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Ausnahmen von Lohnuntergrenze: CDU-Arbeitnehmer wollen Mindestlohn für fast alle
DPA

Der CDU droht ein parteiinterner Streit um den Mindestlohn: Laut einem Zeitungsbericht spricht sich ihr Arbeitnehmerflügel gegen die meisten von der Partei gewünschten Ausnahmen aus. Nur für wenige Gruppen halten die Sozialpolitiker geringe Stundenlöhne als 8,50 Euro für zulässig.

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erich21 03.03.2014, 17:31
80. Ach was Ausnahmen

Hatte der Siggi nicht immer gesagt, einheitlich, faechendeckend und gesetzlich? Ich dachte das war Koalitionsvoraussetzung? Worueber reden die eigentlich? Wenn die SPD das nicht durchsetzt, dann braucht sie nie wieder an zu treten!

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dice79 03.03.2014, 17:33
81.

Zitat von john.do
Der Chef verdient also bei ihnen 8,50 und die anderen Ungebildeten, die letztlich die Arbeit verrichten, haben so VIEL ja nicht verdient. Was wenn jetzt alle die Qualifikation CHEF haben oder alle Bürger ihren Blödsinn verinnerlichen, studieren und den Dr. machen? Wer macht denn dann noch die Arbeit? Ihr Chef? In einer funktionierenden Gesellschaft brauchen wir ALLE Stufen der Ausbildung, auch die Ungelernten für einfache Tätigkeiten werden GEBRAUCHT. Mit welchem Recht, von Blasiertheit und Arroganz mal abgesehen, wollen sie diesen Menschen einen Lohn verweigern, der ja als Untergrenze angesehen wird um ein unwürdiges Dahinvegetieren als Lohnsklave zu vermeiden?
Danke der Nachfrage, mir geht es sehr gut!
Ihnen auch? Anscheinend haben Sie Probleme mit dem Lesen...
Aber gut gebrüllt Löwe...
Machen Sie sich die Arbeit und lesen Sie alle Beiträge...
Dann erst kommentieren.... Nicht nur den Einband lesen und urteilen...
Eventuell verstehen Sie dann den Zusammenhang der Aussagen...

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marvin07 03.03.2014, 18:07
82.

Nein, so einfach ist es nicht. Denn wenn sie außerhalb der Landwirtschaft besser bezahlte Arbeitsplätze gefunden hätten, wären sie trotzdem abgewandert. Bis zum Beginn der Industriellen Revolution haben viele Gewerbe allerdings ihren Nachwuchs aus den eigenen Reihen rekrutiert und bis ins 19. Jahrhundert in Deutschland Zunftschranken aufgebaut und die Zuwanderung in die Städte beschränkt. Hoppla, da habe ich mir doch tatsächlich den falschen historischen Vorgang als "Landwirtschaftliche Revolution" aus dem Geschichtsunterricht gemerkt. Ich meinte die mittelalterliche Verstädterungsentwicklung und habe den Begriff also falsch verwendet. Ich bitte das zu entschuldigen. Meine Aussage zur Landwirtschaft bezog sich ausschließlich auf den Übergang vom Früh- zum Hochmittelalter.

Solange wie die Grundbedürfnisse der Volkswirtschaft nicht erfüllt werden können, kann sich auch nicht großartig ein Sektor, der höhere Löhne als dort bietet, etablieren. Damit blieb nur die Landwirtschaft.
Davon abgesehen, kann man aus Ungelernten problemlos Gelernte machen - insbesondere, wenn aufgrund des plötzlich hohen Angebots an Arbeitskraft die Löhne niedrig sind. Kein Wunder, dass es zu Zugangsbeschränkungen kam.

Nein, die gingen in der Regel nicht ins Handwerk, da sie keine Ausbildung besaßen und dort somit nicht arbeiten konnten und durften, sondern bildeten vielmehr das industrielle Proletariat. Gleicher Fehler wie oben - meine falsche Verwendung des Begriffs "Landwirtschaftliche Revolution". Diese fand tatsächlich nur etwa 1 Jhd. vor der industriellen Revolution statt und lieferte das "Menschenmaterial" für diese.

Das ändert allerdings nichts am üblichen Zyklus von technischer Neuerung - Arbeitskraftfreisetzung inkl. Verelendung der Betroffenen - Innovationsdruck und -möglichkeiten - Aufnahme der freien Arbeitskraft im neu geschaffenen Sektor - nächste Neuerung...
Und heutzutage muss sich dieser neue Sektor eben noch entwickeln. Ich frage mich, wie es im Nordatlantischen Raum mit einem Sozialsystem wie im Mittelalter aussehen würde. Wird ja wohl von libertär denkenden Zeitgenossen angestrebt.

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marvin07 03.03.2014, 18:08
83.

Zitat von dice79
Das mag wohl sein... Trifft aber nicht immer zu! Und da haben Sie ihren Unterscheid. Diskutieren Sie doch einmal mit einem Akademiker/Meister und einem nicht Studierten/Gesellen warum der Akademiker/Meister mehr Geld für vielleicht gleiche Arbeit bekommt - er hat ein ganz anderes Basiswissen kann bei geänderten abläufen anders entscheiden - aufgrund seines Hintergrundwissens ohne jetzt Nichtakademiker/Meister zu unterschätzen und unter Wert zu stellen! Es weerden gerade Äpfel mit Birnen verglichen... Es gibt deutlich mehr als Automatisierte, Technische Abläufe die mehr als nur einem Anlernen bedürfen - Gogglen Sie doch demnächst einfach wie man ein Rumpsteak herausschneidet und gehen dann zum Metzger und fragen nur nach dem Messer, erledigen Sie es dann auch selbst, wird vielleicht billiger ... Bin gespannt ob es Normrinder gibt... Oder besser noch mit einem FUGU - wie Sie den zerlegen ohne Schaden zu nehmen können Sie auf Youtube bestimmt lernen! - Ich denke das was Sie sagen trifft nur bedingt auf bestimmte Arbeiten zu, denn wenn ungelernte Kräfte in hochspezielisierten Jobs arbeiten besteht schon ein gewisses Grundniveau an Fachwissen. Es gibt auch aufgrund dieser Ausnahmen die Möglichkeiten die Arbeistzeit in Fachbereichen als Lehre anerkennen zu lassen. Was dann wieder gleichzusetzen wäre! Ich denke das dies von Fall zu Fall sehr stark differiert!
Moment, der Forist schrieb von gleicher Tätigkeit. Der Arbeitgeber, der einen Meister genau das gleiche machen lässt, wie den Ungelernten macht etwas falsch... es sei denn, er bekommt den Meister zum selben Preis wie den Ungelernten. Ansonsten gibt es auch mal ganz schnell den Stempel "Überqualifiziert".
Ein andere Fall ist eine womöglich höhere Produktivität des Meisters bei gleicher Tätigkeit. Die dürfte sich nach einiger Zeit aber annähern, wenn der Ungelernte mehr gelernt hat.

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gazettenberg 03.03.2014, 22:17
84.

Zitat von barmec
Als nächstes sollte man sich in der Politik auch mal Gedanken über das gesamte Lohngefüge machen. Lohnobergrenze für Vorstände o.ä ein x-faches der untersten Lohngruppe des Unternehmens.
Was geht's die Politik an, was private Unternehmen ihren Vorständen zahlen? Solange die Unternehmen nicht am Bankenrettungsfonds hängen, doch wohl gar nichts.

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charly136 04.03.2014, 08:05
85. CDU Arbeitnehmerflügel ohne Lobby!!!

Gerade diese Partei ist es doch die seit Jahren durch Selbständige, Beamte und Juristen, Arbeitnehmerflügel immer weiter in Abseitsposition drängt.
Die Selbstbedienungsmentalität Verantwortlicher hat seit Jahren rasante Zuwächse und finden sich durch Politik bestätigt...!

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gazettenberg 04.03.2014, 08:19
86.

Zitat von marvin07
Das ändert allerdings nichts am üblichen Zyklus von technischer Neuerung - Arbeitskraftfreisetzung inkl. Verelendung der Betroffenen - Innovationsdruck und -möglichkeiten - Aufnahme der freien Arbeitskraft im neu geschaffenen Sektor - nächste Neuerung...
Nach meinem Verständnis ist dieser Zyklus komplexer. Die Industrialisierung ging ja nicht nur mit Push-Faktoren einher (überschüssige Arbeitskräfte in der Landwirtschaft - übrigens auch durch Mechanisierung und Maschinisierung), sondern auch mit Pull-Faktoren: Zum Beispiel durch neu geschaffene Arbeitsplätze in den Städten, bessere Bezahlung, bessere Lebensmittelversorgung oder das Recht zu heiraten und Kinder zu bekommen.

Wir schauen im Rückblick auf die bedrückenden Lebensumstände in den Mietskasernen der Hochindustrialisierung und vergessen, dass das Leben auf dem Land zur selben Zeit oft noch viel härter war. Das Proletariat ist keine Erfindung der Industrialisierung. Es hat seine Entsprechung in den hungernden Landlosen, Vagabundierenden, Tagelöhnern und Erntehelfern der Vor-Industrialisierung. Es gab nur keinen Zille, der diese Menschen gemalt hätte. Und keine Arbeiterbewegung, die ihre Lebensumstände öffentlich gemacht hätte.

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peter-deutsch 04.03.2014, 10:14
87. Mindestlohngrenze

Im Prinzip könnte eine Mindestlohndebatte auch "unnütz" sein wenn man bedenkt das bei einem Stundenlohn von 8,50Euro/brutto + 170 Std. Arbeit dann TROTZDEM noch für einen Single ein Hartz 4 Anspruch besteht von ca.20,-- nur warum soll dies die Allgemeinheit bezahlen und nicht derjenige der von der Arbeit profitiert ? Bei 7,00Euro/brutto wären es Aufstockungsanspruch 169,00 Euro/Monat so nutzt ein geringer Lohn als 8,50Euro nur den Unternehmern ...

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Conny44 04.03.2014, 17:37
88. Nehmen Sie die Realität war!

Zitat von schreckgespenst
Studenten absolvieren in den seltesten Fällen (Ausnahme die Grundpraktika) Praktika bei Handwerksbetrieben. Des Weiteren ist man selbst Schuld, wenn man 28 - 32 EUR für eine Hilfskraft auf der Rechnung bzw. auf dem Kostenvoranschlag akzeptiert.

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Conny44 04.03.2014, 17:42
89. Nehmen Sie die Realität wahr

Zitat von schreckgespenst
Studenten absolvieren in den seltesten Fällen (Ausnahme die Grundpraktika) Praktika bei Handwerksbetrieben. Des Weiteren ist man selbst Schuld, wenn man 28 - 32 EUR für eine Hilfskraft auf der Rechnung bzw. auf dem Kostenvoranschlag akzeptiert.
Viele Studenten haben vorher eine Ausbildung absolviert. Das rechtfertigt auf jeden Fall mindestens 8,50€. Wenn Sie meine Rechnung nicht akzeptieren arbeite ich nicht für Sie. Also was?! Sie haben außerdem kein Recht die Qualifikation meiner "Hilfskraft" auszuforschen. Also streichen Sie sich Ihre Bude selber. So einfach ist das.

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