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Bahn, Internet, Verwaltung: So lahm ist Deutschland
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Verspätete Züge, langsames Internet und Wartenummern auf dem Amt: Bei der Infrastruktur ist Deutschland in vielen Bereichen rückständig. Wie es besser ginge, machen andere Staaten vor.

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wille17 24.04.2019, 13:58
10. Rückständig Deutschland

Früher habe ich es immer genossen bei der Urlaubsrückkehr auf deutschen Straßen und in ein fortschrittliche Land zurückzukehren. Heute graust es mir von den Urlaubsländern wieder auf die deutschen Holperpisten in die Rückständigjeit zu fahren.

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irgendwieundsowieso 24.04.2019, 13:58
11. Es kriecht...

Kaum ist man aus der "flotten" 4G-Stadt raus, kriecht es - 3G mit Glück, raus aufs Land nur noch Edge. Ganz anders in Italien oder Frankreich - überall ein schnelles Netz - überall? Ach ja, im Gorges du Verdun in Südfrankreich, zwischen den hohen Schluchten, da war mal "Edge"... vor ein paar Jahren. Bei uns wäre da heute noch "Kein Netz".

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curiosus_ 24.04.2019, 14:00
12. Für den Privathaushalt..

..dürfte das gute alte Telefon-Kupferkabel vom DSLAM bis zum Hausanschluss völlig ausreichend sein. Das leistet z.B. bei uns stabil 250 Mbit/s im download und 40 Mbit/s im upload (VDSL supervectoring). Glasfaser dürfte für gewerbliche Anwendungen Vorteile bringen, aber dafür ist eine 100%-Versorgung aller Haushalte unnötig.

Klar, wenn man ein Festnetz heutzutage neu aufbaut (wie wohl in weiten Teilen Portugals) oder aus Gründen der Störanfälligkeit sanieren muss, dann macht es Sinn das in Glasfasertechnik durchzuführen. Aber eine funktionsfähige VDSL supervectoring - Infrastruktur stillzulegen und durch Glasfaser zu ersetzen ist Ressourcenverschwendung.

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kpfeilst 24.04.2019, 14:02
13. Vermutlich geht das nicht...

......mit einer Staatssekretärin, die über die Vorteile der Rohrpost philosophiert, während ich im Allgäu seit gut einem Jahr darauf warte, dass die Glasfaser die inzwischen in meinem Haus in jeder Wohnung liegt auch mit Lichtblitzen versorg wird. Netterweise kenne ich eine Zeitungsredaktion (auch im Allgäu in einer kleineren Stadt) an deren Office 8.5m entfernt die Lichtblitze durch die Faser rauschen, aber der Vermieter nicht in der Lage bzw. gezwungen werden kann den Hausanschluß entsprechend ausbauen zu lassen. So verschickt die Redaktion ihre Bilder halt nicht vom Officve aus sondern mit Flaggensignal (über das nicht allzu schnelle public WLAN). Ähnliches ist bei mir in meiner gemieteten Wohnung in Heidelberg der Fall usw. usw....

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Semmelbroesel 24.04.2019, 14:06
14. Schuld....

..ist m.E. Die überbordende Bürokratie in Deutschland. Hier muss alles bis auf den letzten Furz gesetzlich geregelt sein. Kein Wunder, wenn die Innovationskraft darunter leidet.

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postmaterialist2011 24.04.2019, 14:06
15. Na dann lassen Sie uns Deutschland und Japan vergleichen !

Zitat von thetruetoday
Es ist immer schön wenn Deutschland mit anderen Ländern verglichen wird die nicht so viele Einwohner haben. Deutschland hat so 82,7 Millionen Einwohner, Portugal so um die 10,3 Millionen. In dem Spiegel+ Artikel wird Estland als Vorbild gennant, die haben so um die 1,3 Millionen Einwohner. Ich denke mal da wäre auch in Deutschland vieles einfacher.
Dort habe ich lange gelebt und dort bin ich regelmässig. Japan hat eine sehr viel bessere Mobilfunk- und Internetabdeckung als Deutschland obwohl das Land geographisch sehr viel anspruchsvoller ist als die Bundesrepublik. Die Züge fahren in Tokyo bei dreifacher Länge im Vergleich zu Berlin im Zwei-Minutentakt, die Shinkansen sind super zuverlässig und ultrapünktlich. Bei Boarden im Flugzeug werden knapp 500 Menschen in 15 Minuten ohne Probleme an Bord gebracht wo man bei uns für 150 Menschen 25 Minuten braucht. Ok die Verwaltung ist der gleiche Graus wie bei uns, aber bei Zukunftsthemen ist das sehr viel grössere Japan uns meilenweit voraus. An der Bevölkerungszahl kann es nicht liegen, eher an der Unfähigkeit der Politik und Verwaltung in diesem Land. Ein Land welches sich absolute Nichtleister aus dem tiefsten Hinterbayern wie Scheuer, Seehofer und Bär "leistet" darf sich nicht wundern, dass so gar nichts vorangeht in Bezug auf Hightech und Verwaltung !

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mistarich 24.04.2019, 14:07
16. Ob das Breitbandnetz

flächendeckend ist oder nicht, sollte nicht die Frage sein. Die Frage ist doch, müssen die Entgelte so teuer sein? Für viele ist die Anschlußmöglichkeit da, doch für was für einen Preis, 50ziger Leitung für 50 ?, inkl. zusätzliche Regionalgebühr außerhalb der Städte, das istdreist!

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sschuste 24.04.2019, 14:07
17.

Immer schön draufdreschen. Ich habe einen 100 Mbit-Anschluss für Internet und könnte jederzeit auch einen 200er oder sogar 400er haben. Über Ostern bin ich von Frankfurt am Main Hbf nach Köln Hbf in exakt 60 Minuten gefahren, und zwar pünktlich. So lahm ist Deutschland.

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Dieter Koll 24.04.2019, 14:08
18. stimmt genau

Zitat von thetruetoday
Es ist immer schön wenn Deutschland mit anderen Ländern verglichen wird die nicht so viele Einwohner haben. Deutschland hat so 82,7 Millionen Einwohner, Portugal so um die 10,3 Millionen. In dem Spiegel+ Artikel wird Estland als Vorbild gennant, die haben so um die 1,3 Millionen Einwohner. Ich denke mal da wäre auch in Deutschland vieles einfacher.
Estland hat einen Ticken mehr Einwohner als Köln. Klar kann man da die Verwaltung schnell und umfassend digitalisieren.
Wenn in Deutschland jemand bauen oder modernisieren will, braucht er nicht nur entsprechende Genehmigungen, sondern muss auch noch gegen zig "Interessenverbände" kämpfen und vor Gericht bestehen. Der Spiegel sollte der Klageindustrie genauso viel Aufmerksamkeit schenken..... nur befürchte ich, dass hier die eigenen Leser verprellt würden. Mobilfunkmasten können oftmals nicht gebaut werden, weil sich eben keine Standorte finden lassen, bzw. diese dann bis aufs Blut von Hinz und Kunz bekämpft werden. Dank Rechtschutzversicherung auch gerne bis zur letzten Instanz.

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matbhmx 24.04.2019, 14:10
19. Es war doch die Politik, die im Zusammenwirken ...

... mit der Telekom die flächendeckende Einführung von Glasfaser verhindert hat - um der Telekom ihren Status zu sichern. Wer technisch was davon verstand, hatte bereits damals vor der Fortführung der Kupferverkabelung gewarnt. Aber die enge Verflechtung der Politik mit alten Staatsbetrieben wirkte stärker. Und ansonsten: Vieles an Modernisierung scheitert nicht nur an der Politik, sondern an Behördenleitern vor Ort. Deutschland ist veränderungsfeindlich - alles soll stets so bleiben wie es ist (übrigens einer der wesentlichen Gründe, weshalb Merkel immer noch zu den beliebtesten Politikern gehört - auch politisch bloß keine grundlegende Veränderung). Dazu gehört eben auch die tiefverwurzelte Technologiefeindlichkeit!

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