Forum: Wirtschaft
Aus für die Glühbirne - gute Entscheidung?

Sie frisst zu viel Strom und wird deshalb abgeschafft: Die klassische Glühbirne soll bis 2012 aus allen Geschäften verschwinden - so haben es jetzt Experten aus 27 EU-Staaten beschlossen. Eine gute und sinnvolle Entscheidung?

Seite 127 von 291
Omen 18.08.2009, 17:17
1260.

Zitat von _gimli_
Da Glühlampen primär in der kalten Jahreszeit eingesetzt werden, kommt dann noch die zu kompensierende Wärmeleistung dazu.
Mit dem Argument, dass energieineffiziente Geräte mehr Wärme produzieren, könnte man auch auf stromsparende Kühlschränke, PCs und sonstige Geräte verzichten. Schließlich heizt ja jedes elektrische Geräte die Umgebung um so mehr auf, je mehr Strom es braucht.

Heizen mit Strom ist jedoch recht unökologisch. Sonst würden wir alle Stromheizungen verwenden, statt den Umweg über Gas oder Öl zu gehen.

Beitrag melden
hman2 18.08.2009, 17:50
1261. Neon leuchtet dunkelrot, in der Tat.

Zitat von perpendicle
Neon leuchtet dunkelrot... ach klar doch! sieht man ja in jedem (damit beleuchteten Bürohaus... wohl ein anderer Lampentypus?
Genau, in Büros haben Sie Leuchtstofflampen. Und keine Neonröhren. Nur der Volksmund sagt Neonröhre wenn er Leuchtstoffröhre meint. Übrigens unterscheiden sich eine Büro-Leuchtstofflampe von Energiesparlampen nur durch die _Form_, ansonsten sind das exakt gleiche Technologien.

Neon leuchtet definitiv dunkelrot. Quecksilber leuchtet im Wesentlichen ultraviolett, eine Phosphorbeschichtung im Inneren wandelt das in normale Licht um.

Zitat von
Arbeiten sie bei osram oder so?
Nein.

Zitat von
Ich kannte mal jemand der hatte so eine sogenannte Natriumdampflampe. war hell wie der lichte Tag , weiß aber nicht, wie die Verbrauchs/ lichtleistungsbilanz ist. von wegen dass man damit alles nur "schwarz" gesehen hätte. Oder meinten Sie so was wie Röntgenlicht?
Röntgenstrahlung wird nun wieder _ganz_ anders produziert. Natriumdampflampen sind überall, die meisten modernen Straßenbeleuchtungen sind Na. Das scheußliche Gelb auf vielen Supermarktparkplätzen: Das sind Natriumdampflampen.

Hell sind sie, ja. Strom sparen die auch. Aber die Lichtqualität (CRI) ist eine Katastrophe. Absolut ungeeignet für Wohnungen.

Zitat von
Nichts für ungut, und wieso gibts LEDs " nur" noch nicht als 230 V Glühbirne . ich weiß aber nicht genau wieso...
Gibt es doch... Sind nur noch recht teuer und noch nicht in allen Lichstromstärken erhältlich.

Beitrag melden
hman2 18.08.2009, 17:58
1262. Einsparung

Zitat von perpendicle
Wieviel Netzteile könnte man erst einsparen (n und da geht bei lafendem Betrieb noch viel mehr als Wärme verloren) , wenn z B E -Werke neben der 230 V Wechselstrom , auch eine 12/18 Volt Gleichstromleitung bereitstellen würden, also diesen Strom in zentralen verbrauchernahen Trafos umspannen würden?
Sie würden viele Netzteile einsparen - aber sehr, sehr viel Geld für Kupfer ausgeben für erheblich dickere Stromkabel...

Das spart kein Geld, das erhöht die Kosten. Immens.

Zitat von
Ein solches Gleichstromnetz wäre aber vielleicht für Elektroautos interessant, sollten die mal in die Millionen gehen ( mit wieviel Volt fahren die denn?) .
Ein Gleichspannungsnetz wäre überhaupt nicht interessant, weil man Gleichspannung nicht einfach transformieren kann. Nur in der extrem weiten Stromübertragung durch Kontinente gibt's Gleichspannung, ansonsten alles (aus gutem Grund) Dreiphasen-Wechselspannung.

Ein Prius verwendet übrigens ca. 200 V Gleichspannung auf der Batterie, aus denen er 400 V Gleichspannung für die Verteilplattform macht, aus denen er dann 500 V Dreiphasen-Wechselspannung für die Motorgeneratoren produziert.

Zitat von
Bei hohen Spannungen zumindest soll der Transport vom Gleichstrom über lange Strecken weitaus weniger verluste haben, als Wechselstrom..
HGÜ, ja. Aber das interessiert nur EVUs...

Zitat von
Als sich zwei der größten Stromgiganten seinerzeit bei einführung der ersten Stromnetzes stritten,ob AC oder DC, hat man noch das Gegenteil behauptet: in Gleichstromleitungen ginge mehr Strom verloren, wohl aber nur bei geringen Spannungen. war wohl eher so was wie eine verbrauchertäuschung?
Nein, das ist alles korrekt. Edisons Gleichspannungsnetz hat _nichts_ mit HGÜ zu tun. HGÜ wird den Wechselstrom auch niemals ersetzen, höchstens auf den Überlandleitungen.

Zitat von
Gewonnen hat aber der mit dem Wechselstromnetz und das war ein Deutscher.
Westinghouse ein Deutscher?

Beitrag melden
hman2 18.08.2009, 18:01
1263. So

Zitat von _gimli_
Ich habe viele Energiesparlampen im Einsatz, 10000 Stunden hat aber noch keine gehalten.
Na und? Dann gibt's Geld zurück vom Hersteller. Freuen Sie sich doch...

Zitat von
Verstehe ich nicht.
Lebt eine Energiesparlampe 19.000 h, dann spart sie nicht nur den Differenzbetrag der Energie, sondern eben auch 19 Glühbirnen ein (die ca. 1000 h halten)...

Zitat von
Dummerweise korrelieren kalt und dunkel jahreszeitbedingt. Ich glaube nicht, dass ich Ihnen das näher erläutern muss.
Also bei mir sind kalt und dunkel von einander unabhängig.

Beitrag melden
_gimli_ 18.08.2009, 21:10
1264.

Zitat von Omen
Mit dem Argument, dass energieineffiziente Geräte mehr Wärme produzieren, könnte man auch auf stromsparende Kühlschränke, PCs und sonstige Geräte verzichten. Schließlich heizt ja jedes elektrische Geräte die Umgebung um so mehr auf, je mehr Strom es braucht.
Glühlampen haben ihre Hochsaison in der kalten Jahreszeit, der Kühlschrank läuft ganzjährig.

Zitat von Omen
Heizen mit Strom ist jedoch recht unökologisch. Sonst würden wir alle Stromheizungen verwenden, statt den Umweg über Gas oder Öl zu gehen.
Ich habe in der Nachbarschaft (2 Jahre altes Neubaugebiet für Einfamilien- und Doppelhäuserhäuser) gleich mehrere Parteien, die sich Elektroheizungen (irgendein System mit Marmorplatten) installiert haben, darunter der Bauunternehmer, der einen Großteil der Häuser gebaut hat. Kommt tatsächlich im Betrieb nicht teurer als Öl.

Außerdem haben sich einige Parteien luftbasierte Wärmepumpen installiert. Die verbrauchen auch eine Menge Strom, vor allem im Winter, wenn elektrisch zugeheizt werden muss.

Beitrag melden
Omen 18.08.2009, 21:30
1265. Willkommen in der kalten Jahreszeit

Zitat von _gimli_
Glühlampen haben ihre Hochsaison in der kalten Jahreszeit, der Kühlschrank läuft ganzjährig.
Morgen wird es bei uns 32 Grad heiß, übermorgen 35 Grad. Sonnenuntergang ist schon jetzt gegen 20.30 Uhr. Zeit das Licht an zu machen. Zum Glück müssen Sie dann Dank Ihrer Glühbirnen nicht frieren.

Zum heizen mit Strom:

Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein
19.03.2008
Heizen mit Strom?
Das Heizen mit elektrischem Strom ist eine der teuersten und umweltschädlichsten Formen der Erzeugung von Wohnraumwärme.
(...)
Zur Elektroheizung: Sie wandelt elektrische Energie in Wärme um. Die Herstellung der elektrischen Energie geschieht aber mit einem sehr schlechten Wirkungsgrad. Ca. 60% der im Kraftwerk eingesetzten Primärenergie aus Kohle, Kernkraft, Öl oder Gas geht als Abwärme verloren, wenn keine Kraft-Wärmekopplung erfolgt.
So wird beispielsweise 1 kg Kohle zur Stromerzeugung verbrannt, aber nur der Heizwert von 350 Gramm erreicht den Haushalt und wird hier in Raumwärme umgewandelt. Moderne Öl-, Gas- oder Pelletheizungen kommen heute auf Wirkungsgrade von über 90% und nutzen so die eingesetzte Primärenergie wesentlich besser aus.

http://www.verbraucherzentrale-sh.de...nk418661A.html

Beitrag melden
AndyH 18.08.2009, 22:22
1266.

Zitat von Omen
Moderne Öl-, Gas- oder Pelletheizungen kommen heute auf Wirkungsgrade von über 90% und nutzen so die eingesetzte Primärenergie wesentlich besser aus.
Dumm verkauft.
Bis aus norwegischen Tiefsee-Mineralöl raffinierte leichte Heizöl wird, und das ins ach so dollen Heizung kommt hat man energetisch etwa den gleichen Verlust. Auch russisches Erdgas kommt verlustfrei und kostenlos ins Haus über eine STrecke von 3000-4000 km. Den Dünnschiss-Energiedichte-Pellets karrt man von Österreich bis NRW mittels LKW-Diesel, Dank Subventionen. Fällt locker links runter im Kalkulation.
Aber den vor Ort verstromte billig-Braunkohle rechnet man madig.

Beitrag melden
nairobi 18.08.2009, 22:41
1267.

Zitat von _gimli_
Da Glühlampen primär in der kalten Jahreszeit eingesetzt werden, kommt dann noch die zu kompensierende Wärmeleistung dazu.
Glühlampen sind sowohl als Lichtquelle als auch als Heizung extrem ineffizient!
Auch zusammen bleibt Sie es!

Beitrag melden
_gimli_ 19.08.2009, 00:02
1268.

Zitat von Omen
Morgen wird es bei uns 32 Grad heiß, übermorgen 35 Grad. Sonnenuntergang ist schon jetzt gegen 20.30 Uhr. Zeit das Licht an zu machen. Zum Glück müssen Sie dann Dank Ihrer Glühbirnen nicht frieren.
Sie müssen sich schon die Mühe machen, den prozentualen Anteil des Stromverbrauchs zum Zweck der Wohnraumbeleuchtung zwischen April und September zu betrachten. Der liegt nicht höher als 20%.

Zitat von Omen
Zum heizen mit Strom: Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein 19.03.2008 Heizen mit Strom? Das Heizen mit elektrischem Strom ist eine der teuersten und umweltschädlichsten Formen der Erzeugung von Wohnraumwärme. (...) Zur Elektroheizung: Sie wandelt elektrische Energie in Wärme um. Die Herstellung der elektrischen Energie geschieht aber mit einem sehr schlechten Wirkungsgrad. Ca. 60% der im Kraftwerk eingesetzten Primärenergie aus Kohle, Kernkraft, Öl oder Gas geht als Abwärme verloren, wenn keine Kraft-Wärmekopplung erfolgt. Moderne Öl-, Gas- oder Pelletheizungen kommen heute auf Wirkungsgrade von über 90% und nutzen so die eingesetzte Primärenergie wesentlich besser aus.
Es ist ja schön, was die Verbraucherzentrale hier mitteilt, aber man vergisst dabei die enorme Preisunsicherheit beim Öl und Gas sowie die begrenzte Verfügbarkeit von Holzpellets. Die Rechnung wird für den Verbraucher bei Ölpreisen von 140€/Barrel schnell zugunsten der Stromheizung kippen.
Der einzige Ausweg ist die Wärmepumpe, und zwar eine mit Tiefbohrung. Alles andere ist Mumpitz. Genau so habe ich mein Haus angelegt: Ölheizung mit konzeptioneller Vorbereitung für eine Hochtemperatur-Wärmepumpe mit 80m Tiefbohrung.

Ich habe übrigens ein Uni-Diplom als Ing. für Kraftwerks- und Wärmetechnik und glaube, die Problematik ein wenig zu durchblicken.

Beitrag melden
Reziprozität 19.08.2009, 00:51
1269.

Zitat von Omen
... Heizen mit Strom ist jedoch recht unökologisch. ...
Das trifft aber bspw. auf eine Wärmepumpe mit der Leistungszahl 4 nicht zu.

Beitrag melden
Seite 127 von 291
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!