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Aus für die Glühbirne - gute Entscheidung?

Sie frisst zu viel Strom und wird deshalb abgeschafft: Die klassische Glühbirne soll bis 2012 aus allen Geschäften verschwinden - so haben es jetzt Experten aus 27 EU-Staaten beschlossen. Eine gute und sinnvolle Entscheidung?

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hman2 19.08.2009, 11:07
1280. Wirkungsgrade

Zitat von AndyH
Bis aus norwegischen Tiefsee-Mineralöl raffinierte leichte Heizöl wird, und das ins ach so dollen Heizung kommt hat man energetisch etwa den gleichen Verlust.
Die Raffinierung von Erdöl hat _dramatisch_ bessere Wirkungsgrade als die Kohleverstromung. Und auch Erdgaspipelines haben nicht die Angewohnheit 60% zu verlieren...

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hman2 19.08.2009, 11:13
1281. Verloren

Zitat von Bala Clava
Was heißt Strom fressen? Der wird in Wärme umgesetzt - und heizt die Wohnung. Gerade in der kalten Jahreszeit braucht man ja auch viel elektrisches Licht. Verloren geht da nichts.
Natürlich, denn die Abwärme ist genau das: Abwärme.
Nur während der Heizperiode (und die ist in diesen Breiten nicht so furchbar lang) spart man ein klitzekleines bischen Brennstoff ein, allerdings um den Preis eines furchtbaren Wirkungsgrads (das was man lokal einspart wird im Kraftwerk doppelt draufgelegt).

Für die Umwelt ergibt sich daher auch in der Heizperiode eine erheblich schlechtere Bilanz für die Glühbirne verglichen mit einer Energiesparlampe.

Im Sommer braucht man die Abwärme überhaupt nicht, im Gegenteil, es muss noch einmal die gleiche Menge Energie aufgewendet werden um die Abwärme aus den Räumen rauszukühlen, so dass die die Verluste gleich doppelt anfallen.

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hman2 19.08.2009, 11:16
1282. Fakten

[QUOTE=Benjamin1965;4188048 Haeufiges ein/aus schadet ihnen kaum und sie sind extrem billig.[/QUOTE]

Häufiges Ein- und Ausschalten schadet Glühlampen sehr wohl aufgrund der thermischen Belastung, Glühbirnen gehen zu 99% im Moment des Einschaltens kaputt...

Und extrem billig sind sie auch nicht, im Gegenteil, sie sind über die Lebensdauer sogar teurer als Energiesparlampen - selbst wenn man die Energieeinsparung nicht berücksichtigt.

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Robert Rostock 19.08.2009, 11:23
1283.

Zitat von Omen
...2. Trotzdem kommen nur ca. 35% der eingesetzten Energie bei einem Kohlekraftwerk beim Verbraucher an. Die Glühbirne ist auch als Heizung sehr ineffizient. ...
Und wenn ich ne Energiesparlampe einschraube, kommen dann mehr als nur ca. 35% der eingesetzten Energie bei einem Kohlekraftwerk beim Verbraucher an?

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AndyH 19.08.2009, 11:30
1284.

Zitat von hman2
Die Raffinierung von Erdöl hat _dramatisch_ bessere Wirkungsgrade als die Kohleverstromung. Und auch Erdgaspipelines haben nicht die Angewohnheit 60% zu verlieren...
Beziffern please,
Es ist ermüdend wenn favorisierte Energieträger erst in der letzten Stufe betrachtet werden, vorhergehende Schritte bagatellisiert und vernachlässigt werden.

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hman2 19.08.2009, 13:12
1285. Grad

Zitat von AndyH
Beziffern please, Es ist ermüdend wenn favorisierte Energieträger erst in der letzten Stufe betrachtet werden, vorhergehende Schritte bagatellisiert und vernachlässigt werden.
> 90% sind ein normaler Wert für eine Raffinerie, 93% sind durchaus drin. Es enstehen dort ja keine Abfälle, lediglich die benötigte Prozesswärme für die Kolonnen der fraktionierten Destillation fällt an.

Die Zahlen von 40, 50 oder 60 Prozent _Ausbeutegrad_ (je nach Quelle) die man oft liest werden oft mit dem Wirkungsgrad verwechselt, haben aber gar nichts damit zu tun. In der Tat braucht man für einen Liter leichtes Heizöl (also known as Diesel) ganz grob zwei Liter Rohöl. Aber wie gesagt, es entstehen keine Abfälle, alles wird verwertet - vom Bitumen bis zum Gas.

Wenn Diesel hergestellt wird, wird immer auch Kerosin, Benzin, Bitumen, Gas etc. pp. gleich mit produziert - und umgekehrt. Die Nachfrageschwankungen von Benzin und Diesel sowie Kerosin (Fraktion zwischen Diesel und Benzin) werden durch Beimischen von Crackprodukten ausgeglichen.

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hman2 19.08.2009, 13:19
1286.

Zitat von Robert Rostock
Und wenn ich ne Energiesparlampe einschraube, kommen dann mehr als nur ca. 35% der eingesetzten Energie bei einem Kohlekraftwerk beim Verbraucher an?
Nein, aber es werden von den 35% 25% genutzt, d.h. der Gesamtwirkungsgrad ist 8,75 Prozent.

Glühlampen nutzen hingegen nur 5 Prozent, macht einen Gesamtwirkungsgrad von 1,75 Prozent.

Zum Vergleich: Eine Zentralheizung hat 80-90 Prozent.

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Robert Rostock 19.08.2009, 13:50
1287.

Zitat von hman2
Nein, aber es werden von den 35% 25% genutzt, d.h. der Gesamtwirkungsgrad ist 8,75 Prozent. Glühlampen nutzen hingegen nur 5 Prozent, macht einen Gesamtwirkungsgrad von 1,75 Prozent. Zum Vergleich: Eine Zentralheizung hat 80-90 Prozent.
Die Zentralheizung leuchtet aber nicht ganz so hell ;-)

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Omen 19.08.2009, 14:35
1288.

Zitat von Robert Rostock
Die Zentralheizung leuchtet aber nicht ganz so hell ;-)
Lesen Sie sich die Historie zu dem Argument mal durch. Es ging darum das Argument, die Glühbirne sei kein Energieverschwender, weil sie im Winter ja auch den Raum mit aufheizt, in dem sie leuchtet, zu entkräften.
Sowohl beim leuchten, als auch heizen ist die Glühbirne sehr ineffizient.

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Robert Rostock 19.08.2009, 15:01
1289.

Zitat von Omen
Lesen Sie sich die Historie zu dem Argument mal durch. Es ging darum das Argument, die Glühbirne sei kein Energieverschwender, weil sie im Winter ja auch den Raum mit aufheizt, in dem sie leuchtet, zu entkräften. Sowohl beim leuchten, als auch heizen ist die Glühbirne sehr ineffizient.
Ist ja gut, habe ich ja auch mitgekriegt. War einfach eine zu schöne Vorlage...

Aber Sie haben schon Recht, das Argument, im Winter ja schließlich durch die Glühbirne Heizenergie zu sparen, ist etwas dünn.
Trotzdem ist das Glühbirnenverbot der falsche Weg und bewirkt wahrscheinlich das Gegenteil dessen, was beabsichtigt war.

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