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Autobahnen und Bundesstraßen: Warum Deutschlands Brücken so schnell verfallen
DPA

Baustellen, Sperrungen, Staus: Die Verkehrsbehörden schaffen es nicht, deutsche Straßenbrücken instand zu halten. Daten belegen: Jede achte ist marode, in den alten Bundesländern droht der Verkehrsinfarkt.

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muellerthomas 18.07.2018, 15:38
1.

"Die Brücken verfallen schneller, als sie wieder instand gesetzt werden. Was den Bauwerken so zu schaffen macht, ist der zunehmende Lkw-Verkehr"

Oder die zu geringen Investitionen...


" Viele Brücken stammen noch aus den Sechziger- und Siebzigerjahren, als an ein so hohes Verkehrsaufkommen noch nicht zu denken war."

Das ist auch das Problem der US-Infrastruktur. Dort investiert der Staat mehr als hierzulande, aber die Infrastruktur wurde zu recht großen Teilen in den 1930er Jahren errichtet.

Hier wäre also ein Infrastrukturprogramm notwendig, welches klar auf Erneuerung statt simple Sanierung ausgelegt ist.

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molkeboy 18.07.2018, 15:49
2. Penderlerschicksal

Als Pendler auf der Strecke Duisburg- Köln kann ich ihnen sagen, dass der Verkehrsinfarkt schon lange Realität ist. Ich verbringe täglich mindestens 3 Stunden im PKW (66 km je Strecke). An Freitagen kann es gerne mehr, bis zu 4 Stunden, sein. Aus beruflichen Gründen ist der ÖPNV leider keine Alternative. Der Bus fährt zudem nur stündlich(!) vom Bahnhof zum Büro.

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Crom 18.07.2018, 15:57
3.

Irgendwann wird die Konjunktur nachlassen und dann gibt's sicher auch wieder mehr Kapazitäten. Aktuell kann man noch so viel Geld bereitstellen, die Kapazitäten in der Baubranche sind ausgelastet.

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janos71 18.07.2018, 16:00
4. Fehlende Ingenieure & fehlendes Geld

Neben den vielen anderen Bereichen (Bildung, Forschung, Technik ...) in denen Deutschland im Vergleich mit anderen westeuropäischen Ländern schlecht abschneidet kommt die Infrastruktur auch noch dazu. Es fehlt an Ingenieuren und sicherlich auch am Geld. Deutschland wird in den Massenmedien oftmals viel zu toll dargestellt. Die Realität sieht dann eher schlecht aus. Die gewaltigen Unterschiede fallen jedem auf der die Grenze zur Schweiz, Österreich, Skandinavien überschreitet. Sehr gute Infrastruktur in diesen Ländern und eine Sauberkeit die man in D nur noch an wenigen Orten findet. Dazu kommt noch eine deutlich besser ausgestattete mobile Infrastruktur. Wer in D die Ballungszentren verläßt landet im mobilen Steinzeitalter "Edge".
Aber Merkel und von der Leyen ist es wichtig, dass wir 2% für Rüstung ausgeben.

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realistico 18.07.2018, 16:00
5. Der Verkehrsinfarkt ist lange da

"Baustellen, Sperrungen, Staus: Die Verkehrsbehörden schaffen es nicht, deutsche Straßenbrücken instand zu halten. Daten belegen: Jede achte ist marode, in den alten Bundesländern droht der Verkehrsinfarkt."
Falsch - der Infarkt ist lange da. Und zwar nicht nur auf der wahrscheinlich mittlerweile bundesweit bekannten A1-Brücke bei Leverkusen. Beispiel: Auch die A40-Brücke war mal 3-spurig in jede Fahrtrichtung befahrbar. Jetzt nur noch - seit Jahren! - 2-spurig, gerne aber auch übergangsweise mal nur noch einspurig.
Laut einem Bericht gerade heute in der Rheinischen Post: Fertigstellung der neuen Brücke für 2026 geplant. Das ist eine unglaubliche Sauerei allen Pendlern gegenüber. Denn die A57 ist ebenfalls jeden Morgen ab 6 Uhr Richtung Düsseldorf/Köln komplett lahmgelegt (analog natürlich abends im Berufsverkehr in anderer Richtung) und die A42, die vor 25 Jahren als Entlastung zur A40 in Betrieb genommen wurde, ist ebenfalls seit Jahren eine Dauerbaustelle und durch Staus blockiert..
Hier bleibt unser aller Lebensqualität auf der Strecke!
Mir ist unverständlich, dass wir das alle so widerstandslos mitmachen. Stattdessen werden wir abgelenkt mit dem Flüchtlingsthema, bei dem sich bei Licht betracht zeigen würde, dass wahrscheinlich 98% aller Wähler noch nie persönlich Kontakt zu einem Flüchtling hatten - und demzufolge ihr Leben dadurch weder positiv noch negativ beeinflusst wird.
Eine verantwortliche Regierung (und mich interessiert das unwürdige hin- und hergeschiebe der Verantwortlichkeit zwischen Landes-- und Bundesregierung dabei nicht) würde mit Prio 1 dafür sorgen, dass die Bevölkerungsschicht, die tatsächlich durch ihre Sozialabgaben das gesamte System stützen und am Laufen halten, nicht Werktag für Werktag solchen Belastungen ausgesetzt ist, zudem die stundenlange Staus auch volkswirtschaftlich enormen Schaden anrichten.

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RenegadeOtis 18.07.2018, 16:00
6.

Zitat von muellerthomas
Hier wäre also ein Infrastrukturprogramm notwendig, welches klar auf Erneuerung statt simple Sanierung ausgelegt ist.
Ein schönes Beispiel ist das Wiesbadener Kreuz, Knotenpunkt A3/A66 - sprich eine große West-Ost Trasse zwischen Köln und Würzburg mit der A66 zwischen Wiesbaden und Frankfurt am Main. Hier wird in aller Eile gerade ein Behelfskreuz errichtet bis 2019, um später das richtige Kreuz drüber zu bauen.

Eine Sanierung war relativ schnell vom Tisch, eine Genehmigung für den Neubau liegt aber (noch) nicht vor.

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IngoLars 18.07.2018, 16:08
7. ein überflüssiger Artikel?

Mal wieder das Thema marode Infrastruktur. Man kann, mit verlaub, diesen Blödsinn nicht mehr hören. Das es in einem Land wie Deutschland, das wirklich eine hervorragende Infrastruktur hat, auch Brücken und Straßen gibt die sanierungsbedürftig sind ist der normale Lauf der Dinge. Nichts ist dauernd neu und auf Top-Niveau. Die Dinge werden gebaut und altern. Man nennt das Problem auch Instandhaltung. Diese passiert laufend, da auch in der Vergangenheit laufend neues gebaut worden ist. Einen Sanierungsrückstand kann ich nicht erkennen, gerade wenn man als Vielfahrer auf Deutschlands Straßen unterwegs ist. Das es Baustellen gibt, ist bei der Vielzahl an Brücken und Straßen in diesem Land einfach normal. Aber ich hatte noch nie das Gefühl, dass ich nicht mit 180 (wenn es denn mal schnell gehen muss) über eine Autobahn fahren kann, weil mir ggf. ein Schlagloch die Achse weghaut. Unser Straßen sind insgesamt sicher und gut zu befahren, auch wenn es natürlich immer mal irgendwo eine Piste gibt die eine Sanierung nötig hätte. Die kommt ja dann auch.

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bluebill 18.07.2018, 16:08
8. Folgen des Sparwahns

Die Finanzpolitik der vergangenen Jahrzehnte: Sparen, Sparen, Sparen. Ohne Rücksicht auf Verluste. (Von einem schwäbischen Finanzminister war nichts anderes erwarten. ) Die Privatisierungswelle, wo alles an Investoren vertickt wurde, was nicht niet- und nagelfest war. Und dann das Geld-Beklemmen bei allen öffentlichen Belangen, besonders beim Straßenbau. Allzu deutliche Mängel wurden ab und zu provisorisch behoben, das war's dann. Deshalb sehen unsere Straßen und Brücken aus wie in einem Entwicklungsland. Dazu die naive Wirtschaftsgläubigkeit - wir überlassen alles "dem freien Markt", dann wird alles gut. Dass das Gegenteil der Fall ist, dämmert erst ganz langsam auch unseren Politikern. Wenn man unbegrenzten Warenverkehr auf dem Straßennetz zulässt, sollte man schon irgendwie regeln, wer für die Folgen aufkommt. Das bißchen LKW-Maut reicht hinten und vorne nicht, die Kraftstoff- und KFZ-Steuern werden für andere Dinge ausgegeben. Und dann wundert man sich, warum plötzlich so viel kaputtgeht und das so teuer ist. - Man sollte zum Einen den Transit-Schwerlastverkehr über speziell dafür gebaute Straßen leiten, zum Anderen überhaupt keine Großlastwagen in geschlossene Ortschaften lassen (Stuttgart macht das schon lange). Lieferanten müssen eben vor den Toren umladen in kleinere Fahrzeuge, die z.B. die Kommune stellt; das geht auch jetzt schon in kleineren Städten. Das würde den Maut-Umfahrungs-Lastwagenverkehr erfreulich eindämmen. Aber man muss es halt wollen und darf nicht nur nach den Lobbys schielen.

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Blendy 18.07.2018, 16:12
9. 120.000 Autos jeden Tag...

...möchte mal wissen wie viele davon auch locker das sehr gut ausgebaute Bahnnetz in NRW nutzen könnten um zur Arbeit zu pendeln.

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