Forum: Wirtschaft
Autoindustrie: Frankreich und Fiat streiten über Schuld an geplatzter Fusion
REUTERS/Eric Gaillard/File Photo

Wer trägt die Verantwortung für das Scheitern der Fusion von Fiat Chrysler und Renault? Der US-italienische Autokonzern erhebt Vorwürfe an die französische Regierung - und die fühlt sich unter Druck gesetzt.

Seite 1 von 4
flytogether 06.06.2019, 09:22
1. Gewinnmaximierung funktioniert

oft nur durch Auslagerung der Produktion in Niedriglohnländer. Mit der Forderung der Franzosen nach Jobgarantie im Inland war somit von Anfang an klar dass das nichts wird.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
marcnu, 06.06.2019, 09:25
2. Garantien "für den Erhalt von Arbeitsplätzen und Industrieanlagen"

Bei einer Fusion geht es ja gerade darum, Synergien zu nutzen und mit weniger Arbeitsplätzen und Industrieanlagen auszukommen. Daher kann prinzipiell keine Einigung erzielt werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Affenhirn 06.06.2019, 09:27
3. Hintergrund checken

Vielleicht ist es aufschlussreich mal zu prüfen, wer von den Kursanstieg und dem nun folgenden Kursabschlag besonders profitiert. Gibt es im Aktionärskreis mit Einfluss auf das Fiat Chrysler Management auch Hedgefonds?
Der Zweifel an möglichen Synergien durch die politische Sperre in Frankreich fegen jeglichen Jobabbau waren doch von Anfang an Dealkiller. Renault musste bereits in vergangenen Jahren auf kostensparende Produktionsverlagerungen ins europäische Ausland auf politischen Druck hin verzichten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
erzengel1987 06.06.2019, 09:39
4. Hat Renault schwierigkeiten?

Also ich verstehe nicht den Hintergrund. Eine Fusion ist jetzt nichts besonderes. Viele Marken sind bereits von großen Konzernen geschluckt worden, oder zu großen Konzernen Fusioniert. Man hat eigentlich keinen Überblick mehr was jetzt zu wem gehört.

Ist es nicht sogar etwas besser, wenn Unternehmen eine Gewisse Größe nicht überschreiten? Kann ein einzelner Staat nicht sogar besser ein kleines Unternehmen kontrollieren als ein Großes. Sollte es da nicht allgemein im Interesse des Staates sein seine Unternehmen möglichst nicht fusionieren zu lassen?

Denn große Weltweit operierende Unternehmen, können frei ohne Grenzen operieren. Passen ihm paar Steuern nicht kann dieser das jeweilige Land verklagen, oder mit Abwanderung drohen. Im Endeffekt bedrohen große Konzerne die demokratische Grundordnung...

Das wäre ein schönes Thema für die SPD.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spaceagency 06.06.2019, 09:55
5. Französischer Protektionismus

Firmenzentrale müsse in Paris sein, Regierungsvertreter in der Direktion, Renault soll mehr bewertet werden, alle Standorte in F müssen garantiert werden. Das macht niemand mit und FCA tat gut daran zurückzuziehen. Das gleiche Muster das bei den Werften in St. Nazaire geschah. Der pleite Besitzer aus Korea wurde von Fincantieri gekauft, also damit auch STX. MCron drohte den Italiener danach mit Verstaatlichung und boxte eine 50% Beteiligung durch mit wenigstens einer Stichstimme für die Italiener aber nur wenn Investitionen getätigt würden. Fincantieri ist der grösste Schiffbauer Europas und 4. in der Welt. Das ist dann eben Frankreich. Europäische Champions wolle man....solange das franz. Mehrheiten sind. Gut so FCA

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hup 06.06.2019, 09:56
6. Und am Ende steht die World Car Corp.?

Jetzt muss Chrysler-Fiat-Renault nur noch mit Toyota und VW fusionieren und Kleinzeig wie Suzuki, Honda, Hyundai, Tesla, BMW und Daimler einsammeln und schon haben wir die monopolistische Welt Auto AG.

Will sagen: Wie groß darf's denn werden? Jedesmal, wenn man einem Konzern erlaubt wieder eine Mega-Fusion zu durchzuführen, zwingt man den Rest nachzuziehen und ebenfalls zu fusionieren.
Ist das im Sinne der Arbeitnehmer der Welt? Oder der Kunden? Oder doch nur der Aktionäre?

Wie wäre es statt mit einem Mieterhöhungsstopp in Berlin mit einem globalen Fusionsverbot ab einem bestimmten Marktanteil, oder Dominanz in einem großen Marktsegment?

Das würde die Konkurrenz stärken und keine "too big to fail" Konzerne schaffen, die locker nationale Regierungen erpressen oder in ihre Tasche stecken können. Wer zu den ganz Großen gehören will, der muss dann halt auch organisch wachsen können.

Gut für die Renault Angestellten, dass diese Fusion nicht geklappt hat. Und Zeitdruck war noch nie ein Ratgeber für kluge entscheidungen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
thomas_linz 06.06.2019, 10:20
7. Nachdem beim FiatChrysler

Letztes Jahr fast 40.000 Stellen gestrichen wurden und das Ergebnis um 30% eingebrochen ist, will man jetzt wohl den naechsten Schritt zum Kosten sparen gehen. Frankreich tut gut daran, auf Arbeitsplatzerhalt zu pochen. Es geht nur um Shareholder Value. Sieht man daran, wie schnell die Heuschrecke zurückgezuckt ist. FIATChysler ist bei der naechsten Wirtschaftskrise sowieso pleite, wenn nicht die US Regierung und Rom mit viel Steuergeldern diese Ramschbuden stuetzt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sj_comment 06.06.2019, 10:27
8. Die Zukunft der Automobile

wird sich drastisch verändern, müssen! Solche Zusammenschlüsse oder Kooperationen sichern die Innovation und reduzieren die Entwicklungskosten. Wer soll denn die Future-Mobile sonst noch bezahlen! Flugtaxis stehen bereits in den Startlöchern. Unsere Mobilität wird neu gedacht und wird sich auch hinsichtlich Klima verändern. Wenn die Konzerne in der EU den Zug völlig verpassen, sollen dann wieder Steuerzahler Arbeitsplätze retten? Bitte nicht es reicht! Der Konsument bestimmt Nachfrage/Angebot und letztlich damit auch den Markt! Im freien Markt gibt es Gewinner und Verlierer, das ist so gewollt. Wenn Fehlmanagement zum Verlust führt kann das nicht sozialverträglich über Steuern reguliert werden!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Algol-Paradoxon 06.06.2019, 10:39
9. Schuld??

Was ist denn das für ein autolobbyistisch-tendenziöser Artikel, der impliziert daß etwas Schlimmes passiert wäre? Dabei ist doch das Beste passiert was passieren konnte. Zumindest für die Mehrheit (Arbeitnehmer, Bürger, Steuerzahler). Die Minderheit (Aktionäre) die an der ganzen Sache profitiert hätte, ist eh schon fett genug. Also alles in allem eine GUTE Nachricht!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 4