Forum: Wirtschaft
Aus für South Stream: Kein Anschluss unter dieser Pipeline
AP

Mit dem Stopp des milliardenschweren Pipeline-Projekts South Stream sorgt Russland für großes Aufsehen. Wen betrifft das Aus, wie kam es dazu und ist die Absage endgültig? Die wichtigsten Fragen im Überblick.

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bene_lava 02.12.2014, 08:48
10. Europa braucht Southstream nicht....

Es gibt mehrere Gründe warum Europa - allen voran Deutschland- Southstream nicht braucht.

1. Southstream wurde als Konkurrenz zu Nabucco bzw. TAP/TANAP geplant. Die letzten Pipelines sind inzwischen beschlossen und können langfristig auch iranischens Gas und mittelfristig Gas aus Zentralasien zusätzlich zum aserbaidschanischen Gas nach Europa liefern.

2. Southstream erhöht die Abhängigkeit von russischem Gas und dient nicht der Diversifizierung des europäischen Energiemarktes. Angesichts der agressiven und auf Konfrontation ausgelegten Politik Russlands kann es nicht im Interesse der EU sein die Abhängigkeit von Russland zu erhöhen. Vielmehr muss die Anhängigkeit verringert werden.

3. Southstream ist wirtschaftlich nicht wirklich sinnvoll, da wir bereits über die Northstream-Pipeline und andere Pipelines genug Gas (etwa 60 Mrd. Kubikmeter) unabhängig von der Ukraine bekommen.

4. Iran wird mittelfristig wieder einen Zugang zum internationalen Gasmarkt bekommen. Auch Europa wird davon erheblich profitieren. Iranisches Gas und Gas aus dem Südkaukasus machen Southstream überflüssig.

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Desi 02.12.2014, 08:53
11. Ich nehme an

niemand ist von diesem Entscheid überrascht. Die einzigen die mir hier Leid tun, sind die Bulgaren, denn ihnen hätte die Pipeline 400 Mio pro Jahr gebracht, die für dieses Land sehr hilfreich gewesen wären. Russland verliert nichts, das Gas wird immer noch weiter verkauft, einfach über die Türkei. So langsam habe ich den Eindruck, die EU wird von lauter Dilettanten regiert.

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warumeigentlich 02.12.2014, 08:53
12. Bei Gaslieferungen möchte nicht abhängig sein

von einer Plutokratie, die permanent das Völkerrecht bricht, Todesstrafe hat, ihr Volk und andere Völker betrügt, die Umwelt verschmutzt, in Konflikten die schlimmsten Waffen einsetzt, rassistisch ist und wo die Presseorgane gleichgeschaltet sind. Dann ist mir Russland, welches seit über 40 Jahren zuverlässiger Partner ist und sich in die inneren Angelegenheiten nicht einmischt, lieber.

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willibaldus 02.12.2014, 08:53
13. Dann vielleicht doch Nabuco?

Das war doch das Pipeline Projekt von Aserbaidschan, mit Anschlüssen von Iran und Irak, vielleicht auch von jenseits des Kaspischen Meeres durch Türkei, Griechenland nach Italien.
Ist auch nicht unbedingt eine stabile Gegend aber bei der gegenwärtigen Richtung in die die russische Politik läuft, vielleicht eine neu zu überdenkende Alternative. Diversifikation tut not.

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koepi71 02.12.2014, 08:54
14. Das nenne ich konsequent!

Wir werden uns noch über unsere Kurzsichtigkeit wundern. Ich wundere mich heute schon.

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Korken 02.12.2014, 08:55
15. Nur ein Muskelspiel

Das ganze ist ein reines Muskelspiel. Entscheiden tut Putin, nicht ein kleiner Energiekonzernchef. Ja, er ist klein unter Putin, deshalb darf er solche Kommentare auch von sich geben, wahrscheinlich auf Weisung von oben. Es wurde schon sehr viel investiert, das lässt auch Putin nicht kalt und wen sich alles wieder entspannt gibt er die Vorgabe, weiterzumachen.

Kommen wir zu dem Punkt entspannen. Jo mei, was da ein paar Kommissare der EU wieder versuchen. Das Projekt verzögern? Ups, da wurde es doch entgegen den Erwartungen gleich eingestellt.

Gut, Oettinger ist jemand, der es tatsächlich immer mal wieder in die Schlagzeilen schafft und gesamteuropäisch denkt, da sind so manche abgeschobenen Politker in Spitzenverdienstämtern einfach nur ruhig, blos nicht auffallen und etwas machen. Aber an Taktikverständnis mangelt es da doch noch erheblich. Gut, wenn die EU diese Pipeline tatsächlich überhaupt nicht braucht, ok, das wars dann. Wie sieht es mit den Geschäften der europäischen Teilpartner dann aus? Bleiben wahrscheinlich auf den Kosten sitzen.

Abgesehen davon, dass ein kleiner Chef wie Miller unter Putin nichts zu sagen hat,

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t dog 02.12.2014, 08:56
16. Vielleicht könnte die EU

Southstream finanzieren. Schliesslich ist günstiges russisches Gas im Interesse der europäischen Wirtschaft und im Interesse aller Verbraucher in der EU. Unsere wirtschaftlichen Interessen sollten nicht von den US Muskelspielchen gegenüber Russland beeinflusst werden. Es gibt keinen einzigen Beweis für russische Truppen in der Ostukraine. Es gibt keinen einzigen Beweis das Russland MH 17 abgeschossen hat. und und und. Die USA wollen ihr Frackinggas zum doppelten Preis des russischen Gases in der EU verkaufen. Wie soll das gehen? Es gibt keine Pipelines, hunderte Gastankschiffe und Gasentladehäfen müssten gebaut werden. Bauzeit mindestens 20 Jahre. Dann wäre Gas so teuer, das die Leute sich Kachelöfen zulegen, um sich das Heizen im Winter überhaupt noch finanziell leisten zu können. Ein Desaster für die Verbraucher, für die Wirtschaft und für die Umwelt. In mehrfacher Hinsicht. Im kalten Krieg haben wir Öl und Gas aus Russland gekauft, weil es wirtschaftlich das Richtige war. Damit hören wir jetzt auf, wegen ein paar unbestätigten Zeitungsenten? Wir hören doch auch nicht auf IPhones zu importieren, nur weil die USA mal wieder irgendwo ein Land "befreien". ???

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mueller1 02.12.2014, 09:06
17. Pyrrhus-Sieg

Sieht so aus, dass die EU sich von der Ukraine als Transatland abhängig machen wollen. LNG ist teuer und die Nabucco-Pipeline ist auch tot. Binheilfroh, dass wenigstens die Ostsee-Pipeline fertiggestellt wurde.

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Exil-Badener 02.12.2014, 09:10
18. Falling Apart

Sauber Jungs, das habt Ihr toll hinbekommen. Das ohnehin klamme Russland schiesst bereits getätigte Investitionen von knapp 5 Mrd. USD in den Wind und die EU vergrätzt einen Investor, der über 15 Mrd. EUR in die Erdgasversorgung Europas investieren wollte. Erschreckend ist das vor allem, weil es ein Symbol dafür ist, dass Europa wieder auseinanderbricht wie einst die Titanic kurz vor dem endgültigen Absaufen. Keiner will mehr den Anderen verstehen, das kann wirklich noch heiter werden !

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lisss 02.12.2014, 09:12
19. die Verlüste...

der Aktionäre werden sich in dreistelligem Millionenbereich für jedes (!) an Projekt beteiligtem Land beziffern.. alleine Bulgarien kostet diese von Brüssel aufgedruckte Entscheidung, genauer gesagt Befehl, ca. 400 Millionen Euro jährlich!

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