Forum: Wirtschaft
Ausblick: Die Illusion vom deutschen Wirtschaftsboom
DPA

Deutschlands Wirtschaft steht gut da - aber die Aussichten sind trüb: Statt in die Zukunft zu investieren, droht das Land in Selbstzufriedenheit zu versinken. Die Folgen könnten dramatisch sein.

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misterknowitall 06.01.2016, 13:40
50.

Zitat von LJA
Die üblichen Verdächtigen hier im Forum werden die Aussagen dieses Artikels schnell zerreißen. Auch wenn sie natürlich im Prinzip richtig sind, aber wen kümmern hier schon Fakten ? Das deutsche Unternehmen kaum noch im Inland investieren wollen ist verständlich. Nicht nur, daß rein stimmenarithmetisch, immer noch rot/ganzrot/grün droht. Selbst die CDU-geführte Bundesregierung nimmt mit ihrer katastrophalen Energiepolitik eine flächendeckende Deindustrialisierung des Landes billigend in Kauf. Wenn dann noch in den meisten Großstädten massiver Strassenrückbau geplant wird, dann ist für viele Unternehmer und Manager irgendwann das Ende der Fahnenstange erreicht.
"Selbst die CDU-geführte Bundesregierung nimmt mit ihrer katastrophalen Energiepolitik eine flächendeckende Deindustrialisierung des Landes billigend in Kauf"

Falsch. Die Energiepolitik ist doch gerade für Industrie interessant. Vom EEG befreit bekommt sie super günstig Strom. Die fehlenden Investitionen in Deutschland haben wohl eher mit der Globalsierung zu tun. Industrielle Arbeit bekommen Sie woanders nämlich erheblich billiger. Das Rad werden wir auch nicht mehr zurückdrehen können. PS: Die CDU hat nie mehr gemacht, als den Status Quo zu waren. Wenn es dann damit nicht mehr ging, kam die SPD an die Macht und hat dringende Reformen umgesetzt. Natürlich nicht populär und deswegen kam dann meistens die CDU wieder dran und hat dann von den SPD-Reformen profitierte. Seit wir aber die Groko haben, ist selbst dieses Spiel nicht mehr existent, sprich Stillstand.

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mk1964 06.01.2016, 13:42
51. Konsum

Im letzten Jahr haben viele Wirtschafts"weise" noch bemängelt, dass die Deutschen zu wenig konsumieren. In diesem Artikel wird die Konsumlastigkeit der Wirtschaftsentwicklung Deutschlands nun als ein gravierendes Problem hingestellt. Was denn nun?

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MKD 06.01.2016, 13:43
52. Der Wirtschaft geht...

es gut, ja wenn ich meinen ehem. Arbeitgeber, Mittelständler aus dem bereich Maschinenbau sehe eher nicht. Um den Status Quo zu erhalten, intrigiert eine Abteilung gegen die andere. Fähige / Innovative Mitarbeiter werden von den Vorgesetzten im gro wie Dreck behandelt, weil genau die Vorgesetzten Angst um Ihren Status in der Firma haben und zugeben müssten das Sie keine Ahnung haben.

Und man muss ja einsparen, das geht in meinem Fall das einem Überstunden geklaut werden u.a. das EFZG gilt für Studentische Mitarbeiter erst wenn man den Vorstand anschreibt und auf die Missstände und Illegalität hinweist.

Wie gut das ich gekündigt habe und nun alles in Ruhe einklagen kann.

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01099 06.01.2016, 13:43
53.

Tja, wenn der Gewinn als quasi totes Kapital an den Börsen der Welt landet und dort Zinsen erbringen soll anstatt in nachhaltige Investitionen im Inland zu fließen, darf man sich nicht wundern. Ich höre immer nur von Gewinnen der DAX-Unternehmen und von herrlichen Dividenden der Anleger. Die Gier macht dieses Land und den Rest der Welt kaputt.

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stoering 06.01.2016, 13:45
54.

Zitat von jallajalla
Und die Leistungsbilanz innerhalb der EU wird immer schön mitgezählt, obwohl wir ja einen Binnenmarkt haben.
Genau, dass kommt noch dazu. Herr Fratzscher als Chef des DIW und Professor an einer deutschen "Eliteuniversität" sollte doch aber eigentlich wenigstens in der Lage sein, sein eigenes Land im internationalen Wirtschaftsgefüge halbwegs korrekt einzuordnen. Im Endeffekt unterstreicht es aber ja unfreiwillig seine These. Geht alles den Bach runter. Bring back Werner... der war wenigstens noch originell und hatte es nicht nötig, mit einem reisserischen Artikel Aufmersamkeit zu erhaschen.

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elspaco 06.01.2016, 13:47
55. Auf dem Punkt!

Die schwarze Null hat leider die Richtlinienkompetenz und sitzt im Kanzleramt.

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Trudi 06.01.2016, 13:47
56. Deutschland war einmal.....

Es gibt (in etwas abgemildeter Form) den Witz: ein Ami sagt:"In 14 Tagen eröffne ich meine neue Firma" - sagt der Deutsche: "In 14 Tagen habe ich das 14te Formular ausgefüllt". Scheitert der Ami mit seiner Firma, klopfen die Leute ihm auf die Schulter:" Beim nächsten mal klappst" - in Deutschland sagen die Leute "Haben wir ja gewusst, der kannst nicht". Funktioniert die Firma des Amis bewundern die Leute ihn, klappt es in Deutschland ist da gleich Missgunst, Neid und natürlich der Ruf nach Abkassieren (höhere Steuern). Ich will damit nicht sagen, dass in Amiland alles schön ist, bei weitem nicht. Aber Deutschland sitzt schon lange auf dem absteigenden Ast. Die Leute wollen es nur nicht sehen (weil sie nur das Heute betrachten). Alle neuen Technologien kommen nicht aus Deutschland. Wir haben die Industrien des letzten Jahrhunderts. Die Leute sind fett und träge. Zu uns kommen nicht die Leute die hungrig sind, etwas aufzubauen, sondern die, die den Sozialstaat lieben (ich meine nicht die soziale Hängematte). Wer etwas erreichen will, kann es nicht in Deutschland, der muss weg oder kommt gar nicht erst hier her.

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curiosus_ 06.01.2016, 13:50
57. Eigentlich ....

Zitat von Marcel Fratzscher
... wir sind Exportweltmeister
.... erwarte ich von „einem der renommiertesten Ökonomen Deutschlands“, dass er den Unterschied zwischen „Exportweltmeister“ und Exportüberschussweltmeister kennt.
Seit 2009 ist China ständig „Exportweltmeister“. Die letzten Zahlen, für 2014, weisen China mit 2342 US-$ an Platz 1 aus. Auf Platz 2 kommen die USA (1621 US-$) und dann erst Deutschland (1508 US-$ / Quelle: statista.com).
Wir sind Exportüberschussweltmeister, wir fahren höhere Überschüsse ein als Platz 2 (China) und Platz 3 (Saudi-Arabien) zusammen. Obwohl wir in 2014 nur 64% des Chinesischen Exportvolumens hatten!

Das dürfte auch Ihnen bekannt sein, warum thematisieren Sie das nicht? Mit dieser extremen Exportorientierung verknüpft ist zwangsläufig ein ähnlich hoher Kapitalexport. Seit der €-Bargeldeinführung in 2002 haben wir Exportüberschüsse in Höhe von ca. 2 Bio. € eingefahren. Und ähnlich viel Kapital exportiert. Allein in 2015 werden es über 240 Mrd. €, mehr als 8% des BIPs, sein.
Exportiertes Kapital fehlt im Inland, so ist das nun mal beim Export. Und dann bejammert man, dass „Investitionen dagegen schwach sind und zu den niedrigsten aller Industrieländer gehören“?
Woher soll das Investitionskapital kommen wenn es exportiert wird?

Klar, dann kommt die planwirtschaftliche Lösung: Der Staat soll’s richten, sprich mehr Schulden machen. Die werden dann vom Steuerzahler finanziert. Sprich denen, die über Lohnzurückhaltung schon die hohen Überschüsse ermöglicht haben.

Und nun die Krönung des Ganzen:

Zitat von Marcel Fratzscher
Die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands in den kommenden Jahren wird von drei großen, zentralen Trends bestimmt werden. Der erste ist die hohe und steigende Ungleichheit. Deutschland ist eines der Industrieländer mit der höchsten Ungleichheit bei Vermögen, Einkommen ....
Wundert mich ganz und gar nicht. Die hohen Kapitalexporte (ca. 240 Mrd. € letztes Jahr) werden von den abhängig Beschäftigten zwar ermöglicht, aber nicht durchgeführt. Exportiert wird das Kapital von anderen. Aber dann eine „hohe und steigende Ungleichheit“ anprangern.

Herr Fratzscher, vielleicht sehen Sie mal das Verbindende der von Ihnen aufgeführten Kritikpunkte. Sie sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht (Oder wollen ihn nicht sehen?).

Früher war der wesentliche Korrekturfaktor die eigene Währung. Die hat in einem solchen Fall aufgewertet (Z.B. von 1960 bis 1996 um 178% ggü. dem US-$). Damit wurden die Importe billiger, die reale Kaufkraft der Deutschen stieg entsprechend. Und wir hatten nie dauerhaft so hohe Überschüsse. Vielleicht sollten Sie mal die Korrelation (oder Nicht-Korrelation) der Binneninvestitionen mit den Leistungsbilanzüberschüssen untersuchen?


Ceterum censeo Eurinem esse delendam

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thlogical 06.01.2016, 13:52
58. da gibt es nix

zu ergänzen. Volltreffe nur leider ließt die Obrigkeit sowas nicht. Diese ist nur den multinationalen unternehmen verpflichtet und wenn die heuschrecken weg sind haben diese Personen ihr schäfchen schon lange im Trockenen.

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juergw. 06.01.2016, 13:53
59. Nicht nur das...

Zitat von stoering
Kann eigentlich mal jemand erklären, warum Deutschland in Deutschland immer als Exportweltmeister betitelt wird? Wir sind wieder absolut noch pro Kopf der stärkste Exporteur der Welt.
immer wieder betonen die Politiker, das Deutschland ein
unglaublich reiches Land sei,dabei haben sie wohl den letzten Armutsbericht vergessen.Immer mehr Arme die sich bei der Tafel drängeln.Vom wahren Alltag wohl völlig entfremdet in ihren gepanzerten Limosinen,in einer Scheinwelt.

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