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Aus für Deliveroo in Deutschland: Prekär geliefert
Christophe Petit Tesson/EPA-EFE/REX

Deliveroo zieht sich aus Deutschland zurück - 1000 Fahrer verlieren von einer Woche auf die andere ihren Job. Das Unternehmen verspricht "passende Kulanzpakete". Aber reicht das?

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NightToOblivion 12.08.2019, 20:36
1. Scheinselbstständigkeit

Schlimm das man diese Form der Scheinselbstständigkeit überhaupt durchgehen lässt. Das betrifft auch andere Lieferdienste oder Juicer.

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Oberleerer 12.08.2019, 20:41
2.

Ich gehe mal davon aus, daß das alles auf Freiwilligkeit beruhte und diese Jobs sicherlich nicht übers Arbeitsamt aufgezwungen wurden.

Wieviel hat man denn da verdient? Mehr als H4 ?

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2cv 12.08.2019, 20:42
3. nur die Spitze des Eisbergs...

Die Arbeitsplätze der "Generation Industrie 4.0", dem Internet der Dinge und 5G und Co. werden unsere Arbeitswelt nicht nur technologisch umkrempeln, sondern auch alle sozialen Errungenschaften wie Arbeitsgesetze, Sozialgesetze, Mitbestimmung, Versicherungswirtschaft und Krankenkassen etc. komplett umkrempeln. Als Angela Merkel sagte, "wir betreten Neuland", hatte sie Weitsicht, die anderen in diesem Systemverbund bis heute fehlt. Ich nehme mal Kassandra mit dazu und rufe "...wehe wehe wenn sich nicht alsbald Lösungen für digitale Märkte finden, steht unsere Zivilgesellschaft alsbald vor dem Abgrund..."

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chrisbelgium 12.08.2019, 20:44
4. Fragwuerdiges Geschaeftsmodell

Matschiges, lauwarmes Essen von unterbezahlten Fahradsklaven ist bestimmt kein nachhaltiges Geschäftsmodell. Es macht die Besitzer der Buchungsplatform reich auf Kosten eines Präkariats auf zwei Rädern. Wie kann Essen dass 1/2 Stunde durch die Stadt gefahren wird qualitativ gut sein? Offensichtlich sind die kulinarischen Ansprueche sehr gesunken. Der Kunde kann sich der Verantwortung dass seine Bestellung von Mini-Loehnern ausgefahren wird. Die Firma wird nicht vermisst, man kann nur hoffen, dass der Rest der Branche Deliveroo folgt.

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andre_36 12.08.2019, 20:49
5.

Kein Grund über die Firma zu schimpfen. Unternehmer sind nur dem Profit verpflichtet. Da sind Geschäftskonzepte, die durch die SPD und Grüne ermöglicht wurden. Hauptsache: Arbeitsplätze.

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Patrik74 12.08.2019, 20:58
6. Bei allem Verständnis

Diese Plattform-Jobs waren nie als Hauptlebenserwerb gedacht gewesen, sondern nur, um sich nebenbei ein paar Kröten zu verdienen, wenn man Zeit und Lust hat..

Wer seine Lebenszeit mit solchen Jobs verschwendet, hat den Sinn nicht erfasst. Ja, es sind Ausbeuternodelle, aber das weiß man, wenn man von diesen Plattformen Aufträge annimmt. Dass es jetzt freiwilligen Zahlungen gibt, finde ich höchst großzügig - hätte ich nicht erwartet.

Das Geschäftsprinzip ist ganz einfach: Deppen verschwenden ihre besten Jahre und ihre Gesundheit für ein lächerliches Handgeld, dafür werden ein paar wenige Milliardäre - wer da mitmacht, ist selber schuld, sorry...

Aber es gibt eine Möglichkeit: Einfach die freiwillige Zahlung ins nächste Ponzi-Schema stecken, oder in Kryptowährungen - das ist mindestens genauso profitabel...

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dasfred 12.08.2019, 20:58
7. Ich finde das großzügig

Es gibt Firmen, die lassen ihr Freiberufler einfach im Regen stehen. Für gesunde Junge Menschen, die bereit sind, für einen Minilohn ohne jede Absicherung zu arbeiten, findet sich innerhalb von zehn Tagen in jeder Großstadt ein neuer Ausbeuter. Schöne neue flexible Arbeitswelt.

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waldgeist 12.08.2019, 21:00
8. Genau

Zitat von 2cv
Die Arbeitsplätze der "Generation Industrie 4.0", dem Internet der Dinge und 5G und Co. werden unsere Arbeitswelt nicht nur technologisch umkrempeln, sondern auch alle sozialen Errungenschaften wie Arbeitsgesetze, Sozialgesetze, Mitbestimmung, Versicherungswirtschaft und Krankenkassen etc. komplett umkrempeln. Als Angela Merkel sagte, "wir betreten Neuland", hatte sie Weitsicht, die anderen in diesem Systemverbund bis heute fehlt. Ich nehme mal Kassandra mit dazu und rufe "...wehe wehe wenn sich nicht alsbald Lösungen für digitale Märkte finden, steht unsere Zivilgesellschaft alsbald vor dem Abgrund..."
Genau wegen Technologiephobikern wie Ihnen und den Hosenanzug steht unser Land tatsächlich bald vor dem digitalen Abgrund. Den Anschluss haben wir schon verloren, das Geschäft wird in China und anderswo gemacht,

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beckybecky 12.08.2019, 21:06
9. ..ein Fehler im System..

..der Fall zeigt vor allem, dass unsere aktuelle Konstruktion von ‚Selbständigkeit‘ in der digitalen Wirtschaft nicht wirklich funktioniert. Was unterscheidet jemanden, der hauptberuflich für einen einzigen Kunden Lieferungen fährt von einem abhängig Beschäftigten? Doch nur, dass sich das Unternehmen die Arbeitgeberzulagen zur Sozialversicherung spart. Eine Lücke, die die aktuelle Gesetzgebung offenlässt. Oder sehe ich hier etwas falsch?
Ein ‚KSK‘ System für alle (besser umgesetzt als die heutige KSK/Künstlersozialkasse) würde diese Lücke schließen; soziale Absicherung könnte trotz flexiblerer Arbeitsbedingungen gewährleistet werden.
Die Art, wie wir Selbständigkeit heute definiert wird ist für Berufsstände wie Steuerberater und Rechtsanwälte sinnvoll - für diese gibt es Berufskammern.
Für die Tätigkeiten im digitalen Bereich (vom Fahrer in der Gig economy zum selbständigen Interimsmanager oder Programmierer) führt die aktuelle ‚Freiheit‘, sich selbst in Arbeitslosen-, Kranken und Rentenversicherung zu versichern gerne dazu; dass Firmen Arbeitnehmer um die Sozialleistungen drücken und das kann nicht der Sinn der Sache sein.
Es gibt im digitalen Bereich ein großes Interesse und einen großen Bedarf an flexiblen Arbeitsverhältnissen (durchaus auch bei Arbeitnehmern), die soziale Absicherung sollte deshalb trotzdem gegeben sein.

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