Forum: Wirtschaft
Aufstieg der Rechten: Revolte in den deutschen Armenhäusern
DPA/Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild

Es wirkt arg naiv, wenn deutsche Politiker darüber streiten, wo die AfD im Bundestag sitzen soll. Wer den Aufstieg der Rechten stoppen will, braucht eine neue Wirtschaftspolitik - und Regeln für die Globalisierung.

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curiosus_ 27.10.2017, 13:53
1. Wie bitte?

Zitat von Thomas Fricke
Die Ergebnisse helfen auch das Dilemma aufzulösen, dass es in Deutschland doch per Saldo sehr viel mehr Export als Import gibt - wir also eigentlich tendenziell auch mehr Gewinner als Verlierer haben.
Dilemma? Was hat denn das Eine mit dem andern zu tun? Beispiel Sklavenhaltergesellschaft: International extrem Wettbewerbsfähig da minimale Löhne, Folge 1: Hohe Exporte. Folge 2: Niedrige Importe (da mangelnde Binnenkaufkraft).

Herr Fricke, wie kommen Sie darauf, dass hohe Exportüberschüsse "eigentlich tendenziell auch mehr Gewinner als Verlierer" erzeugt? Wo haben Sie denken gelernt? Oder handelt es sich hier um das neoliberale Glaubensbekenntnis?

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curiosus_ 27.10.2017, 13:54
2. Ein reines…

Zitat von Thomas Fricke
Wie dramatisch es sonst enden könnte, lässt sich erahnen, wenn man bedenkt, dass die gerade viel zitierte Digitalisierung ziemlich ähnliche Wirkungen haben könnte.
…Verteilungsproblem. Die Gesamtheit aller produktiv Tätigen erbringt einen gewissen Leistungsumfang. Steigt nun die Produktivität, z.B. aufgrund von Effizienzsteigerungen (Digitalisierung), so steigt entweder der Leistungsumfang oder der zeitliche Arbeitsaufwand sinkt.

Ersteres führt im Mittel zwangsläufig zu höherem Wohlstand pro Kopf bei gleichem Zeitaufwand, Zweiteres zu sinkendem zeitlichem Aufwand bei gleichbleibendem Wohlstand.

Beides bringt also im Mittel pro Kopf nur Vorteile (Zeit und/oder Wohlstand). Die Krux liegt einzig und allein in der Verteilung der Vorteile auf die Köpfe.

Und wozu ist die Politik denn da, wenn nicht zur Steuerung dieser Vorteile?

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wjr69 27.10.2017, 14:43
3. ???

"Umgekehrt fiel der Rechtsruck überall dort weitgehend aus, wo die Globalisierung positiv wirkte - also in den Regionen, deren angestammte Industrien dank der Öffnung der Grenzen vor allem mehr exportieren konnten. Fast überall in Baden-Württemberg etwa. "
So ganz passt die These nicht, Baden-Württemberg war außerhalb der Unistädte kein AFD-Diasporagebiet. Jedenfalls hat die AfD in BW mehr Stimmen bekommen als bspw. in Niedersachsen, wo die Globalisierungnicht nur positiv wirkte.

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uli_san 27.10.2017, 14:46
4. Sehe ich anders...

Umgekehrt fiel der Rechtsruck überall dort weitgehend aus, wo die Globalisierung positiv wirkte - also in den Regionen, deren angestammte Industrien dank der Öffnung der Grenzen vor allem mehr exportieren konnten. Fast überall in Baden-Württemberg etwa.

Also diese These stimmt so ja wohl nicht. Gerade in den Bundesländern mit moderner Industrie wie Bayern und BW waren die Erfolge der AfD besonders hoch.

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HeisseLuft 27.10.2017, 14:48
5. Europaweit betrachtet

Wenn das so stimmen würde, dann müssten in Spanien, in Portugal und in Griechenland die Rechten längst an der Macht sein, oder?

Stattdessen drängen sie in Frankreich, Österreich, Finnland und den Niederlanden an die Macht und haben enormen Einfluss gewonnen in Dänemark oder Schweden.

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spmc-135322777912941 27.10.2017, 14:50
6. Ich halte dagegen ....

wenn man die € 50 bis 100 Mrd. dem Binnenmarkt zugeführt hätte und Schulen, Strassen, Brücken und dergl. saniert hätte anstatt über eine Million uns ewig fremdbleibende Menschen damit zu alimentieren wäre der Aufstieg der AfD zu einer 12 % Partei unterblieben. Wenn Jamaika vermieden und in letzter Sekunde doch noch eine weitere GroKo gebildet wird und Nordafrika zu sicheren Herkunfsländern erklärt wird, wenn Kriegsflüchtlinge jetzt zurückgebracht werden und illegale Wirtschaftsflüchtinge abgeschoben werden, auch gegen den Willen der nicht empfangsbereiten Herkunftsländer (Entwicklungshilfe streichen) ist die AfD in vier Jahren so erledigt wie die Lucke AfD es war und die Nachfolgepartei es ist.

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Noctim 27.10.2017, 14:51
7. Die Trump-Idee

In diesem Kontext wirkt die "Idee" von Trump, die ausgelagerte Produktion wieder ins eigene Land zu holen, auf einmal als durchaus legitim. Wenige Deutsche profitieren von den Billigproduktionen aus China - Meistens die Chefetagen aus Großkonzernen. Der deutsche Konsument aber bezieht eigentlich nur noch Schrott von dort, der gerade mal die Garantiezeit übersteht.

Würde vielleicht auch die Schere zwischen arm und reich wieder etwas zusammenführen und Haupt- sowie Realschulen eine Daseinsberechtigung geben. Arbeit für geringere Qualifikationsstufen als Abi wurden ja mittlerweile abgeschafft - allerdings nicht wegen der Digitalisierung/Automatisierung, sondern durch NOCH billigere Arbeitskräfte.

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Becks0815 27.10.2017, 14:51
8. Wow

Der erste Artikel bei SPON, bei dem AfD-Wähler nicht pauschal als verstaubte, gesrige Nazis abgestempelt werden, sondern den wirklich wichtigen Punkt anspricht, den sicher manchen "Rechten" wirklich umtreibt: das Geld.

Und da gehören die Globalisierungsverlierer ebenso in die gleiche Tasche wie die, die sich verwundert darüber die Augen reiben, wenn Jamaika jetzt ums Geld streitet, um ihre Programmideen unters Volk bringen zu können (soll: 100 Mia, haben: 30 Mia). Seit 2015 werden hier aus einem unbekannten Füllhorn 50 Mia pro Jahr an Leute ausgeschüttet, von denen nur der geringste Teil einen echten Asylstatus besitzt, der Rrest aber nur unter dem Deckmantel "subsidärer Schutz" Unterkunft findet. Da war die Kohle da und die Ausgaben werden nicht hinterfragt. Im Gegenteil, die Grünen würden den Posten gerne noch ausdehnen, indem sie noch mehr Leute per Familiennachzug herein holen und mit Integrationsmaßnahmen bespaßen wollen.

Mir reichen die 50% Abgaben auf das Brutto längst aus, die Krankenkassen wollen immer mehr für immer weniger Leistungen und Herr Draghi am Ende sorgt noch dafür, daß meine Geldanlagen butterweich in der Sonne wegschmelzen.

Wer soll den ganzen Spaß denn auf Dauer zahlen bzw. wo kann ich um Asyl ersuchen, wenn mir der Wahnsinn zu dumm wird?

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daktaris 27.10.2017, 14:52
9. Das nenne ich Scheinkorrelation

Die Leute, die ich kenne und die AfD gewählt haben, sind durchweg wohlsituiert, haben gute und sichere Jobs und sind durch und durch kosmopolitisch geprägt. Von wegen kleingeistige Wohlstandsverlierer! Der Grund für ihre Wahlentscheidung rührt einzig aus der unsäglichen Flüchtlingspolitik und dem Wegdiskutieren bzw. Negieren eines kompletten Staatsversagens im Herbst 2015.

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