Forum: Wirtschaft
Bahnstreik und Demokratie: Gelobt seist du, Yanis Weselsky!
DPA

GDL-Chef Claus Weselsky legt schon wieder die Republik lahm - und wirkt dabei genauso irrlichternd wie der griechische Finanzminister Gianis Varoufakis in der Euro-Krise. Wir sollten beiden dankbar sein. Denn Demokratie braucht Rebellen.

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zyniker642 22.04.2015, 05:36
1. irrlichtender Kommentar

Die Anliegen Griechenlands und der GDL sind im Wesentlichen berechtigt und für intelligente Menschnen nachvollziehbar. Die Parallelen sind erstaunlich. Beide haben es mit "Verhandlungspartnern" zutun, welche aus reiner Profitgier zu absolut keinen Kompromissen bereit sind und sowohl GDL als auch Griechenland werden dafür von einer neoliberalen Presse zerrissen

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candoom 22.04.2015, 05:41
2. Zustimmung

Ich bin der gleichen Meinung, wie der Autor des Artikels. Entgegen dem Duckmäusertums in weiten Teilen der deutschen Gesellschaft und der "sowas macht man nicht"-Haltung, ist die GDL und vor allem Herr Weselsky ein wunderbarer Kontrast. In Zeiten von massiver Ungerechtigkeit, ist der Streik eine grundrechtlich zugesicherte Möglichkeit, dem Einhalt zu gebieten und sollte gefälligst auch angewandt werden, auch von anderen Gewerkschaften. Sicherlich habe ich auch Verständnis für den Ärger der Bahn-Kunden und bin selber nicht betroffen, nur sehe ich gesellschaftlich einen überwiegenden Vorteil in diesem Streik, mit Nachahmungspotential.

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quark@mailinator.com 22.04.2015, 06:02
3. ??

Demokratie mag "Rebellen" brauchen, aber sicher nur welche, die sich sichtbar konstruktiv um das GEMEINwohl sorgen. So wie es ist, dienen diese Menschen als Beispiel, warum man mehr direkte Demokratie unterbindet, indem man darauf zeigt, wie sie mißbraucht werden kann.

Was nutzt mir ein Herr Weselsky, wenn der immer nur wütend und selbstgerecht rüber kommt und nichtmal ansatzweise versucht, auf den Normalbürger zuzugehen und wirklich zu erklären, warum er meint, mehr als eine Gewerkschaft wäre für einen Betrieb nötig und was er eigentlich glaubt, aus welchem Topf die Bahn die höheren Zahlungen für seine Leute am Ende nehmen wird - von den Bahnkunden, welche aufgrund Monopol keine Alternative haben, von den anderen Bahnangestellten oder ... ?

Was nutzt mir ein Herr Varoufakis, wenn er nicht zuallererst mal klar und deutlich sagt, was genau eigentlich nach der Einführung des Euro in Griechenland mit dem billigen Geld gemacht wurde, wer es genutzt hat, wer noch heute davon profitiert ... wie er in Zukunft verhindern will, daß sowas wieder passiert, wer schuld an dem Schlammassel ist, wie das evtl. bestraft wird ... und VOR ALLEM, daß des ihm leid tut und daß es zunächst und zuallererst griechische SCHULD ist. Wild rumrennen und sagen, was man nicht will, ist billig. Rumrennen und anderen die Schuld geben, ist auch billig.

Ja, Rebellen sind prinzipiell gut, wenn sie neue Wege öffnen, verkrustete Strukturen durchbrechen, etc. Aber es sollte bitte sehr im Interesse aller sein, was sie tun, nicht nur im eigenen Interesse und nicht nur aus Wut auf die Welt, sondern im Interesse einer wirklich guten Lösung. Vor allem sollte es nicht hauptsächlich GEGEN etwas sein, sondern FÜR etwas.

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monopinion 22.04.2015, 06:10
4. Es läuft vielleicht gut

wie es läuft, mit Yanis Weselsky läuft es vorübergehend mal etwas anders, ob es besser wird, mal sehen.
Um die akademische Frage möglicher neuer Wege zu klären finde ich Aufwand und Auswirkungen doch recht hoch. Spieltheorie in den Praxis und weil man sich nicht an seine ursprüngliche Vereinbarung hält und Konsequenzen andere tragen lässt.
Was daran demokratisch sein soll kann ich in beiden Fällen nicht erkennen.

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jujo 22.04.2015, 06:38
5. ....

Nicht ganz falsch, aber sind diese Leute Alleinherrscher?
Angeblich gibt es einen GDL Vorstand, welcher die Verhandlungen im Kollektiv für gescheitert erklärt und Streikmaßnahmen beschließt.

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wk03 22.04.2015, 06:40
6. Schwacher Inhalt

Genau! Gewählte Vertreter, die Forderungen stellen sind alle gleich. Und natürlich sind das unbegründete Forderungen - wo steht hier, warum die unbegründet sind? Ach so: das wissen die ja selber! Geht's eigentlich noch simpler?

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fr1 22.04.2015, 06:43
7. unsachlich

....ist dieser Kommentar, immerhin haben die Mitglieder abgestimmt. Dieser Pseudokonzern kann eben nicht so mit seinen Mitarbeitern umgehen. Richtig....erkämpft das Menschenrechte. ...

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ichsagemal 22.04.2015, 06:47
8.

...eine Demokratie braucht die Diskussion und Auseinandersetzung, sie lebt davon. Insofern stimme ich dem Verfassen vollstens! zu. Das gilt aber nicht für MerkelDeutschland. Da hat alles schön ruhig und unaufgeregt zuzugeht. Dem Wähler kommt das entgegen, wenn Streitpunkte alternativlos 'weggedrückt' werden. Liegt's an der demografischen Struktur?

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schmuggi 22.04.2015, 06:57
9. beispielhafte Berichterstattung...

Am Beispiel des Bahnstreiks zeigt sich das gesamte Ausmaß der beinflussten Berichterstattung.
Das Arbeitnehmer für ihr Recht streiken, wird sehr negativ dargestellt. Gewerkschafter werden persönlich angegriffen und diffamiert.
Worum geht es den Beeinflussern?
Der Personalstand der Bahn ist immernoch durch die vielen beamteten Lokfahrer belastet. Diese bekommen noch ihre Bezüge (viele fahren schon lange nicht mehr) und noch mehr bekommen eine Pension.
Das müssen die vielen angestellten Lokfahrer mit kleineren Löhnen büßen. "Damit die Personalkosten der Bahn nicht ausufern"
Große Bahnkunden nutzen den Güterverkehr, als Just-in-Time-Puffer-Lager. Das bedeutet sie lagern dort Halbfertigprodukte oder Rohstoffe, welche in Bedarfsfall kurzfristig in die Produktion eingebracht werden.
Verständlich das die Wirtschaft sauer ist.
Aber ist sie mit dem Bahnvorstand böse? Nein. Die Bosse wissen - niedrige Lohnkosten bringen später niedrige Zwischenlagerkosten und Fuhrlöhne.

Was mich an dieser Sache so erschreckt oder sauer macht ist die einseitige Berichterstattung gegen die Gewerkschaften, so das man den Einfluss der Wirtschaft auf die Medien an diesem Beispiel - exemplarisch- als bewiesen ansehen kann/darf.
Pfui schämt Euch....

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