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Aufstieg der AfD: Abstiegsangst schafft Feinde
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Politiker erklären den Aufstieg der AfD gerne mit der Angst vor Flüchtlingen. Dabei sind die Gründe womöglich viel profaner - und eher im Nachbarsgarten zu suchen als bei Burka tragenden Frauen. Ein Erklärungsversuch.

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vox veritas 16.09.2016, 15:44
1. Sehr viel komplexer

Schön, daß man sich inzwischen auch mal nach den tatsächlichen Ursachen sucht und diese nicht nur pauschal im vermeindlich Nationalistischen sucht (und "findet"). Wenn man die Gesamtlage mal genauer betrachtet, findet man sehr viele Paralellen zu linken politischen Positionen.
Die wahre Ursache düfte in einer ziemlichen Unzufriedenheit mit der Regierungsarbeit sein und mit den vielen Ankündigungen und Versprechen, die nicht gehalten werden (können).

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omop 16.09.2016, 15:49
2. Abstruse Zusammenhänge..

die in der Studie konstruiert werden. Der Aufstieg der AfD ist allein dem Zustand zu verdanken, dass Frau Merkel aus der CDU eine linksgrüne Partei macht (und de facto somit fast keine Differenzierung bei CDU/SPD/Grünen/FDP besteht) und mit der Masseneinwanderung im letzten Jahr das Ordnungsverständnis vieler Bürger verletzt hat. Von diesem einfachen Sachverhalt braucht man nicht ablenken, indem man jede Woche eine neue abenteuerliche Theorie konstruiert, die zeigt wie angeblich dumm und rassistisch AfD-Wähler sind. Oder kommt auch bald mal eine ähnliche Studie über die Grünen-Wähler?

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galbraith-leser 16.09.2016, 15:50
3. Der Unmut der Mittelschicht

rührt vor allem daher, dass sie es ist, die den Großteil der Steuer- und Abgabenlast trägt, mit der die Sozialhilfe für die Aufstocker und Hartz IV-Bezieher - darunter auch die steigende Zahl von Flüchtlingen - zahlen muss. Weil gerade in den teuren Ballungszentren die Mittelschicht (noch) entweder im Speckgürtel oder in Stadtvierteln wohnt, in denen weniger Menschen mit Migrationshintergrund oder Flüchtlinge leben, ist sie nur mittelbar von der Flüchtlingskrise betroffen. Die unteren Einkommensschichten erleben die Neuankömmlinge dagegen als neue Nachbarn und Konkurrenz auf dem sozialen Wohnungsmarkt, der nach jahrelangem Schrumpfen jetzt wieder etwas aufgebaut wird. Und natürlich als Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt. Deshalb ist es auch ein Klischee, dass nur gesellschaftliche Verlierer die AfD wählen. Das geht quer durch alle Wählerschichten und Parteien, mit Ausnahme der Grünen. Aber als verbeamteter Lehrer oder Verwaltungsangestellter ist man ohnehin nicht dem Wettbewerb ausgesetzt.

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haltetdendieb 16.09.2016, 15:51
4.

Genau! Und mit einer Wohneigentumsquote von lächerlichen 43% gehören wir an das Ende in Europa. Genau so bei der Rente, die bald nur noch 40% betragen soll! In Holland sind es 98% des letzten Netto! Ich verstehe gar nicht, was die Deutschen eigentlich haben, Wo wir als Land doch zu den (Export-)Gewinnern zählen! Sehr merkwürdig Alles.

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thomasconrad 16.09.2016, 15:56
5. Einer hats verstanden

Ist halt nicht jeder vom Staat rundumversorgt und kann Bahnhofsklatschen gehen.
Die wahre Perversion ist die Bedrohung durch HartzIV und damit die Gleichstellung mit jedem Hergeflüchteten oder Nichtstuer.
Dazu ist für Alles Geld da nur nicht für normale, durchschnittliche Bewohner Deutschlands die das Ganze Spiel finanzieren. Ich bin ausgewandert, andere wählen AfD

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Strichnid 16.09.2016, 15:57
6. ...

Sehr richtig.

Und was schließen wir daraus? Die bessere Protestpartei ist immer noch die Linke, denn die will genau diese Themen anpacken: Prekäre Jobs, fehlende soziale Sicherheit und die wachsende Vermögensungleichheit als Ursache all dessen und auch der Krisen.

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BarracoBarner 16.09.2016, 16:00
8. Voll daneben

Ein weiterer untauglicher Erklaerungsversuch. Die Ursache fuer diese weitestverbreiteten Fehldiagnosen liegt daran, dass man davon ausgeht, dass es sich nur um Wahrnehmungsprobleme handelt, Lage und Politik aber eigentlich ganz gut seien. Dar unzufriedene Buerger hat es nur noch nicht verstanden.
- Fluechtlingskrise geloest, weil ein paar Monate weniger kommen? Wer soll das glauben?
- Jubeln, weil der Staat Ueberschuesse produziert? Das Geld ist sauer verdient und gehoert in unsere Schulen, Strassen, oder zurueck in die Portemonaies.
- Zufrieden, weil die Arbeitslosigkeit gering ist? Das wird den Zeitarbeiter troesten. Und den Rentner, der sieht, das offenkundig unbegruendete Asylbewerber sofort Zugang zum Sozialsystem haben.
- Eurokrise geloest? In die Zukunft verschoben. Mit Nullzinsen deutscher Sparer werden Suedeuropaer entschuldet.
- No-go areas in deutschen Staedten, Uebergriffe in Schwimmbaedern und auf Festivals
- Politisch-korrekte Toleranz gegenueber auslaendischen Straftaetern, z.B. Sozialstunden fuer schwere Koerperverletzungen
Und und und...
Die Poltik ist das Problem, nicht die Wahrnehmung.

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walter_wolf 16.09.2016, 16:00
9. Eine Sache wurde noch vergessen

Mindestens so wichtig, wie die Abstiegsängste sind bei den Menschen auch die Ängste, dass sich Lebensumfeld und Alltagskultur drastisch ändern. Man muss nur mal durch entsprechende Viertel in Frankfurt, Offenbach, Hamburg oder Berlin gehen, dann wisst ihr schon, was ich meine. Mehr und mehr könnten sich auch die kleineren Städte verändern. Und es gibt halt viele Menschen, die sich dann nicht mehr so wohl fühlen... nicht mehr zu Hause im eigenen Land. Es geht hier definitiv nicht nur um Geld und Wohlstand, sondern um einiges mehr.

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