Forum: Wirtschaft
Aufstand gegen Finanzindustrie: Aktivisten starten weltweiten Anti-Banken-Protest

Erst die USA, jetzt England, Frankreich, Deutschland: Die Anti-Banken-Bewegung "Occupy Wall Street" erreicht Europa. An diesem Samstag wollen weltweit Zehntausende*gegen die Macht der Geldindustrie protestieren, auch in Frankfurt. Selbst Unionspolitiker verschärfen den Ton gegenüber den Instituten.

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Palmstroem 15.10.2011, 19:19
390. Der Mensch is gut, de Leut san schlecht!

Zitat von Wayne88
Da ist natürlich ein Kern Wahrheit drin. Aber erstens kann man auch gegen Mißstände protestieren, deren teilweiser Nutznießer man ist. Vor allem dann, wenn man sich bestimmten bestehenden Strukturen garnicht entziehen kann. Außerdem muß man ja irgendwo anfangen zu entflechten. Zweitens sollten wir uns alle diesen Post von Palmstroem einrahmen, gibt er doch unumwunden zu, daß der westliche Konsumkapitalismus auf der Ausbeutung armer Länder basiert.
Ach ja, der westliche Konsumkapitalismus, die Bankster und Spekulanten, die Juden und Amis - alle sind schuld nur - nur nicht ich.
Wie Konfuzius schon sagte - wer die Welt verbessern will, muß bei sich selbst anfangen. Wer die Welt verbessern will, darf dafür kein Handy benutzen, an dem Blut klebt!

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propagandhi 15.10.2011, 19:28
391. -

Zitat von Palmstroem
Die Ausbeuter gehen auf die Strasse und protestieren gegen die Ausbeutung durch das Kapital. Interessanterweise organisieren die Aktivisten das über eine Technik, an der Blut klebt. Es wäre für die Menschheit besser, diese Leute würden nicht nur gegen Banken, sondern auch gegen ihresgleichen protestieren - denn auch sie leben auf Kosten der 3.Welt. "Das Problem ist seit langem bekannt. Gerade Halbleitertechnik stützt sich auf zum Teil äußerst seltene Rohstoffe. Wo diese in politisch instabilen Gebieten vorkommen, werden sie schnell zum umstrittenen Gut: Im Kongo gehört der Streit um die dortigen Coltan-Vorkommen, aus denen Tantal gewonnen wird, zu den Motoren des seit 1996 mit nur kurzen Unterbrechungen tobenden Kongo-, respektive Kivukrieges, der bisher rund 5,4 Millionen Menschen das Leben gekostet haben soll." (SPON)
Ihnen ist anscheinend jedes Argument recht, den legitimen Widerstand gegen diese pervertierte Finanzindustrie und ihre willigen Büttel in den Parlamenten zu diskreditieren. Stichhaltigkeit spielt da wohl keine Rolle.

Natürlich ist die Ausbeuterei der 3. Welt ein grosses Problem. Auch das erledigt sich jedoch, wenn dieser perverse Neoliberalismus endlich zu Fall gebracht und unschädlich gemacht wird.

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HansOch 15.10.2011, 19:50
392. Run Baby Run

Über Enzensbergers Essay habe ich mich sehr gefreut. Während ich ihm bei dieser Widergängersache - Inflation Hitlers - nicht folgen konnte. An einer Stelle, bevor er sich A. Smith zuwendet, scheint ja fast noch Marx durchzuscheinen. Ja, Wirtschaftswissenschaften - Prinzip von Rationalität - Legitimationsgerüst für Handeln?

Über die Meldung, dass Lafontaine wieder in den Startlöchern steht, hat mich auch begeistert. Als es noch das Tandem Schröder Lafontaine gab, hatte letzterer schon eine Menge Dinge auf dem Tablett, deren Mangel man jetzt bitter bejammert. Die amerikanischen Freunde waren nicht agetan damals.

Eine Frage am Rande? Die Mechanismen sind unterschiedlich. Aber Japan liegt seit dem Tsunami auf den Knien. Warum wird das nicht geplündert? Warum nur die europäischen Staaten? Jetzt wackelt Italien - Frankreich ---

Gibt es doch sowas wie Selbstbeschränkung? Ist das wirtschaftliche Handeln, das diese Katastrophen herbeiführt nicht naturgesetzgleich? Vor zwei Jahren sprach man von Gier. Lenkte die Debatte in Richtung Werte... Nichts ist passiert....
Warum nicht Japan? - Wäre doch eigentlich rational?

H.

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Stancer81 15.10.2011, 20:09
393. ...

Ich find zumindest die Proteste in Deutschland amüsant.

Da protestieren Menschen gegen was eigentlich ?

Hier in Deutschland sehen die Lebensverhältnisse nämlich etwas anders aus, als in den USA.
Soziale Absicherung ? Haben wir !
Krankenversicherung für jeden ? Haben wir !
Hohe Arbeitslosigkeit ? Haben wir nicht !
Möglichkeit zur Bildung/Weiterbildung ? Haben wir mehr als genug.

Man hört vor allem immer einen Spruch :

"Reichtum soll gerecht verteilt werden"

Wie stellen die sich das vor ? Das die Reichen enteignet werden und das Geld unter dem Volk aufgeteilt wird ?
Vermutlich ist es genau das, was sich so mancher wünscht!

Sicher gibt es Menschen in DE, die vom System kaputt gemacht wurden aber die Masse ist schlichtweg arm, weil sie sich selbst alles verpfuscht haben.
Es ist nicht die Ober/Mittelschicht, die jedem Konsumtrend hinterher rennt. Es ist die Unterschicht, die alle 2 Monate neue Markenklamotten tragen und das neuste Iphone in der Tasche haben muss.
Viele sind arm, weil sie einfach nicht mit Geld umgehen können.

Und wozu würde es nun führen, wenn man tatsächlich den Reichtum auf die Bevölkerung verteilt ?
Würde sich an der Situation etwas ändern ? Nein, denn die Unterschicht würde einfach nur mehr konsumieren und die erhaltenen Mehreinnahmen direkt wieder ausgeben !

Ich sehe das Problem dadrin, das hier zum Teil Menschen auf die Straße gehen, die es in der Vergangenheit bewusst versäumt haben die eigene Zukunft abzusichern, z.b. durch vernünftige Bildung, und nun schreien, das sie dafür ja nichts können und andere dran schuld sind !
Sowas wird früher oder später in eine "Der hat es, also nehm ichs mir"-Mentalität ausarten wie bei den Aufständen in England !

Aber eines fällt mir dann doch auf : Menschen, die sagen der Kapitalismus hat mir alle Chancen geraubt und mich arm gemacht, und gleichzeitig das neuste Iphone in der Tasche haben, zuhause einen Flat-Screen und PC mit Internet, dazu noch ein Dach über dem Kopf, denen kann es so schlecht nicht gehen !

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HansOch 15.10.2011, 20:10
394. Horizontale Disparitäten

Noch was: Diese Demonstanten dürfen vorläufig von den Strassen und aus den Bankenvierteln einfach nicht mehr verschwinden. Dieses Knappheits-System, das die Politiker schon seit Jahrzehnten dazu verdammt, Löcher zu stopfen, reagiert nur auf Druck.

H.

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aliceko 15.10.2011, 20:12
395. Fotos vom 15.Oktober in Hamburg

Hier gibt es ein paar Eindrücke vom 15. Oktober in Hamburg
http://kritischdenken2.wordpress.com/

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jasyd 15.10.2011, 20:27
396. Raubtierkapitalismus

Zitat von Europa!
Diese undifferenzierten Proteste gegen "die Banken" gefallen mir nicht. Man kann den amerikanischen und britischen Raubtierkapitalismus nicht mit unseren relativ kleinen und zahmen Banken und Sparkassen vergleichen, die sich seit Jahrzehnten als Partner von Staaten, Industrie und Privatkunden bewährt haben. Natürlich ist auch in Europa einiges zu verbessern, aber diese undifferenzierten Proteste verdunkeln bloß, worum es eigentlich geht. Keep OWS where it belongs!
Ich glaube mich laust der Affe. Relativ kleinen und zahmen Banken und Sparkassen mit dem amerikanischen und britischen Raubtierkapitalismus vergleichen.

Sie meinen sicher solche Institutionen wie die HRE. Oder die Deutsche Bank, die in den USA im Vergleich eine riesige
Summe zahlen musste, als Strafe für seinen betrügerischen Raubtierkapitalismus. Und was haben die zahmen Sparkassen
in gieriger Raubtiermanier im amerikanischen Immobilienmarkt zu suchen?

Und im Gegensatz zu Deutschland sitzen zig Raubtierkapitalisten in den USA hinter Gittern. Von ein paar Jahren bis lebenslänglich. In Deutschland kommen sie wenn es zu offentsichlich ist mit Bewährungsstrafen davon, siehe Zumwinkel.

Und in den USA würde Ackermann alleine schon für den Esser-Betrug so einige Jährchen im Gefängnis sitzen. In Deutschland dagegen bekommt man dafür das Bundesverdienstkreuz und darf auf der Geburtstagsfeier der Bundeskanzlerin neben dieser sitzen.

Der Unterschied zwischen den USA und Deutschland ist, dass Raubtierkapitalisten von der IRS und Staatsanwälten verfolgt werden und diese schon beim Verdacht mit Handschellen abführen, während in Deutschland Staatsanwälte die begründetem Verdacht nachgehen, von der Politik zurückgepfiffen werden.

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davincione 15.10.2011, 20:57
397. .

Zitat von Palmstroem
... Wer die Welt verbessern will, darf dafür kein Handy benutzen, an dem Blut klebt!
Und wer sie NICHT verbessern will, darf das dann getrost - oder wie? Für welche Variante haben SIE sich denn entschieden?

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beraterit 15.10.2011, 21:08
398. sie wissen ja noch nicht mal wovon sie reden !

Zitat von jasyd
Ich glaube mich laust der Affe. Relativ kleinen und zahmen Banken und Sparkassen mit dem amerikanischen und britischen Raubtierkapitalismus vergleichen. Sie meinen sicher solche Institutionen wie die HRE. Oder die Deutsche Bank, die in den USA im Vergleich eine riesige Summe zahlen musste, als Strafe für seinen betrügerischen Raubtierkapitalismus. Und was haben die zahmen Sparkassen in gieriger Raubtiermanier im amerikanischen Immobilienmarkt zu suchen? Und im Gegensatz zu Deutschland sitzen zig Raubtierkapitalisten in den USA hinter Gittern. Von ein paar Jahren bis lebenslänglich. In Deutschland kommen sie wenn es zu offentsichlich ist mit Bewährungsstrafen davon, siehe Zumwinkel. Und in den USA würde Ackermann alleine schon für den Esser-Betrug so einige Jährchen im Gefängnis sitzen. In Deutschland dagegen bekommt man dafür das Bundesverdienstkreuz und darf auf der Geburtstagsfeier der Bundeskanzlerin neben dieser sitzen. Der Unterschied zwischen den USA und Deutschland ist, dass Raubtierkapitalisten von der IRS und Staatsanwälten verfolgt werden und diese schon beim Verdacht mit Handschellen abführen, während in Deutschland Staatsanwälte die begründetem Verdacht nachgehen, von der Politik zurückgepfiffen werden.
was hat denn Zumwinkel mit Banken zu tun ? Sie sidn einfach nur verwirrt und wahrscheinlich besteht ihre Lebensleistung darin, sich aus dem größten Sozialbudget aller Zeiten und Welten in Deustchland mit 800 MILLIARDEN € jährlich, zu bedienen.

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Gerixxx 15.10.2011, 21:08
399. Bericht....

Also: ich war eine Weile beim Frankfurter Protest. Die Teilnehmerzahl ca. 4-5.000. Ein Protest eher spontan, aus einer Überzeugung und einem Bedürfnis heraus. Gänsehaut, Erinnerungen an 1989, wenn da praktisch jeder, der es will das Wort ergreifen und sich quasi zu beliebigen Protest-Themen äussern kann...

Das ist Demokratie (ein Glück das wir sie noch haben !).

Großartig, dass die Proteste quasi weltweit per Internet zustandekommen: vom selbstbewussten Auftritt der amerikanischen "99er" bis zum Plakat der Agypter vom Tahirplatz. Genau da, wo die etablierten Parteien versagen - der Herstellung der notwendigen Internationalität des Handelns um "das Monster" zu bändigen...

Großartig, die Themenvielfalt: da gibt es Forderungen nach mehr Regulierung, da äussert sich ein Schüler zum Ökonomieverständnis, aus dem Bahnhofsviertel kommt etws gegen Gentrifizierung (mässiger Beifall), eine Frau fordert einen Systemwechsel (starker Beifall), jemand wirft allen Managern und Unternehmern skrupellose Herzlosigkeit vor (lauter Beifall), ein Theoretiker fordert auf, sich im Internet über Freigeld und Freiwirtschaft schlau zu machen (kaum Reaktionen), etc. etc.

Genau diese Vielfalt und Desintegration ist aber auch die Schwäche des "kommenden Aufstands"....(ganz zu schweigen davon, dass sich anderswo einige Gewaltbereite - inkl. agents provocateurs ? - unter die Demonstranten mischen konnten)

Solange keine klare Zielrichtung und ein Mindestmass an Organisation und Struktur vorhanden ist, kann das Establishment dem Treiben gelassen zu sehen.

Solange man z.B. Managern, Unternehmern, allen atablierten Leistungsträgern PAUSCHAL Herzlosigkeit, Skrupellosigkeit etc. unterstellt, d.h. sie zu einem Feindbild pauschalisiert, wird man eine große Gruppe des Volkes (das sind wir Alle !) ausgrenzen und stigmatisieren - zu unrecht, denn viele derselben sind genauso frustriert von der Herrschaft des totalen Marktes, der jeden Einzelnen deformiert, das Leben diktiert und die Gestaltungsräume einengt.

Wenn man zudem einen Systemwechsel fordert, ohne zu sagen, wohin, wird man die gefühlte "Mitte" dann doch verschrecken - ohne diese Gruppen aber geht es nicht !!! - zumindest wenn man wirklich was verändern will...

....dann darf man auch nicht mehr behaupten, man sei die 99%, da blieben dann zu viele draussen...

Also: der Anfang ist gemacht - 5.000 sind mehr als erwartet.

Aber ohne eine Akzeptanz durch die "Mitte" bleiben die Aussichten begrenzt...

Der Königsweg wäre ein "Runder Tisch" a la Osteuropa 1989 - die etablierten Parteien, die uns das eingebrockt haben inkl. Banken, Großinvestoren und Fonds, Spekulanten und Krisengewinner, Großunternehmen auf der einen Seite - die Empörten in Ihrer ganzen Vielfalt auf der anderen...dann könnte man ernsthaft über Konzepte und echte Veränderungen diskutieren ----

Man darf doch mal träumen....und ich habe einen Traum

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