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Autobahnen und Bundesstraßen: Warum Deutschlands Brücken so schnell verfallen
DPA

Baustellen, Sperrungen, Staus: Die Verkehrsbehörden schaffen es nicht, deutsche Straßenbrücken instand zu halten. Daten belegen: Jede achte ist marode, in den alten Bundesländern droht der Verkehrsinfarkt.

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TS_Alien 18.07.2018, 17:27
50.

Zitat von muellerthomas
Doch, bitte führen Sie ein paar auf. Die Beispioele, die hier jedes Jahr vom BdS präsentiert werden, sind jedenfalls teils kaum als Verschwendung zu sehen, teils lächerlich von den Beträgen.
Der "Flughafen" BER, Stuttgart 21, die Elbphilharmonie, die Ausgaben rund um den Nürburgring, der digitale Polizeifunk, die Gesundheitskarte, diverse Militärprojekte mit ganz mauen Ergebnissen und jahrelangen Verzögerungen (Tankflugzeug, Hubschrauber, Eurofighter, ...). Die Liste geht noch weiter. Aber auch so dürften zwanzig Milliarden an Verschwendung und Mehrkosten locker überschritten sein. Und bei einigen dieser Projekte ist noch gar nicht absehbar, wie teuer sie am Ende werden.

Das Kernproblem ist die Inkompetenz in vielen Bereichen der Verwaltungen. Die Politik steht kein Stück besser da. Solange sich in diesen Bereichen nichts ändert, werden weiterhin Milliarden in den Sand gesetzt. Und zwar jedes Jahr.

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der_dr_Nickel 18.07.2018, 17:27
51.

Zitat von muellerthomas
Steuern sind per definitionem nicht zweckgebunden, es ist sogar verboten, dass Steuern zweckgebunden sind. Und wieso sollte die Kfz-Steuer auch in den Straßenbau fliessen? Sollten dann aus den Einnahmen der Tabaksteuer Raucherkabinen gebaut werden und aus den Einnahmen der Sektsteuer Weinberge gekauft?
Die Kfz–Steuer war sehr wohl Zweckgebunden und wurde/sollte an die Bundesländer zur Ausbau der Infrastruktur ausgekehrt werden https://www.smartsteuer.de/blog/2015/03/17/der-aufstieg-und-der-fall-der-kfz-steuer-ein-maerchen-ohne-happy-end/
Und ja, es gibt staatliche Weinberge und die Tabaksteuer fließt in den
Gesundheitsfonds. Ihre Überheblichkeit nervt. Sind Sie eigentlich beim BMF oder Bafin tätig?

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nesmo 18.07.2018, 17:28
52. Das Hauptproblem

Zitat von schmuella
Die Gesellschaft ist auf Mobilität angewiesen. Jeder Haushalt ein oder zwei Autos. Wahrscheinlich ist dies wirtschaftlich auch so gewollt, denn die Automobilindustrie samt Zulieferer sind ein wichtiges Standbein deutscher Wirtschaft. Warum es vielerorts zum Infarkt kommt, hat mehrere Ursachen: Zu viele Autos, zu viel Verkehr auf den Straßen (inklusive Schwerlastverkehr), zu lange Bauzeiten (Instandhaltung und Neubau), zu wenig Fahrbahnen in Ballungszentren und vielbefahrenen Routen. Die Straßen halten nicht Schritt mit den Anforderungen. Zumindest an neuralgischen Punkten.
ist der LkW-Verkehr, der die rechte Spur vielfach komplett nutzt, und die linke Spur zu 50 % für dauernde Überholvorgänge. Wird die Autobahn teuer und mit viel Stau dreispurig ausgebaut, steht dem Restverkehr nur eine Spur ganz und die Mittelspur zur Hälfte zur Verfügung. Gleichzeitig zerstört der LkW-Verkehr die Bahnen 20-mal schneller als der Autoverkehr, ohne dass ansatzweise die Spediteure für diese Kosten angemessen in Anspruch genommen werden.

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quark2@mailinator.com 18.07.2018, 17:31
53.

Na man hat doch die MINT-Fächer an den Schulen systematisch ausgedünnt, den Beruf schlechtgeredet und zeitweise ziemlich mies bezahlt ... und dann sitzt alles, was Entscheidungen trifft voll von Juristen und Ökonomen, aber nicht von Ingenieuren, die den Wahnsinn dieser Leute dann ausbaden müssen (BER etc.). Das ist eine langfristige Fehlbesetzung von Entscheidungsgremien mit zu wenig Machern und zu vielen Verwaltern. Entsprechend ist das ganze Ingenieurwesen zu einer unglaublichen Dokumentationsschlacht verkommen. Es ist wie bei den Ärzten - man kommt vor lauter Papierkrieg nicht mehr zum bauen. Und wie gesagt, die besten Talente werden ggf. nicht mehr Ingenieur, weil man es unattraktiv gemacht hat. Die Verlagerung von der Schiene runter ist auch so ein Thema ...

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Mein alias 18.07.2018, 17:33
54.

Leider ist das Brückenproblem hausgemacht.
Denn in den Bauämtern der zuständige kommunalen- und Bundesbehörden hat man "vergessen" das man Brücken auch als Stahlbau errichten kann. Die Betonlobby in den Ämtern verhindert(verbietet) anderes denken.
Es viele "altertümliche" Brückenbauwerke die in Stahlbau errichtet wurden, die ihren Dienst auch mit zunehmender Last erfüllen.
Genannt sind hier nur Eisenbahnhochbrücke bei Rendsburg oder die Hamburger Elbbrücken.

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ziehenimbein 18.07.2018, 17:36
55. Wir sollten uns Hilfe aus China holen!

Ich denke, es würde auch sehr helfen, wenn wir das Ganze mal als Paket einkaufen. Alle Aufträge extrem aufwändig über europäische Ausschreibungen zu vergeben, wo es dann fast immer auch noch viel teurer wird oder sich enorm verzögert, sollte man mal anders gestalten. Letztendlich ist es doch so teuer, weil die Branche über die letzten Jahrzehnte extrem vernachlässigt wurde. Es gibt durchaus Länder, wo es entsprechend qualifiziertes Personal gibt, das es gewohnt ist Aufträge pünktlich abzuwickeln. China ist sicherlich eins dieser Länder. Ich bin sicher, dass man die Leistungen zum Festpreis auch über entsprechende Anteile an der, ja tatsächlich erhobenen, Maut, gegebenenfalls inklusive Wartung, bekommen kann. Da die Brücken ja auch ein enorm wichtiger Faktor bei der Landesverteidigung sind, insbesondere im Hinblick auf die NATO, können Investitionen sicherlich auch anteilig auf die "2%" Wehretat angerechnet werden. Andererseits haben wir in Deutschland gar nicht so viele Panzer, die verlegt würden, weil die Dinger eh kaputt sind.

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moltomuell 18.07.2018, 17:38
56. Kaputt

Straßen, Brücken, Internet, Schulen und Turnhallen, öffentlich Freibäder Stromtrassen, Fertigstellung vom Flughafen Berlin, Fertigstellung von Stuttgart 21, Gehalt von heute Moderatoren. Wer findet den Fehler?

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hcrb34 18.07.2018, 17:39
57. Falsche Technik! Gegen die Physik

Römische und viele mittelalterliche brücken halten seit 2000 jahren oder seit vielen jahrhunderten. Weil sie auf bögen aufgebaut sind. Die sog. "modernen" brücken wollen die physik leugnen. Mit dem "Spann-beton". Das hält ne weile, aber nicht lange. Wir haben das alle in der schule gelernt. Nimm ein A4 papier flach an den vier ecken, lass einen draumen drauf drücken, biegt sich sofort nach unten. Wölbe das papier zu einem BOGEN, und es hält einem VIEL größerem druck stand.
Und jetzt wollen sie so weitermachen mit ihrem spannbeton? Und dann in 50 jahren wieder abreißen und nochmal von vorne? Kann man nicht dazulernen?

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nautica 18.07.2018, 17:40
58. Ein Trauerspiel...

Man schaue sich einmal die durch massiven Beihilfen der EU geschaffene Infrastruktur wie Autobahnen, Brücken
Flughäfen usw in GB an, zum Vergleich mit Deutschland. In GB ist jeder Fluss ausreichend bis in die Zukunft mit Brücken, Tunnel usw bestückt. Hier hat man zB in Glückstadt - Wischhafen ca 2 Std Wartezeit bis man auf eine Fähre aus dem Mittelalter landet, um über die Elbe zu setzen. Und nachdem alles in GB so schön auf Kosten der EU ausgebaut wurde, verdrücken sich die Brexiteer's. Gut kalkuliert...

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qjhg 18.07.2018, 17:50
59. #48 Crom

So plausibel Ihr Kommentar auch erscheint, mit Just in Time hat sich der Anteil von Warenlieferungen immer mehr von der Bahnverladung auf die Straße verlagert und die Zuwächse haben auch immer mehr im Straßenverkehr zugenommen, weil zum Beispiel große Produzenten keine Lager mehr auf ihren Bahngleisen lagern, sondern sich die War3n termingerecht mit LKW liefern lassen, also mehr Transporte über die Straße.

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