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Ausbeutung von Arbeitern: Bsirske moniert "mafiöse Strukturen" beim Paketversand
DPA

Hungerlöhne, 16-Stunden-Schichten: In der Paketbranche beuten dubiose Subunternehmen ausländische Arbeitsmigranten aus. Ver.di-Chef Frank Bsirske spricht von kriminellen Machenschaften.

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bambini 23.02.2019, 13:47
30. Falscher Ansatz

In der Ukraine sind 4,50€ durchaus gutes Geld. Und die Jungs sind besser dran als arbeitslos. Problematisch ist jedoch die Versorgungssituation, DH. Absicherung bei Krankheit, würdige Übernachtung, Rückfahrt in die Heimat etc. Und für uns Paket-Kunden ist ein unausgebildeter AN meist eine Zumutung. Alles Kosten und Leistungen die gesetzlicher Regelung und Prüfung bedürfen. Solange Ost-Mafiosi dabei so leicht durchkommen wird sich an dem System nie etwas ändern. Wie auch an der übrigen Situation in unserer schönenden EU nicht. Es reicht nicht die EU als Verwaltungsunion der Mittelklässler zu betrachten. Die halten sich eh an Gesetze und sind vollumfänglich gängelbar.

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maipiu 23.02.2019, 14:01
31. @28zwei27

Sie haben Recht und das kommt noch erschwerend hinzu. Was machen die Alten, wenn sie den Job nicht mehr haben? Aber dennoch will ich ein System nicht unterstützen, das diese Notlagen der Menschen schamlos ausnutzt. Da hilft auch ein Trinkgeld nichts.
Aber vielleicht überlegen sich die beteiligten Firmen, sich nach anderen Zustellern umzugucken.

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scgtef 23.02.2019, 14:41
32. Gefälschte Pässe?

Das darf es in einem hoch entwickelten Land wie D nicht geben. Das sollte technisch unmöglich sein. Wir brauchen fälschungssichere Pässe EU weit, mit Fingerabdruck. Wir müssen wissen, wer in die EU ein- und ausreist. Ein weiteres Problem sind natürlich die fehlenden Passkontrollen an den dt. Grenzen, aber das müssen wir ja wegen der EU Freizügigkeit in Kauf nehmen..

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Paul-Merlin 23.02.2019, 14:42
33. Frank Bsirske hat recht .....

Neu ist das Thema allerdings wirklich nicht und es stellt sich deshalb die Frage warum sich Verdi und Bsirske bislang doch eher still verhalten haben. Auch jetzt noch. Wer steht z. B. an der Spitze von Hermes. Richtig, die Otto-Family, hochgeehrt mit zahlreichen Verdienstkreuzen unseres Landes. Solange sich niemand an die obersten Abgreifer herantraut wird sich auch für die elende Rolle der Zusteller nichts zum besseren wenden können.

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luny 23.02.2019, 14:44
34. Logistik

Guten Tag,

so ganz hat Herr Bsirski die Situation in der Logistikbranche nicht verstanden.

Die Post, zu der DHL gehört, hat zuletzt 3,74 Milliarden EUR Gewinn gemacht:

https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/paketboom-rekordgewinn-fuer-deutsche-post/21042822.html

Da könnte DHL ja die Fahrer ordentlich bezahlen, nicht wahr?

Nein, denn DHL hat überhaupt keine Fahrer. Die Fahrer in den schnieken Uniformen fahren im Auftrag von DHL und sind oft Scheinselbständige.

Zu Amazon: Bei Amazon will der Kunde genau NULL EUR für die Zustellung der Ware bezahlen. Deshalb gibt es "Prime", weil der Kunde denkt, die Zustellung kostet nichts.

Solange Ware nicht "gebeamt" werden kann, wird es Logistikkosten geben. Das ist so.

LUNY

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luny 23.02.2019, 14:51
35. Kurierdienstfahrer

Zitat von Nordstadtbewohner
Also ich habe kein Problem damit, wenn der Paketzusteller aus der Ukraine, Moldawien oder Weißrussland stammt. Das ist halt die Internationalisierung des Arbeitsmarktes. Der zunehmende Fachkräftemangel zeigt sich immer stärker. Von daher ist es nur konsequent, dass sich die Unternehmen nach Alternativen umschauen, bevor nicht mehr alle Pakete zugestellt werden können. Herr Bsirske will doch eigentlich etwas völlig anderes: Er will Unternehmen wie Hermes seine Tarifverträge aufzwingen. Das wird zum Glück nicht funktionieren.
Hallo Nordstadtbewohner,

sollten Sie einen Führerschein besitzen, sind Sie "Kurierdienstfahrer-Fachkraft" und können direkt als Sub-Sub-Unternehmer bei Hermes, DHL & Co. einsteigen.

Interesse?

LUNY

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luny 23.02.2019, 14:58
36. 1.000 eur

Zitat von whitewisent
Wir haben nunmal die Freizügigkeit als Erfolg der Europäischen Einigung. Es ist naheliegend, daß angesichts der gewaltigen Unterschiede bei Lebensstandards und Einkommen Menschen und Unternehmen aus Osteuropa auf den Markt strömen. Angebot und Nachfrage, denn wer in der Ukraine nur 300 Euro im Monat verdient, sieht 1000 Euro als Zusteller vieleicht gar nicht so schlecht.
Hallo Whitewisent,

Ihre Argumentation führt ins Leere, weil die Kurierdienstfahrer, die als Sub-Sub-Unternehmer beschäftigt werden, in Deutschland wohnen müssen. Sie müssen die Lebensunterhaltungskosten in Deutschland bezahlen, nicht die in ihren osteuropäischen Heimatländern.

Sie fahren ja nicht täglich heim.

LUNY

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Ein_denkender_Querulant 23.02.2019, 15:02
37. Recht auf billige Versandkosten!

Wir alle habe in Zeiten, in denen der Onlinehandel immer wichtiger wird, ein verdammtes Recht auf billige Versandkosten. Dann sollen die Leute schneller arbeiten, dann klappt es auch mit dem Verdienst.

Freie Paketfahrer verdienen bis zu einem ganzen Euro für jedes ausgelieferte Paket und dann weigern sich die Leute noch, meinen neuen 40kg Fernseher in der siebten Stock zu tragen. Wo kommen wir denn da hin...

Wenn die Boten mehr Geld wollen, kommen halt Paketdrohnen, die klagen nicht und arbeiten 24h. So funktioniert Neokapitalismus und wir alle profitieren. Und je länger die Menschen am unteren Ende arbeiten müssen, umso weniger Zeit und Kraft haben Sie, für eine gerechte Verteilung des vorhandenen Reichtums zu kämpfen. Darum ist das Ziel klar. Sinkende Löhne und mehr Arbeitszeit.

Prost und herzlich willkommen im Kapitalismus. Die gut funktionierende soziale Marktwirtschaft will ja keiner mehr. Einfach ein Kreuz bei der richtigen Partei machen.

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mojo2xs 23.02.2019, 15:12
38. @1

Sie sind echt zynisch, unglaublich. Ja, sie können gerne hier arbeiten, aber bitte zum Mindestlohn und einer Regelarbeitszeit von acht Stunden. Sie möchte ich sehen wie langsam ein Wrack aus ihnen wird weil sie getrieben von der Notwendigkeit zu überleben ein Leben in ständiger Maloche und Unsicherheit führen

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luny 23.02.2019, 15:14
39. Hermes

Zitat von böseronkel
Es ist schon eine Ungeheuerlichkeit, dass Unternehmen wie Hermes mit rüden Methoden gewerkschaftsfrei gehalten werden. Der Gesetzgeber ist gehalten sklavenähnliche Beschäftigungsverhältnisse mit drastischer Strafandrohung zu unterbinden. Der wunderbare freie Markt mit Angebot und Nachfrage hat zu keinem Zeitpunkt im Markt der sklavenähnlichen Beschäftigungen funktioniert. Es ist an der Zeit, dass der Gesetzgeber Unternehmen wie Hermes Beschäftigung gegen Billiglöhne bei drastischer Strafandrohung untersagt.
Hallo Böseronkel,

bei Hermes weiß ich es nicht, aber bei DHL weiß ich mit Bestimmtheit, daß DHL keine eigenen Fahrer beschäftigt.

Da hilft auch keine Gewerkschaft oder der Gesetzgeber.

Die Kurierdienstfahrer bei DHL sind Scheinselbständige, die quasi "freiwillig" für 6 EUR/Stunde arbeiten. Es zwingt sie ja keiner.

Die Logistikbranche ist ein tiefer Sumpf.

Das kann auch der Laie erkennen. Wenn es in der Logistikbranche nichts zu verdienen gäbe, wären die Anbieter, also Kurierdienstleister und Frachtführer nicht so zahlreich vertreten.

Das geht nur, weil die Fahrer kostentechnisch keine Rolle spielen.

LUNY

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