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Auftragsflaute: Airbus stellt Produktion des A380 ein
DPA

Komplizierte Technik, aufwendige Produktion, wenig Nachfrage: Der A380 wurde für Airbus immer mehr zur Belastung. Jetzt zieht das Unternehmen die Reißleine beim größten Passagierflugzeug der Welt.

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ADie 14.02.2019, 10:28
30. Der A380 ist nicht zu groß sondern zu klein

Die Flügel des A380 sind konzipiert, um erheblich größere Lasten tragen zu können als sie es mit dem derzeitigen Modell tun. Der Grund ist ganz einfach: Eigentlich ist die derzeitig einzig gebaute Version die Kurzversion des Fliegers.

Er wirkt deswegen auch ein bisschen fehlproportioniert: Der Rumpf ist im Verhältnis zur Spannweite zu kurz.

Der jetzt eingeschlagene Weg ist eine Rückwärtsstrategie. Vielleicht sollte man lieber darüber nachdenken, ob man nicht stattdessen die Normal- bzw. Langversion entwickeln sollte - als Flieger mit über 1.000 Plätzen, etwa für die Mekka-Pilger oder als Frachtflugzeug für die großen Logistikdienstleister.

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doclondon 14.02.2019, 10:33
31. Schade

1. Aus Passagiersicht das Beste Flugzeug!
2. Strategisch ausgekontert (ich kann mir vorstellen dass da diverse politische Institutionen in Zusammenarbeit mit mächtigen Airlines agiert haben).
3. Wieso kann da nur solche Spritmonster als Antrieb verbauen. Gibt es da nichts Modernes?
4. BOEING: reines Glück! Die waren bei der Einführung des A380 damals echt panisch und haben versucht das alte Fossil 747 auf Vordermann zu bringen und olle Kamellen als neu zu verkaufen. Zudem hat man sich aufs politische Handeln gestützt. Heute wird die Panik und Unfähigkeit von damals als Weitsicht verkauft. Es wäre beinahe lustig wenn da nicht der Schaden bei Airbus wäre (den wer nochmal ausbadet? achja...wie immer).

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BäckerGeselle42 14.02.2019, 10:45
32. Wobei:

Zitat von coyote38
Ich kann mich gut erinnern: Punktgenau als Airbus den Bau des A380 ankündigte (und Boeing eine RIESEN-Panik schob, weil man absehbar mit der 747 technisch hoffnungslos hinterherhinken würde), verkündete die Federal Aviation Administration (FAA - die US-Bundesluftfahrtbehörde), dass es fortan keine Notwendigkeit mehr gäbe, transozeanische Strecken von und nach den USA aus Sicherheitsgründen zwingend mit vierstrahligen Maschinen fliegen zu müssen. Würde mich nicht wundern, wenn "neueste Studien" diese Vorgabe nach Einstellung der A380-Produktion wieder zurückdrehen würden ...^^ Vielleicht hätte man bei Airbus auch einfach mal darüber nachdenken können, bessere und sparsamere Triebwerke an den Riesenvogel dranzuhängen ... schließlich ist das - beispielsweise von den Großkunden am Golf - bereits seit JAHREN die zentrale Forderung an den Konzern.
Wenn ich mich richtig erinnere wurde der A380 doch bei seiner Einführung als extrem sparsam bezeichnet? Neue leisere und sehr genügsame Triebwerke hieß es damals.

Aber "sparsam" funktioniert halt nur, wenn der Flieger auch jedes Mal (fast) voll fliegt ...

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mentor54 14.02.2019, 10:46
33.

Zitat von manskyEsel
Der 380 geht den Weg allen Flatter-Fleisches. War doch immer schon so. Vom Schulgleiter über Messerschmidt Gigant und Cohncord und Antonow 124 ist alles zu teuer und für Balearen-Verkehr ungeeignet. Ausserdem gipps im 380 keine hartvergoldete Anusreinigung mit Himbeergeschmack. Sowas können wir Prolls nicht massenbenutzen und verdrecken. Also: Weg damit!!!
Die Antonow An-124 Ruslan wurde Ende der 1970er Jahre vom sowjetischen Konstruktionsbüro Antonow als großes Transportflugzeug für die Streitkräfte konzipiert. Ziel der Entwicklung war ein Flugzeug mit einer hohen Nutzlast. Es wird mittlerweile vorrangig für Charterfrachtflüge verwendet und ist in diesem Segment aufgrund seiner Monopolstellung erfolgreich. (Wikipedia)

Aber "Cohncord" finde ich sehr schön.

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DerBlicker 14.02.2019, 10:50
34. das vergrößert das Problem noch

Zitat von ADie
Die Flügel des A380 sind konzipiert, um erheblich größere Lasten tragen zu können als sie es mit dem derzeitigen Modell tun. Der Grund ist ganz einfach: Eigentlich ist die derzeitig einzig gebaute Version die Kurzversion des Fliegers. Er wirkt deswegen auch ein bisschen fehlproportioniert: Der Rumpf ist im Verhältnis zur Spannweite zu kurz. Der jetzt eingeschlagene Weg ist eine Rückwärtsstrategie. Vielleicht sollte man lieber darüber nachdenken, ob man nicht stattdessen die Normal- bzw. Langversion entwickeln sollte - als Flieger mit über 1.000 Plätzen, etwa für die Mekka-Pilger oder als Frachtflugzeug für die großen Logistikdienstleister.
Das einzige aber zugleich entscheidende Problem der Airlines ist, dass sie den A380 nicht voll bekommen. Emirates experimentiert inzwischen sogar mit einer Zweiklassen-Version ohne First Class mit 620 Passagieren, um die Kosten auf mehr Passagiere zu verteilen, funktioniert offenbar aber auch nicht. Wie sollen die dann eine noch größere Version voll bekommen? Nein, die Airlines haben sich vertan und kriegen den Flieger entgegen ihren Voraussagen nicht voll, dann kann Airbus leider nur noch mit der Produktionseinstellung reagieren.

Ich finde das schade, denn der A380 ist das mit Abstand komfortabelste Flugzeug. Kein anderes Flugzeug ist innen auch nur annähernd so leise, auch der neuere A350 und erst recht der laute Dreamliner nicht, zudem liegt der schwere A380 unglaublich ruhig und sanft in der Luft, auch Turbulenzen spürt man kaum. Sehr schade um den Dicken.

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_gimli_ 14.02.2019, 11:01
35.

Ich war von vor herein skeptisch, ob Passagiere (vor allem auch Geschäftsreisende) das Hub-Konzept annehmen würden. Nehmen wir als Beispiel Reisen in die USA: Einreise -> Immigration -> Gepäck in Empfang nehmen -> Customs -> Gatewechsel. Niemand kann plus/minus 2 Stunden genau sagen, wie lange dieser Prozess dauert und ruckzuck ist der Anschlussflieger weg. U.a. deshalb ziehen Kollegen und ich grundsätzlich Direktflüge bis möglichst nahe des Zielortes vor und meiden die großen Hubs wie der Teufel das Weihwasser.

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sunsailor2 14.02.2019, 11:10
36.

Zitat von Andreas Gehrig
vollstopft. Marktwirtschaft hat den Vorteil, dass man für seine Fehler selber geradestehen muss und gegebenenfalls pleite geht. Hier ist es aber nicht möglich, da es heisst, nur bei Erfolg wird zurückgezahlt.
Auch wenn das im allgemeinen sicherlich ein bestehendes Problem ist - bei Airbus greift das wohl etwas zu kurz, handelt es sich doch im Kern um einen reinen Staatsbetrieb auf europäischer Ebene. Man muss Airbus glaube eher als Teil staatlicher Infrastruktur sehen, der seine Produkte und Dienstleistungen auch kommerziell über seine Grenzen hinaus anbietet und damit den Betrieb im innneren sicherer macht. Als rein privatwirtschaftlichen Markt mag ich den Flugzeugmarkt nun wirklich nicht sehen, mit im Prinzip zwei extrem staatsnahen Anbietern, nämlich Airbus und Boing. Beide werden ja jeweils extremst subventioniert und das nicht nur direkt, sondern auch über die Luft- und Raumfahrtaufträge. Halt Sicherung der Autonomie von Infrastruktur und Forschung in diesem Bereich.

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phileas fogg 14.02.2019, 11:12
37. Glückwunsch....!

..... Airbus und seine SuperProblemlöserIngenieure haben mit diesem gelungenen Projekt alle Kleingeister und Bremser Lügen gestraft....und die Arbeitsplätze erst...und der Technologietransfer....der gigantische Wettbewerbsvorsprung....einfach wunderbar! Nochmals Glückwunsch! Wirklich jeder Steuerzahler in den EU Nettozahler-Ländern hat zumindest indirekt ganz erheblich und gleichermaßen von diesem Projekt profitiert. Ganz besonderer Dank gilt Herrn Enders, der das Projekt über alle Höhen und Tiefen hinweg zur vollsten Zufriedenheit begleitet hat.

fun fact:
"Die Welthandelsorganisation (WTO) hat gestern in einem inzwischen 14 Jahre lang andauernden Streit letztinstanzlich entschieden, dass von der EU als "Produktionsanschubfinanzierungen" gerechtfertigte Subventionen in Höhe von insgesamt 22 Milliarden Dollar für den Airbus-Konzern eine unzulässige Wettbewerbsverzerrung gegenüber dem amerikanischen Konkurrenten Boeing waren." Q: https://www.heise.de/tp/features/WTO-Subventionen-fuer-Airbus-A350-und-A380-waren-unzulaessig

14 Jahre Jackpot bei Beratern und Kanzleien. Kling, Kling , Kling....Klingeling fast so schön wie immer Weihnachten. Herrlich.

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manskyEsel 14.02.2019, 11:14
38. # mentor 54

Als ESEL hab ich selten Freude. Ausnahme heute mit Mentors Bemerkung zu meiner Sottise. Wäre überdies sehr mächtig erfreut, wenn die Fachleute aus dem Forum mir mal einen Piloten nennen würden, der fliegen kann. Und ein Luftfahrzeug, das auch ohne Spezialkenntnisse von jederman bewegt werden kann, möglicherweise sogar von Politikern.

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thomas_linz 14.02.2019, 11:33
39. Bei aller Freundschaft,

Zitat von Mhamilton
Sehr schade. Boeing wird's freuen und ich wäre nicht überrascht wenn auch hier Trumps Finger im Spiel waren. Saudi Arabien und USA haben sich in letzter Zeit vermählt, Stichwort "Waffengeschäft". Technisch ist der Airbus eine Meisterleistung. ByeBye.
aber das ist abstrus. Der Blonde hat da garantiert keinen Einfluss drauf. Dass es zu diesem Absturz kommen koennte, hatte Boeing schon den richtigen Riecher. Allerdings schien es zwischendurch so zu sein, dass Airbus doch Erfolg mit der A380 hat, was die dann panikartig veranlasste, die 747-8 zu entwickeln. Hier jetzt Airbus den schwarzen Peter per se zuzuschieben, ist nicht richtig. Einzig mich würde interessieren, wieviele Dinger Airbus davon verkaufen wollte. Solche Flugzeuge verkaufen sich nicht so einfach in Stueckzahlen 1000+ und ich denke, auch wenn eine Klasse kleiner, die 777 ist schlicht der ganz grosse Wurf, der in verschiedenen Klassen anderen Mustern das Wasser abgraebt.

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