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Autor von "Kapital im 21. Jahrhundert": Piketty lehnt Mitgliedschaft in der Ehrenlegi
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Kein Legionär im 21. Jahrhundert: Der Star-Ökonom Thomnas Piketty hat die Mitgliedschaft in der französischen Ehrenlegion abgelehnt. Er verband das mit Kritik an Präsident François Hollande.

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garfield 02.01.2015, 10:38
20.

Zitat von r.zahnhausen
Na, Gott sei Dank, haben die nichtkapitalistischen Systeme wie die der UdSSR, COMECON (DDR & Co), Rote Khmer, Volksrepublik China etc. sooooo viel länger gehalten als die der Griechen, Ägypter, Römer.
Ob die nicht-kapitalistisch waren, darüber ließe sich trefflich streiten. Denn sie haben ein wichtiges Merkmal mit dem "echten" Kapitalismus gemein: es herrscht(e) jeweils eine Minderheit über eine Mehrheit.
Womit man die Frage, was denn im Geschichtsunterricht gelehrt wurde, übrigens wieder an Sie zurück geben kann.
Daher setzen Sie besser nochmal an und überlegen, wie "unverschämt gleich" denn die Systeme waren, die Sie nannten. Es gab dort eine kleine Schicht, die deutlich "gleicher" war als die Masse - also genauso wie hier und heute auch. Ob nun Mao oder der Mammon angebetet wird, Religion bleibt Religion.
Und Ihr Witz, dass - auch wenn Sie es nur auf China beschränkten - im Kapitalismus niemand mehr verhungert, war nicht mal mehr komisch. Sie glauben vermutlich wie die Prediger Maos - nur mit umgekehrtem Vorzeichen - dass der Kapitalismus für Gleichheit und ein auch nur auskömmliches Leben aller(!) sorgt.
Der Forist prangerte zu Recht an, dass der Kapitalismus für zunehmende Ungleichheit sorgt - oder haben Sie die letzten Jahre geschlafen? - daran ändern auch Verweise auf "kommunistische" Staaten nichts.

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Reinhardt Gutsche 02.01.2015, 10:38
21. Kontraste

Zitat von r.zahnhausen
Na, Gott sei Dank, haben die nichtkapitalistischen Systeme wie die der UdSSR, COMECON (DDR & Co), Rote Khmer, Volksrepublik China etc. sooooo viel länger gehalten als die der Griechen, Ägypter, Römer.
Die Sklavenhaltergesellschaften der alten Ägypter, Griechen und Römer als große Vorbilder den vorgeblich sozialistischen Regimen im 20. Jh. entgegenzuhalten, darauf muß man erst mal kommen. Dieses Kontrastbild hat aber immerhin den Vorteil, ohne rhetorische Schminke die Katze eine Katze zu nennen und deutlich zu sagen, wohin die Reise der vorerst siegreichen globalen radikal-liberalitären Revolution gehen soll, wenn es nicht gelingt, diesen Tsunami einzudämmen, nämlich in ein neues, monetaristisch verkleidetes Sklavenhalterregime. Was nun China betrifft, so wird hier der Eindruck erweckt, als hätten die Chinesen vor dem Machtantritt der Kommunisten 1949, also unter geradezu unverschämten Regimen der sozialen Ungleichheit, über Jahrhunderte hinweg in Saus und Braus ganz ohne Hungersnöte gelebt, die Hungertoten im „kapitalistischen“ China im dreistelligen Millionenbereich allein im 20. Jh. großzügig als quantité négligeable betrachtend. (Quelle: Wikipedia fr.)

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vantast64 02.01.2015, 10:44
22. In der Physik nennt man das positive Rückkopplung,

wenn Geld über Zins,Zinseszins und weitere Möglichkeiten, die Inhaber auch ohne weiteres Zutun reicher und reicher macht. Ein Naturgesetz, das man nur durch eine soziale Politik zähmen kann. Unsere Regierungen fördern über den Liberalisierungswahn und TTIP die Umverteilung nach oben. Bis das Volk "jetzt reicht's" sagt, (und dann will es niemand gewesen sein) oder wir kriegen amerikanische Zustände.
In der Natur gibt es keinen Vorgang, der endlose Anhäufungen zuläßt.

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Reinhardt Gutsche 02.01.2015, 10:45
23. Chapeau, Monsieur Piketty!

Georges Brassens hätte es gefreut, denn „La Légion d'Honneur ça pardonne pas.“

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garfield 02.01.2015, 10:46
24.

Zitat von Thomas McKean
Mutige These. Die Ungleichheit ist ja wohl am grössten am Höhepunkt der Zivilisation.
Eben und ab da geht's bergab - wobei man sich nun wieder streiten könnte, wie "zivilisatorisch" eine Gesellschaft überhaupt ist, die statt für Ausgleich zu sorgen, sich einer maximalen Ungleichheit "rühmen" kann. Es gibt Leute, die würden sagen, dass unsere Gesellschaft ihren Höhepunkt eher schon weit überschritten hat und den zu einem Zeitpunkt verorten, wo wir noch weit weg von der aktuellen Ungleichheit waren.
Zitat von Thomas McKean
Die genannten Zivilisationen sind aber auch etwas unglückliche Beispiele. Alle sind sie nämlich nach Jahrhunderten durch externe Einflüsse (Eroberer) zu Ende gegangen.
Das dürfte auf das Römische Reich eher nicht zutreffen. Das ist tatsächlich in erster Linie an seiner Dekadenz zugrunde gegangen. Dass ein solches System dann auch keine ausreichende Verteidigungskraft mehr aufbringt, hat dann ggf. Eroberungen von außen zur Folge. Aber die sind nicht immer die Ursache für den Niedergang.

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garfield 02.01.2015, 10:48
25.

Zitat von 2bing
Sein Buch ist akademisch langweilig
Bei Ihrem Beitrag fiel mir eine Szene aus "A fish called Wanda" ein:
"Apes don't read philosophy."
"Yes, Otto, they do. But they don't understand it."

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cosy-ch 02.01.2015, 10:51
26. an 1. tailspin:

Die Ehrenlegion (legion d'honeur) hat absolut gar nichts zu tun mit einer Fremdenlegion oder dem Militär. Der Begriff ist alt und stammt aus einer Zeit, wo es auch in Preussen modisch war, im Alltag kriegsrethorik zu gebrauchen. Wie notabene heute auch betr. 'Terroristen' ..

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Marschewski 02.01.2015, 11:55
27. Ein Blick in die DDR

die ehemalige Sowjetunion und nach Kuba zeigt, wo die Massen auf dieser Welt tatsächlich "verelendet" sind oder besser gesagt, auf einem deutlich niedrigeren Nievau gelebt haben oder heute noch leben als in entwickelten kapitalistischen Ländern. Menschen im Sozialismus sind ärmer als die ärmsten im Kapitalismus. Das ist eine Tatsache.

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Fakler 02.01.2015, 12:43
28. Ehrenlegion vs Nobelpreis

Über Ehrungen lässt sich streiten, so auch in diesem Fall. Ob es einer Regierung zusteht jemanden zu ehren ... ? Immerhin scheint Piketty nicht gerade einer derjenigen zu sein der diese Regierung schätzt. Was eher für die Ehrung spricht. Auch der Nobelpreis ist manchmal umstritten.

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garfield 02.01.2015, 13:28
29.

Zitat von Marschewski
Ein Blick in die DDR die ehemalige Sowjetunion und nach Kuba zeigt, wo die Massen auf dieser Welt tatsächlich "verelendet" sind oder besser gesagt, auf einem deutlich niedrigeren Nievau gelebt haben oder heute noch leben als in entwickelten kapitalistischen Ländern.
Ja, das stimmt. Ohne Mercedes, Smartphone und Bananen war es wirklich ein schweres Los. Naja, für Bananen reicht es bei den heutigen Armen noch ab und zu.
Zitat von Marschewski
Menschen im Sozialismus sind ärmer als die ärmsten im Kapitalismus. Das ist eine Tatsache.
Das ist eine Lüge. Es dürfte wohl so mancher HartzIVler seine Armut und das Gefühl, nicht gebraucht zu werden, mit Freuden gegen eine "Arbeit" zu DDR-Zeiten eintauschen, auch wenn er sich dort nur gemeinsam mit anderen an einer Schippe festhalten würde. Apropos Würde(!): Gerade materiell würde er im Vergleich zu seinen Mitmenschen nicht so ausgeschlossen und "nutzlos" sein, wie es heute der Fall ist. Aber wenn Sie Armut nur im Vergleich mit Afrika sehen (wie so mancher hier im Forum), verstehen Sie das natürlich nicht.

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