Forum: Wirtschaft
Bad Bank für Kernkraftwerke: Empörung über Atom-Pläne der Energieriesen
DPA

Die großen Energiekonzerne wollen die Abwicklung ihrer Atommeiler dem Staat überlassen, das berichtet der SPIEGEL. Jetzt hagelt es Kritik. "Schäbig" und "skandalös" finden Grüne und Linke den Plan. Und auch die SPD-Umweltministerin hält offenbar nicht viel davon.

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heinerkarin 11.05.2014, 18:58
140. Kammerjäger

Zitat von passionsblume
Der Steuerzahler wird es schon richten. Wir bräuchten mal Kammerjäger, um uns von diesen Blutsaugern zu befreien.
...die gabs mal, sind aber zwischenzeitlich im Knast oder tot.

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penthalon 11.05.2014, 18:59
141. So oder so

Warum die ganze Aufregung? Jedem Fachmann (frau) war doch klar das der Atomausstieg nicht zum Nulltarif zu haben sein wird. Nur leider sind die Politiker keine Fachleute. ich kann mich noch erinnern, dass vor allem die Grünen behaupteten der Atomausstieg sei kostenlos. Als Elektroingenieur habe ich damals laut gelacht. Aber wenn die Politik die Abschaltung anordnet muss sie auch die Zeche bezahlen. Bzw. die Zeche bezahlen wir Bürger alle, sei es als Bad Bank oder als Verbraucher durch höhere Preise oder als Bürger durch hohe Strafen. So oder so. Nur mir war das alles, auch die extrem hohen Kosten als Fachmann damals schon klar, nur hat auf die Fachleute in unserem Land selten jemand gehört. Es geht in der Politik leider selten um die Sache, sondern um die nächste Wahl, insofern hat die Kanzlerin, der als Physikerin auch die Kosten bekannt waren konsequent gehandelt. Wenn sie damals nämlich nicht den Atomausstieg beschlossen hätte wäre sie vermutlich keine Kanzlerin mehr.

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tempus fugit 11.05.2014, 18:59
142. Jo,...

Zitat von professorA
Wenn man bedenkt, dass die Politik insbesondere bei der Energiewende kurzfristig Laufzeitzusagen willkürlich zurück gezogen, Marktwirtschaft de facto außer Kraft gesetzt und die KKW-Eigentümer praktisch enteignet hat, um eine energiepolitische Staatswirtschaft zu etablieren, ist die Forderung nur konsequent. Wenn Politiker glauben, Energiewirtschaft nach eigenen Vorstellungen oktroyieren zu dürfen, dann sollen sie auch für die absehbaren Mißerfolge einstehen, und zwar möglichst persönlich. Was aber Politiker vermeiden wollen wie der Teufel das Weihwasser, ist persönliche Haftung. "Politische Verantwortung" folgenlos zu übernehmen, das können die Gabriels, Hendricks etc
...Här Brofessa - so wird's wohl sein!

1. Der Atomausstieg wurde 2001 zwischen Regierung und EVU VEREINBART, bis 2021!

2. Warum es nach dem Ausstieg aus dem Ausstieg zum erneuten Ausstieg kam, das wissen selbst Grundschüler, ein Brofessa muss das
nicht wissen!

3. Die Energiewende wurde vom gesamten BT getragen - und wird
sie heute noch! Nach aussen zumindest!
Der Souverän - ist das dem Brofessa ein Begriff? - will es weiter.
Und nicht nur in DE ist die Energiewende angesagt, die gehört zur EU-Politik!

Der Keim zum EEG wurde 1991 gelegt, von einem CSU-Politiker und
einem Grünen. Hat was mit 'oktroyieren' zu tun - und zwar seitens
der EVU gegenüber kleinen Wasserstrom-Produzenten.
dieses EEG diente weiter als Vorlage für ähnliche Gesetzeswerke in
>60 Ländern dieser Erde - auch in China. Hr. Brofessa!

Falls Sie einer sind - aber hier schreibselt und nennt sich jeder, wie's
ihm passt. Aber nachdem ein Forumer schlob tatsächl. ein Akademiker
ist, wundert einem garnix mehr...

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spiritof81 11.05.2014, 19:01
143.

Zitat von der_durden
So macht man Geschäfte: Man lässt sich den Bau von AKWs subventionieren, darf Rückstellungen für Entsorgung und Rückbau gewinnmindernd (zur Steuerreduzierung) ansetzen, die Energie-Preise stetig und deutlich erhöhen und am Ende entscheiden, dass man mit dem unangenehmen Teil eigentlich gar nichts mehr zu tun haben will, weil man ja kein eigenes Interesse mehr an den AKWs hat, welche durch erneuerbare Energien ersetzt werden. Das ist alles wirklich erbärmlich.
Kein einziges AKW, das Grundlast liefert, wurde durch die unplanbaren EE Wind und Sonne substituiert sondern durch Kohlekraftwreke. Nicht von ungefähr steigen die CO2-Emissionen.

Und dass sich die EVU nicht weiter verarschen lassen wollen, ist einfach nur logisch und konsequent. Das bekommen die 10.000 Verfechter der EE, die gestern für den Schwachfug und dessen ungezügelten Ausbaus in Berlin demonstrierten , nicht in ihr grünverträumtes Hirn hinein.

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relief 11.05.2014, 19:01
144. Danke für die Klarstellung,

Zitat von karl.brenner
Der Staat hat den Energieversorgern die Kernkraftwerke für deren technische Laufzeit genehmigt. Jeder Unternehmer erwartet dann, dass der Staat nicht einfach kommt und die Fabrik wieder abreist wenn es gerade Wählerstimmen zu gewinnen gibt. Die Kraftwerke hätten bis zu ihrem technischen Ende betrieben werden müssen. Bei Neubau wäre es etwas anderes gewesen. Angefangen haben die Grünen im Land Hessen, indem ein neuartiger Umweltminister (und ehemaliger Radikaler) namens Joskar Fischer einfach über die Atomaufsicht des Bundeslandes die Kerntechnischen Anlagen durch geradezu sabotiert hat. Dann kam die Rot/Grüne Bundesregierung, und ich nehme mal an, dass man den Energieunternehmen die Pistole auf die Brust gesetzt hat. Zu guter Letzt hat dann Frau Merkel zu Zeiten von getrieben durch Fukushima und die Wahl in Baden-Württemberg mit der hysterischen Berichterstattung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks den Rest einfach abgeschaltet.
Aber es waren nicht nur die öff. rechtlichen. Auch die Privaten Medien sind in den Hype eingeschwenkt, voll im Trend mit der Grünen Welle.

Das war ein genialer Trick von Merkel. Sie hat nach Fukushima geglaubt, jetzt sei die Chance da, mit einem Sofortausstieg aus der Kernenergie ihre Koalitionsoptionen in Richtung Links-Grün ausdehnen zu können, um der schwächelnden FDP zu entkommen. Hat sie ja auch geschafft, und nebenbei die FDP versenkt.

Was das für Deutschland bedeutet, das hat sie, die alles immer so sorgfältig kalkuliert, vermutlich nicht überblickt. Andernfalls müsste ihr unterstellt werden, sie wolle Deutschland bewusst schaden. Das will doch wohl niemand behaupten.

Wohl oder übel muss D letztlich die Rechnung zahlen, und da sind nicht nur die Konzerne, sondern auch der einfache Bürger mit von der Partie – das übersehen die Meisten. Bis jetzt sehen wir nur einen kleinen Teil der Rechnung, der Rest wird noch kommen. Nicht nur als Anstieg der Stromkosten, sondern auch als Anstieg der Arbeitslosen-Zahlen.

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Jourhiver 11.05.2014, 19:02
145. Ein deratiges Ansinnen ist eine Unverschämheit...

diese Unternehmen sollten enteignet werden. Strom in der heutigen Zeit ist sowieso unabdingbare Grundlage unserer Gesellschaft ohne die wir industriell nicht überlebensfähig wären, insofern kann der Staat auch als Betreiber agieren.

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quark@mailinator.com 11.05.2014, 19:04
146. ???

Zitat von tulius-rex
Auch Sie sitzen der ewig falschen Propaganda auf und werfen alles in einen Topf: 1. Windkraftwerke sind grundlastfähig - lediglich an statistisch fünf Tagen im Jahr herrscht Flaute (jedes AKW ist aufgrund von Störungen oder Wartung länger abgeschaltet). 2. Wind- und Solarkraft erzeugen nur geringe Wartungs- und Entsorgungskosten und sind umweltfreundlich. 3. Für überschüssige Wind- und Sonnenernergie werden keine Batterien oder sonstige Speicher benötigt (Strom kann per Elektrolyse in Gas umgewandelt werden und steht dem bundesweiten Gasnetz samt seiner Speicherkapazitäten in Flautezeiten zur Verfügung. 4. Zusätzliche Stromtrassen werden nicht benötigt, wenn energieintensive Betriebe sinnvollerweise dorthin verlagert werden, wo genügend (Wind-) Energie zur Verfügung steht. 5. Zusammen mit sinnvoller und intelligenter Einsparung und Regelung ist die Energiewende in der Tat kostenneutral machbar. 6. Sie funktioniert nur deshalb nicht, weil Aktionäre auf ihr Eigentumsrecht pochen und den Staat mit Ersatzzahlungen erpressen. Die Konzerne haben die Energiewende aus Dummheit verschlafen und wollen für ihre Schläfrigkeit jetzt Ersatz haben.
Ja klar :-) ... Erinnert mich an die Blondine, die ein Buch mit schlauen Blondinen kaufen will und gesagt bekommt, die Märchenabteilung sei im 3. Stock.

Also bitte sehr, immer der Nase nach :-).

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hj.binder@t-online.de 11.05.2014, 19:05
147. Es gab Zeiten ...

... da nannte man die Nötigung von Verfassungsorganen "Terrorismus" und entsprechend die Gruppen "Terroristische Vereinigungen".
Vielleicht sollten sich mal Staatsanwälte in den Villen und Büros der Vorstände umschauen und vor allem die Steuerfahnder mitnehmen ...

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Das Pferd 11.05.2014, 19:08
148. 345678

Zitat von alex721
also auch wenn es nicht mainstream ist: Der Staat hat genehmigten Atomkraftwerken die im ursprünglichen Atomausstieg vereinbarten Laufzeiten entzogen, obwohl sie genauso sicher waren wie vorher. Damit wurden volkswirtschaftliche Milliardenwerte vernichtet. Jetzt sollen also die Firmen(und damit auch die Stromkunden) die sich auf ihre rechtlich vereinbarten Laufzeiten verlassen haben für den Schaden aufkommen ? warum eigentlich ? wenn der Staat wegen reiner Panikmache plötzlich die Vereinbarungen auflöst kann damit niemand anders als der Staat was dafür. Wenn wir viel früher als nötig aus der Atomkraft aussteigen wollen muss die Allgemeinheit auch die Zeche zahlen. Bedanken können wir uns dann bei denjenigen die in Panik sofort aussteigen wollten , weil in Japan ein grosser Tsumani ein korruptes Atom-Unternehmen überfordert hat.
Das ist nicht ganz falsch. Auch wenn ich persönlich schon seit den 70ern gegen die Kernkraftnutzung bin, muß ich eben auch die andere Seite sehen, so lange die innerhalb der Rechtsordnung handelt. Natürlich gibt es Situationen, in der eine Investition durch politische Entscheidungen entwertet wird. Jeder, der schon mal versucht hat eine Dieserlschleuder zu verkaufen, die nicht mehr in die Stadt darf weiß das. Das ist halt Pech und war ziemlich langfristig absehbar.
Bei der Atomindustrie liegt es tatsächlich anders. Es gab eben einen gesellschaftlichen Kompromiss, die Atomkraftnutzung einzuführen, ursprünglich sogar als Kreislaufwirtschaft. Das war der große Traum in den 60ern, das sollte man nie vergessen. Übrigens auch ein linker Traum.
Und diese Atomwirtschaft war immer als Symbiose zwischen Staat und Unternehmen geplant, ich verzichte mal da drauf, das im Detail auseinander zu nehmen. Das gab es auch bei anderen Großtechnologienen, die Eisenbahn in D. wurde beispielsweise überwiegend privat begonnen, dann aber sehr schnell zur staatlichen Angelegenheit in Zusammenarbeit mit Unternehmen.
Wenn dieses System übermässig schnell verändert wird, können Schadenersatzleistungen entstehen. Auch wenn die Veränderung mir in der Tendenz recht ist.

Im Übrigen sehe ich keine reale Chance auf den Plan, er ist extrem unpopulär. Aber sachlich sehe ich eine einzige Deutschland-Atom-Abwicklugsgesellschaft für gar nicht schlecht an. Vielleicht nicht direkt beim Staat, weil dann die staatliche Kontrolle nicht funktioniert, aber vielleicht als Bad Bank. Unternehmen haben durch ihre Agilität Vorteile in sich entwickelnden Wirtschaftsbereichen. Das ist aber nicht mehr gefordert. Aber sowas wie Ewigkeitskosten sind da schlecht darstellbar. Auch bei großen Unternehmen kann in 20 Jahren ein Konkursverwalter da stehen und sagen "gibt nix mehr". Der Staat bringt den Anspruch, den die Konzerne durch eine zu schnelle Änderung der Rahmenbedingungen sicher haben ein, die Konzerne die diesbezüglichen Rückstellungen.
Ist halt so, das war ein Abenteuer, in das wir alle zusammen aufgebrochen sind, vor 40 Jahren. Ich auch, auch wenn ich seit damals dagegen war.

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niska 11.05.2014, 19:08
149.

Zitat von professorA
Wenn man bedenkt, dass die Politik insbesondere bei der Energiewende kurzfristig Laufzeitzusagen willkürlich zurück gezogen, Marktwirtschaft de facto außer Kraft gesetzt und die KKW-Eigentümer praktisch enteignet hat, um eine energiepolitische Staatswirtschaft zu etablieren, ist die Forderung nur konsequent. Wenn Politiker glauben, Energiewirtschaft nach eigenen Vorstellungen oktroyieren zu dürfen, dann sollen sie auch für die absehbaren Mißerfolge einstehen, und zwar möglichst persönlich. Was aber Politiker vermeiden wollen wie der Teufel das Weihwasser, ist persönliche Haftung. "Politische Verantwortung" folgenlos zu übernehmen, das können die Gabriels, Hendricks etc
Staatliche Infrastrukturen zu privatisieren hat sich als großer Fehler herausgestellt. Die Privaten schauen nur auf die Börse und Gewinnmitnahmen. Ausbau und Folgen des Handelns werden weiterhin entweder nicht beachtet oder man schreit nach dem Staat.
Wer die Kühe melkt, sollte auch für die Nachzucht Verantwortung übernehmen. Das klappt nicht. So muss der Steuerzahler trotzdem immer mehr bezahlen, obwohl ihm mit Privatisierung und dem angeblich daraus resultierenden Konkurrenzkampf (Wie soll das bei 4 Enegieriesen, die das Land unter sich aufgeteilt haben, denn überhaupt funktionieren?) versprochen wurde, dass durch die Wahlmöglichkeit alles billiger wird.
Als Liberaler, dem die echte Freiheit der Bürger im Staat am wichtigsten ist, sind mir diese Konzernoligarchien, die den Staat nach belieben erpressen und vor sich her treiben können zuwider.
Bei der infrastrukturellen Grundversorgung der Bürger muss der Staat das Zepter in der Hand behalten. Denn Wirtschaftsliberalismus ist eben nur der Wirtschaft gegenüber liberal bzw. subventionistisch. Dem Staatsbürger gegenüber, der dem echten Liberalen am Herzen liegt, nicht.

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