Forum: Wirtschaft
Aufstieg der Rechten: Revolte in den deutschen Armenhäusern
DPA/Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild

Es wirkt arg naiv, wenn deutsche Politiker darüber streiten, wo die AfD im Bundestag sitzen soll. Wer den Aufstieg der Rechten stoppen will, braucht eine neue Wirtschaftspolitik - und Regeln für die Globalisierung.

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hanstreffer 27.10.2017, 16:49
100. Äpfel sind keine Birnen

Zitat von HeisseLuft
Wenn das so stimmen würde, dann müssten in Spanien, in Portugal und in Griechenland die Rechten längst an der Macht sein, oder? Stattdessen drängen sie in Frankreich, Österreich, Finnland und den Niederlanden an die Macht und haben enormen Einfluss gewonnen in Dänemark oder Schweden.
Es geht um deutsche Strukturen. Franzosen sind keine Deutschen und haben ein viel besseres Sozialsystem, in den Niederlanden stimmt es wie von Fricke für Deutschland dargestellt und im übrigen gibt es neben der wachsenden Armut fleissig gewesener und brutal rausgeworfener Arbeitnehmer, also deutsche Staatsbürger, die dann auch noch der asozialen Verarmungsregel der Agenda 2010 unterworfen wurden, dann auch noch andere Gründe, um sich von den alten Parteien abzuwenden und eine politische Alternative zu wählen.

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zzipfel 27.10.2017, 16:49
101. Sie können ja gern das was Sie erarbeiten den

Zitat von Stefan_Schmidt
"Dann bräuchte es ganz dringend ein ganz neues Verständnis von Globalisierung: eines, bei dem die Verlierer aufgefangen werden" - kleiner Tipp: das Kind hat auch einen Namen: Bedingungsloses Grundeinkommen.
Schlaraffenlandanhängern als leistungsloses Grundeinkommen verschenken. Ich werde das keineswegs tun und falls es für solchen Wahnsinn eine Mehrheit gibt, wieder im Ausland arbeiten.

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curiosus_ 27.10.2017, 16:49
102. Schwierig oder nicht, aber ohne....

Zitat von Olaf Köhler
...das wird schwierig, denn wie soll das konkret aussehen? Soll der Staat aus den Regionen, wo die Vorteile überwiegen, Geld abschöpfen und es in die Regionen pumpen, die eben Pech haben? So eine Art Soli? Denen in den "Boom-Regionen" wird einfach ein Bissel Geld weggenommen und das dann auf die verteilt, die zu den "Verlierern" der sogenannten Globalisierung, Digitalisierung oder was auch immer zählen?
...eine Lösung wird es unweigerlich knallen. Je höher die Ungleichheit in einer Gesellschaft, desto höher ist das Konfliktrisiko.

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hanstreffer 27.10.2017, 16:50
103. Na ja

Zitat von daktaris
Die Leute, die ich kenne und die AfD gewählt haben, sind durchweg wohlsituiert, haben gute und sichere Jobs und sind durch und durch kosmopolitisch geprägt. Von wegen kleingeistige Wohlstandsverlierer! Der Grund für ihre Wahlentscheidung rührt einzig aus der unsäglichen Flüchtlingspolitik und dem Wegdiskutieren bzw. Negieren eines kompletten Staatsversagens im Herbst 2015.
Sie kennen ja nicht alle und nur die, die sie kennen. von den 6 Millionen, die die AFD gewählt haben, sind die wenigsten wohlsituiert, es sei denn der ganze obere Mittelstand hätte sie gewählt, denn der ist nicht größer als 6 Millionen.

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grbxx 27.10.2017, 16:58
104. Knapp verfehlt ist auch daneben

In dem Artikel wird leider nicht erwähnt das der Importdruck wohl am ehesten manuelle Jobs traf.

Und das manuelle Jobs etwas mit unzulänglicher Ausbildung zu tun hat.

Und etwas mit eingeschränkter mentaler und geographischer Mobilität.


Heißt also, dass da ein paar sehr sture Menschen darauf warten das der Wohlstand vom Himmel fällt. Ersatzweise werden schwächere Menschen als Opfer des eigenen Frusts.

Da kann man nur sagen selbst dran schuld, von nix kommt nix.

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melnibone 27.10.2017, 17:00
105. Ja ...

Herr Fricke ... Katalonien nichts an Souveränität zugestehen wollen ... aber die Verhältnisse vor der eigenen Haustüre partout unter den Teppich kehren mögen.
Hat zwar erstmal nichts miteinander zu tun ... aber ist auch so eine Art sytemrelevantes Baumbrennen-Ausblenden.
Die Verhältnisse danach: ... bei den Möchtegernkoalitionären, die gerade so emsig miteinander verhandeln, ist keine Empathie für die Abgehängten ... zu erwarten.
Von daher gebe ich ihrer These recht.
Es wird sich ... nichts zum Wohle dieses Staates und der Mehrheit seiner Bürger wenden.
Es wird noch mehr Verlierer geben.
Und Politik, die mit sich und nur mit sich beschäftigt ist.

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luny 27.10.2017, 17:00
106. Monokausal/Scheinkorrelationen

Hallo Herr Fricke,

Sie schreiben:

"Genau in den Regionen, wo die Forscher den via Globalisierung größten Druck auf lokale Wirtschaftsstrukturen maßen, bekamen rechte Parteien seit langem schon überdurchschnittlichen Zulauf."

Als die Leder- und Textilindustrie aus Deutschland abwanderte,
übernahm die AfD die Regierung.

Ach nein, die gab es damals noch gar nicht.

Aber die NPD wurde stärkste Partei.

Auch nicht?

Sie argumentieren monokausal. Außerdem sollten Sie sich
einmal mit dem Thema Scheinkorrelationen auseinandersetzen.

LUNY

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oloh 27.10.2017, 17:04
107. sehr zutreffend

Zitat von Newspeak
" Das Ding ist: Die Gewinner sitzen nicht in den gleichen Regionen wie die Verlierer." Nein. Strukturschwache Regionen gab es schon immer, auch schon vor 30 Jahren. Das Ding ist: Heute kommen auf einen Gewinner 100.000 Verlierer, waehrend es frueher vielleicht nur 1.000 waren. Oder anders ausgedrueckt: Frueher hatten auch die Verlierer die Moeglichkeit auf ein wuerdevolles, anstaendiges Leben. Keine Reichtuemer, aber der Urlaub einmal im Jahr, das kleine Glueck zwischendurch, die Moeglichkeit Kinder grosszuziehen, ein Hauschen zu bauen, das Standardmodell vom Leben in der alten BRD. Heute koennen sich Viele nicht mal einen Urlaub alle fuenf Jahre leisten, Kinder zu bekommen ist gleichbedeutend mit Armutsrisiko, Wohneigentum wird unbezahlbar. Warum also soll es gesellschaftlichen Zusammenhalt geben, wenn 10% Egoisten 60% des Vermoegens horten, mit dem sie nicht einmal etwas Sinnvolles anfangen, es wird weder konsumiert (das geht bei den Summen kaum noch, selbst wenn man sich jedes Jahr eine neue Yacht kauft), noch investiert (und damit einem guten Zweck zugefuehrt), sondern nur damit spekuliert (Ursache fuer weitere Verwerfungen). Das wirklich Bedauerliche ist dabei nur, dass die AfD gar keine Interessen der kleinen Leute vertritt, sondern im Kern ebenso neoliberal ist, wie die FDP. Es passt uebrigens, dass diese beiden Parteien nebeneinander sitzen. Wirtschaftsfaschistisch sind sie beide.
Nur zwei kleine Einwände:
Die reichsten 10% (Dezil) besitzen 66% (zwei Drittel) des Gesamtvermögens, das reichste 1% (Centil) schon 33% (ein Drittel). Ein Zehntel der Reichsten hat die Hälfte dessen, worüber alle Reichsten verfügen. So eine Verteilung ist nicht nur disparat, sondern demokratiefeindlich, da Reichtum mit Einfluss korreliert und extremer Reichtum = extremer Einfluss einerseits zu mickrigem Einfluss und (gefühlter und realer) Ohnmacht bei den Massen (der Abgehängten) führt.
Zweitens ist diese ökonomische Tatsache seit über dreißig Jahren hinlänglich bekannt, auch in ihrer Dynamik, es wurde aber nie gelöst oder auch bloß abgemildert, sondern immer verschärft, am schlimmsten unter Schröder. Und dennoch ist der AfD-Erfolg ein sehr junges Phänomen, weshalb ich den auf andere Faktoren zurückzuführen geneigt bin.

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mhwse 27.10.2017, 17:06
108. so wie es ausseiht wählen die eh schon rechts ..

Zitat von premstar_pill
Wie wollen Sie denn bitte die Sozialstandards von Schweden, den Niederlanden, Österreich, Frankreich und Dänemark an die Sozialstandards Bulgariens und Rumäniens "annähern" ohne dass dort SOFORT rechtnationale Parteien gewählt werden die umgehend die EU verlassen?? Wollen Sie die letzten verbliebenen Geberländer mit militärischer Gewalt zwingen, in der EU zu bleiben und die ganze Chose zu bezahlen?
ausserdem hat Produktion und Geld lange nichts mehr miteinander zu tun (das sind AfD Märchen)

Es geht (und ging immer schon so seit 1600 irgendwas) um Investition und zu erzielenden Gewinn.

Wenn Sie "Arbeit" bekommen heisst das, dass es im Augenblick noch keine bessere Lösung für das Problem gibt.

Aus Sicht des Investors ist der Arbeitende immer - immer - immer ein Investitionshemmnis.

Der Investor wird versuchen, menschliche Arbeitskraft, wo immer es geht, zu vermeiden, oder falls nicht anders möglich, durch eine bessere verlässlichere Produktionsanordnung zu ersetzten.

Klar zunächst kommt Software und Robotik aus der Raumfahrt und dem Militär - aber das nächst bessere Einsatzszenario ist die Wirtschaft.

Wir sind mitten Drin - zur Erinnerung - vor zehn (10) Jahren waren Smartfone Benutzer noch Exoten - heute sind 80 Jährige auf Whatsapp.

Jede technische Universität forscht heute an autonomen Systemen ..

Jedes heute vom Band laufende Auto hat bereist alle Komponenten eines vollautomatischen Fahrzeuges eingebaut ..

Viele Grundstofffabriken arbeiten Teil oder Vollautonom ..

Ein Traktor in der Landwirtschaft fährt heute automatisch seine Route ab, richtet die Dünge/Säh/Pestizid/Ernteanforderungen automatisch am Gelände / Boden aus .. (noch sitzt ein Maschinist drauf - schlicht weil billiger - hauptsächlich wegen der Versicherung und Rest Koordination.)

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Mister Stone 27.10.2017, 17:07
109. Welche Deutschen meinen Sie?

Und das eben nicht nur in Trump-Amerika, sondern auch bei den Deutschen, die sich so gern als Globalisierungsversteher und Pauschalgewinner der Aktion loben.

Soso, tun das "die Deutschen"? Ich kenne nicht einen einzigen Deutschen, der sich jemals "so gern als Globalisierungsversteher und Pauschalgewinner der Aktion" gelobt hat. Welche Deutschen meinen Sie denn? Etwa die neoliberalen transatlantischen Eurokraten und ihre willfähige Journaille? Das sind aber nicht "die Deutschen"...

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