Forum: Wirtschaft
Bäckerei-Traditionsbetriebe gegen Großunternehmen: Bei ihr wird gelobt, bei Lidl geka
Stefanie Schmid

Die Zahl der Bäckerbetriebe sinkt seit Jahren. Der Trend geht zu großen Ketten und Brötchen vom Discounter, viele kleine Läden bleiben auf der Strecke. Eine Reise in deutsche Backstuben.

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bretone 10.08.2019, 13:54
1. Die Kombination ...

... aus «Geiz ist geil» und schlechter deutscher Esskultur (gibt es überhaupt eine?) ergibt eben dann genau das Resultat, von dem der Artikel spricht. Trauriges Volk!

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ollydk 10.08.2019, 13:59
2. Schade eigentlich

Ich hole Brötchen und dergleichen lieber vom kleinen Bäcker nebenan. Zwar sind die da etwas teurer als beim Discounter, aber dafür schmecken die Sachen da auch besser. Gleiches gilt für Fleisch, was ich bevorzugt beim Metzger um die Ecke hole. Ich bezahle gerne etwas mehr, wenn dafür die Qualität stimmt.

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Garda 10.08.2019, 14:00
3. Beobachtungen

In München und Umgebung sind die Läden der Hofpfisterei immer gut frequentiert. Auch - nach meiner Einschätzung - ist der Zuspruch für Familienbetriebe immer noch sehr rege. In der Tat kann ich dann an der Supermarkt-Kasse oft genug beobachten, wie der Kunde vor mir dieses entsetzliche spottbillige Backwerk bezahlt (und anschließend im BMW-SUV von dannen fährt).
Gutes Brot ist teuer, teurer als die Wurst beim Metzger (man mag es nicht glauben). Hoffentlich werden die Handwerker überleben, sonst bleibt mir nix anderes übrig, als selbst das Mehl zu kneten.
Alle Gaststätten und Restaurants sind tagtäglich brechend voll, dafür ist das Budget ok - aber zuhause im Kühlschrank reicht es wohl nur für Schrott - egal welches Lebensmittel.

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fitzcarraldo 10.08.2019, 14:05
4. Das ....

was einem in den Brotregalen der Supermärkte angeboten wird verdient den Namen Brot nicht, einfach nur miese Industrielle Aufbackware, dafür aber natürlich billiger wie beim Bäcker.
Lieber geb ich etwas mehr Geld aus, dafür schmeckts dann auch.

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syracusa 10.08.2019, 14:06
5. gutes Brot gibt's fast nur noch selbstgemacht

Vorweg: ich lege allergrößten Wert auf gutes Brot. Für 1 kg Roggenbrot bezahle ich gerne 5 Euro, für ein Brötchen gerne 80 Cent und mehr. Ich weiß, wie viel Arbeit gutes, handwerklich hergestelltes Brot macht, und dass richtige Brotteige schwer maschinell verarbeitbar sind. Aber es gibt sehr gutes Roggen-Sauerteigbrot sogar von überregional tätigen Großbäckereien, dann aber auch immer zu einem Preis von über 4 Euro/kg. Unmöglich ist das also nicht.

Leider gibt es nur noch wenige Bäcker, die wirklich gutes Brot herstellen können. Wenn das Bäckerbrot qualitativ nicht besser ist als das Brot beim Discounter, dann hat der Bäcker keine Existenzberechtigung mehr.

In normaler Einkaufsentfernung von mir gibt es keinen Bäcker mehr, der Brot produziert, das ich für akzeptabel halte. Ich müsste über 20 km weit fahren, um gutes Brot zu finden. Ich backe deshalb schon seit Jahren mein Brot ausschließlich selbst. Dringende Empfehlung für alle, die gutes Brot wünschen: https://www.ploetzblog.de/

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a.vollmer 10.08.2019, 14:06
6. Qualität?

Wenn der Handwerksbäcker Brote ohne knackige Kruste backt, keine mehrtägige Teigführung anwendet und nur die gleichen Produkte anbietet wie die Backshops - Produkte, die sich vor hundert und mehr Jahren nicht mal Brot hätten nennen dürfen und der Bäcker dafür von seiner Zunft getrudelt oder gehobelt worden wäre - dann darf er oder sie sich nicht wundern wenn die Kunden zum billigeren von zwei gleich schlechten Backlingen greift.

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amon.tuul 10.08.2019, 14:08
7. so einfach ist die Welt nicht

Da ich selber alle möglichen Sorten Brot backen kann: Viele Traditionsbetriebe haben schon seit den 1970ern mehr und mehr auf vorbereitete Fertigbackmischungen gesetzt und sich damit von ihrer eigentlichen Tradition verabschiedet.

Die Produkte wurden gefälliger, mehr Richtung Geschmacksverstärker und Einheitlichkeit, das individuelle trat in den Hintergrund.

Die Optimierung und Vereinfachung legte dann fast zwangsläufig den Grundstein für die Aufbackprodukte der Supermärkte, die sich teilweise ja nicht nur scheinbar, sondern tatsächlich nicht von der Bäckereiware unterscheiden lassen.

Richtige Bäckereien, die regionale Spezialitäten oder hervorragende Brote vollständig selber produzieren sind eine Ausnahmeerscheinung geworden, die gezielt von Liebhabern und Biokundschaft angesteuert werden.

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hileute 10.08.2019, 14:09
8. Bei dem immer stärker aufkommenden frisch und regional trend

glaube ich schon das auch kleinere Bäcker ihre Kunden kriegen oder zumindest halten können, die Kunden sind vlt weniger, aber man kennt sich, schätzt sich, geht zu keiner Konkurrenz und empfiehlt an Freunde weiter. Ich hoffe zumindest das das so kommt

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Claas Störtebeker 10.08.2019, 14:09
9. Ein Blick nach Frankreich hilft...

und das betrifft insbesondere die Kuchen/Patisserie. Die Handwerkskunst des Bäckers ist auf hohem Niveau, was sich zum Teil in recht hohen Preisen niederschlägt. Dennoch ist hohe Qualität einen hohen Preis wert.

Wenn ich bei uns in eine Bäckerei Filiale gehe, dann ist die Qualität kaum über dem Aufback-Niveau von Lidl und Co. Und somit ist der Premium Preis, den man dort für Brötchen zu zahlen hat (50 ct vs. 15 ct) kaum zu rechtfertigen.

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