenbetrifft und seine Tätigkeit als Innenminister haben uns ja gezeigt, was er von einer "Domokratie" hält.

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liesalott 06.07.2012, 13:51
233.

Zitat von Mustermann
Und wer führt die Ökonomen an, der marktradikalen 'Top-Ökonom' Sinn. Was hat er denn in den letzten Jahren zum Thema Hypotheken- und Bankenkrise zum besten gegeben? Nix.
Oh, Sie sind aber bestens informiert!!

"Kasino-Kapitalismus: Wie es zur Finanzkrise kam, und was jetzt zu tun ist von Hans-Werner Sinn, Ersch.-Datum: 2010"!

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Regulisssima 06.07.2012, 13:51
234. Kritikfähigkeit

"Die Kritik verwirre die Öffentlichkeit."

Nein, ohne unseren Beamtenadel müssten wir nicht nur verhungern, sondern könnten überhaupt nicht beurteilen, was für uns gut ist !
Das Ganze erinnert immer mehr an die Hauptversammlung eines bankrotten Unternehmens, an der sich die Aktionäre erdreisten, Kritik am gescheiterten Vorstand zu üben.

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funxxsta 06.07.2012, 13:51
235. Die Tatsachen sprechen fuer sich selbst,

wo es doch - laut Fr. Merkels Reaktion - weder um eine Bankschuldenhaftung noch um eine Laenderschuldenhaftung geht. In den maastricht Vertraegen ist ja eine "No Bail-out" Klausel vetraglich verifiziert worden. Die seit mehr als 2 Jahren gebrochen wird. Da ist die Erwartung einer Bankenrettung - Europa Sued - auf Steuerzahlerkosten - Europa Nord - durchaus legitim. Das Oekonomen, welche zum Teil bereits die 3. Verfassungsklage gegen Euro und Rettungsschirme eingereicht haben, den Souveraen ueber die Risiken dieser Entscheidungen informieren, ist vollstaendig dem Umstand geschuldet, das die Politik den Souveraen nicht informiert. Noch Bedenken von Fachleuten und Waehlern ernst zu nehmen scheint. Das nun mit der Diffamierung der 170 Oekonomen begonnen wird, zeigt die Arroganz und Fehleinschaetzung der Realitaet seitens der Politik, deutlich auf. Eine weitere verpasste Chance um verlorenes Vertrauen der Buerger zurueck zu gewinnen. Wie waere es denn mit einem gross angelegten runden Tisch, an dem Oekonomen, Politikwissenschaftler, Politiker und Buerger aus ALLEN politischen Lagern diese Entwicklung reflektieren und diskutieren?? Der Buerger erwartet dies, Fr. Merkel!

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Schwede2 06.07.2012, 13:51
236. Schäuble soll den Schnabel halten

Zitat von sysop
Die Kritik an der Krisenpolitik der Kanzlerin entfacht wütende Reaktionen. Finanzminister Schäuble zeigt sich empört über den Aufruf von rund 170 Ökonomen an die Bürger, sich gegen bestimmte Beschlüsse zu stellen. Die Kritik sei unverantwortlich, so der Minister, und verwirre die Öffentlichkeit.
Er stellt sich bereits als Innenminister außerhalb des Grundgesetzes und zeigt damit einmal mehr, wieviel ihn diese Demokratie interessiert.

Wütende Reaktionen auf die Kritik führender Ökonomen ist eine Frechheit und disqualifiziert Schäuble erneut. Dass der Verfassungsschutz nichts taugt, hat er ja auch aktuell bewiesen. Den Verfassungsbrecher Schäuble hätte er schon seit Jahren überwachen müssen.

Aber vielleicht sind ja nur die Akten darüber geschreddert worden.

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MatthiasM 06.07.2012, 13:52
237. Demokratie ist vor allem Kontroverse

Zitat von Schäuble
Die Kritik sei unverantwortlich usw. usw. usw.
kath.net hin, Baring her, hier ein Auszug aus einem Interview mit ihm, der wie die Faust aufs Auge zu der Art und Weise passt, wie auch Schäuble & Co., ganz in der Tradition des ehemaligen Herrn und Meisters, sich heutzutage eine demokratische Auseinandersetzung über Fragen vorstellen, die die Obrigkeit als von vornherein alternativlos und damit entschieden betrachtet.

Nämlich so, das eine solche optimalerweise gar nicht stattfindet – wenn aber leider doch, muß der/die Unbelehrbare(n) natürlich schnellstens persönlich demontiert werden:

>PUR: Schon fünf Jahre vor der Einführung des Euro, im Jahr 1997, haben Sie, Herr Professor Baring, ihren Mund aufgetan und in seinem Buch „Scheitert Deutschland?“ Sätze formuliert, die dem heutigen Leser den Atem stocken lassen. Bereits damals schreiben Sie, man hätte Griechenland niemals in die Europäische Union eingliedern dürfen.

„Es wird heißen“, schreiben Sie, „wir finanzieren Faulenzer, die an südlichen Stränden in Cafes sitzen“ und weiter „Die Währungsunion wird am Ende auf ein gigantisches Erpressungsmanöver hinauslaufen … Wenn wir Deutschen Währungsdisziplin einfordern, werden andere Länder für ihre finanziellen Schwierigkeiten eben diese Disziplin und damit uns verantwortlich machen. Überdies werden sie, selbst wenn sie zunächst zugestimmt haben, uns als eine Art Wirtschaftspolizisten empfinden. Wir riskieren auf diese Weise, wieder das bestgehasste Volk Europas zu werden.“ Wie war damals die Reaktion auf diese prophetischen Worte?



Arnulf Baring: Na ja, Bundeskanzler Kohl hat, als ich eine Kurzfassung in der FAZ darüber geschrieben hatte, an jeden der fünf Herausgeber einen eigenen Brief geschrieben: Dieser Mann müsse sozusagen aus dem öffentlichen Dialog ausgeschlossen werden, es sei doch unerhört, dass dieses großartige Projekt durch Schmierfinken wie mich in den Dreck gezogen wird. Ich halte Kohl für einen großen Politiker. Wie jeder Mensch, ich selbst eingeschlossen, ist er ein Gemisch aus guten und weniger guten Eigenschaften. Sein Idealismus war eben nicht nur gut, sondern auch gefährlich.

Zur Einführung des Euro führte zum einen die französische Erpressung, der Wiedervereinigung nur zuzustimmen, wenn wir die D-Mark abschaffen, zum anderen die idealistische Vorstellung von Kohl, wenn wir erst einmal eine gemeinsame Währung hätten, würden alle Probleme europäisch solidarisch gelöst werden. Erpressung hier und Idealismus dort haben zur größten politischen Fehlentscheidung nach 1945 geführt.<

Quelle: KATH.NET - Katholischer Nachrichtendienst

Da können sich die 170 Dissidenten ja schon mal auf die nächste Zeit freuen.

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kunibelmonte 06.07.2012, 13:53
238. Merkel und Schäuble

Liebe Leute,

die Merkel als Physikerin weiß genau, was ein harter Euro und was ein weicher Euro ist. Der Schäuble als Jurist kennt sich außerdem in den Fallstricken europäischer Verträge aus.

Im Gegensatz dazu haben die 160 Professoren von Politik keine Ahnung. Sie sind nur Wirtschaftsfachleute.

Denen geht es so wie mir: ich kenne mich auch nur in der Wirtschaft aus.

Also meckert nicht mit unseren Politikern, denn sie wissen, was sie tun.

Nur traurig, daß es ihr Wohl ist und nicht des Volkes Wohl.

Also Prost oder zum Wohl!

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kantundco 06.07.2012, 13:54
239. Rürup, Bert

Zitat von Originalaufnahme
Wenn ich mir so ansehe, was nicht weniger Poltiker so tun, wenn sie keine poltischen Ämter mehr haben, fällt es mir auch wie Schuppen von den Augen. Aber nun erzählen Sie doch mal genauer, was Sie welchen Wissenschaftlern konkret vorwerfen...
Ist lt. meinen Quellen auch bei den glorreichen 7 für Merkel&Schäuble dabei. Bert Rürup

Mir ging es aber allgemein darum, und das zeigt der Fall Rürup, dass hier die Wissenschaft so hingebogen wird, dass sie privaten Interessen dient. Oder die Herren Wissenschaftler einfach Angst um ihre Jobs haben. Wer sich wirklich frei äußert, könnte ja nicht mehr Volkswirtschaftler bei einer Bank oder Berater bei einer Versicherung werden.

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